Goldkronach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Goldkronach
Goldkronach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Goldkronach hervorgehoben
50.01138888888911.687222222222443Koordinaten: 50° 1′ N, 11° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 443 m ü. NHN
Fläche: 23,24 km²
Einwohner: 3591 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95497
Vorwahl: 09273
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 143
Stadtgliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 2
95497 Goldkronach
Webpräsenz: www.goldkronach.de
Bürgermeister: Holger Bär (FWG)
Lage der Stadt Goldkronach im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger Land Bayreuth Bayreuth Landkreis Hof Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Landkreis Tirschenreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Amberg-Sulzbach Prüll Warmensteinacher Forst-Nord Waidacher Forst Waidacher Forst Veldensteiner Forst Neubauer Forst-Nord Waischenfeld Lindenhardter Forst-Südost Lindenhardter Forst-Nordwest Langweiler Wald Bayreuth Heinersreuther Forst Goldkronacher Forst Glashüttener Forst Forst Neustädtlein am Forst Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Emtmannsberg Haag (Oberfranken) Seybothenreuth Creußen Warmensteinach Weidenberg Schnabelwaid Prebitz Plech Mistelgau Mistelbach (Oberfranken) Hummeltal Hummeltal Heinersreuth Goldkronach Glashütten (Oberfranken) Gesees Gefrees Eckersdorf Bischofsgrün Bischofsgrün Bindlach Betzenstein Bad Berneck im Fichtelgebirge Speichersdorf Kirchenpingarten Waischenfeld Plankenfels Pegnitz (Stadt) Mehlmeisel Hollfeld Fichtelberg (Oberfranken) Aufseß Ahorntal Bischofsgrüner Forst Pottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild
Blick auf Goldkronach vom Leisauer Berg

Goldkronach (fränkisch Gronich) ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bayreuth. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Fuß des Fichtelgebirges, etwa 14 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Bayreuth. Ihre erste Blütezeit erlebte die Stadt im Mittelalter durch den Goldbergbau, der erst seit den 1920er Jahren endgültig eingestellt ist.

Name, Wappen und Fahne[Bearbeiten]

Wappen am Rathaus

Goldkronach hieß ursprünglich Cronach oder Kranach. Während der erste Namensteil unzweifelhaft später hinzukam und auf die reichen Edelmetallvorkommen verweist, ist der zweite, ältere Teil wohl slawischen Ursprungs.[2] Er stammt wahrscheinlich aus der Zeit bis zum 10. Jahrhundert, als auf dem Gebiet des heutigen Bezirks Oberfranken slawische oder sorbische Einflüsse eine Rolle bei dessen Besiedlung spielten.[3] Von diesem älteren Namensteil leitet sich wohl auch der Dialektausdruck Gronich ab, in neuester Zeit und besonders bei Jugendlichen findet sich mitunter auch der Spitzname Gold City.

Aus dem Jahr 1559 stammt das älteste bekannte Siegel der Stadt. In der Umschrift SIGILLVM OPPIDI GOLTCRONACH befindet sich ein gevierter Schild: In den Feldern 1 und 4 eine edelsteinbesetzte Krone in silber, in 2 und 3 die Zollernvierung. Auch heute ist das Wappen geviert; 1 schräg geteilt von Schwarz und Silber; 2 und 3 schräglinks geteilt von Rot und Silber, in Rot je eine goldene Königskrone; 4 schräg geteilt von Silber und Schwarz. Der Hinweis auf die Zollernvierung blieb mit der schwarz-weißen Schrägteilung erhalten, die goldenen Kronen stehen redend für den Namen der Stadt.[4] Die Fahne der Stadt Goldkronach ist rot und gold, ihr wird das Wappen hinzugefügt.

Geographie[Bearbeiten]

Wegweiser am Ortseingang
Informations-Pavillon an einem Geopunkt oberhalb von Goldkronach
Kulturlandschaft zwischen Kottersreuth und Leisau

Geographische Lage[Bearbeiten]

Goldkronach liegt an der Kronach, die das Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten durchfließt. Sie entspringt mit mehreren Quellbächen westlich von Warmensteinach. Die Kronach prägt den Marktplatz des Hauptortes, trieb in früherer Zeit - auch über den eigens angelegten Mühlbach - zwei Wassermühlen an und mündet bei Himmelkron in den Weißen Main. Während sich im flacheren Süden und Westen des Gemeindegebietes, vor allem im Kronachtal, landwirtschaftliche Nutzflächen befinden, markieren die großteils bewaldeten Höhen im Norden und Osten den Aufstieg zum Fichtelgebirge.

Geologie und Goldvorkommen[Bearbeiten]

Goldkronach liegt direkt auf der Fränkischen Linie, einer geologischen Störung. Sie trennt die erdgeschichtlich wesentlich älteren, harten Gesteine des Fichtelgebirges von den jüngeren, weichen Gesteinen des Vorlandes. An diesem Bruch in der Erdkruste, einer der bedeutendsten tektonischen Bruchzonen Europas, senkte sich die Vorland-Scholle, während jene des Fichtelgebirges sich hob. So ergibt sich die bemerkenswerte Situation, dass im Stadtgebiet Goldkronachs Gesteinsarten aus mehreren erdgeschichtlichen Perioden an der Oberfläche zu finden sind.[5]

Auf diese erdgeschichtlichen Verwerfungen sind die Goldvorkommen zurückzuführen. Sie sind auf einen kleinen Raum um den Goldberg begrenzt. Vermutlich nahmen sie ihren Ursprung in Sedimenten und Lavagesteinen mit einem geringen Goldgehalt. Eine genaue Datierung der Goldvererzung steht noch aus. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Goldquarzgänge am Goldberg in Zusammenhang mit der Bildung der Alpen in der Kreidezeit stehen.[6] Auskunft über die Erdgeschichte geben seit wenigen Jahren die Goldkronacher Geopunkte, die von der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Geopark Bayern-Böhmen und der Wohlfühlregion Fichtelgebirge errichtet wurden. Zudem werden auch geführte Touren angeboten.[7]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Goldkronach besteht aus insgesamt 29 Stadtteilen[8]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Brandholz, Dressendorf, Goldkronach, Leisau, Nemmersdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Goldkronach grenzt an folgende Städte, Gemeinden und gemeindefreien Gebiete (beginnend im Norden, dem Uhrzeigersinn folgend): Bad Berneck im Fichtelgebirge, Goldkronacher Forst, Weidenberg, Bayreuth und Bindlach.

