Sokolac

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Dieser Artikel behandelt den Ort Sokolac in Bosnien und Herzegowina; zur gleichnamigen Burg in Kroatien siehe Burg Sokolac.
Sokolac
Соколац

Wappen von Sokolac

Sokolac (Bosnien und Herzegowina)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Republika Srpska
Koordinaten: 43° 56′ N, 18° 48′ OKoordinaten: 43° 56′ 14″ N, 18° 47′ 54″ O
Höhe: 870 m. i. J.
Fläche: 729 km²
Einwohner: 12.607 (2013)
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 57
Postleitzahl: 71350
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Kleinstadt
Bürgermeister: Milovan Bjelica (SDS)
Webpräsenz:
Sokolac Rogatica Rudo Višegrad Pale Foča Gacko Kalinovik Nevesinje Bileća Trebinje Ravno Ljubinje Konjic Istočni Mostar Berkovići Neum Mostar Stolac Čapljina Čajniče Goražde Pale-Prača Ustiprača Foča-Ustikolina Srebrenica Bratunac Milići Han Pijesak Zvornik Bijeljina Brčko Ugljevik Lopare Vlasenica Šekovići Osmaci Olovo Ilijaš Hadžići Ilidža Trnovo Istočni Stari Grad Istočna Ilidža Vogošća Sarajevo-Stari Grad Sarajevo-Centar Sarajevo-Novi Grad Istočno Novo Sarajevo Novo Sarajevo Visoko Glamoč Livno Bosansko Grahovo Kupres Kupres (RS) Šipovo Jajce Donji Vakuf Bugojno Gornji Vakuf Prozor-Rama Jablanica Tomislavgrad Posušje Grude Široki Brijeg Ljubuški Čitluk Fojnica Kreševo Kiseljak Busovača Novi Travnik Travnik Zenica Vitez Kakanj Vareš Breza Kladanj Živinice Kalesija Sapna Teočak Tuzla Lukavac Čelić Srebrenik Banovići Zavidovići Žepče Maglaj Tešanj Usora Dobretići Gradačac Gračanica Doboj Istok Velika Kladuša Cazin Bužim Bosanska Krupa Bihać Bosanski Petrovac Drvar Sanski Most Ključ Petrovac (RS) Istočni Drvar Ribnik Mrkonjić Grad Jezero Kneževo Kotor Varoš Teslić Banja Luka Oštra Luka Krupa na Uni Prijedor Novi Grad Kostajnica Kozarska Dubica Gradiška Srbac Laktaši Čelinac Prnjavor Derventa Doboj Stanari Modriča Brod Pelagićevo Donji Žabar Orašje Domaljevac-Šamac Šamac Odžak VukosavljeLage der Gemeinde Sokolac in Bosnien und Herzegowina (anklickbare Karte)
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Zentrum von Sokolac

Sokolac (serbisch-kyrillisch Соколац) ist eine Kleinstadt und die zugehörige Verbandsgemeinde im Osten von Bosnien und Herzegowina. Es gehört zur Republika Srpska, einer von zwei Entitäten des südosteuropäischen Staates. Die dünn besiedelte Gemeinde Sokolac gehört zum Stadtgebiet von Istočno Sarajevo.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sokolac befindet sich auf der Glasinac-Hochebene zwischen 700 und 1450 m Höhe etwa 40 km östlich von Sarajevo. Im Westen reicht das Gemeindegebiet bis auf den Kamm des Romanija-Gebirges, im Osten begrenzt der Devetak die Gemeinde. 6 km nördlich der Stadt Sokolac entspringt bei der Siedlung Turkovići die Bioštica, der linke Quellfluss der Krivaja.

Das Gemeindegebiet wird begrenzt von den Verbandsgemeinden Han Pijesak im Nordosten, Rogatica im Südosten, Pale und Istočni Stari Grad im Süden sowie Ilijaš und Olovo (beide Föderation) im Westen. Seit dem Bosnienkrieg bildet die Entitätengrenze zur Föderation die Westgrenze der Gemeinde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören 88 Siedlungen, die den 10 Lokalgemeinschaften Bjelosavljevići, Čavarine, Kaljina, Knežina, Košutica, Podromanija, Sokolac, Sokolovići, Šahbegovići und Žljebovi zugeordnet werden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Volkszählung 1991 hatte die Gemeinde 14.883 Einwohner. Davon bezeichneten sich 10.195 (68,5 %) als Serben, 4493 (30,18 %) als Bosniaken und 195 (1,31 %) als Angehörige anderer Volksgruppen.

In der Stadt Sokolac selbst lebten damals 6092 Menschen. Davon waren 5712 (93,76 %) Serben. Dorfgemeinschaften mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit waren Kaljina (65,57 %), Knežina (72,96 %), Šahbegovići (63,5 %) und Žljebovi (60,14 %). Im Bosnienkrieg wurden fast alle bosniakischen Bewohner aus der Gemeinde vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg unterhielten die jugoslawischen Partisanen nahe Sokolac ein strategisch wichtiges Flugfeld. Im Jahre 1941 wurde die von 1876 bis 1882 erbaute Serbisch-orthodoxe Kirche Hl. Prophet Elias von der deutschen Wehrmacht schwerst zerstört.

Während des Bosnienkrieges war Sokolac Standort eines Kommandobunkers der VRS und ein Einsatzzentrum des Ostbosnischen Korps (auch Sarajevo-Romanija-Korps). Die wichtigste SA-6-Flugabwehrstellung der bosnischen Serben befand sich ebenfalls in Sokolac. Sie wurde am 30. August 1995 durch ein NATO-Bombardement zerstört[1]. Sokolac selbst erlitt kaum Kriegsschäden, da es über die ganze Zeit hinweg unter Kontrolle der VRS stand. Allerdings waren mehrere muslimische Siedlungen in der Gemeinde von ethnischen Säuberungen betroffen. Von Mai bis September 1992 soll es im Ort zu organisierten Vergewaltigungen von muslimischen Frauen gekommen sein[2].

Während und kurzzeitig nach dem Krieg war Sokolac, Sitz des serbisch-orthodoxen Metropoliten der Metropolie Dabrobosnien, bevor dieser in die Mariä-Geburt-Kathedrale nach Sarajevo zurückkehrte.

Heute sind italienische EUFOR-Soldaten in Sokolac stationiert.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der örtliche Fußballverein FK Glasinac Sokolac spielte von 1993 bis 2004 in der ersten bosnischen Liga. Zurzeit spielt der Verein in der 3. Liga Bosniens.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Wirtschaftszweige sind Forstwirtschaft und die holzverarbeitende Industrie.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Magistralstraße 19 ist Sokolac mit Sarajevo (51 km) und Vlasenica (50 km) bzw. Zvornik (102 km) verbunden. Im Gemeindeteil Podromanija (4 km westlich von Sokolac) zweigt die M 19-3 ab, die über Rogatica nach Višegrad führt.

Eine Eisenbahnanbindung existiert nicht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. James Gow: The Serbian project and it's adversaries, C. Hurst & Co., 2003, Seite 195.
  2. Alexandra Stiglmayer: Mass Rape: The War Against Women in Bosnia-Herzegovina, University of Nebraska Press 1994, Seite 131.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]