Zwölfer-Schia

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Die Zwölfer-Schia (arabisch الشيعة الإثنا عشرية asch-Schīʿa al-Ithnā ʿAscharīya, DMG aš-Šīʿa al-Iṯnā ʿAšarīya) ist derjenige Zweig innerhalb der Schia, nach dessen Lehre es insgesamt zwölf Imame gibt. Der erste von ihnen ist ʿAlī ibn Abī Tālib, der letzte Muhammad al-Mahdī, der in der Verborgenheit leben und erst am Ende der Zeiten zurückkehren soll. Die Zwölfer-Schiiten bilden mit 85 % Anteil die überwältigende Mehrheit der Schiiten, weshalb man sie häufig auch nur ganz allgemein als die Schiiten bezeichnet.[1] Zwölfer-Schiiten leben in der Gegenwart vor allem in Iran, im Irak, in Aserbaidschan, Bahrain, Libanon, Kuwait, Pakistan, Afghanistan, Saudi-Arabien, Syrien und in Indien.

Die Zwölfer-Schiiten werden auch als Imamiten bezeichnet, allerdings fallen die beiden Begriffe bedeutungsmäßig nicht völlig zusammen, denn im Mittelalter gab es neben der Zwölfer-Schia noch verschiedene andere imamitische Gruppierungen. Die Bezeichnung "Zwölfer" (Iṯnā ʿAšarīya) für diejenigen Schiiten, die an die Entrückung und Wiederkehr des zwölften Imams glauben, hat sich erst um das Jahr 1000 verbreitet.[2]

Der Gedenktag Muharram wird von Zwölferschiiten begangen, wie hier in der iranischen Stadt Qom.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Übersicht über die geographische Verteilung der verschiedenen islamischen Richtungen. Die zwölfer-schiitischen Gebiete sind in Orange getönt („JAFARI“).
  • Das wichtigste Zentrum der Zwölfer-Schia ist der Iran. Mit 70 Millionen Schiiten, die 91 Prozent seiner Bevölkerung ausmachen, hat der Iran bei weitem die größte Zahl Schiiten aller Staaten und den höchsten Anteil an Zwölfer-Schiiten weltweit. Mehr als die Hälfte aller Zwölfer-Schiiten lebt im Iran.
  • Das zweitwichtigste Zentrum der Zwölfer-Schia ist der Irak. Mehr als die Hälfte der Iraker (etwa 60 Prozent), vor allem im Süden des Landes, sind Zwölfer-Schiiten.

Zwölfer-Schiiten gibt es daneben auch in:

  • Aserbaidschan (etwa 85 Prozent);
  • Bahrain (Bevölkerungsmehrheit);
  • Kuwait (schätzungsweise 35 Prozent der Bevölkerung);
  • Libanon (etwa 27 Prozent der Bevölkerung);
  • Afghanistan (etwa 20 Prozent der Bevölkerung);
  • Pakistan, wo sich schätzungsweise 15 bis 20 Prozent oder 22 bis 29 Mio. (Stand: 2005[3]) Zwölfer-Schiiten befinden;
  • Saudi-Arabien (etwa 10 bis 20 Prozent, genauer Prozentsatz nicht bekannt);
  • Indien, wo Schiiten (Zwölfer-Schiiten wie auch Ismailiten) ca. 10-15 Prozent (11-17 Mio.) der insgesamt etwa 117,5 Mio. (d. h. 11 Prozent; Stand: 2005[3]) indischen Muslime ausmachen;

Glaubenslehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwölf Imame und die 14 Unfehlbaren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerngedanke der zwölfer-schiitischen Lehre ist der Glaube an die zwölf Imame. Hierzu gehören:

  1. ʿAlī ibn Abī Tālib († 661)
  2. al-Hasan ibn ʿAlī († 669)
  3. al-Husain ibn ʿAlī († 680)
  4. ʿAlī ibn Husain Zain al-ʿĀbidīn († um 713)
  5. Muhammad al-Bāqir († um 733)
  6. Dschaʿfar as-Sādiq († 765), Begründer der dschʿafaritischen Rechtsschule
  7. Mūsā al-Kāzim († 799)
  8. ʿAlī ibn Mūsā ar-Ridā († 818)
  9. Muhammad al-Dschawād († 835)
  10. ʿAlī al-Hādī an-Naqī († 865)
  11. Hasan al-ʿAskarī († 873)
  12. Muhammad al-Mahdī († 873)[4]

Nach der zwölfer-schiitischen Lehre sind die Imame unfehlbar und jeweils auf göttlichen durch Designation (naṣṣ) ihres Vorgängers festgelegt worden.[5] Der schiitische Gläubige hat die Pflicht zu Walāya und Barā'a, d. h. er soll all diejenigen unterstützen, die den Imamen die Treue halten, und sich umgekehrt von denjenigen lossagen, die sie hassen.[6] Allerdings erlauben die Zwölfer-Schiiten die Verheimlichung des eigenen Glaubens (Taqīya), wenn dessen Bekundung für den Gläubigen eine Gefahr darstellt.[7]

Der zwölfte, verborgene Imam Muhammad al-Mahdī ist nach Ansicht der Zwölfer-Schiiten nicht gestorben, sondern wurde bereits als Kind von Gott entrückt und lebt seitdem in der Verborgenheit. Die Zwölfer-Schiiten glauben, dass er dereinst wiederkehren wird, um die Mission des Propheten zu vollenden und ein Reich der Gerechtigkeit auf Erden zu errichten. Dieser zwölfte Imam ist im Glauben der Zwölfer-Schiiten das einzig legitime Oberhaupt der Muslime. In der heutigen Verfassung des Staats Iran ist er deshalb auch eigentliches Staatsoberhaupt. Der Klerus herrscht nach dieser Auffassung nur in Stellvertretung des zwölften Imans (Wilayat-e Faqih) bis zu dessen Wiederkehr aus der Verborgenheit.

Zusammen mit Mohammed und seiner Tochter Fatima bilden die zwölf Imame die Vierzehn Unfehlbaren, die in vielen Überlieferungen als reine und unschuldige Lichtgestalten dargestellt werden. Die Zwölfer-Schiiten beziehen sich dabei auf die Sure 33:33: „Gott möchte ja die Unreinheit von euch nehmen, ihr ‚Leute des Hauses‘ (Ahl al-Bait), und euch ganz und gar reinigen.“ (Übersetzung Hartmut Bobzin) Mit den Ahl al-bait seien die Vierzehn Unfehlbaren gemeint. Fātima soll kurz nach dem Propheten in tiefer Trauer um ihn verstorben sein. Vor ihrem Tod geriet sie in einen Konflikt mit den Kalifen Abu Bakr und ʿUmar. Dieses Leiden bewegt die Gemüter der Schiiten bis heute. Fātima spielt daher in der zwölferschiitischen Hagiographie eine herausragende Rolle.

