Rudi Dutschke

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Alfred Willi Rudi Dutschke, Rufname Rudi (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Aarhus, Dänemark), war ein deutscher marxistischer Soziologe und politischer Aktivist. Er gilt als Wortführer der westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung der 1960er Jahre.

Dutschke war mit Gretchen Dutschke-Klotz verheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Er starb 1979 an den Spätfolgen eines Attentats, bei dem er 1968 schwere Hirnverletzungen davongetragen hatte.

Rudi Dutschke

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Studium[Bearbeiten]

Elternhaus von Dutschke in Schönefeld, Bahnstraße 17

Rudi Dutschke, vierter Sohn eines Postbeamten, verbrachte seine Jugendjahre in der DDR. Er war in der evangelischen Jungen Gemeinde von Luckenwalde aktiv, wo er seine „religiös sozialistische“ Grundprägung erhielt. Als Leistungssportler (Zehnkampf) wollte er zunächst Sportreporter werden. Um seine Chancen für eine entsprechende Ausbildung in der DDR zu erhöhen, trat er 1956 in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) ein.[1]

Durch den Ungarischen Volksaufstand im selben Jahr wurde Dutschke politisiert. Er ergriff Partei für einen demokratischen Sozialismus, der sich gleichermaßen von den USA und der Sowjetunion distanzierte. Der SED stand er ebenfalls ablehnend gegenüber. Im Gegensatz zum antifaschistischen Anspruch ihrer Staatsideologie sah er die alten Strukturen und Mentalitäten im Osten ebenso fortdauern wie im Westen.[2]

1957 trat er öffentlich gegen die Militarisierung der DDR-Gesellschaft und für Reisefreiheit ein. Er verweigerte den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee, der Oberschülern damals nahegelegt wurde, und rief andere dazu auf, es ihm gleichzutun. Nach seinem Abitur 1958 und nochmals nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Luckenwalder Volkseigenen Betrieb verwehrten die DDR-Behörden ihm daher das gewünschte Sportjournalistikstudium.[3]

Gedenktafel vor dem Luckenwalder Gymnasium

Daraufhin pendelte Dutschke regelmäßig nach West-Berlin und wiederholte dort zunächst sein Abitur an der Askanischen Oberschule in Berlin-Tempelhof, da ein DDR-Abitur im Westen nicht als Hochschulreife anerkannt wurde. Er soll nebenher Sportreportagen geschrieben haben, unter anderem für die B.Z. im Axel-Springer-Verlag. Dort gibt es darüber keine Unterlagen. Er könnte sich von Januar bis August 1961 in Karl-Marx-Stadt aufgehalten haben.[4]

Am 13. August 1961, dem Tag des Baus der Berliner Mauer, beantragte Dutschke im Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin ein Notaufnahmeverfahren als politischer Flüchtling und beging damit „Republikflucht“ aus der DDR.[5]

An der Freien Universität (FU) begann Dutschke ein Studium der Fächer Soziologie, Ethnologie, Philosophie und Geschichtswissenschaft. Der FU blieb er bis zu seiner Promotion 1973 verbunden. Zunächst studierte er den Existentialismus Martin Heideggers und Jean-Paul Sartres, bald auch Marxismus und die Geschichte der Arbeiterbewegung. Er las die Frühschriften von Karl Marx, Werke der marxistischen Geschichtsphilosophen Georg Lukács und Ernst Bloch sowie der Kritischen Theorie (Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Herbert Marcuse). Angeregt durch die Begegnung mit der US-amerikanischen Theologiestudentin Gretchen Klotz, die er später heiratete, las er auch Werke von Theologen wie Karl Barth und Paul Tillich. Aus dem religiösen Sozialismus seiner Jugendzeit wurde ein marxistisch fundierter Sozialismus. Dabei betonte er jedoch immer die Handlungsfreiheit des Individuums gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen.[6]

Studentenbewegung[Bearbeiten]

Dutschke verband sein Studium schon früh mit praktischem Engagement. So gab er etwa die Zeitschrift Anschlag heraus, in der Kritik am Kapitalismus, die Probleme der Dritten Welt und neue politische Organisationsformen thematisiert wurden. Das Blatt galt wegen seiner „aktionistischen“ Ausrichtung im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) damals als „anarchistisch“.[7]

1962 gründete Dutschke mit Bernd Rabehl eine Berliner Gruppe der Münchner „Subversiven Aktion“, die sich als Teil der Situationistischen Internationale verstand. Im Dezember 1964 organisierte er anlässlich des Staatsbesuchs des kongolesischen Premierministers Moïse Tschombé mit einem Dritte-Welt-Kreis eine Demonstration, an der auch der Berliner SDS teilnahm. Im Januar 1965 wurden Dutschke und seine Gruppe Mitglieder im SDS; im Februar wurde er in dessen politischen Beirat gewählt und bestimmte seine politische Richtung fortan mit.[8]

Ab 1966 organisierte Dutschke mit dem SDS zahlreiche Demonstrationen für Hochschulreformen, gegen die Große Koalition, die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg. Die wachsende Studentenbewegung verknüpfte diese Themen und die Kritik an der mangelnden Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit miteinander und verstand sich nun als Teil einer Außerparlamentarischen Opposition (APO).[9]

Am 23. März 1966 heiratete Dutschke Gretchen Klotz. Im Mai 1966 bereitete er den bundesweiten Vietnamkongress in Frankfurt am Main mit vor. Hauptreferate dort hielten bekannte Professoren der Neuen Linken (darunter Herbert Marcuse, Oskar Negt) und der eher „traditionalistischen“ Linken außerhalb der SPD (Frank Deppe, Wolfgang Abendroth).[10]

