Aufstand des 17. Juni

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In den Tagen um den 17. Juni 1953 kam es in der Deutschen Demokratischen Republik zu einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten, die verbunden mit politischen und wirtschaftlichen Forderungen als Aufstand des 17. Juni (auch Volksaufstand oder Arbeiteraufstand) bezeichnet werden. Dieser erste antistalinistische Aufstand[1][2] hatte zahlreiche Ursachen, zum Beispiel die Ignoranz der DDR-Führung gegenüber den Bedürfnissen der Arbeiterklasse einschließlich ihres Beschlusses, die Arbeitsnormen zu erhöhen, sowie Fehler der SED.

Die SED hatte in ihrem Programm die Wiedervereinigung Deutschlands abgelehnt und einen „beschleunigten Kurs“ beim Aufbau des Sozialismus beschlossen, der die Schwerindustrie einseitig förderte, dafür andere Bereiche vernachlässigte und deshalb Engpässe in der Versorgung verursachte. Der Aufstand des 17. Juni wirkte außerdem als politisches Signal auf die Völker in Osteuropa und in der Sowjetunion.[3]

Der 17. Juni war von 1954 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 als „Tag der deutschen Einheit“ der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland.

Deutsche Briefmarke von 2003 zum 50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR
Sowjetischer Panzer in Leipzig am 17. Juni 1953

Hintergrund[Bearbeiten]

Zweiter Tag der Parteikonferenz der SED, 10. Juli 1952 (v.l.n.r.: Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Bergarbeiter der Großkokerei Lauchhammer)

Vom 9. bis 12. Juli 1952 fand in der Werner-Seelenbinder-Halle in Ost-Berlin die 2. Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) statt. Unter der von Walter Ulbricht geprägten Formulierung des „planmäßigen Aufbaus des Sozialismus“ fand eine „Sowjetisierung“ der Gesellschaft und eine Stärkung der Staatsmacht nach sowjetischem Vorbild statt. Die fünf Länder wurden neu in 14 Bezirke eingeteilt, wobei Ost-Berlin als 15. Verwaltungseinheit mit einbezogen wurde. Die verbliebene Mittelschicht der DDR wurde stärker drangsaliert, insbesondere Bauern und kleine Handels- und Gewerbebetriebe sollten durch erhöhte Abgaben zur Aufgabe ihrer Selbstständigkeit gezwungen werden. Sie wurden zudem für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht.

Die Lage des Staatshaushaltes war im Frühjahr 1953 sehr angespannt: Ausgaben von 1,1 Milliarden Mark waren nicht durch Einnahmen gedeckt. Der Aufbau der KVP hatte die Militärausgaben der DDR im Jahr 1952 auf 3,3 Milliarden Mark (8,4 % des Etats) anwachsen lassen.[4] Durch die Ausgaben für Aufrüstung, Besatzungskosten und Reparationsleistungen (einschließlich der Kosten für die SAGs) war ein großer Teil des Staatshaushaltes gebunden. Aufrüstungs- und Kriegsfolgekosten für die DDR beliefen sich 1952 auf 22 % und 1953 auf über 18 % des gesamten Staatshaushalts.[5]

Die Wirtschaftspolitik der SED hatte die Investitionen vorwiegend in die Schwerindustrie gelenkt, die in der DDR bislang keine Basis hatte. Damit fehlten dringend benötigte Mittel für die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie, und die Versorgung der Bevölkerung war beeinträchtigt. Bei Einbruch der Dunkelheit gab es Stromabschaltungen, um in Spitzenzeiten den Bedarf der Industrie zu decken. Die schwache Wirtschaftsentwicklung der verstaatlichten Volkswirtschaft – immerhin wurden zwei Drittel der Industrieproduktion von staatlichen Betrieben erwirtschaftet – hatte Anfang der 1950er Jahre zu einem enormen Kaufkraftüberhang in der DDR geführt.[6] Fehlentwicklungen der Planwirtschaft sollten durch höhere Steuern und Abgaben, Gehalts- und Prämienkürzungen und später durch einen „Neuen Kurs“ korrigiert werden.

Im Zusammenhang mit der beschriebenen Wirtschaftspolitik stand auch die fast vollständige Beseitigung privater Urlaubsorganisation bzw privater Ferienvermietung zugunsten des Feriendienstes des FDGB (Februar 1953: „Aktion Rose").

Im Frühjahr 1953 war die Existenz der jungen DDR in der Tat durch eine ernste Ernährungskrise bedroht.[7] Enteignungen und Bodenreform hatte bereits Mitte der 1940er Jahre zum Verlassen von Höfen geführt. Die Parzellierung nach der Bodenreform und vor allem der Mangel an landwirtschaftlichen Geräten vieler Neubauern machte ein wirtschaftliches Arbeiten kaum möglich. Die Kollektivierungspolitik der SED Anfang der 1950er Jahre sollte zu einer effizienteren Bewirtschaftung und steigenden Erträgen führen. Das eigentliche Ziel der Kollektivierung war aber die Auflösung des selbstständigen Bauernstandes und hier besonders die Zerschlagung der rentableren Großbetriebe.[8] Die Abgabenerhöhungen für Bauern und der Entzug von Lebensmittelkarten sorgten für weiteren Unmut. Im Herbst 1952 wurden zudem sehr unterdurchschnittliche Ernten eingefahren. Mangel an Lebensmitteln war die Folge. Grundnahrungsmittel wurden noch bis 1958 mit Lebensmittelkarten zugeteilt und die Preise der staatlichen Handelsorganisation (HO) lagen deutlich über dem Niveau der Bundesrepublik, so kostete beispielsweise eine Tafel Schokolade im Westen 50 Pfennig, im Osten acht Mark. Den DDR-Bürgern stand nur die halbe Menge an Fleisch und Fett der Vorkriegszeit zur Verfügung. Selbst Gemüse und Obst wurden nicht ausreichend produziert. Vor den Geschäften entstanden lange Schlangen. Das Wohlstandsgefälle zu Westdeutschland vergrößerte sich durch die Mängel der Zentralverwaltungswirtschaft. Da die DDR die Hilfe des Marshallplans nicht hatte annehmen dürfen sowie höhere Reparationen leisten musste, befand sie sich in einer wirtschaftlich schlechteren Ausgangsposition. Auch die Unterstützung der Sowjetunion zur Stabilisierung der DDR reichte nicht aus, die Folgen von Reparationen und Planwirtschaft zu kompensieren.

Das dramatische Anwachsen der ohnehin seit DDR-Staatsgründung konstant großen Abwanderungsbewegung („Abstimmung mit den Füßen“) im ersten Halbjahr 1953 stellte ein ökonomisches wie auch ein soziales Problem dar. Ein weiterer Faktor, der zu einer Belastung der politischen Lage führte, war die hohe Zahl von Strafgefangenen in der DDR.

Eine große Rolle spielte die Repression gegen die (fälschlicherweise) als zentrale Jugendorganisation der Evangelischen Kirche bezeichnete und bekämpfte illegale Organisation Junge Gemeinde. Zahlreiche Studentenpfarrer und Jugendwarte saßen in Haft (Johannes Hamel, Fritz Hoffman, Gerhard Potrafke). Kirchliche Freizeitheime wurden geschlossen und von der Freien Deutschen Jugend (FDJ) übernommen (Schloss Mansfeld, Huberhaus Wernigerode). Oberschüler, die sich zur Kirche bekannten, wurden häufig von der Schule verwiesen, mitunter kurz vor dem Abitur. An den Universitäten wurden die kirchlichen Studentengemeinden massiv behindert.