Die kleine und die große Verborgenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zwölfte Imam hat sich nach der zwölfer-schiitischen Lehre im späten 9. Jahrhundert noch als Kind von den Menschen zurückgezogen, aber den Kontakt zu seinen Anhängern in der ersten Zeit über Botschafter (sufarāʾ) aufrechterhalten. Diese übermittelten ihm Fragen und überbrachten heimlich seine Antworten. Insgesamt kennt die zwölferschiitische Lehre vier solcher Botschafter:

  1. Abū ʿAmr ʿUthmān ibn Saʿīd al-ʿAmrī (gest. vor 880)
  2. Abū Dschaʿfar Muhammad ibn ʿUthmān al-ʿAmrī (gest. 916 oder 917)
  3. Abū l-Qāsim al-Husain ibn Rauh an-Naubachtī (gest. Juni 938)
  4. Abū l-Hasan ʿAlī ibn Muhammad as-Simmarī (gest. Mai 941)[8]

Nach dem Tod des vierten Botschafters (941) zog sich der Imam nach der zwölferschiitischen Lehre ganz von den Menschen zurück. Damit endete die Zeit der kleinen Verborgenheit (al-ġaiba al-ṣuġra) und es begann die Zeit der großen Verborgenheit (al-ġaiba al-kubrā), die bis heute andauert. Nach zwölfer-schiitischer ist der zwölfte Imam allerdings weiter am Leben.[9] In den Überlieferungen heißt es, dass er einst zurückkehren wird, um die Erde mit Wahrheit und Gerechtigkeit zu erfüllen. Dabei wird er die Armee des Zorns (ǧaiš al-ġaḍab) anführen, um seinen Befehl zu verwirklichen, aber auch, um Frieden und Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Die Schia verharrt in messianischer bzw. mahdianischer Erwartung auf ihren Erlöser.

Beinamen des Zwölften Imams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zwölfte Imam hat bei den Zwölfer-Schiiten eine große Anzahl von Beinamen. Hierzu gehören:

  • al-Mahdī („der Geleitete“)
  • Abū l-Qāsim, („Vater von al-Qāsim“), Kunya, die er mit dem Propheten Mohammed gemeinsam hat.
  • Sāhib az-zamān („Gebieter der Zeit“)
  • Sāhib hādhā al-amr („Gebieter dieses Befehls“)
  • Sāhib ad-dār („Gebieter des Hauses“)
  • Sāhib as-saif („Gebieter des Schwerts“)
  • Imām az-zamān („Hüter der Zeit“)
  • Imām al-ʿasr („Imam der Zeit“)
  • al-Hudddscha min āl Muhammad („Beweis aus der Familie Muhammads“)
  • al-Qā'im („der Sich Erhebende“)
  • al-Ghā'ib („der sich Verbergende“)

Rechtliche und rituelle Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonderheiten in der Normenlehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die anderen Schiiten fügen die Zwölfer-Schiiten beim Adhān und der Iqāma zwei Mal die zusätzliche Formel Ḥaiya ʿala ḫayri l-ʿamal ("Eilt zur besten Handlung"). Im Unterschied zu den Sunniten auch Zaiditen erlauben sie bei der rituellen Waschung nicht das bloße Überstreichen der Schuhe, sondern bestehen darauf, dass diese gewaschen werden. Eine Besonderheit der Zwölferschiiten bei den Reinheitsbestimmungen besteht außerdem darin, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen islamischen Gruppen den Austritt von Präejakulat (maḏy) nicht als ein Ereignis betrachten, das die rituelle Reinheit zerstört. Diese Sichtweise wird unter anderem mit einem Hadith begründet, wonach ʿAlī ibn Abī Tālib, der „ein Mann war, der sehr viel Präejakulat ausstieß“ (kāna raǧulan maḏḏāʾan), deswegen beim Propheten nachfragen ließ und jener darauf zur Antwort gab, dass dies nichts ausmache (laisa bi-š-šaiʾ).[10]

Zusätzlich zur Zakāt wird bei den Zwölfer-Schiiten auch der sogenannte Chums ("Fünft") eingezogen, eine Steuer in Höhe von 20 Prozent auf allen Erwerb und Gewinn. Allerdings werden alle Ausgaben im Zusammenhang mit der Unterstützung der eigenen Familie, einschließlich Erziehung, Eheschließung usw. bei der Berechnung abgezogen. Grundlage für die Chums-Institution ist die koranische Aussage in Sure Sure 8:41: "Wenn ihr irgendwelche Beute macht, gehört der fünfte Teil davon Gott und dem Gesandten und den Verwandten, den Waisen, den Armen und dem, der unterwegs ist.". Nach der herrschenden Lehre ist dieser Vers so zu interpretieren, dass der Chums zu gleichen Teilen auf die sechs genannten Empfangsgruppen aufgeteilt werden muss. Dabei bilden der Anteil Gottes, der des Propheten und der der "Verwandten" - also drei Sechstel des Chums - zusammengenommen den sogenannten "Anteil des Imams" (sahm-i imām), während die anderen drei Sechstel für die Waisen, Bedürftigen und Reisenden aus der Nachkommenschaft des Propheten ausgegeben werden sollen und deswegen "Anteil der Sayyids" (sahm-i sādāt) genannt werden.[11] Über die Verwendung des "Anteils des Imams" in der Zeit nach dessen Entrückung gibt es unter den zwölfer-schiitischen Gelehrten unterschiedliche Auffassungen (siehe unten).

Hinsichtlich des Familienrechts ist eine bekannte Besonderheit der Zwölfer-Schia, dass sie die zeitlich befristete Mutʿa-Ehe für zulässig hält.[12] Bei den Hadd-Strafen gibt es die Besonderheit, dass nach der schiitischen Lehre bei der Amputation (qaṭʿ) der rechten Hand nicht die ganze Hand abgetrennt wird, sondern nur die vier Finger. Entsprechend werden bei der Kreuzamputation auch nur vier Finger und der Vorderfuß abgetrennt.[13]

Als Quelle des Rechts spielen in der Zwölfer-Schia neben dem Koran und den Hadithen die Nachrichten (aḫbār) über die zwölf Imame eine wichtige Rolle. Sie sind in verschiedenen Sammlungen zusammengestellt worden, von denen die sogenannten vier Bücher kanonischen Rang haben. Sie sind jünger als die sunnitischen Sammlungen, auch wenn sie sich auf die Imame als Quellen beziehen können. Eine Besonderheit der zwölferschiitischen Rechtstheorie ist, dass sie den qiyās ablehnt, dafür aber den Vernunftbeweis (dalīl al-ʿaql) zulässt. Die zwölferschiitische Rechtsschule wird seit dem 18. Jahrhundert nach Dschaʿfar as-Sādiq als dschaʿfaritisch bezeichnet.