In jenem Jahr wollte Dutschke mit einer Arbeit über Lukács bei Professor Hans-Joachim Lieber, dem damaligen Rektor der FU, promovieren. Nach Auseinandersetzungen um das politische Mandat des Berliner AStA und die Nutzung von Universitätsräumen für Aktionen gegen den Vietnamkrieg verlängerte Lieber Dutschkes Assistentenvertrag an der FU Berlin nicht. Damit schied eine akademische Laufbahn für ihn vorerst aus.[11]

Nachdem der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien am 2. Juni 1967 erschossen hatte, riefen Dutschke und der SDS bundesweit zu Sitzblockaden auf, um die Aufklärung der Todesumstände zu erzwingen. Zudem forderten sie den Rücktritt der Verantwortlichen für den Polizeieinsatz und die Enteignung des Verlegers Axel Springer. Die Studenten machten die kampagnenartige Berichterstattung der Zeitungen seines Verlags für Ohnesorgs Tod mitverantwortlich. Ihre Sicht wurde erstmals von den etablierten Medien Der Spiegel, Frankfurter Rundschau und Die Zeit aufgegriffen. Jedoch solidarisierten sich nur wenige Professoren, darunter Dutschkes Freund Helmut Gollwitzer, mit den protestierenden Studenten.[12]

Nach der Beisetzung Benno Ohnesorgs nahm Dutschke am Kongress „Bedingung und Organisation des Widerstands“ in Hannover teil.[13] Podiumsdiskussionen und Interviews, etwa mit Rudolf Augstein, Ralf Dahrendorf und Günter Gaus, machten ihn bundesweit bekannt.[14] Wichtiger war ihm jedoch der Kontakt zu jungen Arbeitern. Dies zeigte er etwa im Februar 1968 bei einem Streitgespräch mit Johannes Rau, damals Fraktionsvorsitzender der SPD im nordrhein-westfälischen Landtag, zum Thema „Sind wir Demokraten?“ Dutschke zeigte sich dabei unangepasst und respektlos, kritisierte parlamentarische Rituale und Institutionen und forderte eine „Einheitsfront von Arbeitern und Studenten“. Dieses Ziel behinderte er jedoch oft selbst durch seine akademisch-soziologische Ausdrucksweise.

Sein Auftreten polarisierte die Öffentlichkeit; er erfuhr zunehmend auch Ablehnung und Hass. Die Zeitungen des Springerverlags und viele Regionalzeitungen setzten ihn als Symbolfigur der 68er etwa mit Hinweisen auf sein „ungepflegtes Äußeres“ und seine DDR-Herkunft herab. Als er bei einem „Go-in“ im Weihnachtsgottesdienst 1967 der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche versuchte, eine Diskussion über den Vietnamkrieg herbeizuführen, schlug ein wütender Gottesdienstbesucher ihn nieder und verletzte ihn.[15] Im Februar 1968 bezeichnete der CSU-Bundestagsabgeordnete Franz Xaver Unertl den „SDS-Ideologen Dutschke” als „ungewaschene, verlauste und verdreckte Kreatur”.[16]

Ab 1966 plante Dutschke den Aufbau einer auch für Schüler und Arbeiter offenen „Gegenuniversität“ an der FU für basisdemokratisches Lernen nach dem Vorbild ähnlicher Versuche an der University of California, Berkeley und der Pariser Sorbonne.[17] Am 1. November 1967 gründete eine Studentenversammlung in der FU eine „Kritische Universität“ nach Entwürfen von Wolfgang Nitsch. Im Wintersemester 1967/68 führten etwa 400 West-Berliner Studenten in diesem Rahmen selbständig 33 Arbeitskreise durch. Als letzten Versuch, daraus eine Gegenuniversität zu entwickeln, gründete Dutschke mit Gaston Salvatore im Frühjahr 1968 das Internationale Nachrichten- und Forschungs-Institut (INFI).[18]

Nach Ablehnung durch den Akademischen Senat der FU fand am 17. und 18. Februar 1968 an der Berliner TU der Vietnamkongress mit einigen tausend Studenten statt. Dutschke bereitete ihn im Internationalen Nachrichten- und Forschungs-Institut maßgeblich mit vor. An der Abschlussdemonstration nahmen über 12.000 Menschen teil.[19] Dabei rief Dutschke zur massenhaften Desertion US-amerikanischer Soldaten und zur „Zerschlagung der NATO“ auf. Die von ihm ursprünglich geplante, vom Innensenator Kurt Neubauer verbotene Demonstrationsroute nach Berlin-Lichterfelde zur McNair-Kaserne und deren Besetzung hatte er nach Gesprächen mit Günter Grass, Landesbischof Kurt Scharf und Heinrich Albertz aufgegeben, da die US-Militärs für diesen Fall Schusswaffengebrauch angekündigt hatten.[20] Bei einer vom Berliner Senat mit organisierten „Pro-Amerika-Demonstration“ am 21. Februar 1968 trugen Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift „Volksfeind Nr. 1: Rudi Dutschke“. Ein Passant wurde mit Dutschke verwechselt, Demonstrationsteilnehmer drohten, ihn totzuschlagen.[21]

Ende März 1968 reiste das Ehepaar Dutschke nach Prag, wo es den Prager Frühling begrüßte.

Attentat[Bearbeiten]

Gedenktafel für Rudi Dutschke am Tatort vor dem Haus Kurfürstendamm 141

Am 11. April 1968 schoss der junge Hilfsarbeiter Josef Bachmann vor dem SDS-Büro am West-Berliner Kurfürstendamm dreimal auf Dutschke. Er traf ihn zweimal in den Kopf, einmal in die linke Schulter. Dutschke erlitt lebensgefährliche Gehirnverletzungen und überlebte nur knapp nach einer mehrstündigen Operation.[22]

Bachmann hatte Ausschnitte aus der Deutschen National-Zeitung bei sich, darunter die Titelzeile „Stoppt den roten Rudi jetzt“ und Fotos von Dutschke. In seiner Wohnung hing ein selbstgemaltes Porträt Adolf Hitlers.[23] Man vermutete daher rechtsextreme Motive eines Einzeltäters.[24] Bachmann hatte seit 1961 Kontakte zu Neonazis in Peine. Von ihnen hatte er die Tatwaffe gekauft, an ihren Schießübungen teilgenommen und bereits zuvor ein Attentat auf Walter Ulbricht mit ihnen ins Auge gefasst. Diese Hintergründe, die erst 2009 aus Unterlagen der DDR-Staatssicherheit und der West-Berliner Polizei öffentlich bekannt wurden, hatte Bachmann bei seiner Vernehmung offen zugegeben. Ob er das Attentat mit anderen geplant haben könnte, wurde nicht ermittelt.[25]

1968 machten viele Studenten die Springerpresse für das Attentat verantwortlich, da diese zuvor monatelang gegen Dutschke und die demonstrierenden Studenten agitiert hatte. Die Boulevardzeitung Bild etwa schrieb am 7. Februar 1968: „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“ Sie rief Tage vor dem Attentat zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ auf.[26] Bei den folgenden, bis dahin schwersten Ausschreitungen wurden das Gebäude des Springerverlags angegriffen und Auslieferungsfahrzeuge für seine Zeitungen angezündet.[27] Die Molotowcocktails, mit denen die Lieferwagen in Brand gesteckt wurden, hatte der V-Person und Agent provocateur des Berliner Verfassungsschutzes Peter Urbach unter den Demonstranten verteilt.[28]

Dutschke eignete sich Sprache und Gedächtnis in monatelanger Sprachtherapie mühsam wieder an. Zur Genesung hielt er sich ab 1969 in der Schweiz, Italien und Großbritannien auf. Nach vorübergehender Ausweisung von dort konnte er 1970 ein Studium an der Universität Cambridge beginnen. Die Umzugskosten in Höhe von DM 3.000 trug Bundespräsident Gustav Heinemann aus eigener Tasche, wie 1975 bekannt wurde.[29] Nach dem Regierungswechsel 1970 wurde Dutschkes Aufenthaltserlaubnis jedoch aufgehoben. Daraufhin zog er nach Dänemark, wo ihn die Universität Aarhus als Soziologiedozenten anstellte.[30]

Bachmann wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dutschke nahm brieflich Kontakt mit ihm auf, erklärte ihm, er habe keinen persönlichen Groll gegen ihn, und versuchte, ihm ein sozialistisches Engagement nahezubringen. Bachmann beging jedoch am 24. Februar 1970 im Gefängnis Suizid. Dutschke bereute, ihm nicht öfter geschrieben zu haben: „[…] der Kampf für die Befreiung hat gerade erst begonnen; leider kann Bachmann daran nun nicht mehr teilnehmen […]“[31]

Spätzeit[Bearbeiten]

Rudi Dutschke (vorn links) auf der Anti-AKW-Demonstration am 14. Oktober 1979 in Bonn

Ab Mai 1972 bereiste Dutschke wieder die Bundesrepublik. Er suchte Gespräche mit Gewerkschaftern und Sozialdemokraten, darunter Gustav Heinemann, dessen Vision eines blockfreien, entmilitarisierten Gesamtdeutschlands er teilte.[32] Im Juli 1972 besuchte er mehrmals Ost-Berlin und traf dort Wolf Biermann, mit dem er fortan befreundet blieb. Auch mit anderen SED-Dissidenten wie Robert Havemann und Rudolf Bahro nahm er später Kontakt auf.[33] Am 14. Januar 1973 redete er auf einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg in Bonn erstmals nach dem Attentat wieder öffentlich. Im gleichen Jahr kehrte er nach Berlin zurück, um seine unter dem Titel „Zur Differenz des asiatischen und europäischen Weges zum Sozialismus“ begonnene Dissertation abzuschließen, an der er seit 1971 schrieb.[34] Die Arbeit wurde von den Soziologen Urs Jaeggi und Peter Furth betreut. Mitte 1973 wurde Dutschke zum Dr. phil. promoviert, das Buch erschien im August 1974 leicht überarbeitet als „Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen“.[35] Der neue Titel variiert den bekannten Ausspruch von Marx, er wolle „Hegel vom Kopf auf die Füße stellen“. Die Arbeit löste nicht die von Dutschke erhoffte Grundsatzdebatte über das Verhältnis der Linken im Westen zum Realsozialismus aus. Auch eine anschließende wissenschaftliche Karriere kam nicht zustande.[36] 1975 erhielt er zwar ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der FU Berlin,[37] doch schloss er keines seiner verschiedenen Buchprojekte ab. Stattdessen wandte er sich wieder verstärkt der Politik zu.[38]

Im Februar 1974 leitete er eine Podiumsdiskussion über Solschenizyn und die Linke, in der er für Menschenrechte in der Sowjetunion und im Ostblock eintrat.[39] Seit 1976 war er Mitglied im Sozialistischen Büro, das beim Zerfall des SDS entstanden war. Hier engagierte er sich für den Aufbau einer Partei, die grün-alternative und linke Initiativen ohne die K-Gruppen vereinen sollte.[40]

Ab Januar 1976 nahm Dutschke Kontakt zu Atomkraftgegnern auf, besuchte Walter Moßmann und nahm an Großdemonstrationen gegen Atomkraftwerke in Wyhl am Kaiserstuhl, Bonn und Brokdorf teil.[41] 1977 wurde er freier Mitarbeiter verschiedener linksgerichteter Zeitungen und Gastdozent an der Universität Groningen in den Niederlanden.[42] Er unternahm Vortragsreisen über die Studentenbewegung und nahm am „Internationalen Russell-Tribunal“ gegen Berufsverbote teil. Er begann einen Briefwechsel mit dem Schriftsteller Peter-Paul Zahl, besuchte ihn am 24. Oktober 1977 in dessen Haft und verabredete ein gemeinsames Buchprojekt mit ihm.[43]