Normenerhöhung[Bearbeiten]

Vor diesem krisenhaften gesamtstaatlichen Hintergrund wurde die Erhöhung der Arbeitsnormen (also die für den Lohn zu erbringende Arbeitsleistung oder kurz das Prinzip Mehr Arbeit für gleichen Lohn) als Provokation und absehbare Verschlechterung der Lebensbedingungen der Arbeiterschaft empfunden.[9] Mit der Erhöhung der Arbeitsnormen um zehn Prozent bis zum 30. Juni, dem 60. Geburtstag Walter Ulbrichts, wollte das ZK den wirtschaftlichen Schwierigkeiten begegnen. Als Empfehlung herausgegeben, handelte es sich aber faktisch um eine Anweisung, die in allen Volkseigenen Betrieben durchgeführt werden sollte und letztlich auf eine drastische Lohnsenkung hinausgelaufen wäre. Die Normerhöhung hatte das Zentralkomitee der SED am 13. und 14. Mai 1953 beschlossen und der Ministerrat am 28. Mai bestätigt.

Neuer Kurs[Bearbeiten]

Währenddessen hatte sich die Führung der Sowjetunion ihre eigenen Gedanken zur Lage in der DDR gemacht und konzipierte Ende Mai die Maßnahmen zur Gesundung der politischen Lage in der DDR, die einer nach Moskau bestellten SED-Delegation am 2. Juni 1953 mitgeteilt wurden. Bitten von SED-Politikern um einen vorsichtigeren und langsameren Kurswechsel wurden etwa vom neuen Hohen Kommissar Wladimir Semjonow – dem ranghöchsten sowjetischen Vertreter in der DDR, der der DDR-Führung faktisch übergeordnet war – mit dem Satz „In 14 Tagen werden Sie vielleicht schon keinen Staat mehr haben“ abgelehnt.

Am 11. Juni wurde der „Neue Kurs“ des Politbüros schließlich im Neuen Deutschland, dem Zentralorgan der SED, verkündet: Darin war durchaus Selbstkritik enthalten. Einige Maßnahmen zum Aufbau des Sozialismus wurden zurückgenommen. So sollten Steuer- und Preiserhöhungen aufgehoben werden. Handwerker, Einzelhändler und private Industriebetriebe konnten die Rückgabe ihrer Geschäfte und Betriebe beantragen. Mittelbauern bekamen ihre zuvor konfiszierten Landmaschinen zurück. Alle Verhaftungen und Urteile sollten überprüft werden. Abschaltungen des elektrischen Stromes erfolgten nicht mehr.

Der Kampf gegen die Junge Gemeinde wurde eingestellt. Pastoren und kirchliche Mitarbeiter wurden aus der Haft entlassen, konfiszierte Gebäude zurückgegeben. Wegen kirchlichen Bekenntnisses von der Oberschule verwiesene Schüler mussten wieder aufgenommen und zum Abitur zugelassen werden. Zu dem kurz danach in Hamburg stattfindenden 5. Deutschen Evangelischen Kirchentag wurden großzügig Interzonenpässe vergeben und sogar Sonderzüge eingesetzt.

Vor allem die verbliebenen bürgerlichen Mittelschichten sowie die Bauern profitierten vom „Neuen Kurs“, während die Arbeiter kaum Vergünstigungen erhielten. So blieb die umstrittene Arbeitsnormenerhöhung bestehen, was zu ersten Unmutsäußerungen bei den Arbeitern führte.

Der Kurswechsel der Regierung wurde in allen Teilen der Bevölkerung mit großem Interesse und teilweise durchaus positiv aufgenommen. Vielfach wurde der Neue Kurs in der Bevölkerung auch als „Bankrotterklärung der SED-Diktatur“ gedeutet. In den folgenden Tagen kam es zu ersten kleineren Protestversammlungen und Demonstrationen.

Am 14. Juni erschien im Neuen Deutschland der Artikel Es ist Zeit, den Holzhammer beiseite zu legen, der die Durchsetzung der Normenerhöhung anhand einer Reportage über das Baugewerbe kritisch beleuchtete, ohne sie dabei allerdings generell in Frage zu stellen. Dieser Artikel, besonders auch der letztgenannte Umstand, wurde sehr stark beachtet und wirkte in Verbindung mit einem zwei Tage später in der Gewerkschaftszeitung Tribüne erschienenen Artikel, der die zehnprozentige Normenerhöhung als „in vollem Umfang richtig“ rechtfertigte, als Auslöser von Protesten.

Verlauf[Bearbeiten]

Dienstag, 16. Juni 1953[Bearbeiten]

Die Stalinallee im Mai 1953

Am Dienstag, dem 16. Juni, kam es an zwei Berliner Großbaustellen, dem Block 40 in der Stalinallee und dem Krankenhausneubau in Berlin-Friedrichshain, zu den ersten Arbeitsniederlegungen, die in den Vortagen informell abgesprochen worden waren. Von beiden Baustellen aus formierte sich ein zunächst kleiner Protestzug, der sich auf dem Weg zum Haus der Gewerkschaften des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) und weiter zum Regierungssitz in der Leipziger Straße schnell – vor allem um weitere Bauarbeiter – vergrößerte.

Nachdem die Gewerkschaftsführer sich geweigert hatten, die Arbeiter anzuhören, wurde dem Demonstrationszug vor dem Regierungsgebäude die vom Politbüro am Mittag beschlossene Rücknahme der Normenerhöhung mitgeteilt. Inzwischen bewegten sich die Forderungen der Menge allerdings über diesen konkreten Anlass zum Protest weit hinaus.[10]

In einer zunehmenden Politisierung der Losungen wurden unter anderem der Rücktritt der Regierung und freie Wahlen gefordert. Anschließend zog die Menge in einem ständig anwachsenden Demonstrationszug durch die Innenstadt zurück zu den Baustellen der Stalinallee, wobei unterwegs durch Sprechchöre und über einen erbeuteten Lautsprecherwagen der Generalstreik ausgerufen und die Bevölkerung für den folgenden Tag um 7 Uhr am Strausberger Platz zu einer Protestversammlung aufgerufen wurde.[11]

Bereits am Abend des 15. Juni berichtete der Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) detailliert über Streiks in der Ost-Berliner Stalinallee. Seit dem Mittag des 16. Juni berichtete der Sender ausführlich über die Streiks und Proteste. Vertreter der Streikbewegung gingen zum Sender und sprachen direkt mit dem damaligen Intendanten Egon Bahr, um den Generalstreik über das Radio auszurufen.[12] Der Sender RIAS verwehrte allerdings den Streikenden diese Möglichkeit. Am 17. Juni rief dann der Berliner DGB-Vorsitzende Ernst Scharnowski über den RIAS erstmals dazu auf, die Ostdeutschen sollten ihre „Strausberger Plätze überall“ aufsuchen. Trotz einer relativ zurückhaltenden Darstellung der Ereignisse im Radio kann man davon ausgehen, dass die Berichte entscheidend dazu beigetragen haben, dass sich die Kunde von den Protesten in der Hauptstadt äußerst schnell in der ganzen DDR ausbreitete.

Mittwoch, 17. Juni 1953[Bearbeiten]

Gedenktafel für die Hennigsdorfer Stahlarbeiter an der Berliner Straße 71, in Berlin-Tegel
Sowjetischer T-34/85-Panzer in der Schützenstraße in Berlin

Am Morgen des 17. Juni brach im gesamten Gebiet der DDR etwas aus, was später als Aufstand des 17. Juni in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Die Belegschaften vor allem großer Betriebe traten mit Beginn der Frühschicht in den Streik und formierten sich zu Demonstrationszügen, die sich in die Zentren der größeren Städte richteten. In den Tagen des Aufstandes war den westlichen Medien und wahrscheinlich auch den meisten Protestierenden die nationale Dimension der Proteste noch nicht bewusst. Der RIAS etwa berichtete fast ausschließlich aus Berlin. Tatsächlich kam es neueren Forschungen zufolge in weit über 500 Orten in der DDR zu Streiks, Kundgebungen oder Gewalttätigkeiten gegen offizielle Personen oder Einrichtungen.

