Einwanderung aus Afrika nach Deutschland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der in Ghana geborene deutsche Fußballnationalspieler Gerald Asamoah nahm 2005 an der Social-Marketing-Kampagne „Du bist Deutschland“ teil

Bedingt durch die Flüchtlingskrise seit 2015[1] leben mittlerweile laut Statistischem Bundesamt über 740.000 Einwanderer aus Afrika in Deutschland. Deutsche Staatsbürger subsahara-afrikanischer Abstammung werden als schwarze Deutsche oder auch deutsche Schwarze (seltener Afrodeutsche) bezeichnet. Viele von ihnen zählen zur afrikanischen Diaspora aus den ehemaligen Kolonien des Deutschen Kaiserreichs, wie Kamerun oder Togo.[2]

Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums in Schwarzafrika und der damit verbundenen sozioökonomischen Folgen wird erwartet, dass die nächste große Migrationswelle nach Deutschland und Europa von dort kommen wird.[1]

Begrifflichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausdrücke Afrodeutsche und schwarze Deutsche waren ursprünglich Eigenbezeichnungen der Neuen Schwarzen Bewegung, die sich zu Beginn der 1980er-Jahre bildete. Neue Schwarze Bewegung bezeichnet die Organisationsformen schwarzer Menschen ab den 1980er-Jahren. Diese Bezeichnung beruht auf der Grundlage, dass eine Schwarze Bewegung als Organisationsform schwarzer Menschen in Deutschland, vor allem in Gestalt von Vereinen von Afrikanern in den Kolonialmetropolen Hamburg und Berlin, bereits seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts feststellbar ist.[3][4] Sie entstanden durch eine verstärkte Politisierung der schwarzen Bevölkerung in Deutschland und im Bestreben, externe Zuschreibungen abzulegen oder zu hinterfragen, durch Selbsterkenntnis, durch Klärung der eigenen Identität und Geschichte ein Selbstbild oder ein Selbstkonzept zu entwickeln und sich selbst einen Namen zu geben. Die Bezeichnung afrodeutsch wurde hierbei auf Anregung der US-amerikanischen Aktivistin Audre Lorde in Anlehnung an afroamerikanisch entwickelt.[5][6] Die Bezeichnungen Afrodeutsche und schwarze Deutsche stehen in einem Zusammenhang mit Konzepten des Empowerments, der Emanzipation und einer Identitätspolitik sowie der Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Rassismus. Sie lösten rassistische Bezeichnungen wie Mohr“, „Neger“ oder „Farbiger ab.[7][8] In den Rechtschreibduden wurde die Bezeichnung afrodeutsch mit der 24. Ausgabe vom Juli 2006 aufgenommen,[9] zuvor war er im Duden-Synonymwörterbuch vertreten.[10]

Bekannte Organisationen von Afrodeutschen oder Schwarzen in Deutschland sind die Vereine Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und Schwarze deutsche Frauen und Schwarze Frauen in Deutschland (ADEFRA), beide mit Sitz in Berlin. Eine entsprechende Organisation für den Bereich der Filmbranche wurde 2006 mit den Schwarzen Filmschaffenden in Deutschland (SFD) gegründet. Als ein afrodeutsches Medienarchiv und als ein soziales Netzwerk für Themen rund um die Lebenswelt von People of African Descent und Migranten hat sich seit dem Jahr 2001 das Internet-Portal Afrotak TV cyberNomads etabliert. Die Berliner Bildungsinitiative Each One Teach One (EOTO) ist seit 2017 Programmpartner im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierten Programms „Demokratie Leben!“ im Themenfeld „Rassismusprävention sowie Empowerment Schwarzer Menschen“.[11] Nach dem Vorbild von gleichnamigen Veranstaltungen in den USA werden in einigen deutschen Großstädten seit einigen Jahren sogenannte Black History Months organisiert, um auf die Wurzeln der Afrodeutschen und anderer Schwarzer sowie ihre gesellschaftliche Situation in Deutschland aufmerksam zu machen.[12] 2004 verliehen Afrotak TV cyberNomads (in Kooperation u. a. mit dem Haus der Kulturen der Welt) den „May Ayim Award“, den „ersten Panafrikanischen Schwarzen Deutschen Internationalen Literaturpreis“. Die Auszeichnung wurde von der deutschen Sektion der UNESCO als Projekt zur Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung ausgelobt.[13]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav Sabac el Cher, in Berlin gebor­ener Militärmusiker im Königreich Preußen (1908)
Ein Askari-Soldat in Deutsch-Ostafrika (um 1916)