Zwölfer-schiitische Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muharram-Trauerfeier in einer Husainīya in Daressalam, Tansania

Einer der wichtigsten zwölfer-schiitischen Gedenktage ist ʿĀschūrā', der zehnte Tag des Monats Muharram. An ihm gedenken die Schiiten mit bestimmten Trauerritualen des Todes Husains in der Schlacht von Kerbela. Teilweise kommt es dabei zu blutigen Selbstkasteiungen und zu Auseinandersetzungen mit sunnitischen Gruppen. In den Passionsfeiern, die schon am Anfang des Monats beginnen, geißeln sich viele schiitische Gläubige und klagen über die unterlassene Hilfe, die Husain ibn Ali das Leben kostete. Die Passionsfeiern bilden den wichtigsten Teil des schiitischen Festkalenders. Charakteristisch ist hierbei der Gedanke des Büßertums. Muharram-Feiern werden häufig in speziellen Versammlungshäusern abgehalten, die Husainīya genannt werden.[14]

Ein weiteres für die Zwölfer-Schiiten wichtiges Fest ist das Ghadīr-Fest am achtzehnten Dhu l-hiddscha. Dieses Fest erinnert an die Einsetzung Ali ibn Abi Talibs als Nachfolger von Mohammed am Ghadir Chumm.

Heilige Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mausoleum von Imam Hussein in Kerbela, eine der Heiligen Stätten der Zwölferschiiten

Die Zwölfer-Schiiten haben auch mehrere Heiligtümer, die sie neben der Kaaba in Mekka als Wallfahrtsorte aufsuchen. Die meisten von ihnen stehen zu den von zwölf Imamen in Beziehung:

In Iran werden auch Wallfahrten zu den Gräbern von Imamzades unternommen. Bei den Imamzades handelt es sich um Kinder und Nachkommen von einem der Imame. Der bekannteste und wichtigste Imamzade-Schrein ist der Schrein der Fatima Masuma in Ghom.

Die sozial-religiöse Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usūlīs und Achbārīs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Zwölfer-Schia gibt es bis heute zwei Untergruppen, die Usūlīs („Prinzipialisten“) und die Achbārīs („Traditionarier“), wobei erstere die überwältigende Mehrheit stellen. Die Usūlīs sind nach den Usūl al-fiqh, den (rationalen) „Prinzipien der Rechtsfindung“, benannt, weil diese bei ihnen eine zentrale Rolle spielen. Nach der Lehre der Usūlīs ist das Tor des Idschtihād stets geöffnet. Nach der Entrückung des zwölften Imams obliegt es jedem schiitischen Gläubigen, einem lebenden Mudschtahid zu folgen, der die Scharia interpretiert und als Mardschaʿ at-taqlīd ("Instanz der Bevollmächtigung") fungiert. Die Mudschtahid treten insofern als Repräsentanten des Verborgenen Imams auf.[15] Der unausgebildete Laie, der die Prinzipien der Rechtsfindung (uṣūl al-fiqh) nicht an einem Seminar (hauzah) studiert hat, ist damit auf einen Kleriker angewiesen, denen er folgen musste (taqlīd).

Nach der Lehre der Usūlīs gelten die schiitischen Rechtsgelehrten nach der Entrückung des zwölften Imams als dessen kollektive Stellvertreter und haben insofern auch Anspruch auf den sogenannten "Anteil des Imams" (sahm-i imām), den sie regelmäßig bei ihren Anhängern einsammeln.[16] Durch diese Steuer verfügen sie heute über eine relativ große finanzielle Unabhängigkeit. Sie nutzen diese Einnahmen, um ihren Einfluss über die schiitische Gemeinschaft auszuweiten, indem sie religiöse Einrichtungen wie Moscheen und Schulen unterhalten und eigene Bevollmächtigte zu den verschiedenen schiitischen Gemeinschaften, die bei ihnen ihre Positionen vertreten.[17] Allerdings kann es auch zu Interessenkonflikten zwischen den Gelehrten und ihren Anhängern kommen. Da diese von den religiösen Geldern ihrer Anhänger abhängig sind, sind sie nicht völlig frei in ihren Entscheidungen.

Die Achbārīs beharren im Gegensatz zu den Usūlīs auf den schriftlichen Grundlagen (naql) der Religion und gestehen der Vernunft (ʿaql) keine Beweiskraft zu. aḫbār ist die Mehrzahl von ḫabar und wird synonym für den ḥadīṯ, also die Überlieferung gebraucht. Heute bilden die Achbaris allerdings nur noch eine kleine Minderheit innerhalb der Zwölfer-Schia. Sie spielen nur noch in Bahrain eine größere Rolle. Auch im Gebiet von Basra im Süd-Irak, in Indien (Hyderabad) und andernorts sind sie noch anzutreffen.

Die verschiedenen Autoritätsstufen des Klerus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zwölfer-schiitische Klerus kennt nach der herrschenden Lehre folgende Stufen:

  1. Mardschaʿ taqlīd mutlaq (Absolute Instanz der Nachahmung)
  2. Großajatollah
  3. Ajatollah
  4. Hodschatoleslam (Autorität des Islam)
  5. Einfache Geistliche, Studenten

Der Aufstieg zu einem Großajatollah ist für einen schiitischen Geistlichen ein langer und beschwerlicher Weg. Als Student durchläuft man drei Stufen. Die muqaddima-Stufe (4-5 Jahre; Arabisch lernen, islamisches Recht), die sath-Stufe (5 Jahre; islam. Rechtswissenschaft (Fiqh), Philosophie) und die kharij-Stufe (ca. 8 Jahre). Erst wenn ein Lehrmeister den Reifestatus erteilt, wird man zur Autorität des Islam. Weitere Jahrzehnte vergehen mit dem Studium der Rechtswissenschaften auf dem Weg zum Großajatollah. Die Geistlichen sind die Rechtsprecher der Schiiten, wobei der Spruch eines Großajatollah nur von einem Mardscha nichtig gemacht werden kann. Jeder Gläubige sucht sich einen Großajatollah als „Quelle der Nachahmung“ und lebt dessen Rechtsauslegung. Diese Wahl ist allerdings nicht bindend. Missfällt der Spruch eines Ajatollah, so ist es legitim, sich einen anderen zu suchen. Stirbt eine „Quelle der Nachahmung“, so werden all ihre Rechtssprüche unwirksam. Die Gläubigen entrichten einen Teil ihres Geldes an ihren Ajatollah, womit u. a. die Lehre bezahlt wird. Die Macht eines Geistlichen misst sich an der Anzahl der Gläubigen, die ihm folgen. Die Besetzung der höchsten Würde unterhalb des Propheten und der Imame, des Postens eines Mardschaʿ taqlīd kommt nur vor, wenn alle Großajatollah einen aus ihrer Mitte einstimmig als höher in Frömmigkeit und Weisheit ansehen. Zuletzt besetzte Großajatollah Borudscherdi († 1962) dieses Amt.

Die Mardschaʿīya[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutigen Schiiten richten sich nach einem religiösen Würdenträger, einem sogenannten „Mardscha“ (marǧaʿ, Plural: marāǧiʿ). Die Bezeichnung leitet sich aus der arabischen Verbwurzel r-ǧ-ʿ ab, was wörtlich „zurückkehren“ bedeutet. Ein Mardscha ist eine religiöse Autorität, die von ihren Anhängern in religiösen Fragen um Rat gebeten wird. Das Verhältnis zwischen dem Mardscha und seinem Anhänger wird dabei auch als „Nachahmung(taqlīd) bezeichnet, wobei der Mardscha die Rolle des „Nachgeahmten“ (muqallad) und der Anhänger die Rolle des „Nachahmenden“ (muqallid) innehaben.

In der Regel findet der Kontakt über ein Büro oder einen lokalen Repräsentanten (wakīl) des Mardschas statt – in selteneren Fällen durch eine persönliche Audienz beim Mardscha selbst. Die Frage wird von dem Anhänger entweder telefonisch oder schriftlich übermittelt, wobei das Internet (E-Mail) eine zunehmend größere Rolle spielt.

In der Hierarchie des schiitischen Klerus nehmen diese religiösen Autoritäten meist den Titel eines Großajatollahs (āyatullāh al-ʿuẓmā) oder einer Eminenz (samāḥah) ein.

Die Ausbildung der Mardschas beginnt bereits im Kindesalter. Viele Mardschas stammen selbst aus Gelehrtenfamilien oder führen ihre Abstammung auf den Propheten zurück (sayyid). In der Regel wird es in der späteren Biographie eines Mardschas hervorgehoben, wenn er einen solchen traditionellen Hintergrund hat, wie es auch hervorgehoben wird, wenn ein Mardscha aus besonders einfachen Verhältnissen stammt, aus denen er sich hochgearbeitet hat. Der stetige Fleiß ist ein Topos, der in allen Mardscha-Biographien auftaucht: Einem Mardscha wird von Kind auf der Nimbus eines Klassenbesten zugeschrieben.

Nach einem Unterricht bei einem bekannten Gelehrten und dem allgemeinen Schulabschluss schließt sich ein langjähriges Studium an einer traditionellen schiitischen Religionshochschule (Hauwza) an, meist im iranischen Ghom oder im irakischen Nadschaf. Den Abschluss einer Ausbildung bildet ein Zertifikat (īǧāzah), das einem Studenten nach Ansicht des lehrenden Dozenten selbstständige Rechtsurteilen (iǧtihād) erlaubt. Ein Gelehrter, der höher hinauswill, sucht sich dann den nächsten Dozenten, um nacheinander Reputation zu sammeln.

Die Mardschaʿīya steht in der Tradition der uṣūlīs, da der iǧtihād und ihr Kleriker-Status ihre hohe Stellung begründen. So betonen sämtliche Mardschas die Rolle, die die Vernunft (ʿaql) in ihrer Urteilsfindung spielt. Die heutigen Mardschas sind – verglichen mit den Religionsgelehrten anderer Konfessionen – relativ betagt. Einige Mardschas sind bereits bei ihrer Berufung über 80 Jahre alt. Die Laufbahn endet dann meist durch den Tod, der bei vielen bekannten Mardschas erst in hohem Alter, oft von über 100 Jahren eintrat. Ursprünglich sollte es nur einen Mardscha geben, den Meistwissenden (aʿlam), der sich in der heutigen Zeit nicht ermitteln lässt. Die Zahl der Mardschas liegt heute bei ca. 40-60 Personen, die von ihren Anhängern um Rat gefragt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Imamatskrise und die Anfänge der zwölfer-schiitischen Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Aufnahme des Mausoleums von al-Hasan al-ʿAskarī in Samarra. Der Tod von al-ʿAskarī im Jahre 874 bildete den Initialpunkt für die Entwicklung der zwölfer-schiitischen Lehre.

Die zwölfer-schiitische Lehre hat sich Ende des 9. Jahrhunderts in imamitischen Kreisen entwickelt. Die neue Lehre stellte eine Antwort auf die allgemeine Verunsicherung (ḥaira) dar, die bei den Imamiten eingetreten war, nachdem der elfte Imam Hasan al-ʿAskarī 874 im jungen Alter von 29 Jahren gestorben war, ohne Kinder zu hinterlassen. In dieser Zeit entstand eine Vielzahl von unterschiedlichen Lehrmeinungen über die Nachfolge im Imamat. Asch-Schahrastānī zählt insgesamt elf verschiedene Gruppen auf, die dazu eigene Lehrmeinungen hatten. Einige prominente imamitische Schiiten konvertierten in dieser Zeit auch zur Ismāʿīlīya.[18] Es war ʿUthmān ibn Saʿīd al-ʿAmrī, einer der engsten Anhänger Hasans, der in dieser Zeit mit der Behauptung auftrat, dass al-Hasan al-ʿAskarī doch einen Sohn hinterlassen und als Nachfolger eingesetzt habe, man diesen jedoch versteckt habe, um zu verhindern, dass die Regierung ihn gefangennimmt und tötet. Dschaʿfar, der Bruder al-Hasan al-ʿAskarīs, der selbst Anspruch auf das Imamat erhob, betrachtete diese Behauptung als eine Erfindung, die darauf abzielte, ihn vom Erbe auszuschließen, und strengte einen Prozess gegen Hudaith, al-Hasans Mutter, an, um sich sein Erbteil zu erstreiten. Der Prozess dauerte sieben Jahre und ergab am Ende, dass Hudaiths Behauptung, dass al-Hasans Sklavin schwanger gewesen sei, haltlos war, er also keinen Sohn hinterlassen hatte. Zwar erhielt Dschaʿfar einen Teil von al-Hasans Erbe, doch konnte er seinen Anspruch auf das Imamat nicht durchsetzen, weil ihn seine Zusammenarbeit mit den abbasidischen staatlichen Autoritäten bei den Imamiten diskreditiert hatte.[19]

In der Zwischenzeit konnte ʿUthmān ibn Saʿīd al-ʿAmrī einen Großteil der Agenten des verstorbenen Imams sowie der imamitischen Elite auf seine Seite bringen und sie von der Existenz eines verborgenen Sohns von al-Hasan al-ʿAskarī überzeugen.[20] Nach ʿUthmāns Tod, der wahrscheinlich 893 stattfand, übernahm sein Sohn Abū Dschaʿfar Muhammad die Position an der Spitze des klandestinen Agentennetzwerks und nutzte es zur Einsammlung von Almosenzahlungen bei den schiitischen Gläubigen. Er trat selbst mit der Behauptung auf, den Imam als Erwachsenen gesehen zu haben, weigerte sich aber, den wahren Namen des Imams zu enthüllen. Diese Geheimhaltung begründete er mit der notwendigen Vorsicht vor den staatlichen Autoritäten.[21] Abū Dschaʿfar Muhammad stand mit seiner Lehre in Konkurrenz zu anderen schiitischen Gruppen, insbesondere zu den nusairischen Ghulāt, die den Imamen göttliche Eigenschaften zusprachen und die Unterstützung der Wesirsfamilie der Banū l-Furāt genossen.[22] Anders als die Imamiten Abū Dschaʿfars hatten die Ghulāt auch keine Bedenken, dem zwölften Imam einen Namen zu geben; sie nannten ihn Muhammad. Im Jahre 914/15 trat sogar ein Mann am Kalifenhof in Bagdad auf, der von sich behauptete, der zurückgekehrte Muhammad ibn al-Hasan zu sein. Der Mann, der aus dem Umfeld der Banū l-Furāt stammte, wurde aber schnell als Schwindler entlarvt und in den Kerker geworfen.[23]