Die Aufständischen besetzten 11 Kreisratsgebäude, 14 Bürgermeistereien, 7 Kreis- und eine Bezirksleitung der SED. Weiterhin wurden 9 Gefängnisse und 2 Dienstgebäude des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie 8 Polizeireviere, 4 Volkspolizei-Kreisämter (VPKA) und eine Dienststelle der Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP) erstürmt. Mehr als doppelt so viele Einrichtungen wurden bedrängt, die Besetzung gelang jedoch nicht.

Schwerpunkte lagen in Berlin und den traditionellen Industrieregionen, etwa dem „Chemiedreieck“ um Halle, aber auch in den Bezirkshauptstädten Magdeburg, Leipzig und Dresden. Die Zahl der am Protest Beteiligten lässt sich nicht genau bestimmen, Angaben schwanken zwischen 400.000 und 1,5 Millionen Menschen. Die vielfältigen Proteste fanden durchgehend sehr spontan statt, es gab praktisch weder eine über den Tag hinausgehende Zielplanung, noch echte Führungskräfte, die den Aufstand überregional dirigiert hätten. Neben Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen kam es an mehreren Orten auch zu Erstürmungen von Haftanstalten und Befreiung von Häftlingen. In Gera kam es zur Stürmung der Stasiuntersuchungshaftanstalt Amthordurchgang, wobei Inhaftierte freigelassen wurden. Ungefähr 20.000 Menschen demonstrierten im Zentrum der Stadt mit Unterstützung von Bergleuten aus den Wismut-Revieren.[13] In Berlin kam es zu Brandstiftungen, am spektakulärsten waren dabei die Brände des Vorzeige-HO-Kaufhauses Columbushaus und des Restaurantbetriebes Haus Vaterland am Potsdamer Platz in Berlin. Allein in Berlin gab es 46 verletzte Polizisten, davon 14 schwer, sowie Zerstörungen im Gesamtwert von über 500.000 Mark.

Die Polizei war mit dem Ausmaß der Ereignisse hoffnungslos überfordert, teilweise liefen Volkspolizisten zu den Demonstranten über. Es kam vor allem in Ost-Berlin auch zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. In Rathenow lynchten aufgebrachte Aufständische den Stasi-Spitzel Wilhelm Hagedorn, in Niesky wurden Mitarbeiter der Staatssicherheit in einem Hundezwinger eingesperrt und in Magdeburg zwangen die Demonstranten eine Volkspolizistin, spärlich bekleidet ihren Zug anzuführen.

In den Kreisen Görlitz und Niesky wurde für wenige Stunden das SED-Regime beseitigt. Aufgrund der besonderen demografischen Struktur dieser Kreise eskalierte die Protestbewegung zu einem politischen Aufstand, der zur kurzzeitigen Entmachtung der lokalen Machthaber führte. Görlitz hatte als Grenzstadt einen hohen Anteil Vertriebener zu integrieren. Die Stadt war nach Berlin und Leipzig das am dichtesten besiedelte Gebiet in der DDR und es herrschte eine vor allem unter Jugendlichen, Frauen und Schwerbeschädigten hohe Arbeitslosigkeit vor, die von einer weit über dem DDR-Durchschnitt liegenden Wohnungsnot begleitet wurde. Zusätzlich wurde das Zusammenleben der Görlitzer durch die Teilung ihrer Stadt und die Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR gegenüber dem „polnischen Brudervolk“ erschwert. Ebenso akzeptierten die meisten Görlitzer nicht die Oder-Neiße-Grenze gemäß dem Vertrag vom 6. Juli 1950. Die nicht aus der Stadt stammende politische Führung setzte seit 1952 eine radikale Enteignungswelle in Bewegung, die zum drastischen Rückgang der Selbstständigen führte. Ebenso stieg seit Oktober 1952 die Anzahl der Republikflüchtigen.

Die DDR-Regierung flüchtete sich nach Berlin-Karlshorst unter den Schutz der sowjetischen Behörden.

Um 14 Uhr wurde eine Erklärung des Ministerpräsidenten Otto Grotewohl im DDR-Rundfunk ausgestrahlt: Darin wurde ausdrücklich noch einmal die Rücknahme der Normenerhöhungen erklärt. Der Aufstand jedoch sei „das Werk von Provokateuren und faschistischen Agenten ausländischer Mächte und ihrer Helfershelfer aus deutschen kapitalistischen Monopolen. [Alle] Arbeiter und ehrlichen Bürger [forderte er auf, mitzuhelfen,] die Provokateure zu ergreifen und den Staatsorganen zu übergeben“. Diese Darstellung der Ereignisse als von außen inszenierten konterrevolutionären Putschversuch entsprach schon der späteren offiziellen Lesart des 17. Juni in der DDR-Geschichtsschreibung. Allerdings hätte der Aufstand ohne äußere Einflüsse nach Ansicht einiger Historiker tatsächlich so nicht stattfinden können. So resümiert der ehemalige Mitarbeiter des RIAS, Egon Bahr[14]

„Gerade weil es keine Organisation gegeben hatte, war unbestreitbar: Der RIAS war, ohne es zu wollen, zum Katalysator des Aufstandes geworden. Ohne den RIAS hätte es den Aufstand so nicht gegeben.“

Egon Bahr

Niederschlagung des Aufstands und Kriegsrecht[Bearbeiten]

Plakat der Stadtkommandantur Eisenach
Prozess gegen „vier Agenten westlicher Spionage- und Terrororganisationen“, am 11. Juni 1954, dem zweiten Verhandlungstag vor dem 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR
Angehörige der Volkssolidarität überreichen am 1. Juli 1953 sowjetischen Soldaten Geschenke zum Dank für das „Eingreifen am 17. Juni 1953, dem Tag der faschistischen Provokation“

Die sowjetischen Behörden reagierten mit der Verhängung des Ausnahmezustands für 167 der 217 Landkreise der DDR. Gegen 13 Uhr wurde durch den Militärkommandanten des sowjetischen Sektors von Berlin, Generalmajor Pjotr Dibrowa, in Ost-Berlin der Ausnahmezustand verkündet, der erst am 11. Juli 1953 wieder aufgehoben wurde. Mit dieser Ausrufung des Kriegsrechts übernahm die Sowjetunion offiziell wieder die Regierungsgewalt über die DDR. Die bereits ab 10 Uhr in Berlin, zeitversetzt gegen Mittag oder Nachmittag in den anderen Teilen der DDR einrückenden sowjetischen Truppen demonstrierten vor allem Präsenz, denn mit dem Eintreffen der Panzer verlor der Aufstand schnell an Schwung; zu größeren Angriffen auf das Militär kam es nicht. Insgesamt waren 16 sowjetische Divisionen mit etwa 20.000 Soldaten im Einsatz, sowie rund 8.000 Angehörige der Kasernierten Volkspolizei (KVP).

Obwohl die sowjetischen Behörden die Situation schon am 17. Juni weitgehend unter Kontrolle brachten, kam es auch in den darauf folgenden Tagen noch zu Protesten, vor allem am 18. Juni. In einzelnen Betrieben dauerten sie bis in den Juli hinein. So wurde am 10. und 11. Juli bei Carl Zeiss in Jena und am 16. und 17. Juli im Buna-Werk Schkopau gestreikt. Die Stärke des 17. Juni 1953 wurde aber nicht mehr annähernd erreicht.