Das Deutsche Kaiserreich, das sich seit der Kongokonferenz 1884/1885 verstärkt am sogenannten Wettlauf um Afrika beteiligte, erwarb ab 1884 vier Kolonien in Afrika. Infolge der dadurch entstehenden Beziehungen gelangte erstmals seit der Antike eine größere Anzahl dunkelhäutiger Menschen nach Deutschland. Hierzu gehörten auch Schwarze, die auf Jahrmärkten, in Wandermenagerien und Völkerschauen zur Schau gestellt wurden. Das Kolonialregime bot auch sogenannten „Kolonialabenteurern“ wie beispielsweise Ernst Henrici eine Grundlage für entsprechende Aktivitäten. In den Kolonien wurden viele Einheimische auf deutschsprachigen Schulen ausgebildet, arbeiteten als Übersetzer und Dolmetscher für das Deutsche Reich oder wurden Teil der deutschen Kolonialtruppen, der sogenannten Askaris. Etwa 40.000 deutsche Askaris trugen während des Ersten Weltkriegs die Hauptlast des Kampfes gegen die britischen Truppen in Deutsch-Ostafrika. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde den deutschen Askaris eine lebenslange Rente von der Weimarer Republik ausgezahlt. Die Pensionen der Askaris wurden von der Bundesrepublik Deutschland von Anfang der 1960er-Jahre bis zum Tode der letzten Askaris Ende der 1990er-Jahre weiterhin übernommen. Als königlich-württembergischer Offizier focht der kamerunische Duala-Prinz Alexander Douala-Bell 1915 in der Schlacht von Gallipoli für das Deutsche Reich, obwohl sein Vater, König Rudolf Manga Bell, 1914 vom deutschen Kolonialregime Kameruns wegen Hochverrats hingerichtet worden war.

Zur Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus lebten schätzungsweise zwischen tausend und dreitausend Schwarze in Deutschland. Sie stammten damals zum größten Teil aus den ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika. Rassistische Tendenzen in der Weimarer Zeit,[14] die Propagierung von Rassentheorien und der Vorgang der Alliierten Rheinlandbesetzung führten dazu, dass viele der in dieser Zeit von schwarzen Vätern (z. B. französischen Kolonialsoldaten) gezeugten Kinder deutscher Frauen mit dem Schimpfwort „Rheinlandbastarde“ herabgesetzt wurden. In seiner Programmschrift Mein Kampf bezeichnete Adolf Hitler den Einsatz schwarzer französischer Soldaten im besetzten Rheinland als planmäßiges Werk von Juden. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die wenigen in Deutschland lebenden Schwarzen oft Opfer von Diskriminierung und Verfolgung, teilweise zwangssterilisiert und meist in Konzentrationslagern interniert. Eines der frühesten Opfer war Hilarius Gilges. Mit den Nürnberger Gesetzen der Nationalsozialisten von 1935 wurden „Zigeuner, Neger und ihre Bastarde“ nach rassistischen Kriterien erfasst und den Juden gleichgestellt, was zu Diskriminierung und Verfolgung führte. Bekannte Afrodeutsche, die während dieser Zeit in Deutschland lebten, sind etwa Fasia Jansen, Hans-Jürgen Massaquoi, Theodor Wonja Michael, Gert Schramm oder Bayume Husen.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg endete auch die offene Diskriminierung und Verfolgung der Afrodeutschen, nach wie vor gab es in der Bevölkerung jedoch große Vorbehalte gegenüber den in Deutschland lebenden Schwarzen. Viele der aus afroamerikanisch-deutschen Beziehungen hervorgegangenen Kinder, so genannte Brown Babies, und ihre Eltern waren in den westlichen Besatzungszonen und später in der jungen Bundesrepublik diskriminierenden Vorbehalten ausgesetzt. Nach 1945 wanderten über die Jahre hinweg wieder zahlreiche Afrikaner nach Westdeutschland ein, sodass die afrodeutsche Gemeinde heute größer ist als je zuvor.