Naturschutz[Bearbeiten]

  • Moosmüller-Keller in Goldkronach (Geotop-Nummer 472A012).
  • Ehemaliger Steinbruch an der Otterleite bei Goldkronach (Geotop-Nummer 472A013).
  • Rotliegend-Keller unter dem Schloss Nemmersdorf (Geotop-Nummer 472A014).
  • Kellergasse Goldkronach (Geotop-Nummer 472A017).
  • Schmutzler-Stollen östlich von Goldkronach (Geotop-Nummer 472G003).
  • Diabasfelsen Frankenberg bei Brandholz (Geotop-Nummer 472R002).

Geschichte[Bearbeiten]

Die 1852 geweihte Stadtkirche St. Erhard
Die Friedhofskirche, errichtet 1765
Büste Alexander von Humboldts vor Schloss Goldkronach
Eine Inschrift erinnert an Alexander von Humboldt
Schloss Leisau

Erste Siedlung und Beginn des Bergbaus[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Goldkronachs geht auf ein Lehensverzeichnis zurück, das im Jahr 1317 angefertigt wurde. Darin sind Orte der Region aufgeführt, die vor der Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 bestanden – unter anderem das dorf kranach. So ist es wahrscheinlich, dass die erste Ansiedlung bereits vor dem Jahr 1000 an der alten Handelsstraße nach Böhmen entstand.[9]

Schon im 13. Jahrhundert lässt sich Bergbau nachweisen. Überall im Fichtelgebirge grub man nach Zinn, Silber, Eisen – und Gold. Goldkronach, das wie die gesamte Umgebung zum Besitz der Grafen von Andechs zählte, wurde dabei an Goldberg und Zoppatenbach das ertragreichste Gebiet des Reiches zugeschrieben. Seitdem ist die Geschichte des Ortes eng mit dem Bergbau verwoben. Über die Grafen vor Orlamünde, ein Adelsgeschlecht mit thüringischen Wurzeln, erlangten die zollerschen Burggrafen von Nürnberg 1342 die Herrschaft über den Ort und die damals existierende Burg, die Veste Goldeck.[10]

Blüte des Bergbaus und Stadterhebung[Bearbeiten]

Das Dorf cranach oder kranach gewann durch den Abbau der Edelmetallvorkommen zusehends an Bedeutung. Burggraf Friedrich V. erhob den Ort am 29. September 1365 zur Stadt. Damit gestand er gleichzeitig die Übernahme des Iglauer Bergrechts zu – die sogenannte Bergfreiheit. Ansässige und künftige Siedler sollten nach dieser Urkunde „Schutz und Schirm, Freiheit und Recht ohne Ansehen der Person, ob arm oder reich“ erhalten[11] Aus dem Jahr 1398 stammt der erste schriftliche Nachweis des Namens Goldtkranach. In Bayreuth und in Schwabach ließ man Gulden aus Goldkronacher Gold prägen.

Der bescheidene Wohlstand, den der wirtschaftliche Aufschwung mit sich brachte, spiegelt sich in der 1413 errichteten Kapelle, die – wie ihre Nachfolgebauten – dem heiligen Erhard geweiht wurde. Der letzte erhaltene Überrest ist in den Eingangsbereich des Kirchenbaus aus dem 19. Jahrhundert integriert. Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts befand sich der Goldbergbau in der Hochblüte. Goldschmiede aus Bamberg, Nürnberg oder Erfurt besaßen Anteile an den Goldkronacher Bergwerken und verarbeiteten den begehrten Rohstoff weiter.

Mit den Hussitenkriegen kam der Bergbau zwischenzeitlich jedoch zum Erliegen, spätestens, als die Hussiten im Jahr 1430 plündernd durch Goldkronach zogen und das Kloster St. Jobst auf dem Oschenberg zerstörten. Kirchengeschichtlich sind die 1470er Jahre von Relevanz: Nachdem die Goldkronacher Gemeinde urkundlich 1474 von der Nemmersdorfer Mutterkirche getrennt worden war, war die Kapelle zu klein geworden. 1477 errichteten die Bewohner eine erste größere Kirche, die 1737 wegen Baufälligkeit ersetzt werden sollte. Die Lösung von der Nemmersdorfer Gemeinde wurde 1580 vollzogen.

Katastrophen in der Entwicklung der Stadt bedeuteten die Großbrände in den Jahren 1559 und 1613, ehe der Dreißigjährige Krieg den Goldbergbau abermals zum zeitweiligen Erliegen brachte. Markanter Zeitpunkt in der Stadtgeschichte war das Jahr 1655, als erstmals Bürger die kommunale Verwaltung durch vier Bürgermeister und acht Räte übernahmen. Mittlerweile waren die fränkischen Gebiete der Hohenzollern zu den Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth geworden. Nachdem er seit 1662 eine intensivere Wiederaufnahme des Bergbau betrieben hatte, ließ Markgraf Christian Ernst nach einigen Jahren Ausbeutedukaten prägen.