Nach dem Tod Abū Dschaʿfars im Jahre 917 ging die Führung des imamitischen Agentennetzwerks an Ibn Rauh an-Naubachtī (gest. 938) über. Er entwickelte die Lehre von dem Botschafteramt (sifāra), d.h. er trat mit dem Anspruch auf, „Botschafter“ (safīr) des Imams zu sein und als dieser die Verbindung zwischen ihm und der Gemeinde seiner Anhänger herstellen zu können. Auch die beiden ʿAmrīs, die vor ihm das imamitische Agentennetzwerk geleitet hatten, erklärte er posthum zu solchen „Botschaftern“, um auf diese Weise eine Kontinuität des Amtes seit der Verborgenheit des Imams nachweisen zu können. Nach dem Sturz seines Gönners und Protektors, des Wesirs Ibn al-Furāt (924), wurde Ibn Rauh an-Naubachtī für fünf Jahre eingekerkert.[24] Während seiner Haft versuchte sein Vertrauter Muhammad ibn ʿAlī asch-Schalmaghānī die Leitung der imamitischen Gemeinde an sich zu reißen. Er trat mit eigenwilligen extrem-schiitischen Lehren hervor und wurde von seinen Anhängern als göttliche Inkarnation verehrt. Als Ibn Rauh an-Naubachtī davon erfuhr, exkommunizierte er ihn aus der Gemeinschaft. Es wird auch vermutet, dass die Hinrichtung von asch-Schalmaghānī im Jahre 934 auf seine Initiative hin erfolgte.[25]

Noch zu Lebzeiten des dritten Botschafters Ibn Rauh an-Naubachtī stellte der aus einem Dorf zwischen Rey und Qom stammende Gelehrte al-Kulainī (gest. 940) die Traditionssammlung al-Kāfī fī ʿilm ad-dīn („Das Genügende in der Religionswissenschaft“) zusammen. So wie sunnitische Gelehrte im 9. Jahrhundert die zahllosen umlaufenden Prophetenworte gesammelt und nach Sachgebieten gegliedert hatten, sind in ihr die Nachrichten (aḫbār) über die Imame zusammengestellt.[26] Die Sammlung enthält auch einiges extrem-schiitisches Material, was zeigt, dass die zwölfer-schiitische Lehre sich zu dieser Zeit noch nicht völlig von derartigen Tendenzen gelöst hatte.[27] Ein anderer Angehöriger der Naubachtī-Familie, Abū Sahl an-Naubacht (gest. 924), verfasste in dieser Zeit die Abhandlung Kitāb at-Tanbīh, in der er die Lehre von der Verborgenheit des zwölften Imams gegen andere imamitische Lehren verteidigte, wie zum Beispiel diejenigen der Wāqifiten, die an die Verborgenheit und Rückkehr des achten Imams Mūsā al-Kāzim glaubten.[28]

Während der Zeit des dritten Botschafters Ibn Rauh an-Naubachtī gaben die Imamiten die Zurückhaltung gegenüber einer Namensnennung beim zwölften Imam auf.[29] Dies ist unter anderem durch die Aussage eines nicht-schiitischen Zeitgenossen, Abū l-Hasan al-Aschʿarī (gest. 935), bestätigt. Er schreibt in seinem Werk Maqālāt al-islāmīyīn, dass die breite Mehrheit der Schiiten (ǧumhūr aš-Šīʿa) zu seiner Zeit Muhammad, den Sohn al-Hasan al-ʿAskarīs, als den erwarteten verborgenen Imam betrachtete und von ihm behauptete, "dass er hervortreten und die Welt mit Gerechtigkeit erfüllen werde, nachdem sie mit Ungerechtigkeit und Tyrannei erfüllt war."[30]

Zeit der Buyiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 930er Jahren eroberten die Buyiden, eine aus Dailam stammende Militärfamilie, große Gebiete Westirans. 946 besetzten sie Bagdad und übernahmen die militärische und administrative Gewalt im Abbasidenreich. Die Buyiden waren zwar zaiditische Schiiten, doch nahmen sie auch die Zwölfer-Schiiten unter ihren besonderen Schutz. Anti-schiitische Rädelsführer wurden in dieser Zeit in die Verbannung geschickt. Außerdem wurde den Zwölferschiiten in den 960er Jahren zum ersten Mal erlaubt, die eigenen Feste (das Aschura-Fest und das Ghadir-Fest) öffentlich zu begehen. Desgleichen bemühten sich die Buyiden um den Schutz und die Ausstattung der Gräber der schiitischen Imame in Nadschaf, Kerbela und im Norden von Bagdad.[31]

Die Zeit der Buyiden stellt die eigentlich formative Periode der Zwölfer-Schia dar. In dieser Zeit erfolgte die wirkliche Ausarbeitung der zwölfer-schiitischen Lehre. Die Konzeption des „Botschafteramtes“ (sifāra) wurde aufgegeben und die Lehre von der „großen Verborgenheit“ (al-ġayba al-kubrā) entwickelt. Ibn Bābawaih (gest. 991) verfasste eine neue Traditionssammlung, die mit ihrem vielsagenden Titel Man lā yaḥḍuruhu al-faqīh ("Wer keinen Rechtsgelehrten in der Nähe hat", d.h. der kann sich aus dem Buch Belehrung holen) bereits die Metamorphose des schiitischen Gelehrten vom Traditionarier zum Juristen vorausahnen ließ. Ein weiterer Gelehrter, Abū Dschaʿfar at-Tūsī (gest. 1067) verfasste die beiden Werke: al-Istibṣār fī mā ḫtulifa min al-aḫbār und Tahḏīb al-aḥkām. Zusammen mit al-Kāfī von al-Kulainī bilden diese Werke die kanonischen vier Bücher der zwölfer-schiitischen Tradition.

Scheich Mufid (gest. 1022), ein Schüler von Schaich as-Sadūq († 381/991f.), kann als Begründer der zwölfer-schiitischen Rechtstheorie gelten. Er verfasste ein Buch mit dem Titel Kitāb uṣūl al-fiqh, das von seinem Schüler Muhammad Abū al-Fath al-Karagaki († 449/1057) in dessen Buch Kanz al-fawaʾid überliefert ist. Al-Mufīd nahm die Vernunft (ʿaql) in die Quellen des schiitischen Rechts mit auf.

