Ørsted (Unternehmen)

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Ørsted
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Rechtsform A/S
ISIN DK0060094928
Gründung 2006
Sitz Fredericia, Dänemark
Leitung Vorstand: Henrik Poulsen (Executive President, CEO)
Mitarbeiter 5600 (2017)[1]
Umsatz 8,2 Mrd. Euro (2017)[1]
Branche Energie
Website www.orsted.de

Ørsted, bis November 2017 DONG Energy, ist einer der führenden Energiekonzerne in Nordeuropa. Sein Hauptsitz ist in Fredericia in Dänemark. Der Staat Dänemark hielt bis 2013/14 einen Anteil von rund 76 % an dem Unternehmen. 2014 wurde ein Verkauf von 19 % der Anteile an die Investmentbank Goldman Sachs sowie zwei von dieser Bank kontrollierte Pensionsfonds beschlossen, wobei Goldman Sachs zugleich auch Veto-Rechte zugestanden wurden. Daraufhin zerbrach im Februar 2014 die damalige dänische Regierungskoalition, das Kabinett Helle Thorning-Schmidt I.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ørsted wurde am 27. März 1972 als Dansk Naturgas A/S vom Königreich Dänemark gegründet.[3] Der Name wurde 1973 in Dansk Olie og Naturgas A/S geändert, ab 2002 wurde nur noch die davon abgeleitete Abkürzung „DONG“ benutzt. 2006 entstand DONG Energy A/S aus der Fusion von DONG, Elsam, Energi E2, NEsa, KE Holding und Frederiksberg Elnet Group. Im Oktober 2016 verkündete Ørsted den Bau seiner 1000. Windkraftanlage auf See im deutschen Offshore-Windpark Gode Wind II.[4] Das Erdöl- und Erdgasgeschäft wurde mittlerweile an Ineos verkauft, womit der Firmenname hinfällig wurde und im November 2017 zu Ørsted, benannt nach dem dänischen Wissenschaftler Hans Christian Ørsted, geändert wurde.[5]

Strategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ziel von Ørsted ist nach eigener Darstellung, zuverlässig saubere Energie zu liefern. Dafür hat das Unternehmen 2009 die „Strategie 85/15“ formuliert. Laut Ørsted wurden 2009 noch 85 % der eigenen Strom- und Wärmeproduktion aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Der Anteil an erneuerbaren Energien betrug 15 %. Bis zum Jahr 2040 möchte Ørsted dieses Verhältnis umkehren und 85 % der eigenen Strom- und Wärmeproduktion aus Erneuerbaren und 15 % aus Erdgas gewinnen. Dieses Ziel soll durch eine größere Nutzung von Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung und den Ausbau von Offshore-Windenergie erreicht werden.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kraftwerk H. C. Ørstedværket von Ørsted in Kopenhagen
Das Heizkraftwerk Avedøre von Ørsted in Avedøre

Wind Power Der Geschäftsbereich 'Wind Power' errichtet und betreibt Windparks in Nordeuropa. Das Hauptaugenmerk ist auf Großbritannien und Deutschland als größte Offshore-Wachstumsmärkte gerichtet. Zudem ist Ørsted in den Niederlanden sowie Taiwan und den Vereinigten Staaten aktiv.

Bioenergy and Thermal Power Der Geschäftsbereich 'Bioenergy and Thermal Power' produziert Strom und Wärme aus Biomasse-Kraftwerken. Zusätzlich liefern neue Gasturbinenkraftwerke in Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien einen Teil der Produktion. Im Zuge der 85/15-Strategie wurden dänische Kohlekraftwerke durch Kraftwerke für Biomasse ersetzt.

Distribution and Customer Solutions Der Geschäftsbereich 'Distribution and Customer Solutions' optimiert das Energieportfolio von Ørsted und versteht sich als Bindeglied zwischen der Energieerzeugung durch Windkraftanlagen und konventionelle Kraftwerke und dem Vertrieb von Strom und Erdgas an Großhandelskunden in Nordwesteuropa. Zudem ist der Geschäftsbereich verantwortlich für eine effiziente und stabile Versorgung von mehr als 1,2 Millionen Kunden in Dänemark, den Niederlanden und Schweden. Neben dem Verkauf von Strom und Gas verantwortet Ørsted auch den Betrieb der Transportnetze (Stromnetz, Gasnetz).

Ørsted in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist Ørsted mit den Geschäftsbereichen Wind Power und Markets vertreten. Hauptsitz ist Hamburg. Von Norden-Norddeich aus betreibt das Unternehmen die eigenen Windparks in der Nordsee.

Ørsted plant, baut und betreibt Offshore-Windparks in Deutschland, namentlich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) Borkum Riffgrund 1, 2 und Borkum Riffgrund West 1 sowie Gode Wind I, II und III. 2013 begann der Bau des Windparks Borkum Riffgrund 1, der 2015 fertiggestellt wurde. Er hat eine Gesamtkapazität von 312 MW. Der erzeugte Strom des Windparks entspricht etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 320.000 Haushalten. 2017 wurden die Windparks Gode Wind 1 und 2 offiziell eingeweiht.

Ørsted beliefert zudem deutsche Stadtwerke und Industriekunden mit Strom und Erdgas und bietet ihnen weitere Dienstleistungen bzw. Zusammenarbeit an.[6]

Windparks von Ørsted[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Betrieb:

Dänemark:

Vereinigtes Königreich:

Norwegen:

  • Mehuken 1: 4,25 MW[14]
  • Mehuken 2: 18,4 MW[15]

Schweden:

Polen:

  • Karcino: 51 MW
  • Karnice: 29,9 MW[17]
  • Lake Ostrowo: 30,6 MW[18]

Frankreich:

  • Ploudalmézeau: 9,1 MW[19]

Deutschland:

in Bau

  • Borkum Riffgrund 2: 448 MW

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dong Energy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Goldman-Sachs-Deal sprengt dänische Regierung. In: Manager Magazin. 30. Januar 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014.
  2. initiiert von der damaligen Regierung Jens Otto Krag III
  3. DONG Energy baut die 1.000. Windkraftanlage auf See. In: www.dongenergy.de. 25. Oktober 2016, abgerufen am 28. Oktober 2016.
  4. Ein Schweizer Energiemanager dreht das grösste Rad, NZZ, 23. Oktober 2017
  5. Klimapartnerschaft
  6. Windparks: Avedøre Holme. The Windpower, April 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  7. Windparks: Frederikshavn. The Windpower, April 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  8. Windparks: Middelgrunden. The Windpower, April 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  9. Windparks: Tuno Knob. The Windpower, April 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  10. Windparks: Vindeby. The Windpower, Juli 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  11. Windparks: Vindeby-Lolland. The Windpower, April 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  12. Windparks: Lincs. The Windpower, Januar 2016, abgerufen am 18. Mai 2016.
  13. Windparks: Mehuken I. The Windpower, Juli 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  14. Windparks: Mehuken II. The Windpower, Juli 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  15. Windparks: Storrun. The Windpower, Juli 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  16. Windparks: Karnice. The Windpower, Juli 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  17. Windparks: Ostrowo. The Windpower, Juli 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.
  18. Windparks: Ploudalmezeau. The Windpower, September 2015, abgerufen am 18. Mai 2016.