Hadžići

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hadžići
Хаџићи

Wappen von Hadžići

Hadžići (Bosnien und Herzegowina)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Föderation BiH
Kanton: Sarajevo
Koordinaten: 43° 49′ N, 18° 13′ OKoordinaten: 43° 49′ 25″ N, 18° 13′ 16″ O
Höhe: 90 m. i. J.
Fläche: 273 km²
Einwohner: 24.979 (2013)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 33
Postleitzahl: 71240
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Općina
Bürgermeister: Hamdo Ejubović (SDA)
Postanschrift: Hadželi 114
71240 Hadžići
Webpräsenz:
SokolacRogaticaRudoVišegradPaleFočaGackoKalinovikNevesinjeBilećaTrebinjeRavnoLjubinjeKonjicIstočni MostarBerkovićiNeumMostarStolacČapljinaČajničeGoraždePale-PračaUstipračaFoča-UstikolinaSrebrenicaBratunacMilićiHan PijesakZvornikBijeljinaBrčkoUgljevikLopareVlasenicaŠekovićiOsmaciOlovoIlijašHadžićiIlidžaTrnovoIstočni Stari GradIstočna IlidžaVogošćaSarajevo-Stari GradSarajevo-CentarSarajevo-Novi GradIstočno Novo SarajevoNovo SarajevoVisokoGlamočLivnoBosansko GrahovoKupresKupres (RS)ŠipovoJajceDonji VakufBugojnoGornji VakufProzor-RamaJablanicaTomislavgradPosušjeGrudeŠiroki BrijegLjubuškiČitlukFojnicaKreševoKiseljakBusovačaNovi TravnikTravnikZenicaVitezKakanjVarešBrezaKladanjŽiviniceKalesijaSapnaTeočakTuzlaLukavacČelićSrebrenikBanovićiZavidovićiŽepčeMaglajTešanjUsoraDobretićiGradačacGračanicaDoboj IstokVelika KladušaCazinBužimBosanska KrupaBihaćBosanski PetrovacDrvarSanski MostKljučPetrovac (RS)Istočni DrvarRibnikMrkonjić GradJezeroKneževoKotor VarošTeslićBanja LukaOštra LukaKrupa na UniPrijedorNovi GradKostajnicaKozarska DubicaGradiškaSrbacLaktašiČelinacPrnjavorDerventaDobojStanariModričaBrodPelagićevoDonji ŽabarOrašjeDomaljevac-ŠamacŠamacOdžakVukosavljeLage der Gemeinde Hadžići in Bosnien und Herzegowina (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Hadžići (serbisch-kyrillisch Хаџићи) ist eine Gemeinde südwestlich von Sarajevo in Bosnien und Herzegowina.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich westlich des Sarajevo polje an der Magistralstraße 17 Sarajevo–Konjic. Auch die neue Autobahn A1, die künftig bis nach Mostar führen soll, sowie die Bahnstrecke Sarajevo–Ploče durchqueren das Gemeindegebiet. Alle Verkehrsverbindungen zwischen Sarajevo und Mostar führen über den Pass Ivan sedlo (955 m) an der Gemeindegrenze zwischen Hadžići und Konjic, die gleichzeitig die historische Grenze zwischen Bosnien und der Herzegowina darstellt.

Nachbargemeinden sind Kreševo und Kiseljak im Norden, Ilidža im Osten, Trnovo (FBiH) im Südosten sowie Konjic im Süden und Westen.

Bombardierung durch die NATO mit Uranmunition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bosnienkrieg wurde die Stadt Anfang September 1995 von der NATO bombardiert, da sich dort ein Waffendepot der Vojska Republike Srpske befand. Dabei gingen auf Hadžići und die Gegend von Han Pijesak über 3 Tonnen Uranmunition nieder. Nachdem die serbische Armee in der Stadt 3000fach erhöhte radioaktive Werte feststellte, wurde die Bevölkerung – etwa 7000 Personen – nach Bratunac evakuiert. Durch den Einsatz abgereicherten Urans kamen nach dem Krieg viele der ehemaligen Einwohner an Folgeschäden ums Leben, die Zahlen sind je nach Quelle unterschiedlich. Frieder Wagner geht in seinem Film Deadly Dust von 1112 Toten durch Krebserkrankungen bis Ende 2000 aus, während Svetlana Jovanović, Ärztin im Gesundheitszentrum von Hadžići, die Zahl von 650 Toten von Ende 1995 bis Mitte 2004 nennt, von denen 40 an Krebs oder Leukämie starben. Dr. Slavko Zdale, Arzt und Wissenschaftler, konstatierte eine fünf- bis sechsfache Erhöhung von Leukämieerkrankungen in der Region im Vergleich zur Zeit vor dem Jugoslawienkrieg. Die UNEP stritt im Jahr 2002 jegliche Gesundheitsgefährdung durch abgereichertes Uran ab. Deutsche Soldaten haben nach Auskunft der SFOR im 1995 beschossenen Komplex eine geringere Strahlung festgestellt, als sie normalerweise im Erdreich vorkommt.[1][2][3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hadžići liegt an der Bahnstrecke Sarajevo–Ploče der Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBH). 1891 wurde mit der Eröffnung der schmalspurigen Narentabahn die Ortschaft ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1963 bis 1966 trassierten die Jugoslawischen Staatsbahnen (JŽ) die Bahnlinie neu und bauten sie auf Normalspur um.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ingo Schuler, Eleonora Hoff, Judith Funke, Ines Abraham: Depleted uranium: der schleichende Tod nach den US-Bomben
  2. Alix Kroeger: Depleted uranium: Bosnia tests start, BBC news vom 25. Januar 2001, abgerufen am 16. Dezember 2010
  3. NATO sieht keine Krebsgefahr durch Uran-Geschosse, Handelsblatt online vom 16. Januar 2001, abgerufen am 16. Dezember 2010