In einer erste Verhaftungswelle verhafteten Polizei, MfS und Sowjetarmee vor allem sogenannte „Provokateure“.

Der 17. Juni und die SED[Bearbeiten]

Für die SED-Führung waren die Ereignisse um den 17. Juni 1953 eine traumatische Erfahrung. Gerade die Hauptadressaten ihrer Politik, die Arbeiterklasse, hatten der SED massiv das Vertrauen entzogen. Vor allem die Angestellten der großen staatlichen und SAG-Betriebe hatten die Arbeit niedergelegt und waren mit ihren politischen Forderungen auf die Straßen gezogen. Keine der Forderungen wurde von der SED für würdig befunden, offen diskutiert zu werden.[15] Bereits unmittelbar nach dem Aufstand begann die SED, die Ursachen bewusst zu vertuschen.[16] So wurde in der Rede Otto Grotewohls auf dem 15. ZK-Plenum (24.–26. Juli 1953) der Aufstand – ohne Beweise dafür vorzulegen – zum vom Westen gelenkten „faschistischen Putschversuch“.[17] Das eigentliche Problem der DDR, die „Funktionsdefizite einer entdifferenzierten Gesellschaft“,[18] war auch durch den am 9. Juni 1953 verkündeten „Neuen Kurs“ nicht gelöst worden. Für die am Streik und den Demonstrationen Beteiligten war nach der Niederschlagung durch sowjetische Panzer deutlich geworden, dass das SED-Regime ein Teil des sowjetischen Imperiums war und nicht zur Disposition stand. In der SED selbst waren wieder „Parteisäuberungen“ an der Tagesordnung.[19]

DDR-interne Darstellung der Ereignisse[Bearbeiten]

Darstellung der Ereignisse durch die DDR-Medien[Bearbeiten]

Die staatlich gelenkte Presse und der Rundfunk stritt jede Eigenverursachung der Unruhen vom 17. Juni 1953 in Form von Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den politischen Verhältnissen, bedrückende Versorgungsmängel sowie erhebliche Normerhöhungen für die Arbeiter vehement ab. Danach handelte es sich angeblich bei den Aufständen vom 17. Juni 1953 um gezielt provozierte und vom „Westen“ veranlasste Ereignisse. Der DDR-Rundfunk-Journalist Karl-Eduard von Schnitzler stellte dies so dar: „[…] unter Mißbrauch des guten Glaubens eines Teils der Berliner Arbeiter und Angestellten, gegen grobe Fehler bei der Normerhöhung mit Arbeitsniederlegung und Demonstrationen antworten zu müssen, wurde von bezahlten Provokateuren, vom gekauften Abschaum der Westberliner Unterwelt ein Anschlag auf die Freiheit, ein Anschlag auf die Existenz, auf die Arbeitsplätze, auf die Familien unserer Werktätigen versucht.“[20]

Darstellung der Ereignisse durch die DDR-Geschichtswissenschaft[Bearbeiten]

Ein im Jahr 1974 unter Leitung des Historikers und Mitarbeiters der Staatssicherheit Heinz Heitzer an der Akademie der Wissenschaften der DDR herausgegebenes Buch zur Geschichte der DDR bezeichnete den Volksaufstand als einen „konterrevolutionären Putschversuch“: Die in der DDR stationierten sowjetischen Truppen hätten durch ihr „entschlossenes Eingreifen“ die „Absichten des Imperialismus“ durchkreuzt. Der Einsatz sowjetischer Streitkräfte wurde als Aktion im „Geiste des proletarischen Internationalismus“ bezeichnet. Die Mehrheit der „irregeleiteten Werktätigen“ habe sich bald von den Putschisten, deren Verwüstungen und den offen verkündeten konterrevolutionären Zielen der Putschisten abgewandt und begann zu erkennen, dass sie gegen ihre eigenen Interessen gehandelt habe.[21][22]

Reaktionen[Bearbeiten]

Außer der Sowjetunion griffen keine anderen Staaten in den Aufstand ein. Die Folgen hätten schwerwiegend sein können, denn die amerikanischen Besatzer hatten laut geltender Verträge kein Recht, in den sowjetischen Sektor Berlins einzudringen.

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Als Ernst Reuter, der Regierende Bürgermeister in West-Berlin, der sich in Wien auf dem Europäischen Städtetag befand, die Amerikaner bat, ihm ein Militärflugzeug für den schleunigsten Rückflug zur Verfügung zu stellen, wurde ihm erwidert, dies sei bedauerlicherweise nicht möglich. Bundeskanzler Konrad Adenauer reiste am 19. Juni nach Berlin, um der Toten zu gedenken.

Anlässlich der unter großer Anteilnahme der West-Berliner Bevölkerung stattfindenden Trauerfeier urteilte der RIAS-Redakteur Hanns-Peter Herz am 19. Juni 1953: „Bonn hat sich wenig gesamtdeutsch verhalten in dieser Frage, die preußischen Kartoffeläcker waren halt nicht so interessant wie die Reben am Rhein.“ (Guido Knopp[23])

Franz Josef Strauß beschrieb das Verhalten der Bundesregierung in seinen Erinnerungen: „In Bonn gab es keine Möglichkeit zu ernsthaftem Handeln. Es gab Erklärungen, Sympathiekundgebungen, Appelle an die Siegermächte – was sollte die Bundesregierung anderes tun? Damals ist einem die ganze deutsche Ohnmacht wieder bewusst geworden.[24]

Am 22. Juni 1953, fünf Tage nach dem Ausbruch des Aufstandes, benannte der Berliner Senat die Berliner Straße und die Charlottenburger Chaussee zwischen dem Brandenburger Tor und dem S-Bahnhof Tiergarten, später dem Ernst-Reuter-Platz in Straße des 17. Juni um. Durch Gesetz vom 4. August 1953 erklärte der Bundestag den 17. Juni zum „Tag der deutschen Einheit“ und gesetzlichen Feiertag.[25] Der Bundespräsident erklärte ihn am 11. Juni 1963 zusätzlich zum „Nationalen Gedenktag des deutschen Volkes“.[26] Durch den Einigungsvertrag über die deutsche Wiedervereinigung wurde 1990 der 3. Oktober als Tag des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland zum Tag der Deutschen Einheit und gesetzlichen Feiertag bestimmt.[27] Der 17. Juni behielt nur noch seinen Status als Gedenktag.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten dachte man bezüglich des Aufstandes anfangs an einen Trick der UdSSR: Sie wolle, legitimiert durch den Aufstand, zu dessen Niederschlagung bewaffnete Verbände nach Berlin verlegen, um so die ganze Stadt einnehmen zu können. Später hielt man die Demonstrationen eine Zeit lang für von der DDR-Regierung inszenierte Veranstaltungen, die außer Kontrolle geraten seien.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

Der Premierminister des Vereinigten Königreichs, Winston Churchill sah den Aufstand kritisch, da er dadurch seine Initiative für eine erneute Vier-Mächte-Konferenz gefährdet sah. Er erklärte der sowjetischen Regierung, dass sie im Recht gewesen sei, als sie den Aufstand niederschlug.[28]

Sowjetunion[Bearbeiten]

Der Aufstand vom 17. Juni 1953 verschärfte in der Sowjetunion den seit Stalins Tod am 5. März 1953 ausgebrochenen Kampf um dessen Nachfolge. Dabei unterlag die Gruppe um den mächtigen Minister für Innere Angelegenheiten (MWD) Lawrenti Berija (1899–1953), der zwar die sofortige Niederschlagung des Aufstandes anordnete, jedoch im Interesse einer internationalen Entspannung und in der Hoffnung auf bundesdeutsche Wirtschaftskooperation eine Freigabe der DDR favorisierte. Die siegreiche Fraktion um Nikita Chruschtschow befürchtete dagegen die Vorbildwirkung des Aufstands auf andere osteuropäische Staaten (Polen, Tschechoslowakei, Ungarn) oder auf Nationen innerhalb der Sowjetunion (Ukraine, Baltikum).[29] Als Folge dieser Politik und des vorangegangenen Beitritts der Bundesrepublik zur NATO wurde 1955 der Warschauer Vertrag ratifiziert, der die osteuropäischen Staaten und die DDR militärisch an die Sowjetunion band und die Teilung Europas festigte.