Auch in der DDR gab es einen kleinen schwarzen Bevölkerungsteil. Dieser setzte sich u. a. aus Vertragsarbeitern, Studierenden und Auszubildenden aus den befreundeten „sozialistischen Bruderstaaten“ Afrikas (insbesondere aus Angola, Guinea-Bissau, Mosambik, Tansania und Äthiopien); sowie politisch Verfolgten, Aktivistinnen und Kadern aus dem Umfeld der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen, wie dem südafrikanischen ANC, der namibianischen SWAPO (darunter die DDR-Kinder von Namibia) oder der mosambikanischen FRELIMO, sowie deren afrodeutschen Nachfahren zusammen.[15] Im Zuge der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der DDR und Kuba, kam es auch zur Einwanderung von afrokubanischen Bürgerinnen.[16] In der DDR war die „politisch korrekte“ Bezeichnung Farbige. Es gab vereinzelte, rassistisch motivierte Gewaltexzesse gegen die schwarze Minderheit von weißen DDR-Bürgern, welche im eklatanten Widerspruch zum öffentlich proklamierten antifaschistischen und völkerfreundschaftlichen Selbstverständnis des Staates standen und daher mit viel Aufwand verheimlicht wurden.[17] Die Mehrheit der Vertragsarbeiter, sowie der Delegierten von Befreiungsbewegungen, die in der DDR lebten, kehrten nach der Wiedervereinigung mit dem Fall der "Berliner Mauer" in ihre Ursprungsländer zurück. Unter anderem auch mit ihnen setzte in Namibia und Südafrika der Prozess zum Ende der Apartheid ein. In erstmals abgehaltenen freien demokratischen Wahlen erhielten die vormaligen Befreiungsbewegungen SWAPO und ANC in den folgenden Jahren die absolute Mehrheit. Manche schwarze Bürger, die mittlerweile eine Familie gegründet hatten, blieben hingegen häufig im vereinigten Deutschland. Im Nachwendejahrzehnt waren Schwarze, so wie andere Angehörige von Minderheiten, in ganz Ostdeutschland, inklusive dem ehemaligen Ostberlin, einer starken Gefährdung durch rassistisch motivierten politischen Extremismus und rechten Terrorismus ausgesetzt. Zu tragischer Bekanntheit kam Alberto Adriano, der im Juni 2000 von drei Neonazis in Dessau niedergeschlagen wurde und wenige Tage später seinen Verletzungen erlag. Weitere schwarze Menschen, die im Rahmen solcher Angriffe ermordet oder permanent körperlich und psychisch traumatisiert wurden, sind Amadeu Antonio Kiowa, Noel Martin[18], Jorge Gomondai und Steve Erenhi.[19]

In den 1980er-Jahren entwickelte sich in der Bundesrepublik, angeregt auch durch Aktivisten der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, etwa Audre Lorde,[20][21] unter vielen Afrodeutschen ein stärkeres Bewusstsein für Fragen der Identität und gemeinsamer Interessen in der bundesdeutschen Gesellschaft. Eine daraus hervorgehende Bewegung nannte sich Neue Schwarze Bewegung, nachdem ihr bewusst geworden war, dass es schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts in deutschen Großstädten, vor allem in Berlin und Hamburg, schwarze Vereine und Gesellschaften gegeben hatte. Eine Aktivistin der Neuen Schwarzen Bewegung und eine Begründerin der Kritischen Weißseinsforschung in Deutschland war die Pädagogin May Ayim. Das von ihr, Katharina Oguntoye und Dagmar Schultz 1986 herausgegebene Buch Farbe bekennen lieferte einen wichtigen Anstoß zur politischen und identitären Bewusstseins- und Netzwerkbildung der Schwarzen in Deutschland.[22]

Ab den 1990er-Jahren wurden Schwarze in der deutschen Öffentlichkeit deutlich stärker präsent, vor allem im Sport und den Medien waren nun vermehrt Afrodeutsche zu sehen. Kleine Teile des Fußballpublikums reagierten jedoch bei Auftritten schwarzer Fußballer noch Ende der 1990er-Jahre offen rassistisch.[23] Auf den Rassismus der 1990er antworteten Afrodeutsche mit öffentlichen Selbst- und Gegendarstellungen.[24] Der 1992 produzierte Kurzfilm Schwarzfahrer, der eine fremdenfeindliche Situation zwischen einer älteren weißen Dame und einem jungen Schwarzen in einer Berliner Straßenbahn schildert, gewann 1994 einen Oscar. Im Rap Fremd im eigenen Land, den die Gruppe Advanced Chemistry 1992 als Protestsong gegen Rassismus herausbrachte, wurde Stereotypen der Mehrheitsgesellschaft die Selbstbezeichnung afrodeutsch selbstbewusst entgegengehalten.[25] Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gab es eine weit beachtete öffentliche Debatte in Deutschland über die Belästigungen und Gefahren für schwarze Menschen in sogenannten No-go-Areas der neuen Bundesländer.[26]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 zogen Charles M. Huber (CDU) und Karamba Diaby (SPD) als erste afrodeutsche Abgeordnete in den Deutschen Bundestag ein
2019 wählten die Abgeordneten des Landtags Schleswig-Holstein Aminata Touré (Bündnis 90/Die Grünen) zur ersten afrodeutschen (Vize-)Parlamentspräsidentin

Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) schätzte die Zahl der Afrodeutschen im Jahr 2008 auf etwa 500.000 Personen.[27]

Die größte Gemeinde Schwarzer und Afrodeutscher gibt es in Hamburg, wenn man die absolute Zahl an afrikanischen Staatsbürgern und Menschen mit Wurzeln in einem afrikanischen Staat betrachtet. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung hatten im Jahre 2012 die Städte Darmstadt, Frankfurt am Main und Bonn die größte afrikanische Community[28].

Da es keine genaue wissenschaftliche Definition des Attributs „schwarz“ gibt und geben kann (siehe Kritik und Überwindung der Rassentheorie), handelt es sich hierbei um einen groben Schätzwert. Die meisten der heute in Deutschland lebenden Afrodeutschen sind eingebürgerte afrikanische Einwanderer und deren Nachkommen, sogenannte „Besatzungskinder“ mit einem US-amerikanischen, britischen oder französischen Elternteil[29] sowie Kinder von Studenten, Seeleuten, Gastarbeitern oder angeworbener Fachkräfte afrikanischer Abstammung. Viele Afrodeutsche haben auch einen deutschstämmigen Elternteil.

In Deutschland ist der Anteil der Schwarzen an der Bevölkerung deutlich höher als in den Ländern Ost- und Südosteuropas oder Skandinaviens, aber dennoch weit niedriger als etwa in Frankreich, Großbritannien, Portugal und den Niederlanden. Dies hat vor allem historische Gründe. Während das deutsche Kolonialreich nur kurz bestand, existierten britische, französische und portugiesische Kolonien in Afrika bis weit in das 20. Jahrhundert; zu Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden gehören bis heute Überseegebiete in der Karibik.

Die Lage und die Probleme schwarzer Menschen in Deutschland sind heute Gegenstand einer intensiveren Erforschung. Die Soziologin Nkechi Madubuko fand heraus, dass schwarze Akademiker durch die Konfrontation mit Stereotypen und Vorurteilen einem stärkeren Akkulturationsstress ausgesetzt sind, auf den sie mit bestimmten Verhaltensmustern reagieren. Nicht selten müssten sie auf ihren Fachgebieten viel mehr leisten als andere, um eine gleiche gesellschaftliche Anerkennung zu erfahren.[30]

In seinen Schattenberichten 2011 stellte das Europäische Netzwerk gegen Rassismus (ENAR) fest, dass Menschen afrikanischer Abstammung – insbesondere wegen ihrer Sichtbarkeit – anfällig seien für rassistische Diskriminierung. In verschiedenen EU-Ländern habe sich dieses Problem wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise verstärkt. Für Deutschland sei festzustellen, dass Afrodeutsche auf dem Arbeitsmarkt stärker von Diskriminierung betroffen seien als europäische Einwanderer oder Einwanderer mit türkischem Hintergrund. Auch auf dem deutschen Wohnungsmarkt würden Afrodeutsche diskriminiert.[31] Berichtet wird von vielen Formen der Ausgrenzung schwarzer Menschen durch Alltagsrassismus,[32][33] etwa von Racial Profiling durch Behörden sowie einzelne Amts- und Hoheitsträger.[34]

In dem Wochenmagazin Die Zeit berichtete der deutsche Hauptmann Ntagahoraho Burihabwa (* 1981 in Siegen), Mitbegründer des Soldatenvereins Deutscher.Soldat e.V.[35], dass er die Bundeswehr als einen Bereich erlebt habe, in dem seine Hautfarbe keine Rolle spielte, weil dort eine Begegnung auf Augenhöhe praktiziert wurde, während er in seinem Zivilleben Diskriminierung erlebt habe.[36][37] Ein anderer Afrodeutscher, der die Aufmerksamkeit der Medien in besonderem Maße auf sich zieht, ist der Fußballer Kevin-Prince Boateng, der sich gesellschaftlich gegen Rassismus engagiert und im März 2013 an der UN-Konferenz Rassismus und Sport teilnahm.[38]

Im September 2013 wurden mit Karamba Diaby (SPD)[39] und Charles M. Huber (CDU) die ersten Personen mit afrodeutschen Biografien in den Deutschen Bundestag gewählt. Beide haben senegalesische, Huber auch deutsche Wurzeln. Huber lebt inzwischen im Senegal, Diaby ist weiterhin Bundestagsabgeordneter.