Alexander von Humboldt[Bearbeiten]

Im Jahr 1792 übernahm die zentrale preußische Verwaltung das Gebiet der bis dahin selbständigen Fürstentümer Ansbach und Bayreuth. Der Goldkronacher Bergbau war mittlerweile fast zum Erliegen gekommen, nachdem die Erträge sich stark verringert hatten. Die Berliner Verwaltung entsandte den 23-jährigen Alexander von Humboldt, um zu prüfen, in welchem Zustand sich Stadt und Bergwerke befanden. Er erstattete Bericht an das zuständige Ministerium und blieb in der Folge als Oberbergmeister in Goldkronach, um den Bergbau unter Anwendung neuer Technik wiederzubeleben.

Seine Aktivitäten beschränkten sich allerdings nicht auf organisatorische und technische Neuerungen im Prozess der Edelmetallförderung. Humboldts Name ist in Goldkronach – wie im gesamten Fichtelgebirge – mit Verbesserungen für die Bergleute und ihre Angehörigen verbunden. Dazu gehörte das Büchsengeld für Witwen verunglückter Bergmänner ebenso wie die nun deutlich sichereren und gesundheitsverträglicheren Arbeitsbedingungen in den Gruben und Stollen. 1796 trat Humboldt aus dem Staatsdienst aus, um sich auf Reisen zu begeben. Mit Otto Heinrich Tornesi wurde ein Sohn der Stadt sein Nachfolger. Beide hatten zuvor eng zusammengearbeitet.[12]

Preußen prägte noch im Jahr 1803 Golddukaten aus Goldkronacher Gold. Einen Eindruck, wie Zeitgenossen die Stadt an der Schwelle zum 19. Jahrhundert erlebten, liefert die Beschreibung des Königlich Preussischen Kirchspiels Goldkronach aus der Feder von Johann Georg Dürrschmidt. „Die Einwohner sind meistens starke und gesunde Leute und haben ein behagliches und städtisches Aussehen, und vorzüglich das Lob, daß sie ihre Berge zu fruchtbaren Feldern umschaffen. Ihre Häuser nehmen sich, obgleich die wenigsten massiv sind, sehr gut aus; die Gassen sind ziemlich gerade, frei von Misthaufen, aber nicht […] gepflastert“, schilderte dieser im Jahr 1800.[13] Tatsächlich wurden die heute bewaldeten Höhen um die Stadt in früherer Zeit landwirtschaftlich genutzt.

Unter bayerischer Herrschaft[Bearbeiten]

Mit den preußischen Gebieten Ansbach und Bayreuth fiel die Stadt im Frieden von Tilsit 1807, der den Vierten Koalitionskrieg beendete, an Frankreich. Die französischen Machthaber vermuteten geringe Erträge und hatten daher kein Interesse am Erzabbau. Nur drei Jahre später schlug Napoleon das ehemalige Fürstentum Bayreuth ohnehin seinem Verbündeten, dem nunmehrigen Königreich Bayern, zu. Viele Bewohner der vormals eigenständigen Territorien, die dem bayerischen Staat in jenen Jahren angeschlossen wurden, brachten den neuen Herren Abneigung entgegen. Die Tatsache, dass der bayerische Staat 1828 die erneute Inbetriebnahme der Bergwerke einleitete, vermochte dies vor Ort wohl etwas zu mildern.

Im Jahr 1855 prägte Bayern sogar Golddukaten aus diesen Bergwerken mit dem Konterfei Maximilians II. Am 24. Juni 1836 ereilte Goldkronach die letzte große Brandkatastrophe. Der gesamte östliche Teil der Stadt fiel dem Feuer zum Opfer, insgesamt verloren 127 Familien ihr Zuhause, beide Schulhäuser und das Rathaus wurden ebenfalls zerstört. Mit Aufbauhilfe aus umliegenden Städten, aus Bayreuth, Würzburg, Wunsiedel oder Nürnberg konnte Goldkronach wieder aufgebaut werden. Viele der heute existierenden Häuser des Stadtkerns wurden so in den Jahren 1836 und 1837 errichtet; das denkmalgeschützte Ensemble des Marktplatzes und das Straßenbild weist daher deutliche Züge des Biedermeier auf.[14] Auch die heutige Stadtkirche St. Erhard wurde nach diesem Brand errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte 1841, elf Jahre später wurde die Kirche geweiht.

Endgültiges Ende des Goldbergbaus[Bearbeiten]

Sinkende Erträge bedeuteten 1861 das Aus des Goldbergbaus. Im Jahr 1907 bildete sich eine neue Bergbaugesellschaft, die am 28. Juni 1920 in die Fichtelgold AG überging. Diese nahm die Förderung wieder auf, so waren Beginn der 1920er Jahre in Goldkronach gut hundert Menschen direkt im Bergbau beschäftigt.[15] Günstige und gewagte Prognosen machten die Fichtelgold-Aktie zum Spekulationsobjekt. Schon wenige Jahre nach Gründung der Aktiengesellschaft aber geriet der Finanzier der Fichtelgold, das Stuttgarter Bankhaus Wittmann, in Zahlungsschwierigkeiten. Der Wert der Aktie sackte ab und der Bergbau musste trotz zuletzt erzielter Erträge aufgegeben werden. Im Jahr 1925 endete der Betrieb der Förderung im Ortsteil Brandholz. Weitere Versuche in den 1920er und 1930er Jahren scheiterten. Probebohrungen sorgten zwischen 1974 und 1977 noch einmal für Schlagzeilen – zu einer Wiederaufnahme des Bergbaus in Goldkronach kam es jedoch nicht.[16]

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten]

Brandholz[Bearbeiten]