Jugoslawien[Bearbeiten]

Am 28. Juni 1953 erschien in der jugoslawischen Parteizeitung Borba ein Leitartikel des führenden kommunistischen Theoretikers Edvard Kardelj, in dem der Aufstand vom 17. Juni als „das wichtigste Ereignis nach dem jugoslawischen Widerstand des Jahres 1948“ bezeichnet wurde. Kardelj erkannte in den Streiks und Demonstrationen „den Charakter einer echten revolutionären Massenaktion der Arbeiterklasse gegen ein System, das sich ‚sozialistisch‘ und ‚proletarisch‘ nennt. [Er schrieb des Weiteren:] Die Triebkraft dieser Ereignisse ist im Grunde nicht das nationale Moment; es ist nicht nur ein Problem der Deutschen gegen eine fremde Besatzung. Nein, es handelt sich hier vor allem um den Klassenprotest des deutschen Arbeiters gegen die staatskapitalistischen Verhältnisse, die ihm von der Besatzung im Namen eines ‚sozialistischen Messianismus‘ als ‚sozialistisch‘ und ‚proletarisch‘ aufgezwungen wurden, die er aber nicht als ‚proletarisch‘ noch als ‚sozialistisch‘ anerkennt. Und gerade darin liegt die historische Bedeutung dieser Ereignisse.[30]

Polen[Bearbeiten]

In Warschau war man über die Ereignisse in der DDR sehr beunruhigt. Die polnische Führung betrachtete den Aufstand als politisches Warnsignal. Sie befürchtete, dass vergleichbare gesellschaftliche Proteste auch in Polen stattfinden würden, vor allem, weil die Arbeitsnormen viel drastischer als in der DDR erhöht wurden. Außerdem rechneten sie mit Unruhen bei den in Polen verbliebenen Deutschen, da diese unabhängige Informationen von deutschsprachigen Sendern erhielten. Gleichfalls befürchtete die PVAP, dass die polnische Bevölkerung in Westpolen, d. h. in den ehemaligen deutschen Ostgebieten infolge der politischen Ereignisse in der DDR beunruhigt reagieren würde. Eine von der PVAP verfasste Analyse vom 23. Juni 1953 beleuchtete: „[…], dass die Fehler, die von der Führung unserer Schwesterpartei gemacht worden sind, jener Provokation zweifelsohne eine Grundlage zur Verfügung stellten“. Konkret wurden als Fehler der SED die übermäßige Erhöhung der Arbeitsnormen, der beschleunigte Kurs beim Aufbau des Sozialismus, die Ignoranz für die Bedürfnisse der Menschen und das Abwenden von der deutschen Wiedervereinigung genannt.[31]

Opfer[Bearbeiten]

Gemeinschaftsgrab und Gedenkstätte für elf Opfer auf dem Urnenfriedhof Seestraße
Gedenktafel für Alfred Diener am Holzmarkt in Jena

Nach Ergebnissen des Projekts Die Toten des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 sind 55 Todesopfer durch Quellen belegt. Etwa 20 weitere Todesfälle sind ungeklärt.[32]

Am 17. Juni und den Tagen danach wurden 34 Demonstranten und Zuschauer von Volkspolizisten und sowjetischen Soldaten erschossen oder starben an den Folgen von Schussverletzungen. Nach Todesurteilen von sowjetischen und DDR-Gerichten wurden sieben Menschen hingerichtet. Infolge der Haftbedingungen starben vier Personen, und vier Menschen töteten sich in der Haft. Beim Sturm auf ein Polizeirevier starb ein Demonstrant an Herzversagen. Zudem wurden fünf Angehörige der DDR-Sicherheitsorgane getötet. Bisher war im Westen von 507 und in der DDR von 25 Toten die Rede. Zufallsopfer, wie den von einer verirrten Polizeikugel tödlich getroffenen 27-jährigen Doktoranden der Landwirtschaft Gerhard Schmidt aus Halle stilisierte die SED zum „antifaschistischen“ Märtyrer, obwohl dessen Familie ausdrücklich dagegen war.

Die sowjetischen Truppen setzten außerdem vom 17. bis zum 22. Juni 1953 Standgerichte ein, von denen 19 Aufständische zum Tode verurteilt und erschossen wurden, darunter Alfred Diener[33] aus Jena, der Westberliner Willi Göttling[34] und die beiden Magdeburger Alfred Dartsch[35] und Herbert Stauch.[36] Hunderte wurden zu Zwangsarbeitslagerstrafen in Sibirien verurteilt.[37] Auch etwa zwanzig Rotarmisten, die sich geweigert haben sollen, auf die Aufständischen zu schießen, sollen hingerichtet worden sein.[38] Anderen Forschungen zufolge sprechen alle Indizien dagegen, dass diese Befehlsverweigerung und die Hinrichtungen stattgefunden haben.[39]

Der Generalstaatsanwalt der DDR, Ernst Melsheimer, legte am 5. März 1954 einen an Hilde Benjamin, Ministerin für Justiz, verfassten Bericht über „die Aburteilung der Provokateure des Putsches vom 17. Juni 1953“ vor, der für den Zeitraum bis Ende Januar 1954 folgende Urteile über insgesamt 1.526 Angeklagte, wie folgt, aufschlüsselte:[40]

  • 2 Angeklagte wurden zum Tode verurteilt: (Erna Dorn, Ernst Jennrich)
  • 3 Angeklagte erhielten eine lebenslängliche Zuchthausstrafe: Lothar Markwirth (Bezirksgericht Dresden), Gerhard Römer (Bezirksgericht Magdeburg) und Kurt Unbehauen (Bezirksgericht Gera)
  • 13 Angeklagte, darunter die Dresdner Wilhelm Grothaus (1893–1966) und Fritz Saalfrank (1909–199?), wurden zu Zuchthausstrafen von 10 bis 15 Jahren verurteilt.
  • 99 Angeklagte erhielten Zuchthausstrafen zwischen 5 und 10 Jahren.
  • 824 Angeklagte bekamen Gefängnisstrafen von 1 bis 5 Jahren.
  • 546 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr.
  • 39 Angeklagte wurden freigesprochen.

Weitere 123 Strafverfahren waren Ende Januar 1954 noch nicht abgeschlossen, es ist jedoch zu vermuten, dass die DDR-Gerichte insgesamt etwa 1.600 Menschen im Zusammenhang mit dem Juni-Aufstand verurteilten.

Die infolge des 17. Juni Verurteilten wurden in den Haftanstalten mit einem gelben „X“ gekennzeichnet. Aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung, der Schikanen des Wachpersonals und des mangelhaften Arbeitsschutzes in den Zuchthäusern erlitten viele „X-er“ schwere gesundheitliche Schäden. Den Ehefrauen der Verurteilten wurde oft zur Scheidung geraten oder mit der Wegnahme ihrer Kinder gedroht.

Die SED nutzte außerdem den Aufstand zur Disziplinierung ihrer eigenen Genossen. So wurden die vor allem aus der früheren SPD stammenden und gemäßigte politische Ansichten vertretende Mitglieder aus der Partei entfernt. Der Justizminister Max Fechner, der nach dem 17. Juni mäßigend auf die Strafjustiz einwirken wollte, wurde am 14. Juli 1953 seiner Funktion enthoben, wegen partei- und staatsfeindlichen Verhaltens aus der Partei ausgeschlossen und unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Ebenso wurden Parteifunktionäre und Angehörige der VP bestraft, denen die SED-Führung „versöhnlicherisches, kapitulantenhaftes und unkämpferisches Verhalten“ vorwarf. Infolge dieser Säuberungen prägten radikale Kommunisten wie Erich Mielke, Hilde Benjamin oder Paul Fröhlich die zukünftige Politik der DDR. Rudolf Herrnstadt, Chefredakteur der Tageszeitung Neues Deutschland, wurde für die Ereignisse am 17. Juni 1953 mitverantwortlich gemacht. Er wurde von seiner Arbeit entlassen und zusammen mit Wilhelm Zaisser aus der SED ausgeschlossen.

Protagonisten[Bearbeiten]

  • Max Fechner (1892–1973), Justizminister, wandte sich gegen die Strafverfolgung streikender Arbeiter und wurde zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.
  • Hilde Benjamin (1902–1989), löste Fechner als Justizministerin ab und sorgte für harte Urteile
  • Erna Dorn (1911–1953), als angebliche Rädelsführerin enthauptet.
  • Max Bruno Fettling (1907–1974) Bauarbeiter, Gewerkschaftsfunktionär auf der Krankenhausbaustelle im Friedrichshain. Er unterzeichnete den Brief an die Regierung der DDR vom 15. Juni 1953, den er persönlich Otto Grotewohl übergab und in dem es hieß: „Unsere Belegschaft ist der Meinung, daß die zehnprozentige Normenerhöhung für uns eine große Härte ist. Wir fordern, daß von dieser Normenerhöhung auf unserer Baustelle Abstand genommen wird.“ Er wurde am 18. Juni 1953 als „Streikführer“ verhaftet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. 1957 kam er auf Bewährung frei. Seit 2003 trägt ein Platz in Berlin-Friedrichshain seinen Namen.[41]
  • Georg Gaidzik (1929–1953), Volkspolizist, erlitt tödliche Schussverletzung.
  • Gerhard Händler (1928–1953), Volkspolizist, erlitt tödliche Schussverletzung.
  • Ernst Jennrich (1911–1954), wurde auf Weisung von Hilde Benjamin zum Tode verurteilt und enthauptet.
  • Günter Mentzel (1936–2007), Bauarbeiter, 16 Jahre alter Streikführer von Block 40 der Stalinallee.
  • Otto Nuschke (1883–1957), Stellvertretender Ministerpräsident, wurde am 17. Juni 1953 von Demonstranten nach West-Berlin abgedrängt, von wo er zwei Tage später in die DDR zurückkehrte.
  • Paul Othma (1905–1969), Elektriker, Sprecher des Streikkomitees in Bitterfeld[42], wird verurteilt zu zwölf Jahren Zuchthaus, stirbt an den Folgen der elfeinhalbjährigen Haft.[43]
  • Karl-Heinz Pahling (1927–1999), Bauarbeiter, 26 Jahre alter Streikführer, zehn Jahre Zuchthausstrafe.
  • Otto Reckstat (1898–1983), Symbolfigur der Arbeitererhebung am 17. Juni 1953 in Nordhausen, acht Jahre Zuchthausstrafe.
  • Fritz Selbmann (1899–1975), DDR-Minister, versuchte am 16. Juni vergeblich, die Arbeiter zur Aufgabe des Streiks zu bewegen.
  • Johann Waldbach (1920–1953), Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, erlitt tödlichen Kopfschuss.

Künstlerische Rezeption[Bearbeiten]

West-Berliner Briefmarke, 1953

Bertolt Brecht verarbeitete die Ereignisse des 17. Juni in seinem Gedicht Die Lösung mit dem berühmten Schlusssatz: „Wäre es da / Nicht doch einfacher, die Regierung / Löste das Volk auf und / Wählte ein anderes?“
Die Lösung ist Teil der Sammlung Buckower Elegien mit weiteren Gedichten, die Brecht überwiegend im Sommer 1953 verfasste. Zur gleichen Zeit entstand sein Gedicht Das Brot des Volkes: „Die Gerechtigkeit ist das Brot des Volkes […]“

Brecht und seine Haltung zu den Ereignissen des 17. Juni sind Gegenstand des „deutschen Trauerspiels“ Die Plebejer proben den Aufstand, das Günter Grass 1966 veröffentlichte.

Schlussbetrachtungen[Bearbeiten]

Der Aufstand des 17. Juni 1953 steht in den Traditionen progressiver, gesamtdeutscher, historischer Ereignisse, wie die Märzrevolution 1848/1849 oder die Novemberrevolution 1918/1919, denen gesellschaftliche Entwicklungen wie die 68er-Bewegung und die friedliche Revolution von 1989/1990 folgten. Allerdings erlaubte die internationale Konstellation im Jahr 1953 keine revolutionäre Veränderung in Deutschland (siehe hierzu: Kalter Krieg).

Die bisherigen Rekonstruktionen des 17. Juni 1953 zeigen jedoch, dass sich kein einheitlicher, an allen Orten ähnlich ablaufender Aufstand ereignete. Stattdessen nahmen die spontanen Erhebungen einen äußerst unterschiedlichen regionalen Verlauf. In den industriellen Ballungsgebieten, etwa Leipzig, Halle, Bitterfeld, Magdeburg, Dresden und Görlitz, erreichte der Aufstand einen zum Teil höheren Organisationsgrad als in Ost-Berlin. Während die Berliner Bauarbeiter vor allem soziale und wirtschaftliche Forderungen vorlegten, wie die Rücknahme der Normerhöhungen oder die Senkung der Lebenshaltungskosten, verfasste die zentrale Streikleitung des Kreises Bitterfeld nachfolgendes Programm,[44] das sie per Telegramm an die Regierung sandte:[45]

  1. Rücktritt der sogenannten Deutschen Demokratischen Regierung, die sich durch Wahlmanöver an die Macht gebracht hat
  2. Bildung einer provisorischen Regierung aus den fortschrittlichen Werktätigen
  3. Zulassung sämtlicher großer Parteien Westdeutschlands
  4. Freie, geheime, direkte Wahlen in vier Monaten
  5. Freilassung sämtlicher politischer Gefangener (direkt politischer, sogenannter Wirtschaftsverbrecher und konfessionell Verfolgter)
  6. Sofortige Abschaffung der Zonengrenze und Zurückziehung der Volkspolizei
  7. Sofortige Normalisierung des Lebensstandards
  8. Sofortige Auflösung der sogenannten Volksarmee
  9. Keine Repressalien gegen einen Streikenden

Bisher kaum erforscht wurden öffentliche Proteste, die sich auf dem Lande, in den Dörfern und in den Gemeinden bildeten. Als Beispiele seien hierzu die Ereignisse in den Dörfern Zodel oder Ludwigsdorf im Görlitzer Umland genannt.

Ebenso wie die Aufständischen handelten auch die lokalen SED-Funktionäre unterschiedlich. So befahl z. B. Paul Fröhlich zwischen 13 und 14 Uhr den Leipziger VP- und MfS-Angehörigen den Gebrauch ihrer Schusswaffen, obwohl der Ausnahmezustand erst 16 Uhr ausgerufen wurde. Infolge dieses Befehls wurden am frühen Nachmittag des 17. Juni der 19-jährige Dieter Teich und eine 64-jährige Rentnerin erschossen. Dem Trauerzug mit der aufgebahrten Leiche des Neunzehnjährigen, der vom Dimitroffplatz über den Georgiring bis zum Hauptbahnhof verlief, folgten tausende Leipziger. Dagegen versuchten am 16. Juni Funktionäre wie Fritz Selbmann in Ost-Berlin oder am 17. Juni Otto Buchwitz in Dresden die Streikenden zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu bewegen. Die SED-Bezirksleitung von Karl-Marx-Stadt versprach den Aufständischen, auf ihre sozialen Forderungen einzugehen, sodass in diesem Bezirk der Juni-Aufstand verhaltener als anderswo verlief. Der dienstlich in Halle weilende SED-Funktionär Fred Oelßner konstituierte – vorerst ohne Rückhalt aus Berlin – eine Bezirkseinsatzleitung (bestehend aus den Chefs der bezirklichen SED-, MfS-, VP- und KVP-Institutionen sowie den sowjetischen Streitkräften), mit dem Ziel, den Aufstand schnell und gewaltsam niederzuschlagen. Dagegen erhielt der am 17. Juni aus Berlin in den Bezirk Dresden entsandte Fritz Selbmann offizielle Anweisungen von Walter Ulbricht.

Die verschiedenen Streikleitungen bemühten sich, Sachbeschädigungen und Gewalt gegen Personen zu verhindern, wobei sie meist wenig Einfluss auf die Geschehnisse außerhalb ihrer Betriebe hatten. Sie waren außerdem auf die strikte Einhaltung demokratischer Regeln bedacht und vermieden antisowjetische Losungen, da ihnen bewusst war, dass gegen die Sowjetunion keine gesellschaftliche Veränderung in der DDR erreicht wird. In einigen Städten (z. B. Leipzig, Schkeuditz, Görlitz) bildeten sich während des Aufstandes überbetriebliche Organisationsstrukturen heraus, die die bereits spontan entstandenen Massendemonstrationen koordinierten. In anderen Städten (z. B. Dresden, Halle) entwickelten sich die Massendemonstrationen eigendynamisch und unabhängig von den Streikleitungen. Der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder war in den Streikleitungen – im Gegensatz zu der späteren SED-Propaganda – sehr gering. Die meisten Streikaktivisten waren parteilos, wobei sich unter ihnen viele ausgeschlossene SED-Mitglieder, darunter häufig ehemalige Sozialdemokraten, befanden. Führende Akteure in den Streikleitungen waren oft ältere Arbeiter, technische oder kaufmännische Angestellte, die auf ihre Erfahrungen im politischen und gewerkschaftlichen Kampf vor 1933 zurückgreifen konnten.

Allerdings konnten sich herausragende Akteure des Aufstands, wie der Berliner Brigadier Alfred Metzdorf, der Görlitzer Rentner Max Latt, der selbständige Fotograf Lothar Markwirth und der Karosseriebauer Erich Maroske aus Niesky oder die Streikführer des VEB ABUS Dresden Wilhelm Grothaus und Fritz Saalfrank nicht als Führungspersönlichkeiten des gesamten Aufstands profilieren. Der Aufstand des 17. Juni war eine spontane Massenerhebung bzw. eine kollektive Volksbewegung ohne zentrale Führung und ohne einheitliche Strategie. Einige Historiker sehen hierin eine Ursache für das Scheitern des Aufstands.[46]

Die Beteiligung Jugendlicher am Aufstand war sehr hoch. So befanden sich unter den zehn auf den Straßen des Bezirkes Leipzig getöteten Demonstranten bzw. standrechtlich Erschossenen sieben junge Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Weil viele Jugendliche sich an den Zerstörungen von Einrichtungen und Symbolen der SED, des MfS und der FDJ beteiligt hatten, war ihr Anteil an Verhafteten und Verurteilten besonders hoch. Von den vom Bezirksgericht Dresden bis zum 23. Juli 1953 Verurteilten waren 16 % im Alter von 14 bis 18 Jahren, 22 % gehörten der Altersgruppe von 18 bis 20 und 17 % der zwischen 20 und 25 Jahren an. Das heißt, mehr als die Hälfte der Verurteilten waren junge Menschen. Das lag auch daran, dass viele Männer der Jahrgänge vor 1928 oder 1929 im Krieg gefallen waren; einige dieser Jahrgänge waren deutlich dezimiert.

Die Wochenzeitung Die Zeit gedachte am 25. Juni 1953 in einer Traueranzeige acht Berliner Opfern, von denen sechs zwischen 14 und 25 Jahre alt waren.