Nachdem Rudolf Bahro in der DDR zu acht Jahren Haft verurteilt worden war, organisierte und leitete Dutschke im November 1978 den Bahro-Solidaritätskongress in West-Berlin.[44] 1979 wurde er Mitglied der Bremer Grünen Liste und beteiligte sich an ihrem Wahlkampf. Nach ihrem Einzug in das Stadtparlament wurde er zum Delegierten für den für Mitte Januar 1980 geplanten Gründungskongress der Partei Die Grünen gewählt.[45]

Am 24. Dezember 1979 ertrank Dutschke in seiner Badewanne infolge eines epileptischen Anfalls, einer Spätfolge des Attentats.[46] Am 3. Januar 1980 wurde er auf dem St.-Annen-Kirchhof in Berlin-Dahlem feierlich beigesetzt. Weil dort zunächst kein Grabplatz frei war, hatte der Theologe Martin Niemöller ihm sein Grab überlassen.[47] Etwa 6000 Gäste begleiteten den Trauerzug, Helmut Gollwitzer hielt die Traueransprache. Die Ehrengrabstätte befindet sich in der Reihe 28.[48]

Dutschkes zweiter Sohn Rudi-Marek wurde im April 1980 in Dänemark geboren. Sein erster Sohn, Hosea Ché, war 1968, seine Tochter Polly Nicole 1969 geboren worden.[49]

Denken[Bearbeiten]

Grundposition[Bearbeiten]

Dutschke verstand sich seit seiner Jugendzeit als demokratischer Sozialist. In seiner Studienzeit entwickelte er sich zu einem überzeugten revolutionären Marxisten, der sich in die freiheitlichen Traditionen der Arbeiterbewegung stellte und sich sowohl vom Reformismus wie vom Stalinismus abgrenzte.[50]

Dutschkes Ziel war die „Abschaffung von Hunger, Krieg und Herrschaft“ durch eine „Weltrevolution“.[51] Damit knüpfte er an den christlichen Sozialismus seiner Jugend an:[52]

Christentum habe ich insofern bis zu meinem Abhauen aus der DDR nie als Staatskirche, nie als Herrschafts-Opium kennengelernt. Es ging immer darum, die Liebe und Hoffnung auf bessere Zeiten nicht untergehen zu lassen.“

1964 zum Karfreitag schrieb er in sein Tagebuch über „der Welt größten Revolutionär“:[53]

Jesus Christus zeigt allen Menschen einen Weg zum Selbst – diese Gewinnung der inneren Freiheit ist für mich allerdings nicht zu trennen von der Gewinnung eines Höchstmaßes an äußerer Freiheit, die gleichermaßen und vielleicht noch mehr erkämpft sein will.“

1978 erklärte er bei einem Treffen mit Martin Niemöller:[54]

„Ich bin ein Sozialist, der in der christlichen Tradition steht. Ich bin stolz auf diese Tradition. Ich sehe Christentum als spezifischen Ausdruck der Hoffnungen und Träume der Menschheit.“

Ökonomische Analyse[Bearbeiten]

Dutschke versuchte, die marxsche „Kritik der politischen Ökonomie“ auf die Gegenwart anzuwenden und weiterzuentwickeln.[55] Er sah das Wirtschafts- und Sozialsystem der Bundesrepublik als Teil eines weltweiten komplexen Kapitalismus, der alle Lebensbereiche durchdringe und die lohnabhängige Bevölkerung unterdrücke. Die soziale Marktwirtschaft beteilige das Proletariat zwar am relativen Wohlstand der fortgeschrittenen Industrieländer, binde es dadurch aber in den Kapitalismus ein und täusche es über die tatsächlichen Machtverhältnisse hinweg.

Repräsentative Demokratie und Parlamentarismus waren daher für Dutschke Ausdruck einer „repressiven Toleranz“ (Herbert Marcuse), die die Ausbeutung der Arbeiter verschleiere und die Privilegien der Besitzenden schütze. Diese Strukturen sah er als nicht reformierbar an; sie müssten vielmehr in einem langwierigen, international differenzierten Revolutionsprozess umgewälzt werden, den er als „Marsch durch die Institutionen“ bezeichnete.

In der Bundesrepublik erwartete Dutschke nach dem Wirtschaftswunder eine Periode der Stagnation: Die Subventionierung unproduktiver Sektoren wie Landwirtschaft und Bergbau werde künftig nicht mehr finanzierbar sein. Der dadurch absehbare massive Abbau von Arbeitsplätzen im Spätkapitalismus werde eine Strukturkrise erzeugen, die den Staat zu immer tieferen Eingriffen in die Wirtschaft veranlassen und in einen „integralen Etatismus“ münden werde: Dieser aus einer Analyse Max Horkheimers von 1939 übernommene Begriff beschreibt einen Staat, der die Wirtschaft lenke, aber das Privateigentum formal beibehalte.[56] Dieser Zustand sei nur mit Gewalt gegen die aufbegehrenden Opfer der Strukturkrise zu stabilisieren.

