Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt
Flughafen Hassfurt 2008.JPG
Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt (Bayern)
Red pog.svg
Kenndaten
ICAO-Code EDQT
Koordinaten

50° 1′ 4″ N, 10° 31′ 46″ OKoordinaten: 50° 1′ 4″ N, 10° 31′ 46″ O

Höhe über MSL 219 m (719 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km südöstlich von Haßfurt,
21 km östlich von Schweinfurt
Straße E48 A70
Bahn Bamberg–Schweinfurt
Basisdaten
Eröffnung 1956
Betreiber Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt GmbH
Start- und Landebahn
11/29 1043 m × 23 m Asphalt



i7

i11 i13

BW

Der Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt ist ein Verkehrslandeplatz in der Nähe von Haßfurt und Schweinfurt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Flugplatzes:
links der Main, im Hintergrund Haßfurt

Der Flugplatz liegt zwischen Schweinfurt (21 km westlich) und Bamberg (30 km ostsüdöstlich, jeweils Luftlinie zum Stadtzentrum). Der Flugplatz liegt zwei Kilometer südöstlich des historischen Ortskernes von Haßfurt, im Flurstück Eichelsee, auf einer Höhe von 219 m ü. NN. Unmittelbar südwestlich fließt der Main, nördlich verläuft die Bahnlinie Bamberg–Schweinfurt. Nordwestlich des Flugplatzes liegt der Hafen Haßfurt, nördlich das Haßfurter Industriegebiet, nordöstlich Kleinaugsfeld und östlich Augsfeld.

Naturraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgegend des Flugplatzes befinden sich im Maintal auch mehrere Naturschutzgebiete und Seen. Naturräumlich steigt das Gelände nördlich zu den Hassbergen hin auf und südlich zum Steigerwald.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1956 wurde ein Landeplatz mit einer Grasbahn von 450 Meter Länge eröffnet und in den folgenden Jahrzehnten vom Motorflugclub Haßfurt genutzt und ausgebaut. Im Jahr 1968 hatte der Verkehrslandeplatz eine Start- und Landebahn für Flugzeuge mit Abmessungen von 550 Meter Länge und 50 Meter Breite. Im Jahr 1977 erfolgte die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 1100 Meter und deren Asphaltierung auf der kompletten Länge, bei einer Breite von 20 Metern. Im Jahr 1992 wurde der Verkehrslandeplatz Haßfurt in eine öffentliche Trägerschaft übernommen und zwischen Oktober 1994 und Juni 1997 für 2,9 Millionen Euro ausgebaut.[2]

Seit 19. September 2013 ist der Flugplatz für den Instrumentenflugbetrieb (RMZ) zugelassen. Dazu musste unter anderem ein Wildschutzzaun rund um das Gelände errichtet werden, die Landebahn um 3 Meter verbreitert und um 57 Meter verkürzt werden, um eine Straße nicht verlegen zu müssen. Die gesamten Maßnahmen kosteten 918.000 Euro.

Im Jahr 2010 gab es 14.488 Flugbewegungen (Starts und Landungen), 2011 waren es 17.766 und 2012 gab es 15.264 Flugbewegungen und damit von 2010 bis 2012 jeweils die meisten Flugbewegungen auf den Landeplätzen in Unter- und Oberfranken.[3] 2019, dem letzten Jahr vor der Coronakrise, gab es lediglich 12.361 Flugzeugbewegungen.[4]

Seit 2021 ist die Stadt Schweinfurt nicht mehr als Gesellschafter am Flugplatz beteiligt.[4]

Flugplatz und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz ist zugelassen für Luftfahrzeuge aller Art bis 5700 kg Höchstabfluggewicht (MTOW) nach Instrumentenflugregeln und von 8:00 (Winter 9:00) bis 18:00 (Winter bis Sonnenuntergang) geöffnet. In den übrigen Zeiten ist eine Landung nur nach vorheriger Anmeldung möglich (PPR). Eine Zollabfertigung ist werktags nach vorheriger Anmeldung vor Ort möglich.