Im Goldkronacher Ortsteil Brandholz hinterließ die lange Geschichte des Bergbaus ihre deutlichsten Spuren, die man im Besucherbergwerk Mittlerer Name Gottes besichtigen kann. Im Ort befand sich auch die Fürstenzeche, die Dürrschmidt 1800 erwähnte; das Gebäude des ehemaligen Bergamts ist erhalten.[17] Brandholz wurde am 1. Mai 1978 eingegliedert.[18]

Dressendorf[Bearbeiten]

Über die Geschichte des Ortsteils ist wenig bekannt. Allerdings sind häufige Namenswechsel dieses Gemeindegebiets belegt: 1487 wurde das Dorf als Trebssenndorff geführt, 1495 dann als Tresendorff, 1503 als Trebßendorff und 1523 als Drebssendorff.[17] Seit 1875 firmiert der Ortsteil als Dressendorf und wurde am 1. Januar 1972 eingemeindet.[19]

Leisau[Bearbeiten]

Leisau zählte bereits im Jahr 1800 insgesamt 124 Einwohner. Prägend für das Ortsbild ist das Schloss, das vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt und wohl Zentrum eines kleinen Rittergutes war.[17] Der Ort wurde am 1. Januar 1976 zum Goldkronacher Stadtteil.[18]

Nemmersdorf[Bearbeiten]

Bis ins Jahr 1149 lässt sich die Geschichte Nemmersdorfs zurückverfolgen. Nach seinem wahrscheinlich ersten Besitzer, Friderich von Nedemarestorf, ist das Dorf benannt. Es fiel zunächst an das Bistum Bamberg, ehe es ähnlich wie Goldkronach zum Besitz der Grafen von Orlamünde zählte. Charakteristisch für das Ortsbild sind die Doppeltürme der evangelisch-lutherischen Kirche. Nemmersdorf wurde am 1. Juli 1972 eingemeindet[19] und ist nach dem Hauptort Goldkronach der Stadtteil mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2945
  • 1970: 2935
  • 1987: 2903
  • 2000: 3598
  • 2010: 3606

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[20]
Wahlbeteiligung: 76,0 %
 %
40
30
20
10
0
31,4
27,3
13,5
12,6
8,4
6,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[21]
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,3
+12,8
-6,2
-5,2
+8,4
-0,7
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Listenverbindung.
b Listenverbindung. ABL trat erstmals an.
e 2008 nicht angetreten.


Seit 1655 obliegt die politische Führung der Stadt den Bürgern. Heute werden bei Kommunalwahlen ein hauptamtlicher Bürgermeister und 16 ehrenamtliche Stadträte gewählt. Die nächsten Wahlen zum Stadtrat finden voraussichtlich im Jahr 2014 statt. Teil der kommunalen Selbstverwaltung in Goldkronach sind auch rund zehn Feldgeschworene. Im Schulverband Bad Berneck, dem die Kommune angehört, stellt sie zwei Schulverbandsräte und zwei Stellvertreter. Zudem entsendet sie aus jenen Ortsteilen, die teils über die sogenannte Benker Gruppe versorgt werden, Vertreter in den Rat des entsprechenden Zweckverbandes.

Bürgermeister und Stadtrat[Bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Holger Bär. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2014 als Kandidat der Freien Wähler in der Stichwahl gegen Günter Exner von der UBL durch. Der Bewerber der SPD scheiterte im ersten Wahlgang.

Im Stadtrat sind nach der Kommunalwahl 2014 folgende Parteien und Wählergemeinschaften vertreten:

  • SPD (2 Sitze)
  • CSU (2 Sitze)
  • Freie Wähler (5 Sitze)
  • Unabhängige Bürgerliste (4 Sitze)
  • Frauenliste (1 Sitz)
  • Alternative Bürgerliste (1 Sitz)
  • Parteilose Wähler Brandholz (1 Sitz)

Der Stadtrat bildet in der aktuellen Legislaturperiode drei Ausschüsse: Den Bau-, Umweltausschuss mit acht Mitgliedern sowie den Rechnungsprüfungsausschuss und den Jugend- Senioren- und Hauptverwaltungsausschuss mit wiederum jeweils sechs Mitgliedern. Vorsitzender der Ausschüsse ist bis auf die Ausnahme des Rechnungsprüfungsausschusses der hauptamtliche Bürgermeister. Auf den Finanz- und Personalausschuss hat man in der neuen Legislaturperiode verzichtet um die insgesamt 9 Listen besser einzubinden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Goldkronach unterhält seit September 1990 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Grünbach im sächsischen Vogtlandkreis. Zudem besteht seit Mai 2001 auch mit der Stadt Žacléř in der Tschechischen Republik eine Partnerschaft.[22] Žacléř, das im Norden Tschechiens im Rehorngebirge, einem Ausläufer des Riesengebirges, liegt, kann ebenfalls auf eine lange Bergbautradition zurückblicken.

Religion[Bearbeiten]

Katholische Kirche St. Michael

Die Bevölkerung Goldkronachs ist überwiegend evangelisch. Im Stadtgebiet gibt es zwei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden in Goldkronach und Nemmersdorf und eine katholische Gemeinde.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Goldkronach unterhält die Stadtkirche, dort finden die sonntäglichen Gottesdienste, aber auch Konzerte statt. Eine erste Kapelle am Standort der heutigen Stadtkirche entstand 1413, eine erste größere Kirche 1481. Die neugotische Hallenkirche mit Portalturm wurde 1852 geweiht. In unmittelbarer Nähe liegen das Pfarramt und der Pfarrstadl, der beispielsweise für die Kinderbibelwoche und den Konfirmandenunterricht genutzt wird. Dort befindet sich auch die Gemeindebücherei. Es gibt außerdem die 1765 erbaute Friedhofskirche und das Gemeindehaus Bruckmühle.[23] Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Nemmersdorf feiert ihre Gottesdienste in der Pfarrkirche Unserer lieben Frau, deren Ostturm sich auf das 13. Jahrhundert datieren lässt. Die Innenausstattung stammt aus der Zeit des Rokoko.