Zeit der Seldschuken und Ilchane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Staat der Seldschuken wurden die Zwölfer-Schiiten zunächst verfolgt, ab der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurden sie jedoch in den Staat integriert. Schiitische Beamte und Höflinge traten von nun an als Gönner und Mäzene der zwölferschiitischen Minderheit auf, sie unterstützten nicht nur Sayyid-Familien und förderten zwölfer-schiitische Gelehrte, sondern bedachten auch die Schreine der Imame mit reichen Stiftungen.[32] Ein besonders eifriger Förderer der schiitischen Pilgerstätten war der schiitische Finanzminister Madschd al-Mulk al-Balasānī (st. 1099). Er ließ unter anderem auf dem Baqīʿ-Friedhof in Medina eine Kuppel über den Gräbern der vier Imame al-Ḥasan, ʿAlī Zain al-ʿĀbidīn, Muhammad al-Bāqir und Dschaʿfar as-Sādiq errichten.

Im frühen 14. Jahrhundert begründete al-ʿAllāma al-Hillī (1250–1325) die Theorie des Idschtihād. Diese Theorie ermöglichte es den Gelehrten, aus ihrer Vernunft Entscheidungen zu treffen, auch wenn der Koran und die Überlieferung zu einer Frage schweigen. Bereits al-Hillī band die Qualifikation (Idschāza) für den Idschtihād an eine Gelehrtenausbildung, die den Gelehrten zum Mudschtahid qualifizieren sollte.

Zeit der Safawiden und Kadscharen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Safawiden führten 1501 die Zwölfer-Schia als „Staatsreligion“ im mehrheitlich sunnitischen Iran ein. Über die Zeit gewann die Schia eine kontinuierlich wachsende Beteiligung an der politischen Herrschaft. Während der Zeit der Safawiden bildete sich mit den Achbārīs eine Opposition zu den Usūlīs. Die Achbārī-Gelehrten versuchten, aus den vier kanonischen Hadith-Sammlungen eine einzige Sammlung zu machen. Diese Periode begann mit (Muḥsin) Muḥammad b. Maḥmūd al-Kāšānī „Faid“ al-Aḫbārī († 1091/1680) und seinem Werk al-Wafī. In gleicher Weise verfuhr Muḥammad Ḥurr al-ʿĀmilī († 1104/1692-93), der in seinem Wasa'il asch-Schiʿa noch über die vier kanonischen Sammlungen hinausging. Zum Höhepunkt kam diese Periode mit Muḥammad Bāqir al-Maǧlisī (1024–1100/1616–1689), dessen 110-bändiges Monumentalwerk Biḥār al-Anwār alle schiitischen Traditionen enthalten will. Daneben gibt es noch ähnlich umfangreiche Enzyklopädien, die jedoch niemals erschienen sind. So verfasste ʿAbdullah b. Nūrillah Baḥrānī, ein Zeitgenosse von Maǧlisī, der nicht den gleichen Einfluss bei Hofe hatte, al-Awalim, eine umfangreiche Sammlung, die ebenfalls 100 Bände umfasst.

Parallel wurden in dieser Periode die ersten Bücher verfasst (ca. ab 1621), die sich kritisch mit den Überlieferungsketten (isnād) und den Überlieferern (riǧāl) auseinandersetzen (dirāyat al-ḥadīṯ). Die Aḫbārīs privilegierten die Überlieferungstradition und akzeptierten angeblich viele Isnade, die von den Usūlis abgelehnt worden waren wie zum Beispiel Überlieferungen, die die Koranfälschung betreffen (vgl. Brunner 2001). Sie kritisierten die Uṣūlis für ihren iǧtihād, weil sie ungeklärte Fragen dem Imam der Zeit überlassen wollten, der als einziger die richtigen Antworten geben könne. Die Aḫbārīs waren vor allem in abgelegenen schiitischen Zentren (z. B. Bahrain) vertreten, besaßen aber zum Beispiel auch in der irakischen Schiitenhochburg Kerbela einige Jahre die Oberhand.

Konnten sich die Safawiden noch – mehr oder weniger glaubhaft – selbst als Angehörige des Prophetenhauses inszenieren, um das Erwachen der Schia für sich und ihre politische Autorität zu nutzen, war es den (turkmenischen) Kadscharen nun auf Grund ihrer Herkunft nicht mehr möglich, sich als Prophetenangehörige zu stilisieren, weshalb ihr Einfluss schwand. Gleichzeitig wuchs der Einfluss der Gelehrten, die von den Herrschern als Berater zu Hofe und als Richter eingesetzt wurden. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Marǧaʿīyah. Die bekanntesten Vorbilder für spätere Gelehrte waren Scheich Murtaḍā al-Anṣārī und Mirzā Muḥammad Ḥasan Širāzī (* 1815; † 1895), die beide in ihrer Zeit als unumstrittene religiöse Autoritäten akzeptiert worden waren. Der Erstere war vor allem ein ideologisches Vorbild, da sich auch die heutigen Mardschas noch an der Gliederung seiner Fatwa-Sammlungen orientieren. Letzterer wurde vor allem durch seine „Tabak-Fatwa“ bekannt, mit der er erfolgreich das Tabakmonopol der britischen Kolonialherren im Iran zu Fall brachte.

Die Islamische Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der iranischen Revolution im Iran im Jahre 1979, als eine Gruppe von Klerikern selbst(!) die politische Herrschaft übernahm, erlebte die Klerikalisierung der politischen Herrschaft vorerst ihr Ende. Seit der islamischen Revolution im Iran im Jahre 1979 beansprucht der sog. Expertenrat (maǧlis-e-chubara), ein staatliches Gremium, die Hoheit über die Berufung von Mardschas. Da es sich um ein rein iranisches Gremium handelt, dessen Hauptaufgabe in der Wahl (und Verteidigung) des iranischen Revolutionsführers besteht, ist ihre Rolle dabei nicht unumstritten. Jedoch mischen sich viele traditionellen Mardschas nicht in politischen Angelegenheiten ein, was ihnen in der zunehmend unruhigen Region immer schwieriger fällt. Sowohl die Islamische Revolution im Iran als auch die US-Invasion im mehrheitlich schiitischen Irak veranlassten viele unpolitische Mardschas, ihre Position neu zu definieren.

Siehe zur Islamischen Revolution im Jahre 1979 den entsprechenden Artikel.
Siehe zur Regierungsform Wilāyat al-faqīh die beiden Artikel Oberster Rechtsgelehrter und Politisches System Irans.

Zwölfer-Schiiten in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland leben ungefähr 225.500 Zwölfer-Schiiten.[33] Die meisten der in Deutschland lebenden Zwölferschiiten stammen ursprünglich aus dem Iran, Irak, Libanon, Afghanistan, Pakistan, Indien, Aserbaidschan.

Die Zwölfer-Schiiten sind in Deutschland in dem Dachverband der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) organisiert, der im Jahre 2009 in Hamburg gegründet wurde und dem über 150 schiitische Moscheegemeinden angehören. Der erste Vorsitzende dieses Vereins war Ajatollah Sayyid Hosseini Ghaemmaghami. Aktueller Vorsitzender ist Hodschatoleslam Mahmoud Khalilzadeh.[34]

Die IGS ist seit 2014 Teilnehmer an der Deutschen Islamkonferenz. Größtes und bekanntestes Mitglied der IGS ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) mit der Imam-Ali-Moschee, das auch das Zentrum der Zwölferschiiten in Deutschland ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hussein Ali Abdulsater: "Dynamics of absence: Twelver Shiʿism during the Minor Occultation" in Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 161/2 (2011) 305-334. Digitalisat
  • Javad Ali: Der Mahdi der Zwölfer-Schia und seine vier Safire. Phil. Diss., Universität Hamburg, 1939.
  • James W. Allan: The art and architecture of Twelver Shiʿism: Iraq, Iran and the Indian sub-continent. Azimuth Ed., London [u. a.], 2012.
  • M. Ali Amir-Moezzi/Sabine Schmidtke: "Twelver-Shi'ite Resources in Europe" in Journal Asiatique 285/1 (1997) 73-122. Digitalisat
  • Said Amir Arjomand: "The Crisis of the Imamate and the Institution of Occultation in Twelver Shiʿism: A Sociohistorical Perspective" in International Journal of Middle East Studies 28/4 (1996) 491-515.
  • Constance Arminjon: "L'exercice de l'autorité dans le chiisme duodécimain contemporain: doctrines et institutions" in Archives de sciences sociales des religions 160/4 (Mai 2013) 309-358.
  • Mahmoud Ayoub: Redemptive suffering in Islām: a study of the devotional aspects of 'Ashūrā' in twelver Shī'sm. Mouton, The Hague, 1978.
  • Meir Michael Bar-Asher: La place du judaïsme et des juifs dans le shï'isme duodécimain in Mohammad Ali Amir-Moezzi (Hrsg.): Islam: identité et altérité; hommage à Guy Monnot. Brepols, Turnhout, 2013. S. 57–82.
  • Sheila S. Blair: "Writing about faith: epigraphic evidence for the development of Twelver Shiʿism in Iran" in Fahmida Suleman, Blair, Sheila S. (Hrsgg.): People of the Prophet's house: artistic and ritual expressions of Shiʿi Islam. Azimuth, London, 2015. S. 106–114.
  • Rainer Brunner, Werner Ende (Hrsg.): The twelver Shia in modern times. Religious culture & political history (= Social, economic and political Studies of the Middle East. Band 72). Brill, Leiden u. a. 2001, ISBN 90-04-11803-9.
  • Rainer Brunner: "Le charisme des songeurs. Ḥusayn al-Nūrī al-Ṭabrisī et la fonction des rêves dans le shi‘isme duodécimain" in Mohammad-Ali Amir-Moezzi, Meir M. Bar-Asher, Simon Hopkins, éds.: Le shī‘isme imāmite quarante ans après. Hommage à Etan Kohlberg. Brepols, Turnhout, 2009. S. 95–115. Online
  • Lynda Clarke: “The Rise and Decline of Taqiyya in Twelver Shi‘ism.” in Todd Lawson (Hrsg.): Reason and Inspiration in Islam: Theology, Philosophy and Mysticism in Muslim Thought ed. I. B. Tauris, London, 2005. S. 46–63.
  • Henry Corbin: En Islam iranien: aspects spirituels et philosophiques. 1. Le Shî'sme duodécimain. Gallimard, Paris, 1971.
  • Abdoldjavad Falaturi: Die Zwölfer-Schia aus der Sicht eines Schiiten. Probleme ihrer Untersuchung. In: Erwin Gräf (Hrsg.): Festschrift Werner Caskel. Zum siebzigsten Geburtstag, 5. März 1966, gewidmet von Freunden und Schülern. Brill, Leiden 1968, S. 62–95.
  • Ethem Ruhi Fığlalı: "İsnâşeriyye" in Türkiye Diyanet Vakfı İslâm ansiklopedisi Bd. XXIII, S. 142–147. Digitalisat
  • Heinz Halm: Die Schia. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03136-9, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). S. 47–185.
  • Heinz Halm: Die Schiiten. (= Beck'sche Reihe. Band 2358). Beck, München 2005, ISBN 3-406-50858-8, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Jan-Peter Hartung: „Überall ist Kerbala“ - Überlegungen zu zwölfer-schiitischen Vorstellungen von sakralem Raum. In: Sabine Damir-Geilsdorf (Hrsg.): Mental maps, Raum, Erinnerung: kulturwissenschaftliche Zugänge zum Verhältnis von Raum und Erinnerung. LIT, Münster, 2005. S. 259–284.
  • Toby M. Howarth: The Twelver Shî'a as a Muslim minority in India: pulpit of tears. Routledge, London, 2005.
  • Hussein Keshani: "Architecture and the Twelver Shi'i tradition: the great Imambara complex of Lucknow" in Muqarnas 23/1 (2006) 219-250.
  • Verena Klemm: Die vier sufarāʾ des Zwölften Imām. Zur formativen Periode der Zwölferšīʿa. In: Die Welt des Orients. Band 15, 1984, ISSN 0043-2547, S. 126–143.
  • Etan Kohlberg: From Imāmiyya to Ithnā-ʿAshariyya in Bulletin of the School of Oriental and African Studies 39 (1976) 521-534. – Wiederabdruck in Abdullah Saeed (ed.): Islamic Political Thought and Governance. Critical Concepts in Political Science. 4 Bde. Routledge, London and New York, 2011. Bd. I, S. 319–332.
  • Walter Madelung: "Authority in Tvelver Shiism in the Absence of the Imam" in Religious Schools and Sects in Medieval Islam. London 1985, S. 163–173.
  • M.I. Marcinkowski: "Twelver Shīʿite Scholarship and Buyid Domination. A Glance on the Life and Times of Ibn Bābawayh al-Schaykh al-Ṣadūq (d. 381/991)" in Islamic Quarterly 45/3 (2001) 199-222.
  • Hamid Mavani: "Paradigm Shift in Twelver Shi‘i Legal Theory (uṣūl al‐fiqh): Ayatullah Yusef Saanei" in Muslim World 99/2 (2009) 335-355.
  • Hamid Mavani: Religious authority and political thought in Twelver Shiʿism: from Ali to post-Khomeini. Routledge, London, 2013.
  • Sabrina Mervin: "Les Autorités religieuses dans le chiisme duodécimain contemporain" in Archives de sciences sociales des religions 125/1 (2004) 63-77. Online
  • Moojan Momen: An Introduction to Shiʿi Islam. The History and Doctrines of Twelver Shi'ism. Yale University Press, New Haven u. a. 1985, ISBN 0-300-03499-7.
  • Ahmad Kazemi Moussavi: "The Establishment of the Position of Marja'iyyt-i Taqlid in the Twelver-Shi'i Community" in Iranian Studies 18/1 (1985) 35-51.