Es bestehen mehrere Wirtschaftsgebäude, ein Turm (Frequenz 119,805 MHz), Hangars, ein Restaurant und es gibt eine Tankstelle mit Ölservice. Für Ausflüge in das Umland können Fahrräder ausgeliehen werden.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Mai 1985 flog ein Flugzeug beim Landeanflug auf Haßfurt bei schlechtem Wetter im Sichtflug in einen Berghang, wobei beide Insassen ums Leben kamen.[5]
  • Am 11. März 1991 verunglückte ein zweimotoriges Reiseflugzeug vom Typ Cessna 402-B beim Landeanflug auf EDQT bei schlechtem Wetter. Sechs der sieben Personen an Bord überlebten den Absturz nicht.[6][7]
  • Mitte Januar 2007 stürzte ein auf EDMV gestartetes Ultraleichtflugzeug nach nur wenigen Kilometern bei Augsfeld am Main in eine Agrarfläche und brannte dort aus, wobei der Pilot tödlich verletzt wurde.[8]
  • Am 15. Juli 2013 kam ein Ultraleichtflugzeug nach dem Start in Haßfurt zu einem Rundflug bei böigem Wind ins Trudeln und stürzte in der Folge in den Sichelsee. Während sich der Pilot und sein Fluggast schwimmend retten konnten wurde das Fluggerät total beschädigt.[9]
  • Am 9. April 2018 kollidierte ein Bundeswehrhubschrauber vom Typ Sikorsky CH-53 bei einer Zwischenlandung mit Tankstopp auf EDQT während des Rollens mit den Rotorblätter an dem Tower. Der Kontrollturm und der Helikopter wurden hierdurch schwer beschädigt, wobei eine Person durch herumfliegende Trümmerteile getötet wurde.[10][11][12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindestraßen erschließen den Flugplatz über die Staatsstraße St 2427 zu der südlich verlaufenden Bundesautobahn 70 (E 48) hin. Im unmittelbar nordwestlich gelegenen Hafen Haßfurt besteht ein Anschluss an die Binnenschifffahrt. Der ÖPNV bedient den Flugplatz nicht direkt, jedoch kann in Haßfurt oder Zeil am Main die Bahnstrecke Bamberg–Schweinfurt genutzt werden.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Film Das Sams von Ben Verbong (2001) wurde die Szene, in der das Sams von Herrn Taschenbier in eine Antonow An-2 gesetzt wird, am Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt gedreht.
  • Die Landebahn wird gelegentlich von Studenten des Vereins Mainfranken Racing e. V. der Fachhochschule Schweinfurt als Übungsstrecke der selbst konstruierten Rennwagen genutzt.
  • Neben dem Pkw-Parkplatz steht eine Lockheed F-104 G "Starfighter" der Luftwaffe. Diese gehört zum am Platz niedergelassenen Motorflugclub Haßfurt e.V. (MFC Haßfurt e.V.).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Flugplatz Haßfurt-Schweinfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EDQT bei BayernAtlas
  2. Günter Mendel: Der Verkehrslandeplatz Haßfurt-Schweinfurt. In: Verkehrsdrehscheibe Mainfranken 2009, Schriftenreihe der IHK Würzburg-Schweinfurt Nr. 24 / 2009, S. 44 (Memento des Originals vom 12. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wuerzburg.ihk.de
  3. mainpost.de/Flugplatz: Es brummt im Luftraum F, 15. Januar 2014. Abgerufen am 4. Januar 2021.
  4. a b mainpost.de/Haßfurt: Wer will neuer Gesellschafter beim Flugplatz werden? 7. Oktober 2020. Abgerufen am 4. Januar 2021.
  5. BFU-Flugunfallinformationen Mai 1985 (.pdf)
  6. https://www.infranken.de/regional/artikel_fuer_gemeinden/Im-Nebel-kommt-der-Tod;art154303,2164094 Artikel über den Unfall
  7. Unfallbericht bei aviation-safety.net
  8. Pressebericht Augsburger Allgemeine vom 16. Januar 2007
  9. Pressebericht Nordbayern.de vom 15. Juli 2013
  10. Pressebericht Nordbayern.de vom 10. April 2018
  11. Unfallbericht bei Flug-Revue
  12. Polizeibericht vom 10. April 2018