Die katholische Kirche am Leisauer Berg wurde in den Jahren 1966 bis 1967 erbaut und ist dem Heiligen Michael geweiht. Zuvor hatte die evangelisch-lutherische Gemeinde die Friedhofskirche zur Verfügung gestellt.[24]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stadtverwaltung am Markt
Osterbrunnen auf dem Marktplatz
Regiogeld Fichtelgold
Erinnerung an den Goldbergbau
Feuerwehrhaus, Am Altenbaum

Während die ersten Bewohner von der Landwirtschaft lebten, bestimmte von etwa 1300 bis ins 19. Jahrhundert hinein der Goldbergbau das wirtschaftliche Leben in Goldkronach und seiner Umgebung. Danach entwickelten sich Betriebe verschiedenster Branchen, zudem profitiert die Stadt von ihrer Nähe zu Bayreuth und schnellen Verkehrsverbindungen nach Nürnberg oder Bamberg und wurde so auch zum Wohnort vieler Berufspendler. Zur Stärkung der regionalen Wirtschaft wurde in Goldkronach und Bad Berneck das Regiogeld Fichtelgold eingeführt.

Statistik[Bearbeiten]

In Goldkronach gab es im Jahr 2009 637 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und 1363 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort. Unter den im Stadtgebiet Beschäftigten bildeten die im produzierenden Gewerbe Tätigen die größte Gruppe (insgesamt 401). Nach den jüngsten Veröffentlichungen des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung existieren in Goldkronach 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Nutzfläche von mehr als zwei ha. Fünf Betriebe sind im verarbeitenden Gewerbe oder Bergbau tätig, ebenso viele im Bauhauptgewerbe.[25]

Branchen und Betriebe[Bearbeiten]

Zu den größeren Betrieben in Goldkronach zählen Lufttechnik Bayreuth (Umwelttechnik), SMB Schwede Maschinenbau (Umreifungstechnik), Bella Gardinenkonfektion (Textilien) und hbk (Metallverarbeitung). Sie verteilen sich auf die Gewerbegebiete im Süden der Stadt und im Sickenreuther Tal. In der Innenstadt gelingt es bisher weitgehend, die wirtschaftlichen Strukturen zu erhalten. So gibt es dort neben Gastronomiebetrieben, Bäckereien und Metzgereien einen Raumausstatter, Schreibwarengeschäfte und einen Lebensmittelmarkt. Die Pläne für den Neubau eines Supermarkts vor den Toren der Stadt trafen im Vorfeld der Kommunalwahl 2008 auf Widerstand. [26]

Goldkronacher Gespräche[Bearbeiten]

Bei den Goldkronacher Gesprächen zur Regional- und Kommunalentwicklung handelt es sich um eine Gesprächsreihe, die von der Technischen Universität Kaiserslautern und der Technischen Universität Chemnitz veranstaltet wird. Die Goldkronacher Gespräche finden jährlich mit dem Ziel statt, Regionen und Kommunen Lösungsansätze bei der Bewältigung des demographischen Wandels und wirtschaftlichen Strukturveränderungen anzubieten. Kooperationspartner des Projekts ist Hartmut Koschyk, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Der CSU-Politiker wohnt im Goldkronacher Schloss und stellt das Gebäude als Veranstaltungsort zur Verfügung.[27]

Versorgung[Bearbeiten]

Die Wasserversorgung in Goldkronach erfolgt durch die Kommune selbst und den Zweckverband zur Wasserversorgung der Benker Gruppe, dem die Stadt angehört. Die Kläranlage befindet sich im Stadtteil Kottersreuth. Als Zentrum der kommunalen Aufgaben wie Winterdienst oder Grünpflege betreibt die Stadt in der Peuntgasse einen Bauhof, der gleichzeitig als Wertstoffhof dient.

Kommunikation[Bearbeiten]

Am Marktplatz existiert eine Postagentur. In den vergangenen Jahren trieb die Stadtverwaltung den Ausbau der Internet-Breitbandversorgung voran, da es in Goldkronach ihrer Ansicht nach an DSL-Anschlüssen mit angemessener Geschwindigkeit mangelte. Sie versprach sich davon nicht nur eine bessere Verbindung für die Bürger, sondern vor allem auch eine höhere Standortqualität für Wirtschaftsbetriebe.[28] Seit Dezember 2011 ist eine Geschwindigkeit von 16000 KBit/s möglich. [29]

Gesundheit und öffentliche Sicherheit[Bearbeiten]