  • S. H. Nasr: "Ithnā ʿAshariyya" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. IV, S. 277a-279a.
  • Andrew J. Newman: The formative period of Twelver Shīʿism: ḥadīth as a discourse between Qum and Baghdad. Curzon, Richmond, 2000.
  • Andrew J. Newman: Twelver Shiism: unity and diversity in the life of Islam, 632 to 1722. Edinburgh Univ. Press, Edinburgh, 2013.
  • Judith Pfeiffer: Twelver Shīʻism in Mongol Iran. Orient-Institut der DMG, Abt. Istanbul, Istanbul, 1999. Digitalisat
  • Nasrollah Pourjavady: "Opposition to Sufism in Twelver Shiism" in Paul Luft und Colin Turner (Hrsg.): Shiʿism. Vol. II: Theology and philosophy. Routledge, London, 2008. S. 291–299.
  • Nader Purnaqcheband: Das Leiden der Imame aus der Sicht der Zwölferschia. In: Andreas Renz, Hansjörg Schmid, Jutta Sperber, Abdullah Takım (Hrsg.): Prüfung oder Preis der Freiheit? Leid und Leidbewältigung in Christentum und Islam (= Theologisches Forum Christentum – Islam.). Friedrich Pustet, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7917-2113-2, S. 140–155.
  • Athar Abbas Rizvi: A socio-intellectual history of the Isnā 'Asharī Shī'īs in India. 2 Bde. Ma'rifat Publ. House u. a., Canberra, 1986.
  • Stephan Rosiny: "The Twelver Shia Online: Challenges for its Religious Authorities" in Alessandro Monsutti (Hrsg.): The other Shiites: from Mediterranean to Central Asia. Lang, Bern, 2007. S. 245–262.
  • Abdulaziz Sachedina: Art. "Ithnā ʿAsharīyah" in John L. Esposito (ed.): The Oxford Encyclopedia of the Islamic World. 6 Bde. Oxford 2009. Bd. III, S. 214a-218a.
  • Abdulaziz Abdulhussein Sachedina: Islamic messianism: the idea of Mahdi in Twelver Shi'ism. State Univ. of New York Pr., Albany, 1981.
  • Zohreh Sadeghi: Fāṭima von Qum: ein Beispiel für die Verehrung heiliger Frauen im Volksglauben der Zwölfer-Schia. Klaus Schwarz, Berlin, 1996. Digitalisat
  • Sabine Schmidtke: Theologie, Philosophie und Mystik im zwölferschiitischen Islam des 9.-15.Jahrhunderts: die Gedankenwelten des Ibn Abī Ǧumhūr al-Aḥsa'ī (um 838 - 1434/35 - nach 906 - 1501). Brill, Leiden, 2000.
  • Khalid Sindawi: "Al-Mustabsirūn, "Those Who Are Able To See The Light": Sunnī Conversion to Twelver Shī'ism in Modern Times" in Die Welt des Islams 51/2 (2011) 210-234.
  • Rudolf Strothmann: Die Zwölfer-Schiʿa: zwei religionsgeschichtliche Charakterbilder aus der Mongolenzeit. Olms, Hildesheim [u. a.], 1975. Nachdr. der Ausg. Leipzig 1926.
  • Colin P. Turner: "Still waiting for the Imam? The unresolved question of intizār in Twelver Shiʿism" in Persica (1996) 29-47.
  • Colin P. Turner: "The "Tradition of Mufaḍḍal" and the doctrine of the rajʿa: evidence of ghuluww in the eschatology of Twelver Shiʿism?" in Iran: Journal of the British Institute of Persian Studies 44 (2006) 175-195.
  • Colin Turner: "Aspects of devotional life in Twelver Shiʿism" in Paul Luft und Colin Turner (Hrsg.): Shiʿism. Vol. III: Law, rite and ritual. Routledge, London, 2008. S. 375–408.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mathieu Guidère: Historical Dictionary of Islamic Fundamentalism. Scarecrow Press, 2012, ISBN 978-0-8108-7965-2, S. 319 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 306.
  3. a b Heinz Halm: Die Schiiten. Beck, 2005, S. 115, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  4. Der Islam I. Fischer-Weltgeschichte, 1968, S. 344.
  5. Nasr: "Ithnā ʿAshariyya" in Encyclopaedia of Islam Bd. IV, S. 278b.
  6. Sachedina: Art. "Ithnā ʿAsharīyah". 2009, Bd. III, S. 217b.
  7. Nasr: "Ithnā ʿAshariyya" in Encyclopaedia of Islam Bd. IV, S. 278a.
  8. Etan Kohlberg: "Safīr. 1. In Shīʿism" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. VIII, S. 811b-812b.
  9. Nasr: "Ithnā ʿAshariyya" in Encyclopaedia of Islam Bd. IV, S. 278b.
  10. Vgl. al-Ḥasan Ibn-Yūsuf Ibn-al-Muṭahhar al-Hillī: Muntahā al-maṭlab fī taḥqīq al-maḏhab. Band 1. Maǧmaʿ al-Buḥūṯ al-Islāmīya, Mašhad 1412q (= 1992), S. 190 f. (al-maqṣad aṯ-ṯānī fī l-wuḍūʾ).
  11. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 136.
  12. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 176.
  13. Vgl. Rudolph Peters: Crime and Punishment in Islamic Law. Theory and Practice from the Sixteenth to the Twenty-first Century. Cambridge: Cambridge University Press 2005, S. 36.
  14. Sachedina: Art. "Ithnā ʿAsharīyah". 2009, Bd. III, S. 217.
  15. Nasr: "Ithnā ʿAshariyya" in Encyclopaedia of Islam Bd. IV, S. 278a.
  16. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 136.
  17. Sachedina: Art. "Ithnā ʿAsharīyah". 2009, Bd. III, S. 217.
  18. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 307.
  19. Hossein Modarressi: Crisis and Consolidation in the formative period of Shiʿite Islam. Abū Jaʿfar ibn Qiba al-Rāzī and his contribution to Imāmite Shīʿite thought. Darwin Press, Princeton, New Jersey, 1993. S. 77–79.
  20. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 309.
  21. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 310f.
  22. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 312f.
  23. Klemm: Die vier sufarāʾ des Zwölften Imām. 1983, S. 141f.
  24. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 44.
  25. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 317f.
  26. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 50f.
  27. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 321f.
  28. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 311f.
  29. Abdulsater: "Dynamics of absence". 2011, S. 324.
  30. Abu-l-Ḥasan ʿAlī Ibn-Ismāʾīl al-Ašʿarī: Kitāb Maqālāt al-islāmīyīn wa-ḫtilāf al-muṣallīn. Ed. Hellmut Ritter. Istanbul: Maṭbaʿat ad-daula 1929–1933. S. 17f. Digitalisat
  31. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 56–59.
  32. Vgl. Halm: Die Schia. 1988, S. 73–79.
  33. Mitgliederzahlen: Islam, in: Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 30. Januar 2016
  34. igs-deutschland.org

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]