Im technischen Fortschritt sah Dutschke Ansatzpunkte für eine grundlegende Gesellschaftsveränderung: Automatisierung, Computerisierung und Nutzung der Atomkraft zu friedlichen Zwecken ließen die Notwendigkeit der Lohnarbeit zunehmend wegfallen.[57] Damit werde Arbeitszeit freigesetzt, die gegen das „System“ aktiviert werden könne. Für den nötigen Umsturz fehle der Bundesrepublik jedoch ein „revolutionäres Subjekt“. Gestützt auf Marcuses Der eindimensionale Mensch glaubte Dutschke, ein „gigantisches System von Manipulation“ stelle „eine neue Qualität von Leiden der Massen her, die nicht mehr aus sich heraus fähig sind, sich zu empören.“ Die deutschen Proletarier lebten verblendet in einem „falschen Bewusstsein“ und könnten die strukturelle Gewalt des kapitalistischen Staates daher nicht mehr unmittelbar wahrnehmen. Eine „Selbstorganisation ihrer Interessen, Bedürfnisse, Wünsche“ sei damit „geschichtlich unmöglich geworden“.[58]

Verhältnis zum Parlamentarismus[Bearbeiten]

Dutschke lehnte die repräsentative Demokratie in den 1960er Jahren ab, weil er das Parlament nicht als Volksvertretung ansah. In einem Fernsehinterview erklärte er am 3. Dezember 1967:[59]

„Ich halte das bestehende parlamentarische System für unbrauchbar. Das heißt, wir haben in unserem Parlament keine Repräsentanten, die die Interessen unserer Bevölkerung – die wirklichen Interessen unserer Bevölkerung – ausdrücken. Sie können jetzt fragen: Welche wirklichen Interessen? Aber da sind Ansprüche da. Sogar im Parlament. Wiedervereinigungsanspruch, Sicherung der Arbeitsplätze, Sicherung der Staatsfinanzen, in Ordnung zu bringende Ökonomie, all das sind Ansprüche, die muss aber das Parlament verwirklichen. Aber das kann es nur verwirklichen, wenn es einen kritischen Dialog herstellt mit der Bevölkerung. Nun gibt es aber eine totale Trennung zwischen den Repräsentanten im Parlament und dem in Unmündigkeit gehaltenen Volk.“

Um diese Entfremdung zwischen Regierenden und Regierten zu überwinden, strebte Dutschke eine Räterepublik an.[60] In einem „Gespräch über die Zukunft“ im Oktober 1967 im Kursbuch entwarf er „das Modell einer Räterepublik in Westberlin“. Wie in der Pariser Kommune sollten sich auf der Basis selbstverwalteter Betriebe Kollektive von höchstens dreitausend Menschen bilden, um ihre Angelegenheiten im herrschaftsfreien Diskurs, mit Rotationsprinzip und imperativem Mandat ganzheitlich selbst zu regeln. Polizei, Justiz und Gefängnisse würden dann überflüssig. Auch werde man nur fünf Stunden täglich arbeiten müssen:[61]

„Früher war der Betrieb die Ebene, wo das Leben totgeschlagen wurde. Indem die Fabrik unter eigene Kontrolle genommen wird, kann sich in ihr Leben entfalten. Arbeit kann dann Selbsterzeugung des Individuums bedeuten statt Entfremdung.“

Als Keimzellen solcher Kollektive schlug er politische „Aktionszentren“ vor, die das studentische Milieu mit der Lebenswelt der Arbeiter vermitteln und andere Formen des Zusammenlebens ausprobieren sollten. Dies fand er später in den Bürgerinitiativen, der Alternativ- und Ökologiebewegung teilweise realisiert.

Der Faschismus wirkte für Dutschke auch in seiner Gegenwart fort. In seiner Rede vor dem Vietnamkongress vom 18. Februar 1968 sagte er:[62]

„Der heutige Faschismus ist nicht mehr manifestiert in einer Partei oder in einer Person, er liegt in der tagtäglichen Ausbildung der Menschen zu autoritären Persönlichkeiten, er liegt in der Erziehung, kurz in der entstehenden Totalität der Institutionen und des Staatsapparats.“

Mit Bezug auf Erich Fromms Sozialpsychologie und die 1950 erschienene Studie Theodor W. Adornos und anderer zur autoritären Persönlichkeit schrieb er 1968:[63]

„Diese Persönlichkeitsgrundlage des Faschismus wurde auch durch die äußerliche Niederlage des Faschismus in Deutschland nicht überwunden, konnte vielmehr im wesentlichen ungebrochen in Antikommunismus transformiert werden.“

Vor wie nach dem Attentat grenzte er sich von fast allen bestehenden Parteien ab und suchte ständig nach neuen, unmittelbar wirksamen Aktionsformen. Zugleich fand er im italienischen Eurokommunismus Geistesverwandte und erwog schon früh die Gründung einer neuen Linkspartei. Doch seine Skepsis gegen eine verselbständigte „revisionistische“ Partei-Elite überwog.

Seit 1976 engagierte Dutschke sich für den Aufbau einer ökosozialistischen Partei, die die neuen außerparlamentarischen Bewegungen bündeln und parlamentarisch wirksam werden lassen sollte. Ab 1978 setzte er sich mit anderen für eine grünalternative Liste ein, die an den kommenden Europawahlen teilnehmen sollte. Im Juni 1979 gewann Joseph Beuys ihn für gemeinsame Wahlkampfauftritte. Mit seinem Eintritt in die Bremer Grüne Liste, die als erster grüner Landesverband die Fünf-Prozent-Hürde übersprang, hatte er sich schließlich dem Parlamentarismus zugewandt.

Auf dem Programmkongress der Grünen in Offenbach am Main trat Dutschke in Verbindung mit der „Deutschen Frage“ für das Selbstbestimmungsrecht der Nationen und damit für ein Widerstandsrecht gegen die Militärblöcke in West wie Ost ein. Dieses Thema warf sonst niemand auf, da es der strikten Gewaltfreiheit widersprach, auf die sich die Mehrheit dann festlegte. Die Grünen verstanden sich damals als streng pazifistische Antiparteienpartei.[64]

Antiimperialistische Gewalt und antiautoritäre Provokation[Bearbeiten]

Dutschke glaubte wie viele seiner Mitstreiter im SDS, der Vietnamkrieg der USA, die Notstandsgesetze in der Bundesrepublik und die stalinistischen Bürokratien im Ostblock seien Teilaspekte der weltweiten autoritären Kapitalherrschaft über die entmündigten Völker.[65] Jedoch seien die Bedingungen für die Überwindung des weltweiten Kapitalismus in den reichen Industriestaaten und der „Dritten Welt“ verschieden. Anders als Marx es erwartete, werde die Revolution nicht im hochindustrialisierten Mitteleuropa beginnen, sondern von den verarmten und unterdrückten Völkern der „Peripherie“ des Weltmarkts ausgehen.