In Goldkronach praktizieren zwei Ärzte für Allgemeinmedizin sowie ein Zahnarzt. Ferner sind eine Apotheke und ein Seniorenheim vorhanden. Im Hauptort und in den Stadtteilen Dressendorf, Leisau, Nemmersdorf und Sickenreuth gibt es jeweils Freiwillige Feuerwehren.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch Goldkronach führt die Staatsstraße 2163, die Mittelfranken und die Fränkische Schweiz mit dem Fichtelgebirge verbindet und mit dem Anschluss an die Bundesstraße 303 (B 303) endet. Diese kreuzt in der Nachbargemeinde Bad Berneck die B 2 und führt als Fichtelgebirgsstraße weiter ins hohe Fichtelgebirge und in die Tschechische Republik. Die Bundesautobahn 9 (A 9) zwischen Berlin und Nürnberg ist entweder über die acht Straßenkilometer entfernte Auffahrt Bindlacher Berg oder die neun Kilometer entfernte Auffahrt Bayreuth-Nord zu erreichen. An der Auffahrt Bindlacher Berg befindet sich auch das Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach, an dem die A 70 über Bamberg nach Schweinfurt beginnt.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Goldkronach gehört seit Januar 2010 zum Gebiet des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg und ist mit den Frankenbus-Linien 329, 330 und 368 erreichbar. Im Stadtgebiet gibt es die Haltestellen Brandholz, Dressendorf, Goldkronach (am Marktplatz), Nemmersdorf Ort, Zoppaten und Abzweigung Nemmersdorf, letztere liegt in unmittelbarer Nähe des Wohngebietes am Weizbühl. Die Busse halten jeweils am Bayreuther Hauptbahnhof, wodurch die Anbindung an den Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn sichergestellt wird. Um die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch spät abends zu gewährleisten, verkehrt von Montag bis Freitag und sonntags ein subventioniertes Anruf-Sammel-Taxi. Am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag wird Goldkronach vom Freizeitbus des Landkreises Bayreuth bedient. Dieser bietet besonders Jugendlichen die Möglichkeit, kostengünstig nach Bayreuth oder zu Veranstaltungen in der Region zu gelangen.[30]

Bürgerbus[Bearbeiten]

Seit 2011 gibt es den Bürgerbus Goldkronach, der einmal pro Woche die Ortsteile nach einem festen Fahrplan mit der Stadtmitte verbindet. Das Angebot der Stadtverwaltung richtet sich vor allem an Senioren und Menschen ohne eigenes Fahrzeug. Zunächst soll das Modell für sechs Monate erprobt werden.[31]

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Goldbergbaumuseum während des Kunstprojekts "Goldkronach leuchtet"
Alexander-von-Humboldt-Schule
Goldkronacher Marktplatz als Veranstaltungsort

Alexander-von-Humboldt-Schule[Bearbeiten]

Die Alexander-von-Humboldt-Schule ist eine Grundschule mit Mittags- und Ganztagsbetreuung und führt bis zur vierten Jahrgangsstufe. Sie war bis 2008 auch Hauptschule, seitdem besuchen die Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe die Mittelschule in der Nachbarstadt Bad Berneck, ein Gymnasium oder eine Realschule in Bayreuth.[32] Die Alexander-von-Humboldt-Schule ist koordinierende Schule des Comenius-Programms der Europäischen Union[33] und wurde 2011 mit der Bayerischen Europa-Urkunde für ihr Engagement im Bereich der europäischen Vernetzung durch eTwinning, einem digitalen Schulnetzwerk, ausgezeichnet[34]. In den Räumlichkeiten der Schule finden auch zahlreiche Veranstaltungen der Volkshochschule Goldkronach statt.

Kindergärten[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet gibt es die beiden Kindergärten Mäusenest in der Goldkronacher Bachgasse, Träger der Einrichtung ist die evangelische Kirche, und Wichtelschiff in der Reuther Straße in Nemmersdorf.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Goldkronach

Goldbergbaumuseum und Bergwerke[Bearbeiten]

Das Goldbergbaumuseum wurde 2004 im ehemaligen Amtsgebäude der Staatsforstverwaltung eröffnet. Es zeigt die Geschichte des Goldbergbaus, wechselnde Sonderausstellungen und die Stadtgeschichte. Zuvor bestand in Goldkronach ein Heimatmuseum, dessen Bestand in das neue Museum integriert wurde. Ein Rundgang führt durch die einzelnen Räume und Themenkomplexe, etwa die Geologie des Fichtelgebirges, Goldwaschen, Alchimisten, Goldverarbeitung und Mythos Gold oder die Zechen um Goldkronach. Ein nachgebauter Stollen veranschaulicht die Atmosphäre unter Tage.[35] Mit dem Schmutzlerschacht und dem Besucherbergwerk Mittlerer Name Gottes gibt es zwei ehemalige Bergwerke, die besichtigt werden können. Am nahe gelegenen Infohaus gibt es die Möglichkeit, selbst Gold zu waschen.

Kulinarische Besonderheiten[Bearbeiten]

In Goldkronach gibt es eine Spezialität, die ausschließlich hier zu finden ist, die sogenannten Zutenhefeklöße, im örtlichen Dialekt „Zudnhefferglies“. Dabei handelt es sich um in Butterschmalz ausgebackene Klöße aus Mehl und Kartoffeln.[36][37] Sie sind, serviert zu gebrodna Rippla (gebratenen Schälrippchen) und Sauerkraut, ein typisches Goldkronacher Heiligabendessen.[38]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kultursommer Goldkronach des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums mit Konzerten, Vorträgen und Kino im Schloss
  • Kirchweih („Kerwa“) und Markt am vierten Sonntag im Oktober, außerdem Frühjahrskirchweih und Kirchweih in den Ortsteilen
  • Weihnachtsmarkt am ersten Adventssonntag
  • „Kanzfeuer“ am Johannistag
  • Marktplatzfest im Juli oder August
  • Museums-, Feuerwehr- und Vereinsfeste

Freizeit und Sport[Bearbeiten]

Wanderwegweiser in Goldkronach

Fußball[Bearbeiten]

In Goldkronach gibt es zwei Sportvereine mit einer Fußballabteilung. Die SpVgg Goldkronach, die 1960 in die viertklassige Zweite Amateurliga aufstieg[39], spielt derzeit in der Kreisklasse. Sie führt ihre Tradition auf den Arbeiter-Turn- und Sportverein Vorwärts Goldkronach zurück, der nach dem Ersten Weltkrieg die Anfänge des organisierten Sports in Goldkronach markierte. In den 1920er Jahren existierte ferner der FC Goldkronach, der eher dem bürgerlichen Milieu zuzuordnen war. 1946 wurde Vorwärts Goldkronach als Gesang- und Sportverein wieder gegründet, fusionierte später mit dem SV Brandholz und führt seit 1951 den heutigen Namen SpVgg Goldkronach. Der zweite Fußballverein der Stadt, der ASV Nemmersdorf, spielt seit 2012 ebenfalls in der Kreisklasse. Obwohl zwischen beiden Vereinen eine ausgeprägte Rivalität besteht, betreiben ihre Fußballabteilungen gemeinsam Jugendarbeit in der Jugendfördergemeinschaft Fichtelgebirge, der auch weitere Vereine aus der nahen Umgebung angehören.