Der Aufstand des 17. Juni 1953 ließ jeden in der DDR erkennen, dass das SED-Regime nur mit Hilfe sowjetischer Waffen aufrechterhalten wurde. Um einen weiteren Aufstand auszuschließen, baute die Stasi in den kommenden Jahren ein dichtes Netz der Überwachung und Bespitzelung auf. Die „Abstimmung mit den Füßen“ breiter Bevölkerungsschichten unterband Ulbricht schließlich mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Die DDR-Sozialpolitik begünstigte in den folgenden Jahren die Arbeiter der Schwer- und Bauindustrie bei Lohnerhöhungen und Prämien. Die Fürsorge für Rentner und Behinderte blieb dagegen weiterhin auf ein Minimum beschränkt. Die vor 1989 bestehende Opposition formierte sich aus allen Bevölkerungsschichten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 17. Juni 1953 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rede des Parlamentspräsidenten. In: Im Parlament. RBB, 17. Juni 2010, abgerufen am 19. Juni 2012 (dt.).
  2. Michael Lemke.: Der 17. Juni 1953 in der DDR-Geschichte. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. BpB, 2. Juni 2003, abgerufen am 19. Juni 2012 (dt).
  3. In der Sowjetunion streikten vom 22. Juli bis 1. August 1953 die Zwangsarbeiter des Lagers in Workuta, in den Nickelwerken Norilsk kam es ebenfalls 1953/54 zu antistalinistischen Aufständen. Am 28. Juni 1956 legten 15.000 Belegschaftsmitglieder des Stalin-Werkes in Poznan (Zaklady imienia Stalina-Poznan – ZISPO) ihre Arbeit nieder – Posener Aufstand (1956) – und am 23. Oktober 1956 begann der Ungarische Volksaufstand. Der Prager Frühling von 1968 in der Tschechoslowakei, der Aufstand vom Dezember 1970 sowie die August-Streiks von 1980 in Polen und die politischen Ereignisse 1989/90 in Mittel- und Osteuropa folgen ebenfalls dem antistalinistischen Vorbild des 17. Juni 1953.
  4. Militärausgaben einschließlich Besatzungskosten; Torsten Diedrich, Aufrüstungsvorbereitung und -finanzierung in der SBZ/DDR 1948–1953; in Bruno Thoß; Volksarmee schaffen – ohne Geschrei!; Studien zu den Anfängen einer „verdeckten Aufrüstung“ in der SBZ/DDR, München 1994, ISBN 978-3-486-56043-5, S. 272–336, hier S. 329 und 332.
  5. Rüdiger Wenzke, Torsten Diedrich; Die getarnte Armee. Geschichte der Kasernierten Volkspolizei der DDR 1952–1956, Ch. Links, Berlin 2001, ISBN 978-3-86153-242-2; S. 311/312.
  6. Christoph Buchheim: Das Problem des Kaufkraftüberhangs konnte andererseits nur durch eine erneute Geldumtauschaktion im Jahr 1957 zeitweilig gelöst werden. In: Planwirtschaftsimmanente Mängel, Wirtschaftliche Hintergründe des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR, München, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1990 Heft 3, S. 418 ff, hier S. 433.
  7. „Noch gravierender als der Mangel an industriell hergestellten Verbrauchsgütern wirkte sich die Mißernte des Jahres 1952 aus. Sie war eine Folge schlechter Witterungsbedingungen, aber auch der aus ideologischen Gründen betriebenen Sozialisierungskampagne in der Landwirtschaft, die viele Bauern zur Flucht veranlaßt hatte. Zusätzlich verschärft wurde das Defizit an Lebensmitteln für die Bevölkerung noch durch die Anlage größerer Staatsreserven und die steigenden Anforderungen des Militärs. Jedenfalls brach 1953 in der DDR eine Ernährungskrise aus, die mit den Zuständen in der frühen Nachkriegszeit vergleichbar war.“ Christoph Buchheim, Wirtschaftliche Hintergründe des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR, München, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1990 Heft 3, S. 415–433, hier S. 428.
  8. Armin Mitter: Die Bauern und der Sozialismus, in: Der Tag X, 17. Juni 1953: die „innere Staatsgründung“ der DDR als Ergebnis der Krise 1952–1954, Ch. Links Verlag, 1996, ISBN 978-3-86153-083-1, S. 75 ff, hier S. 80–82.
  9. Vgl. dazu Wilfriede Otto (Hrsg.): "Die Bauarbeiter […] erkennen die ihnen diktierte 10 %ige Normenerhöhung nicht an.“, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft II/2003.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRay Furlong: Berliner recalls East German uprising. In: BBC NEWS. 17. Juni 2003, abgerufen am 12. November 2008 (engl.).
  11. Peter Bruhn: Der 16. Juni 1953 bleibt mir unvergeßlich (Augenzeugenbericht)
  12. Egon Bahr erinnert sich: „Wollen Sie den dritten Weltkrieg?“. In: Handelsblatt online, abgerufen am 17. Juni 2013
  13. Der 17. Juni im Thüringen. Jan Schönfelder, Thüringen Journal
  14. Im Visier die DDR. Eine Chronik, Robert Allertz, Verlag Das Neue Berlin, 3. Auflage 2006. ISBN 3-360-01039-6
  15. „Erfüllt wurde nicht eines der Verlangen, im Gegenteil. Nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes verstärkte die SED ihre Repressionen durch eine forcierte Militarisierung aller Lebensbereiche und durch den Ausbau des Bespitzelungsapparates.“ In: Die Politische Meinung (6/2003) Volker Koop, Ziele und Zeugnisse des 17. Juni 1953. Der Wille des ganzen Volkes, 2003.
  16. „Eine differenzierte Analyse der in der Realität vorhandenen, schwerwiegenden, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme des real existierenden Sozialismus fand bis zum Ende der DDR nicht statt.“; Hermann-Josef Rupieper (Hrsg.), und das Wichtigste ist doch die Einheit. Der 17. Juni 1953 in den Bezirken Halle und Magdeburg. LIT 2003, ISBN 978-3-8258-6775-1, S. 10–11.
  17. Dierk Hoffmann: Otto Grotewohl (1894–1964). Eine politische Biographie. Oldenbourg, München 2009, ISBN 978-3-486-59032-6, S. 544
  18. Kimmo Elo, Die Systemkrise eines totalitären Herrschaftssystems und ihre Folgen. Eine aktualisierte Totalitarismustheorie am Beispiel der Systemkrise in der DDR 1953, LIT 2006 ISBN 978-3-8258-8069-9, S. 169.
  19. Andreas Malycha, Peter Jochen Winters Die SED: Geschichte einer deutschen Partei. Beck, München, ISBN 3-406-59231-7, S. 122, 124/125. Stefan Wolle: Die Kampagne der SED-Führung gegen den „Sozialdemokratismus“. In: Der Tag X, 17. Juni 1953: die „Innere Staatsgründung“ der DDR als Ergebnis der Krise 1952–1954. Ch. Links Verlag, 1996, ISBN 978-3-86153-083-1, S. 243–277.
  20. Karl Eduard von Schnitzler – Der Anschlag auf den Frieden ist gescheitert. 17juni53.de. Abgerufen am 28. Mai 2012.
  21. Akademie der Wissenschaften der DDR, Zentralinstitut für Geschichte (Hg.): DDR, Werden und Wachsen. Zur Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin (Ost) 1974, S. 242 f.
  22. Siehe hierzu auch: Kurt Gossweiler: Hintergründe des 17. Juni, pdf (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive)
  23. Guido Knopp: Der Aufstand des 17. Juni 1953, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1. Auflage 2003, ISBN 3-455-09389-2, S. 227.
  24. Guido Knopp: Der Aufstand des 17. Juni 1953, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1. Auflage 2003, ISBN 3-455-09389-2, S. 228.
  25. Bundesgesetzblatt 1953 Teil I Nr. 45 vom 7. August 1953, S. 778; aufgehoben durch den Einigungsvertrag.
  26. Bundesgesetzblatt 1963 I, S. 397 f.
  27. Art. 2 EinigungsvertragVorlage:Art./Wartung/buzer
  28.  Henning Hoff: Großbritannien und die DDR 1955–1973: Diplomatie auf Umwegen. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003, ISBN 978-3-486-56737-3, S. 43.
  29. Siehe auch: „Der Fall Berija. Protokoll einer Abrechnung. Das Plenum des ZK der KPdSU. Juli 1953, Stenografischer Bericht“, herausgegeben und aus dem Russischen übersetzt von Viktor Knoll und Lothar Kölm, Aufbau Taschenbuch Verlag Berlin, 1. Auflage 1993, ISBN 3-7466-0207-6.
  30. Heidi Roth: Der 17. Juni 1953 in Sachsen, Sonderausgabe für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der Technischen Universität Dresden, S. 89.
  31. Heidi Roth: Der 17. Juni 1953 in Sachsen, Sonderausgabe für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der Technischen Universität Dresden, S. 90.
  32. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTote des 17. Juni 1953. In: 17. Juni 1953. 2004, abgerufen am 12. November 2008.
  33. 17juni53.de: Alfred Diener
  34. 17juni53.de: Willi Göttling
  35. 17juni53.de: Alfred Dartsch
  36. 17juni53.de: Herbert Stauch
  37. Guido Knopp: Der Aufstand des 17. Juni 1953, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1. Auflage 2003, ISBN 3-455-09389-2, S. 218 ff.
  38. Klaus Schroeder, Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR, Bayerische Landeszentrale für politische Bildung, München 1998, S. 124
  39. Ilko-Sascha Kowalczuk: 17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR. Ursachen – Abläufe – Folgen, Bremen 2003, S. 257 f.; Torsten Diedrich, Waffen gegen das Volk – oder – Macht und Ohnmacht des Militärs, in: Roger Engelmann/Ilko-Sascha Kowalczuk (Hrsg.): Volkserhebung gegen den SED-Staat, Göttingen 2005, S. 58–83, hier 82
  40. Heidi Roth: Der 17. Juni 1953 in Sachsen, Sonderausgabe für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der Technischen Universität Dresden, S. 67.
  41. Werner van Bebber, Der Aufstand begann nicht an der Stalinallee; Der Tagesspiegel vom 17. Juni 2010; abgerufen am 27. November 2010; siehe auch Klaus Wiegrefe: Ein deutscher Aufstand. In: Der Spiegel, 21. Februar 2006, abgerufen am 27. November 2010
  42. Paul Othma bemüht sich, Gewalt einzudämmen, und versucht, das Streikkomitee als neue Machtzentrale durchzusetzen.
  43. Kurzbiografie
  44. Guido Knopp, Der Aufstand des 17. Juni 1953, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1. Auflage 2003, ISBN 3-455-09389-2, S. 227
  45. Bitterfelder Telegramm an die Regierung der DDR
  46. Guido Knopp: Der Aufstand des 17. Juni 1953, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1. Auflage 2003, ISBN 3-455-09389-2, S. 10 f.
  47. Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags; books.google.de