Im Vietnamkrieg sah Dutschke den Beginn dieser revolutionären Entwicklung, die auch auf andere Dritte-Welt-Länder übergreifen könne. Er bejahte die Militärgewalt des Vietcong:[66]

„Dieser revolutionäre Krieg ist furchtbar, aber furchtbarer würden die Leiden der Völker sein, wenn nicht durch den bewaffneten Kampf der Krieg überhaupt von den Menschen abgeschafft wird.“

Dutschke teilte hier die antiimperialistische Theorie von Frantz Fanon im Anschluss an Lenin, wonach der von „revolutionärem Hass“ geleitete Befreiungskampf der Völker zuerst die „schwächsten Glieder“ in der Kette des Imperialismus zerreißen werde und dies unterstützt werden müsse: Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnams! Er unterschied also „befreiende“ von „unterdrückender“ Gewalt und rechtfertigte erstere im Kontext nationaler Befreiungskämpfe in der Dritten Welt.[67] Die Solidarität mit diesen Kämpfen hielt er auch deshalb für notwendig, um wirksame Widerstandsformen in den „Metropolen“ zu finden:[68]

„Die volle Identifikation mit der Notwendigkeit des revolutionären Terrorismus und des revolutionären Kampfes in der Dritten Welt ist unerläßliche Bedingung für […] die Entwicklung der Formen des Widerstands bei uns.“

Auch für die Bundesrepublik lehnte er gewaltsamen Guerillakampf nicht prinzipiell, aber in der gegebenen Situation ab. Sein Aktionskonzept war seit 1965 auf „subversive“, „antiautoritäre“, auch illegale Regelverletzung ausgerichtet:[69]

„Genehmigte Demonstrationen müssen in die Illegalität überführt werden. Die Konfrontation mit der Staatsgewalt ist zu suchen und unbedingt erforderlich.“

Die Protestformen der APO sollten „die repräsentative 'Demokratie' […] zwingen, offen ihren Klassencharakter, ihren Herrschaftscharakter zu zeigen, sie […] zwingen, sich als 'Diktatur der Gewalt’ zu entlarven“.[70] Die Regelverstöße des antiautoritären Protests sollten also die Gewalt, auf der die bürgerliche Gesellschaft Dutschkes Ansicht nach beruhte, sinnlich erfahrbar machen und so breitenwirksam über sie aufklären.[71]

Benno Ohnesorgs Erschießung verstärkte bundesweite Proteste und damit die Plausibilität von Dutschkes Aktionskonzept. Er wollte die zugespitzte Lage nutzen, um eine erfolgreiche Revolution herbeizuführen, deren objektive Bedingungen seines Erachtens bereits vorlagen:[72]

„Die Entwicklungen der Produktivkräfte haben einen Prozeßpunkt erreicht, wo die Abschaffung von Hunger, Krieg und Herrschaft materiell möglich geworden ist. Alles hängt vom bewußten Willen der Menschen ab, ihre schon immer von ihnen gemachte Geschichte endlich bewußt zu machen, sie zu kontrollieren, sie sich zu unterwerfen […].“

Zuvor hatte Jürgen Habermas gemahnt:

„Diese Welt ist von Gewalt besessen, wie wir wissen. Aber die Befriedigung daran, durch Herausforderung die sublime Gewalt in manifeste Gewalt umzuwandeln, ist masochistisch, keine Befriedigung also, sondern Unterwerfung unter eben diese Gewalt.“

Nun ergänzte er: Die Revolution nur von der Entschlossenheit der Revolutionäre abhängig zu machen, statt wie Marx auf die Eigenentwicklung der Produktionsverhältnisse zu setzen, sei eine „voluntaristische Ideologie“, die er „linken Faschismus“ nenne. Dutschkes Vorhaben werde faschistische Tendenzen in Staat und Volk wecken, statt sie zu verringern.[73] Dieser glaubte dagegen:[74]

„H[abermas] will nicht begreifen, dass allein sorgfältige Aktionen Tote, sowohl für die Gegenwart als auch noch mehr für die Zukunft 'vermeiden' können. Organisierte Gegengewalt unsererseits ist der größte Schutz, nicht 'organisierte Abwiegelei' a la H[abermas]. Der Vorwurf der 'voluntaristischen Ideologie' ehrt mich.“

Habermas relativierte seinen Vorwurf des „linken Faschismus“ seit Juli 1967 und nahm ihn im Mai 1968 zurück.[75]

Im Juli 1967 nannte Dutschke in einem Interview Beispiele für die geforderte „direkte Aktion“: Unterstützen streikender Arbeiter durch Solidaritätsstreiks und Information über ihre objektive Rolle etwa in Rüstungsbetrieben, die die US-Armee belieferten, Verhindern der Auslieferung von Springerzeitungen, verbunden mit einer Enteignungskampagne, Gründen einer Gegen-Universität zur umfassenden Aufklärung der Bevölkerung: über Konflikte in der Dritten Welt und ihren Zusammenhang mit innerdeutschen Problemen ebenso wie über Rechtsfragen, Medizin, Sexualität usw. Das Werfen von Eiern, Tomaten und Steinen hielt er nicht für wirksamen Protest, lehnte es aber auch nicht generell ab. Er bezog sich dabei auf Mario Savio, den Anführer der Studentenproteste in Berkeley.[76]

In seinem mit Hans-Jürgen Krahl verfassten „Organisationsreferat“ beim Bundeskongress des SDS am 5. September 1967 rückte Dutschke die Organisation der Proteste in den Mittelpunkt seiner Überlegungen und bezog sich auf Begriffe aus der Fokustheorie Che Guevaras:[58]

„Die ‚Propaganda der Schüsse‘ (Che Guevara) in der ‚Dritten Welt‘ muß durch die ‚Propaganda der Tat‘ in den Metropolen vervollständigt werden, welche eine Urbanisierung ruraler Guerilla-Tätigkeit geschichtlich möglich macht. Der städtische Guerillero ist der Organisator schlechthinniger Irregularität als Destruktion des Systems der repressiven Institutionen.“

Die „sinnliche Erfahrung“ dieser sonst „latenten“ staatlichen Gewalt und Aufklärung darüber sollten gemeinsam das „falsche Bewusstsein“ aufheben und die tatsächliche Unfreiheit zunächst bei den Akteuren, dann auch bei deklassierten Arbeitern und Arbeitslosen transparent machen. Der Revolutionär revolutioniere sich damit gleichsam selbst: Dies sei die „entscheidende Voraussetzung für die Revolutionierung der Massen“.

1968 nannte Dutschke weitere Aktionsziele:

„Die Durchbrechung der Spielregeln der herrschenden kapitalistischen Ordnung führt nur dann zur manifesten Entlarvung des Systems als ‚Diktatur der Gewalt‘, wenn wir zentrale Nervenpunkte des Systems in mannigfaltiger Form (von gewaltlosen offenen Demonstrationen bis zu konspirativen Aktionsformen) angreifen (Parlament, Steuerämter, Gerichtsgebäude, Manipulationszentren wie Springer-Hochhaus oder SFB, Amerika-Haus, Botschaften der unterdrückten Nationen, Armeezentren, Polizeistationen u. a. m.).“[77]

Dutschke unterschied Gewalt gegen Sachen und Gewalt gegen Personen; letztere lehnte er zwar nicht prinzipiell, aber für die bundesdeutsche Situation ab.[78] Susanne Kailitz bestreitet, dass Dutschke über eine stringente Gewalttheorie verfügte.[79] Auch an Gewalt gegen Sachen beteiligte er sich nicht aktiv, obwohl er Sprengstoffanschläge auf einen Sendemast des Soldatensenders American Forces Network oder ein Schiff mit Versorgungsgütern für die US-Armee in Vietnam mit vorbereitete. Beide Anschläge blieben unausgeführt.[80] Er lehnte bewaffnete Gegengewalt in Westeuropa und den USA aber weiterhin ab:[81]

„Wir haben eine prinzipielle Differenz in der Anwendung der Methoden in der Dritten Welt und in den Metropolen.“

Doch er hielt auch in Deutschland eine Situation für möglich, die bewaffnete Gegengewalt erfordere: so im Fall einer Beteiligung der Bundeswehr an NATO-Einsätzen gegen Dritte-Welt-Revolutionen. In einem Fernsehinterview im Dezember 1967 antwortete er in auf die Frage, ob er notfalls selbst mit der Waffe in der Hand kämpfen würde:

„Wäre ich in Lateinamerika, würde ich mit der Waffe in der Hand kämpfen. Ich bin nicht in Lateinamerika, ich bin in der Bundesrepublik. Wir kämpfen dafür, daß es nie dazu kommt, daß Waffen in die Hand genommen werden müssen. Aber das liegt nicht bei uns. Wir sind nicht an der Macht. Die Menschen sind nicht bewußt sich ihres eigenen Schicksals, und so, wenn 1969 der NATO-Austritt nicht vollzogen wird, wenn wir reinkommen in den Prozeß der internationalen Auseinandersetzung – es ist sicher, daß wir dann Waffen benutzen werden, wenn bundesrepublikanische Truppen in Vietnam oder in Bolivien oder anderswo kämpfen – daß wir dann im eigenen Lande auch kämpfen werden.“[82]

In weiteren Interviews um die Jahreswende 1967/68 bekräftigte Dutschke:

„Wir dürfen […] von vornherein nicht auf eigene Gewalt verzichten, denn das würde nur einen Freibrief für die organisierte Gewalt des Systems bedeuten. […] Aber die Höhe unserer Gegengewalt bestimmt sich durch das Maß der repressiven Gewalt der Herrschenden. Wir sagen ja zu den Aktionen der Antiautoritären, weil sie einen permanenten Lernprozeß der an der Aktion Beteiligten darstellen.“[83]

In diesem reziproken Sinn verlangte er beim Vietnamkongress im Februar 1968 damals verstärkte, zielgerichtete und auch illegale Aktionen, um den Vietcong indirekt zu unterstützen:

„Wenn sich dem Viet-Cong nicht ein amerikanischer, europäischer und asiatischer Cong zugesellt, wird die vietnamesische Revolution ebenso scheitern wie andere zuvor. […] Wir wagen es schon, den amerikanischen Imperialismus politisch anzugreifen, aber wir haben noch nicht den Willen mit unserem eigenen Herrschaftsapparat zu brechen, militante Aktionen gegen Manipulationszentren, z. B. gegen die unmenschliche Maschinerie des Springer-Konzerns durchzuführen, […].“[84]

Dabei wies er auf die Gefahr solcher Aktionen hin:[85]

„Das Problem revolutionärer Gewalt [ist] der Umschlag von revolutionärer Gewalt in eine Gewalt, die die Ziele der Gewalt – die Emanzipation des Menschen, die Schaffung des neuen Menschen – vergißt.“