Kegeln[Bearbeiten]

Die Sportkegelvereinigung Goldkronach errang mit ihrer ersten Männermannschaft in der Dritten Bundesliga Süd 2012 die Vizemeisterschaft und kehrte so nach einigen Jahren Abstinenz in die Zweite Bundesliga zurück.[40] Das erste Damenteam spielt in der Bezirksliga A Ost, die Jugendmannschaften in der Bezirksklasse Ost. Die Kegelbahn befindet sich in der Leisauer Straße.

Schießsport[Bearbeiten]

Der Schießsportverein ZSG 1909 Goldkronach ist in der Gauliga aktiv. Besonders erfolgreich waren die Goldkronacher Schützen in den 1970er Jahren, als der ersten Mannschaft ein Durchmarsch von der C-Klasse bis in die Bezirksliga gelang. Im Jahr 1984 fand in Goldkronach das Hauptschießen des Schützengaus Oberfranken-Süd statt.[41]

Schwimmen[Bearbeiten]

Zwischen Weizbühl und dem Ortsteil Kottersreuth liegt der Goldkronacher Badesee, der sich zum Baden und Schwimmen eignet.

Wandern[Bearbeiten]

In und um Goldkronach existieren zahlreiche Wanderwege und ausgeschilderte Routen. Der Humboldtweg, auf dem die Stadtverwaltung auch Führungen anbietet, erschließt rund 40 Stationen im Gebiet des ehemaligen Goldbergbaureviers mit sichtbaren Zeugnissen der Bergbaugeschichte. Der Fränkische Gebirgsweg und der Jean-Paul-Weg führen durch das Stadtgebiet.

Wintersport[Bearbeiten]

Begünstigt durch seine Lage am Aufstieg zum Fichtelgebirge bietet Goldkronach im Winter eine Reihe von Sportmöglichkeiten. Im Winter 2011 richtete die Stadt einen gespurten Loipeneinstieg am Goldberg ein, über den viele Langlaufrouten des Fichtelgebirges erreicht werden können. Der Badesee wird in der kalten Jahreszeit zum Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und Eishockeyspielen genutzt. Am Mühlhügel existierte in den 1960er Jahren eine Sprungschanze und die SpVgg Goldkronach wurde mit einer Wintersportabteilung erweitert. Der Betrieb des Skilifts im Stadtteil Schlegelberg wurde um die Jahrtausendwende eingestellt, Einheimische und Gäste nutzen die Möglichkeit, im hohen Fichtelgebirge dem alpinen Skisport nachzugehen.

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

In den örtlichen Vereinen wird eine Reihe weiterer Sportarten betrieben. Dazu gehören Tennis bei den Tennisfreunden Goldkronach und beim ASV Nemmersdorf, Karate und Turnen bei der SpVgg Goldkronach und Tischtennis beim ASV. Auf dem Gelände der Tennisfreunde wurde ein Beachvolleyballfeld eingerichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Goldkronach lebten und wirkten[Bearbeiten]

  • Georgius Agricola (* 1494 in Glauchau; † 1555 in Chemnitz), Gelehrter der Renaissance und „Vater der Mineralogie“. Agricola nannte für Goldkronach in seinen Schriften einen wöchentlichen Goldertrag von 1500 Gulden. Petrus Albinus zitierte die Angabe 1598 in der Meißnischen Bergchronik.
  • Alexander von Humboldt (* 1769 in Berlin; † 1859 ebenda), deutscher Naturforscher, von 1792 bis 1796 Oberbergmeister und Oberbergrat im preußischen Goldkronach. Humboldt revolutionierte den Bergbau in technischer Hinsicht, führte aber auch Maßnahmen zu Bildung und sozialer Sicherung der Bergleute ein. Ein Selbstversuch bei bösem Wetter kostete ihm im letzten Jahr seines Aufenthalts beinahe das Leben. Er schrieb am 20. Januar 1794 an seinen Freund Johann Carl Freiesleben: „In Goldkronach besonders bin ich glücklicher, als ich je wagen durfte zu glauben!“
  • Hartmut Koschyk (* 16. April 1959 in Forchheim), MdB, Oktober 2009 bis Dezember 2013 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Initiator der Goldkronacher Gespräche

