FC Gütersloh 2000

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FC Gütersloh 2000
FC Gütersloh 2000 Logo.svg
Voller Name Fußball-Club Gütersloh 2000 e.V.
Ort Gütersloh, Nordrhein-Westfalen
Gegründet 23. Februar 2000
Vereinsfarben grün-blau-weiß
Stadion Heidewaldstadion
Plätze 12.500
Präsident Bernd Ruhnke (1. Vorsitzender)
Trainer Holger Wortmann
Homepage www.fcguetersloh.com
Liga Oberliga Westfalen
2012/13 8. Platz
Heim
Auswärts

Der FC Gütersloh 2000 (vollständiger Name: Fußball-Club Gütersloh 2000 e.V., abgekürzt: FCG) ist ein Fußballverein in Gütersloh, der etwa 530 Mitglieder hat (Stand Juli 2010). Gegründet wurde der Verein am 23. Februar 2000 als Nachfolger des ehemaligen Zweitligisten FC Gütersloh. Die erste Mannschaft spielt ab 2012 in der fünftklassigen Oberliga Westfalen. Die Heimspiele werden im 12.500 Zuschauer fassenden Heidewaldstadion ausgetragen. Die Vereinsfarben sind grün-weiß-blau.

Im August 2011 sprach der TÜV Nord dem FC Gütersloh 2000 das Prüfsiegel nach der Norm DIN EN ISO 9001:2008 zu. Der FCG ist damit der erste Fußballverein in Deutschland, der mit einer geprüften Qualität werben darf.[1] Der FC Gütersloh 2000 hatte bis 2009 eine Abteilung für Frauen- und Mädchenfußball. Die erste Mannschaft spielte in der 2. Bundesliga Nord. Im Jahre 2009 spaltete sich die Abteilung vom Hauptverein ab und gründete mit dem FSV Gütersloh 2009 einen eigenständigen Verein.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stammvereine[Bearbeiten]

Der FC Gütersloh 2000 ist ein Produkt zahlreicher Vereinsfusionen und -abspaltungen. Im Jahre 1918 gründete sich die Sportvereinigung 1918 Gütersloh. Am 9. Februar 1925 spaltete sich der Deutsche SC 1925 Gütersloh ab. Dieser fusionierte 1933 mit dem Verein Spiel und Sport 1923 Gütersloh, der bis 1923 die Fußballabteilung des am 7. September 1879 gegründeten Gütersloher Turnverein bildete, zum Sportverein Arminia Gütersloh. Ebenfalls 1923 gründete sich der Verein DJK Gütersloh, der sich erst in VfK Gütersloh umbenannte und 1935 dem Sportverein Arminia Gütersloh beitrat. Im August 1945 fusionierten die Sportvereinigung 1918 und der Sportverein Arminia zur Sportvereinigung Arminia Gütersloh.[2] Größter sportlicher Erfolg vor dem Zweiten Weltkrieg war der Aufstieg in die damals erstklassige Bezirksliga Westfalen 1931. Nach nur einer Saison musste die Mannschaft die Liga als Tabellenletzter der Ostgruppe wieder verlassen.

SV Arminia Gütersloh (1945 bis 1978)[Bearbeiten]

Hauptartikel: SVA Gütersloh

Logo des SV Arminia Gütersloh

Die Mannschaft der SV Arminia Gütersloh wurde allgemein als die „Grünen“ bezeichnet und stand in enger Verbindung mit dem Verlag und Medienkonzern Bertelsmann, der vielen Spielern Arbeitsplätze bot. 1951 stieg die Mannschaft in die höchste westfälische Amateurliga auf und wurde 1956 Staffelsieger. Damit gehörte die Arminia zu den Gründungsmitgliedern der Verbandsliga Westfalen. 1963 stieg die Arminia ab. Vier Jahre später gelang der Wiederaufstieg, womit auch der Zweikampf um die Vorherrschaft im Gütersloher Fußball mit der DJK begann, der vom Kicker als „Fußballkrieg“ bezeichnet wurde.[2]

Im Jahre 1971 gelang der Aufstieg in die damals zweitklassige Regionalliga West. Die Qualifikation für die 1974 eingeführte 2. Bundesliga wurde jedoch verpasst. In den Jahren 1975 wurde die Aufstiegsrunde im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft gegen Westfalia Herne verpasst. Zwei Jahre später scheiterten die Gütersloher in der Aufstiegsrunde. Als Neunter der Verbandsligasaison 1977/78 qualifizierte sich die SVA sportlich für die neu geschaffene Oberliga Westfalen.

DJK Gütersloh (1953 bis 1978)[Bearbeiten]

Hauptartikel: DJK Gütersloh

Logo der DJK Gütersloh

Im Jahre 1953 spalteten sich die Vereine DJK Blau-Weiß Gütersloh und DJK Gütersloh-Süd vom SVA ab. Beide Vereine gehörten dem Verband Deutsche Jugendkraft an, spielten auf Kreisebene und fusionierten 1963 zur DJK Gütersloh. Ein Jahr später begann der Möbelfabrikant Willy Stickling sein Engagement bei den „Blauen“, wie die Spieler der DJK genannt wurden. Bereits 1968 stieg die DJK, von den Anhängern der Arminia als „Kirchenelf“ verspottet,[2] in die Verbandsliga auf, wo die „Blauen“ auf Anhieb Meister wurden und in die Regionalliga aufstiegen.

1974 qualifizierte sich die DJK für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Nach einem 14. Platz in der Saison 1974/75 folgte ein Jahr später als Vorletzter der Abstieg in die Verbandsliga, ehe 1978 die Qualifikation für die neu geschaffene Oberliga Westfalen geschafft wurde.

FC Gütersloh (1978 bis 2000)[Bearbeiten]

Hauptartikel: FC Gütersloh

Logo des FC Gütersloh

Am 12. Mai 1978 fusionierten die Fußballabteilungen von SVA und DJK Gütersloh zum FC Gütersloh. Der Zusammenschluss war eine Vernunftehe, da beide Seiten zur Einsicht gekommen waren, dass sie gemeinsam mehr für den Gütersloher Fußball erreichen konnten. Der neue Verein etablierte sich in der Spitzengruppe der Oberliga Westfalen und wurde 1982 Vizemeister. Ein Jahr später sorgten Querelen mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen für Unruhe im Verein. Mit Unterstützung des Haushaltsgeräteherstellers Miele lockte der Verein Ex-Profis mit statutenwidrigen Gehältern. In erster Instanz wurde die Mannschaft in die Verbandsliga strafversetzt. Diese Entscheidung wurde erst in einen Punktabzug und schließlich in eine Geldstrafe abgeschwächt.[2]

Sportlich wurde der FCG Meister, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. 1990 musste die Mannschaft überraschend absteigen, schaffte aber den sofortigen Wiederaufstieg. Saison 1995 schaffte der FCG als Meister den Aufstieg in die Regionalliga und marschierte ein Jahr später sensationell in die 2. Bundesliga durch. In der Saison 1997/98 spielte der FCG lange um den Aufstieg in die Bundesliga mit und wurde schließlich Fünfter.

Ein Jahr später stiegen die Gütersloher ab und mussten während der Regionalligasaison 1999/2000 Insolvenz anmelden. Insgesamt neun Millionen Mark Schulden drückten den Verein. Am 14. Februar 2000 wurde der Verein aufgelöst und die erste Männermannschaft wurde vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet.[3] Die weiteren Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften konnten dagegen ihre Spiele ordentlich zu Ende bringen.

FC Gütersloh 2000 (seit 2000)[Bearbeiten]

Logo des FC Gütersloh 2000 bis August 2010

Drei Tage nach der Auflösung des FC Gütersloh wurde mit dem FC Gütersloh 2000 ein Nachfolgeverein gegründet, der mit dem insolventen alten Verein fusionierte. Das neue Präsidium fand eine Lücke in der Satzung des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes, die es dem neuen Verein erlaubte, in der Saison 2000/01 in der viertklassigen Oberliga Westfalen einen Neubeginn zu starten. Diese Entscheidung wurde von Vertretern anderer Vereine heftig kritisiert.[2]

Mit einer völlig neuen Mannschaft nahm der FCG den Spielbetrieb in der Oberliga auf und belegte weitestgehend Plätze in der oberen Tabellenhälfte. Die Spielzeiten 2002/03 und 2005/06 ragten dabei heraus, als die Mannschaft jeweils den dritten Platz belegte. Als Tabellenzehnter qualifizierte sich der FC Gütersloh 2000 in der Saison 2007/08 für die neu geschaffene NRW-Liga, die die Oberligen Westfalen und Nordrhein ab 2008 ablösen sollte. Nach einem 2:0-Auftaktsieg über die Hammer Spvg war Gütersloh erster Tabellenführer der NRW-Liga. Schnell rutschte die Mannschaft jedoch in den Tabellenkeller hinab und musste am Saisonende in die sechstklassige Westfalenliga absteigen.

Während der Saison 2009/10 verhandelte der Vorstand des SC Wiedenbrück 2000 mit dem des FC Gütersloh 2000 über eine Fusion der beiden Vereine. Hintergrund waren die möglichen Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes für das Stadion bei einem Regionalligaaufstieg der Wiedenbrücker. Als Spielort war das Gütersloher Heidewaldstadion im Gespräch. Die Fusionsgespräche wurden jedoch von Wiedenbrücker Seite abgebrochen. Beide Vereine wollten schuldenfrei in die Fusion gehen, was von Gütersloher Seite nicht sichergestellt werden konnte.[4] 2012 qualifizierte sich der FC für die wieder eingeführte Oberliga Westfalen.

Am 27. Oktober 2013 stellten die Gütersloher bei der 5:8-Niederlage gegen die SpVgg Erkenschwick den Oberligarekord für das torreichste Spiel ein. 13 Tore gab es zuvor in der Saison 1985/86 beim 7:6-Sieg der DJK Hellweg Lütgendortmund im Spiel gegen die Sportfreunde Siegen.[5]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Kreispokalsieger 2003, 2004, 2005, 2007, 2012
  • In der Ewigen Tabelle der Oberliga Westfalen belegt der FC mit 1277 Punkten aus 826 Spielen den ersten Rang. Dabei sind die Leistungen des FC Gütersloh mit berücksichtigt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Kader Saison 2013/14[Bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
21 Michael Arnolds DeutschlandDeutschland
01 Michael Joswig DeutschlandDeutschland
0? Christopher Rump DeutschlandDeutschland
0? Sebastian Tiszai DeutschlandDeutschland
19 Lars Beuckmann DeutschlandDeutschland
20 Leon Farrer DeutschlandDeutschland
0? Lasse Fischer-Riepe DeutschlandDeutschland
13 Fatih Gürer DeutschlandDeutschland TurkeiTürkei
03 Thomas Rath DeutschlandDeutschland
02 Simon Schubert DeutschlandDeutschland
16 Gerrit Weinreich DeutschlandDeutschland
14 Marc Birkenhake DeutschlandDeutschland
07 Manuel Bölstler DeutschlandDeutschland
05 Tim Brinkmann DeutschlandDeutschland
06 Florian Kraus DeutschlandDeutschland
10 Janis Kraus DeutschlandDeutschland
18 Lucas Meiertoberens DeutschlandDeutschland
08 Matthäus Wieckowicz DeutschlandDeutschland
11 Tim Ruhland DeutschlandDeutschland
09 Vadim Thomas DeutschlandDeutschland KasachstanKasachstan
15 Tugay Yilmaz TurkeiTürkei

Zu- und Abgänge zur Saison 2013/14[Bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Michael Arnolds (SC Wiedenbrück 2000)
Marc Birkenhake (Delbrücker SC)
Manuel Bölstler (Karlsruher SC)
Fatih Gürer (Arminia Bielefeld II)
Gianluca Marzullo (Bayer 04 Leverkusen II)
Thomas Rath (SV Lippstadt 08)
Tim Ruhland (Rot-Weiß Maaslingen)
Christian Schröer (Arminia Bielefeld II)
Vadim Thomas (SV Höxter)
Gerrit Weinreich (eigene Jugend)
Matthäus Wieckowicz (TuS Dornberg)
Tugay Yilmaz (Preußen Münster U-19)
Yakup Akbayram (SC Melle 03)
Roman Beckel (SC Peckeloh)
Steven Degelmann (TuS Wiescherhöfen)
Manuel Eckel (SV Rödinghausen)
Stephan Eggert (SC Herford)
Martin Fuhsy (SC Herford)
Benjamin Kolodzig (SV Lippstadt 08)
Dennis Kroos (SC Herford)
Stefan Parensen (SV Lippstadt 08)
Tobias Rebert (SC Roland Beckum)
Pascal Röber (SC Herford)
Lennard Warweg (TuS Dornberg)

Zu- und Abgänge während der Saison 2013/14[Bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Lasse Fischer-Riepe (SV Lippstadt 08)
Sebastian Tiszai (AO Kavala)
Julius Eckert (Rot Weiss Ahlen)
Deniz Eren (SV Avenwedde)
Ilias Manoltsis (unbekannt)
Gianluca Marzullo (1. FC Lokomotive Leipzig)

Ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

  • 2000 - 9. November 2001: Georg Kreß
  • 10. November 2001 - 2002: Oliver Ruhnert
  • 2002 - 2003: Maik Walpurgis
  • 2003 - Dezember 2004: Rob Reekers
  • Januar 2005 - 2005: Fritz Grösche
  • 2005 - 2006: Jörg Weber
  • 2006 - April 2007: Thomas Stratos
  • April 2007 - 2007: Jörg Retzer / Wolfgang Grübel
  • 2007 - 2009: Alfons Beckstedde
  • 2009 - Dezember 2011: Dirk Flock
  • seit Januar 2012: Holger Wortmann

Weitere Mannschaften[Bearbeiten]

Heidewaldstadion, von der Sitzplatztribüne aus aufgenommen
Holger Wortmann als FCG-Trainer 2013
Der FCG beim Gastspiel in Hamm, 2013

Die zweite Mannschaft des FCG spielt in der Saison 2012/13 in der Kreisliga B. Seine erfolgreichste Zeit hatte die Mannschaft von 2000 bis 2002 sowie von 2006 bis 2010, als die Gütersloher Reserve in der Bezirksliga antrat. Nach zwei Abstiegen in Folge ist die Kreisliga B seit 2012 die sportliche Heimat. Im Nachwuchsbereich spielt die A-Jugend in der Landesliga, während die B- und C-Jugend in der Bezirksliga antritt.

Stadion[Bearbeiten]

Hauptartikel: Heidewaldstadion

Heimspielstätte des FC Gütersloh 2000 ist das Heidewaldstadion im Stadtteil Sundern. Das Stadion wurde im Jahre 1933 eröffnet und hieß bis 1945 Adolf-Hitler-Kampfbahn. 1972 wurde das Heidewaldstadion für zwei Millionen Mark in ein reines Fußballstadion mit 15.000 Plätzen umgebaut. Die letzte Renovierung fand im Jahre 1997 statt. Heute liegt das Fassungsvermögen bei 12.500 Plätzen. Bereits die FCG 2000-Vorgänger SVA, DJK und FC Gütersloh nutzten das Stadion ebenso wie der Frauenfußballverein FSV Gütersloh 2009.

Frauen- und Mädchenfußball[Bearbeiten]

Hauptartikel: FSV Gütersloh 2009

Im Jahre 1984 wurde beim FC Gütersloh eine Frauenmannschaft gegründet. 2001 stieg die Mannschaft in die damals zweitklassige Regionalliga West auf und wurde zwei Jahre später Meister dieser Klasse. In der Aufstiegsrunde zur Bundesliga belegte die Mannschaft allerdings den letzten Platz. Ein Jahr später qualifizierte sich das Team für die neu eingeführte 2. Bundesliga, wo die Mannschaft noch heute spielt.

Der größte Erfolg der Abteilung war der Gewinn der deutschen Meisterschaft der B-Juniorinnen im Jahre 2002 durch einen 2:1-Sieg beim FCR 2001 Duisburg. 2007 gewannen die B-Juniorinnen das Gütersloher Hallenmasters, die inoffizielle deutsche Hallenmeisterschaft.

Um sich besser vermarkten zu können, gründete die Abteilung im Frühjahr 2009 mit dem FSV Gütersloh 2009 einen eigenständigen Verein. Durch die Zustimmung zur Abspaltung durch den Hauptverein konnte der FSV 2009 den Platz in der 2. Bundesliga übernehmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FC Gütersloh erster Verein mit Qualitätssiegel. Neue Westfälische, abgerufen am 1. September 2013.
  2. a b c d e  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 193.
  3. Abpfiff für einen Traditionsverein. Kicker-Sportmagazin, abgerufen am 1. September 2013.
  4. Sven: Die Fusion zwischen den Wiedenbrück und Gütersloh gescheitert. Fanclub Lotte, abgerufen am 16. Juni 2013.
  5. Elmar Redemann: FCG und ESV stellen Oberliga-Rekord ein! RevierSport, abgerufen am 28. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FC Gütersloh 2000 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.8916666666678.3883333333333Koordinaten: 51° 53′ 30″ N, 8° 23′ 18″ O