2017 trat Aminata Touré als erste afrikanischstämmige Abgeordnete in den Landtag Schleswig-Holsteins ein (für Bündnis 90/Die Grünen) und wurde am 28. August 2019 als erste Afrodeutsche in die Position einer Landtagsvizepräsidentin gewählt. Sie ist in Neumünster geboren, ihre Eltern sind aus Mali geflüchtet.[40] 2019 wurde Pierrette Herzberger-Fofana für Bündnis 90/Die Grünen ins Europäische Parlament gewählt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Martin Franke: Migration aus Afrika: „Eine Wiederholung von 2015 ist unausweichlich“. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 24. Juli 2020]).
  2. Victoria B. Robinson: Schwarze deutsche Kräfte: Über die Absurdität der Integrationsdebatte. In: Journal 360. Nr. 1, 2007, S. 1–10, hier S. 2 (PDF: 396 kB (Memento vom 8. Dezember 2013 im Internet Archive) auf journal360.de).
  3. Eleonore Wiedenroth-Coulibaly: Schwarze Organisierung in Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung, 10. August 2004, abgerufen am 6. Mai 2019.
  4. Eastsidemediabuckow: Rassismus in Deutschland auf YouTube, 24. März 2010 (5 Minuten; Filmporträt über Schwarze in Deutschland und die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland ISD).
  5. Katharina Oguntoye u. a.: A wie … Afro-deutsch. In: Glossar der politischen Selbstbezeichnungen. Portal Migrazine.at., Ausgabe 2009/1, abgerufen am 6. Mai 2019.
  6. Stefan Gerbing: Afrodeutscher Aktivismus. Interventionen von Kolonisierten am Wendepunkt der Dekolonisierung Deutschlands 1919. Peter Lang, Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt a. M. 2010, ISBN 978-3-631-61394-8, S. 22.
  7. May Opitz (Hrsg.): Showing our colors: Afro-German women speak out. University of Massachusetts Press, Amherst 1992, ISBN 978-0-87023-759-1, S. ?? (englisch).
  8. Nana Odoi: Die Farbe der Gerechtigkeit ist weiß – Institutioneller Rassismus im deutschen Strafrechtssystem. Bundeszentrale für politische Bildung, 10. August 2004, abgerufen am 6. Mai 2019.
  9. Duden-Übersicht: 101 ausgewählte Neuwörter aus „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ (24. Auflage). (Memento vom 24. September 2008 im Internet Archive) 2008, abgerufen am 6. Mai 2019.
  10. Duden-Newsletterarchiv: Newsletter vom 29. Oktober 2004 (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 6. Mai 2019.
  11. Projektseite: Each One Teach One (EOTO) e. V. In: Demokratie-leben.de. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ohne Datum, abgerufen am 6. Mai 2019.
  12. Ulrike Kahnert: Black History Month: „Nicht alle Deutschen sind weiß“. In: Spiegel Online. 22. Februar 2006, abgerufen am 6. Mai 2019.
  13. Pressemitteilung von UNESCO Deutschland: May Ayim Award: Erster schwarzer deutscher Literaturpreis – 1st International German Black Literary Award. In: Mayayimaward.wordpress.com. 19. April 2004, abgerufen am 6. Mai 2019.
  14. Vergleiche die Darstellung des Rassismus in der Filmindustrie der Weimarer Republik bei Tobias Nagl: Fantasien in Schwarzweiß – Schwarze Deutsche, deutsches Kino. Bundeszentrale für politische Bildung, 10. August 2004 (Afrika und Afrikaner im deutschen Film seit 1919).
  15. Zweifache Anti-Apartheid-Bewegung. In: Deutsche Welle. Abgerufen am 24. Juli 2020.
  16. Fabriken gegen Apfelsinen - MDR Dossier. In: Mitteldeutscher Rundfunk. Abgerufen am 27. Juli 2020.
  17. Tod von Kubanern - Rassismus in der DDR nicht aufgearbeitet. Mitteldeutscher Rundfunk, abgerufen am 24. Juli 2020.