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Goldkronach war Kulisse für ein gleichnamiges Fernsehspiel (ZDF/Telenorm 1985) mit Michael Roll. Nach dem Drehbuch von Fitzgerald Kusz behauptet ein Journalist, auf Gold gestoßen zu sein und löst damit einen neuen Goldrausch in Goldkronach aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach, Weiden 2011.
  • Radu Chinta: Geschichtlicher Überblick des Goldkronacher Erzbergbaues, Geologische Blätter für Nordost-Bayern 32, Heft 3-4, Erlangen 1982.
  • Johann Georg Dürrschmidt: Beschreibung des königlich preussischen im Fürstenthum Baireuth liegenden Kirchspiels Goldkronach in statistischer, topographischer, historischer, oryktologischer und literarischer Hinsicht, Bayreuth 1800 (Volltext)
  • Joachim Gawlik: Geologie des Vorlandes der Fränkischen Linie zwischen Goldkronach und Neuenmarkt, Erlanger geologische Abhandlungen 18, Erlangen 1955.
  • Johann Kießling: Was Häuser erzählen. Aus der Geschichte Goldkronachs, Goldkronach 2003.
  • Johann Kießling: Was Häuser erzählen. Aus der Geschichte von Leisau und Kottersreuth, Goldkronach 2010.
  • Johann Kießling: Was Häuser erzählen. Aus der Geschichte von Sickenreuth und Goldberg, Goldkronach 2005.
  • Anna Schiener: Kleine Geschichte Frankens, Regensburg 2008.
  • Karl-Georg Wolfshöfer: Malzkaffee mit Milchhaut, Weißenstadt 2008.
  • Gerhard Fellner (Hrsg.): Nemmersdorf – Beiträge zur Ortsgeschichte eines Dorfes im Fichtelgebirge. Bumerang-Verlag, Bayreuth 1999; ISBN 3-929268-10-8

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goldkronach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Johann Georg Dürrschmidt: Beschreibung des königlich preussischen im Fürstenthum Baireuth liegenden Kirchspiels Goldkronach in statistischer, topographischer, historischer, oryktologischer und literarischer Hinsicht. Bayreuth 1800, S. 48.
  3.  Anna Schiener: Kleine Geschichte Frankens. Regensburg 2008, S. 33.
  4. Haus der Bayerischen Geschichte: Stadt Goldkronach
  5. Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 20-22.
  6. Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 23.
  7. Landkreis Bayreuth: Bundestagswahlen 1998
  8. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111030/125312&attr=OBJ&val=1154
  9. Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 32.
  10. Stadt Goldkronach: Goldkronach. Alexander-von-Humboldt-Stadt, Schwabach 2011, S. 19.
  11. Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 32.
  12. Stadt Goldkronach: Goldkronach. Alexander-von-Humboldt-Stadt, Schwabach 2011, S. 17-18.
  13. Johann Georg Dürrschmidt: Beschreibung des königlich preussischen im Fürstenthum Baireuth liegenden Kirchspiels Goldkronach in statistischer, topographischer, historischer, oryktologischer und literarischer Hinsicht. Bayreuth 1800, S. 24.
  14. Stadt Goldkronach: Goldkronach. Alexander-von-Humboldt-Stadt, Schwabach 2011, S. 9; 23.
  15. Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 63.
  16. Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 40.
  17. a b c Stadt Goldkronach: Goldkronach. Alexander-von-Humboldt-Stadt, Schwabach 2011, S. 11.
  18. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 675 und 676.
  19. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 432.
  20. http://goldkronach.de/images/wahl/472143_000075/index.html
  21. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=472&suchbegriff=4
  22. Stadt Goldkronach: Goldkronach. Alexander-von-Humboldt-Stadt, Schwabach 2011.
  23. http://ekg-gok.de/ Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Goldkronach: Über uns
  24. http://www.nepomuk-bayreuth.de/kirchen/goldkronach.html Katholisches Pfarramt St. Johannes Nepomuk: St. Michael Goldkronach
  25. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2010. Stadt Goldkronach, München 2011
  26. Herausragende Infrastruktur
  27. http://goldkronacher-gespraeche.de/index.html TU Kaiserslautern/TU Chemnitz: Goldkronacher Gespräche
  28. Eschenbacher, Ute: Porträt. Fichtelgebirgsgemeinde Goldkronach, in: Nordbayerischer Kurier, 21. Mai 2010, S. 31.
  29. Goldkronach, 21. Dezember 2011 – Schnelles Internet für Goldkronach (Version vom 9. Februar 2012 im Internet Archive) Deutsche Telekom: Schnelles Internet für Goldkronach
  30. Freizeitbus Bayreuth: Netzübersicht
  31. Stadt Goldkronach: Mitteilungsblatt Stadt Goldkronach 12 (2011), S. 4.
  32. Regierung von Oberfranken: Oberfränkisches Amtsblatt. Amtliche Bekanntmachungen der Regierung von Oberfranken, des Bezirks Oberfranken, der Regionalen Planungsverbände und von Zweckverbänden in Oberfranken, 24. Oktober 2011, S. 133.
  33. http://www.schule-oberfranken.de/index.php?sid=92426ed1fd6119128890a26160cdd460&page=12&vsschulid=5653&schulamt=Bayreuth Regierung von Oberfranken: Schulen in Oberfranken
  34. http://www.schulen-ans-netz.de/aktuelle-meldungen/2011/dezember/bayerns-europaministerin-verleiht-urkunde-anerkennung-fuer-etwinning-schule.html Schulen ans Netz e.V.: Anerkennung für eTwinning-Schule
  35.  Ingrid Burger-Segl: Goldbergbaumuseum Goldkronach. Weiden 2011, S. 15-20.
  36. http://www.youtube.com/watch?v=8IVp0huPp7k Bayerisches Fernsehen: Zutenhefeklöße aus Goldkronach
  37. http://genussregion-oberfranken.de/spezialitaeten/spezialitaeten_von_a_z/z/329/zutenhefekloesse/details_39.htm Genussregion Oberfranken: Zutenhefeklöße
  38. Karl-Georg Wolfshöfer: Malzkaffee mit Milchhaut, Weißenstadt 2008, S. 10-13.
  39. Ein Stück Stadt- und Sportgeschichte: Unsere "Gronicher": Vom ATSV Vorwärts zur JFG Fichtelgebirge
  40. KV Wolfsburg und SKV Goldkronach schnappen sich noch den Aufstieg
  41. ZSG 1909 Goldkronach e. V.: Jubiläumsschrift, Goldkronach 2009, S. 14-15.