École normale supérieure de Lyon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
ENS Lyon
Logo
Gründung 1880 (Fontenay), 1882 (Saint-Cloud)
Trägerschaft staatlich
Ort Lyon, Frankreich
Rektor Jacques Samarut
Studenten 2000
Mitarbeiter 920
davon Professoren 270 (enseignants-chercheurs)
Website www.ens-lyon.eu

Die Hochschule École normale supérieure de Lyon (ENS Lyon) ist eine französische Grande École, die zum Netzwerk der Écoles normales supérieures gehört. Sie gilt nach der älteren École normale supérieure de Paris (ENS Ulm) als die renommierteste wissenschaftliche Hochschule Frankreichs.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ENS Lyon ist die Nachfolgerin der ENS in Fontenay und in Saint-Cloud. Diese Hochschulen wurden 1880 bzw. 1882 von dem französischen Bildungsreformer Jules Ferry gegründet, um eine qualitativ hochwertige Lehrerausbildung zu garantieren. Mit dem Ziel der Dezentralisierung und der fachlichen Neuordnung der ENS wurde die ENS Lyon 1987 gegründet und im Viertel Gerland in Lyon angesiedelt. Sie umfasste damals den kompletten naturwissenschaftlichen Zweig der Vorgängerhochschulen. Der geisteswissenschaftliche Teil bildete zunächst die École Normale Supérieure de Fontenay/Saint-Cloud, dann ab dem Jahr 2000 die neu gegründete und ebenfalls in Lyon angesiedelte École normale supérieure Lettres et sciences humaines (ENS LSH) und wurde schließlich zum 1. Januar 2010 der ENS Lyon angeschlossen.

Logo der ENS Lyon 1987–2009
Logo der ENS LSH 2000–2009

Studium[Bearbeiten]

Die Zulassung zum Studium erfolgt über ein landesweites Aufnahmeverfahren nach dem Besuch von zweijährigen Vorbereitungsklassen. Die so angenommenen Studenten erhalten die Bezeichnung élève normalien und werden mit Gehalt für die Dauer von 10 Jahren in den Staatsdienst aufgenommen. Darüber hinaus können Studenten, die von Universitäten kommen, sich für jedes nachfolgende Studienjahr bewerben und dann als freie Hörer oder als internationale Stipendiaten an der ENS Lyon studieren.

Im Moment werden im naturwissenschaftlichen Zweig fünf Studiengänge angeboten: Mathematik, Physik/Chemie, Geologie, Biologie und Informatik. Nach dem ersten Jahr erhalten die Studenten die Licence (Bakkalaureus) und nach zwei weiteren Jahren den Master (Magister). Nach dem ersten Master-Jahr besteht die Möglichkeit, ein Jahr lang die Agrégation, eine Prüfung für das höhere Lehramt, vorzubereiten. Die Vorbereitung auf die Agrégation wird in den vier Fächern Mathematik, Physik, Chemie sowie Bio- und Geowissenschaften angeboten.

Nach der Fusion mit der ENS LSH zum 1. Januar 2010 kamen entsprechende Studiengänge im Bereich Literatur und Kunst, Sprachen, Geisteswissenschaften sowie Sozialwissenschaften hinzu.

Forschung[Bearbeiten]

Die Hochschule beheimatet eine große Zahl von Forschungslaboren, insbesondere in den Bereichen Biologie (in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftspark Gerland), theoretische und nichtlineare Physik sowie Informatik.

Berühmte Absolventen[Bearbeiten]

(Absolventen der ENS Lyon und ihrer Vorgängerinnen. In Klammern das Jahr der Aufnahme.)

Berühmte Professoren[Bearbeiten]

  • Christian Dumas (seit 1984), Biologe, Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften
  • Etienne Ghys (seit 1988), Mathematiker, Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften
  • Bernard Castaing (seit 1999), Physiker, Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften
  • Cédric Villani (seit 2001), Mathematiker, Träger der Fields-Medaille 2010
  • Golo Mann (1933–1935) (Lektor), deutscher Historiker, Schriftsteller und Philosoph

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: École normale supérieure de Lyon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien