Fliegerhorst Erding

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Fliegerhorst Erding
Erding Airfield Aerial.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ETSE
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km nordöstlich von Erding
Basisdaten
Eröffnung 1935
Fläche etwa 12 km² ha
Start- und Landebahn
08/26 2521 m × 30 m Beton



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Der Fliegerhorst Erding ist ein Militärflugplatz der Luftwaffe nordöstlich von Erding im Raum München. Heute ist dort das Waffensystemunterstützungszentrum 1 stationiert. Nach Köln-Wahn ist Erding der zweitgrößte Luftwaffenstützpunkt in Deutschland.

Am Rande des Fliegerhorst Geländes baute die Firma IABG 2011 eine Halle für dynamische Tests von Airbus-A350-Bauteilen. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

Luftbild des Fliegerhorsts

Der Fliegerhorst wurde 1935 von der Luftwaffe der damaligen Wehrmacht errichtet. In der weiteren Folge lagen hier ab 1941 verschiedene fliegende Überführungseinheiten, wie die Überführungsstelle Erding, das Überführungskomanndo Luftzeuggruppe 3, die Gruppe Süd/Flugzeugüberführungsgeschwader 1 und die Flugzeugschleuse Luftflottenkomanndo 2. Von April bis Dezember 1944 war die 10. (Ergänzungs-) Staffel des Kampfgeschwaders 51 hier stationiert. Erst im April 1945 kam mit der III./KG(J) 54 eine aktive fliegende Einheit auf den Platz, die von hier aus mit ihren Messerschmitt Me 262 startete.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzte und nutzte die US-Luftwaffe Airfield R.91, so die damalige alliierte Code-Bezeichnung.

Am 14. Dezember 1957 wurde die gesamte Anlage an die neugegründete Luftwaffe der Bundeswehr übergeben.

Williamsville, die für Militärangehörige gebaute Siedlung aus Mehrfamilienhäusern entlang der heutigen Rotkreuzstraße, ist benannt nach First Lieutenant Leland V. Williams, einem US-amerikanischen Luftbrückenpilot, der 1948 auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Berlin im Taunus abstürzte[3]. Die bronzene Gedenktafel zu seinen Ehren wurde vom „Verein Freunde der Stadt Erding“ 2008 erneuert.[4]

In den frühen 1990er Jahren wurde der aktive Flugbetrieb, auch wegen der unmittelbaren Nähe zum Münchener Flughafen „Franz Josef Strauß“, eingestellt. Bereits seit den späten 1980er Jahren fanden keine Tiefflüge über Erding und den benachbarten Landkreisen mehr statt.

Bis Ende 2012 fungierte der Fliegerhorst als Standort des Luftwaffeninstandhaltungsregiments 1 und Instandsetzungs-Flugplatz für die Maschinen der deutschen Luftwaffe, vorwiegend Tornados.

Testflüge werden nach wie vor absolviert.

Zivile Ausbildungswerkstatt[Bearbeiten]

Seit der Gründung der Ausbildungswerkstatt 1960 wird im Fliegerhorst eine duale Ausbildung durchgeführt. Seitdem haben über 1600 Lehrlinge (Stand August 2013) die verschiedenen Berufsausbildungen durchlaufen. Aktuell werden folgende Berufe ausgebildet: [5]

Neben den Fertigkeiten wie Planung und Organisation von Arbeiten, Herstellen von Baugruppen und Analyse und Beheben von Störungen sind Sicherheit am Arbeitsplatz und der Umweltschutz im Betrieb Inhalt der Berufsausbildung. Dabei durchlaufen die Auszubildenden in der (normalerweise) 3 ½ Jährigen Ausbildung nach fundierten Grundbildungen verschieden Abteilungen und Fachwerkstätten.

In der Berufsgruppe Fluggerätemechaniker werden die Auszubildenden 12 Monate an verschiedenen Typen von Lehrflugzeugen geschult. So stehen ua. Tornado, Starfighter und ab Herbst 2013 eine BO 105 zur Verfügung. Im Anschluss ist der Auszubildende in der betrieblichen Wartungs- und Instandsetzungsprozess mit eingebunden. [6]

Durch überbetriebliche Ausbildungsabschnitte bei Kooperationspartnern werden betriebsübergreifende Abläufe den Auszubildenden vermittelt. Im Beruf Elektroniker für Geräte und Systeme erfolgt die Ausbildung überwiegend betragsmäßig. Ein Ausbildungsmeister und Ausbilder betreuen die Auszubildenden in speziellen Fachwerkstätten. Jeder Auszubildende hat dabei seinen eigenen mit Mess- und Prüfgeräten ausgestatteten Arbeitsplatz. Während der gesamten Ausbildung werden durch Unterrichte und praktische Übungen die Kenntnisse erworben und vertieft.

An die Ausbildungswerkstatt angegliedert ist ein Wohnheim, in dem Auszubildenden untergebracht werden können. [7]

Flugtage[Bearbeiten]

Während der aktiven Zeit der deutschen Luftwaffe am Fliegerhorst Erding wurden mehrere öffentliche Flugtage im militärischen Rahmen mit Flugvorführungen veranstaltet, zuletzt im Sommer 1986.

Seit dem Flugtagunglück von Ramstein 1988 und der Einstellung des militärischen Flugbetriebs gab es in den Jahren 1996 und 2006 noch Tage der offenen Tür, bei denen lediglich Überflüge mit deutschen Tornados stattfanden.

Einmal jährlich lädt der in Erding ansässige Fliegerclub zu einem zivilen FlyIn ein. An diesem Tag ist es auch externen Maschinen erlaubt, auf dem Flugplatz Erding zu landen.

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Blick in die Turnhalle während der Einkleidung für die Olympischen Winterspiele 2014.

Seit 1968 ist als ziviler Mitbenutzer der Fliegerclub Erding mit Bundeswehrsportfluggruppe e. V. auf dem Fliegerhorst Erding.

Die Luftsportvereinigung Albatros e.V. betreibt seit der Öffnung des Flughafens München „Franz Josef Strauß“ ihre Motorsegler auf dem Gelände des Fliegerhorsts Erding als zweiter Verein neben dem Fliegerclub Erding.

Traditionell finden alle vier Jahre die Einkleidungen der deutschen Olympioniken für die Olympischen Winterspielen in der Sporthalle des Fliegerhorstes statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Münchner Merkur vom 21. Mai 2011 (abgerufen am 26. November 2013)
  2. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), S. 159–160, abgerufen am 14. September 2014
  3. Fliegerhorst Erding als wichtige Drehscheibe der Berliner Luftbrücke, Münchner Merkur
  4. Gedenktafel in der Siedlung Williamsville
  5. Gedenktafel in der Siedlung Williamsville
  6. [1]
  7. [2]