  18. Neonazi-Opfer Noël Martin gestorben. In: Tagesspiegel.de. Abgerufen am 22. Juli 2020.
  19. Rechtsextremisten - Führer der Meute. In: Spiegel. 10. Juli 2000, abgerufen am 22. Juli 2020.
  20. Ras Adauto: We-TV: Afrodeutsche auf YouTube, 30. Juli 2011 (30 Minuten; Diskussion u. a. mit Katharina Oguntoye).
  21. Florentin Saha Kamta: Ideologie und Identifikation in der afrodeutschen Literatur. In: Michael Hofmann, Rita Morrien (Hrsg.): Deutsch-afrikanische Diskurse in Geschichte und Gegenwart: Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven (= Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik. Band 80). Rodopi, Amsterdam/New York 2012, ISBN 978-90-420-3436-5, S. 155 ff.
  22. Dossier: Afrikanische Diaspora in Deutschland – Community. Bundeszentrale für politische Bildung, ohne Datum, abgerufen am 6. Mai 2019 (mit weiterführenden Hinweisen und Beiträgen).
  23. Kai Hirschmann im Interview mit Otto Addo: 90 Minuten Urwaldgeräusche. In: Helles Köpfchen. 21. März 2006, abgerufen am 6. Mai 2019.
  24. Marja-Leena Hakkarainen: Die Konstruktion der transnationalen Identität in den kulturellen Autobiographien der Schwarzen Deutschen. In: Black European Studies. Universität Mainz, 2005, abgerufen am 6. Mai 2019.
  25. Kofi Yakpo: „Denn ich bin kein Einzelfall, sondern einer von vielen“ – Afro-deutsche Rapkünstler in der Hip-Hop-Gründerzeit. Bundeszentrale für politische Bildung, 10. August 2004, abgerufen am 6. Mai 2019.
  26. Jonathan Fischer: Was passiert afrodeutschen Künstlern im Osten? Eine Umfrage. In: Jetzt.de. Süddeutsche Zeitung, 5. Juni 2006, abgerufen am 6. Mai 2019.
  27. David G. Smith: ‘Uncle Barack's Cabin’: German Newspaper Slammed for Racist Cover. In: Spiegel Online. 5. Juni 2008, abgerufen am 6. Mai 2019.
  28. Mapping afrikanischer Communities. Robert Koch Institut, abgerufen am 11. Juni 2020.
  29. Judith Rekers: Black Germans: Schauen, wie es ist, deutsch zu sein. In: WOZ Die Wochenzeitung. Zürich, 10. November 2011, abgerufen am 6. Mai 2019.
  30. Amory Burchard: Afrodeutsche: Kämpfer und Künstler. In: Zeit Online. 21. Januar 2011, abgerufen am 6. Mai 2019.
  31. Institut für Migrations- und Rassismusforschung e. V.: Schattenberichte 2011. In: Imir.de. 20. März 2012, abgerufen am 6. Mai 2019.
  32. Katharina Ludwig: Alltagsrassismus: Afrodeutsche stehen in Berlin immer unter Verdacht. (Memento vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive) In: Tagesspiegel.de. 30. September 2013, abgerufen am 6. Mai 2019.
  33. Themenseite: Alltagsrassismus. In: Süddeutsche.de., abgerufen am 6. Mai 2019.
  34. Joachim F. Tornau: Racial Profiling: Paragraf 22 für Alltagsrassismus. In: Frankfurter Rundschau.de. 17. Dezember 2013, abgerufen am 6. Mai 2019.
  35. Julia Egleder: Ntagahoraho Burihabwa. In: Gesichter und Geschichten. So tickt Deutschland.
  36. Ronja von Wurmb-Seibel: Ein stolzer Deutscher. In: Die Zeit. Nr. 1/2013, 27. Dezember 2012 (zeit.de).
  37. Schwarzrotgold tv: Schwarz Rot Gold: Gaho Burihabwa auf YouTube, 24. Juli 2016 (14 Minuten).
  38. Video: Vom Bad Boy zum Botschafter: Kevin-Prince Boateng vor der UNO. In: Spiegel Online. 23. März 2013, abgerufen am 6. Mai 2019 (1 Minute).
  39. Stefan Kreitewolf: Erster Afrikaner im Bundestag: Karamba Diaby schreibt Geschichte. (Memento vom 7. Oktober 2013 im Internet Archive) In: Dtj-online.de. 3. Oktober 2013, abgerufen am 6. Mai 2019.
  40. Sara Tomsic: „Ich wünsche mir ein Bindestrich-Deutschland“. In Zeit Online. 29. August 2019, abgerufen am 3. November 2019.