Er selbst rief in der Bundesrepublik stationierte US-Soldaten öffentlich und mit Flugblättern, die nachts über die Kasernenzäune katapultiert wurden, zur massenhaften Desertion auf; diese Aufrufe hatte er 1967 vorgeschlagen. Sie wurden seit Januar 1968 vom SDS, später auch von der Gewerkschaftsjugend und einigen Universitätsdozenten übernommen.[86] Im Rückblick sah Dutschke die damaligen Aktionen als wirksam an:[87]

„Nach dem Vietnam-Kongress war der Höhepunkt der faschistoiden Tendenz bald beseitigt.“

Nach dem Attentat auf ihn hielt er diese Position durch, betonte nun aber stärker das ihm zugeschriebene Konzept vom „Marsch durch die Institutionen“, das er als „Kulturrevolution“ verstanden wissen wollte. 1971 erklärte er selbstkritisch:[88]

„Einige von uns hatten die Illusion, daß es [1968] eine revolutionäre Situation war.“

Verhältnis zum Realsozialismus[Bearbeiten]

Für Dutschke waren Demokratie und Sozialismus seit seiner Jugendzeit untrennbar. Deshalb solidarisierte er sich mit dem Aufstand des 17. Juni 1953 und dem Ungarischen Volksaufstand 1956:[89]

„Die Arbeiterräte spiegelten die Untrennbarkeit von Demokratie und Sozialismus wider.“

Seither grenzte er sich bewusst vom Marxismus-Leninismus der Sowjetunion und der von ihr beherrschten Staaten ab. Wie Rosa Luxemburg kritisierte er Lenins Diskussions- und Fraktionsverbote innerhalb der Bolschewiki und wollte mit der Verfügung der Arbeiter über die Produktionsmittel die Bürgerrechte bewahren:

„Rosa Luxemburg bestand auf der Erbschaft der bürgerlichen Revolution, um proletarische Demokratie ermöglichen zu können.“

Er sah die Ideologie der Kommunistischen Internationale als doktrinären „Legitimationsmarxismus“, den jeder kritische Marxist als Ausdruck alter und neuer Klassenverhältnisse kritisieren müsse. Darum fragte er beim Moskaubesuch des SDS im Sommer 1965 nach dem Kronstädter Matrosenaufstand 1921. Dessen gewaltsame Niederschlagung sah er als Abkehr Lenins vom echten Marxismus zu einer neuen „bürokratischen“ Herrschaftsform an.[90]

Im SDS setzte er sich seit 1965 intensiv mit den DDR-Sympathisanten und „Traditionalisten“ und ihrem an Lenins Konzept einer Kaderpartei angelehnten Revolutionsverständnis auseinander. Ein Spitzel im SDS meldete daraufhin dem Ost-Berliner Ministerium für Staatssicherheit, Dutschke vertrete „eine völlig anarchistische Position“; der IM Dietrich Staritz meldete im Dezember 1966: Dutschke spricht ausschließlich vom Scheißsozialismus in der DDR.[91]

1966 begrüßte Dutschke Mao Zedongs Kulturrevolution als Beitrag zur erhofften Entbürokratisierung des Staatskommunismus und zur Überwindung der „Asiatischen Produktionsweise“. Doch schon im Dezember 1966 übernahm er Ernest Mandels Kritik am Maoismus:[92]

„'Echte Selbsttätigkeit der Massen ist bei Mao nicht gestattet’ – eine verdammt kritische Bemerkung.“

Seit dem 17. Juni 1967 forderte und erwartete Dutschke auch im Ostblock eine durchgreifende Revolution zu einem selbstbestimmten Sozialismus. Den von der Bevölkerung getragenen reformkommunistischen Kurs Alexander Dubčeks im Prager Frühling begrüßte er vorbehaltlos. Bei seinem Pragbesuch verlangte er am 4. April 1968 trotz Redeverbots bei einer Veranstaltung der Christlichen Friedenskonferenz eine „internationale Opposition […] gegen alle Formen autoritärer Strukturen“ und fuhr fort:[93]

„Ich denke, daß es in der Tschechoslowakei eine große Aufgabe gibt: neue Wege zu finden, um Sozialismus, wirkliche individuelle Freiheit und Demokratie miteinander zu verbinden, nicht im bürgerlichen Sinn, sondern in einem wirklichen sozialrevolutionären Sinn. Wir wollen die bürgerliche Demokratie nicht abschaffen, aber wir wollen sie sehr ernsthaft mit einem neuen Inhalt füllen.“

Dies konkretisierte er am Folgetag bei einer Vorlesung in der Karls-Universität als „Produzentendemokratie der Betroffenen in allen Lebensbereichen“.

Nach dem Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei im August 1968 übte Dutschke Selbstkritik, weil der SDS mit der FDJ gegen den Vietnamkrieg zusammengearbeitet hatte:[94]

„Sind wir gar einem riesigen Fremd- und Eigenbetrug anheimgefallen? […] Warum geht eine SU (ohne Sowjets), die sozialrevolutionäre Bewegungen in der Dritten Welt unterstützt, imperialistisch gegen ein Volk vor, welches selbständig unter Führung der kommunistischen Partei die demokratisch-sozialistische Initiative ergriff? […] Ohne Klarheit an dieser Ecke ist ein sozialistischer Standpunkt der konkreten Wahrheit, Glaubwürdigkeit und Echtheit unmöglich, werden gerade die Unterdrückten, Ausgebeuteten und Beleidigten in der BRD und der DDR im besonderen nicht bereit sein, über Lohnkämpfe hinaus in den politischen Klassenkampf einzusteigen.“

Von den 1968 entstehenden K-Gruppen, die sich kritiklos an die Volksrepublik China oder Albanien anlehnten, distanzierte sich Dutschke ebenfalls. Im Vorfeld der Parteigründung der Grünen versuchte er, den Einfluss von K-Gruppen-Vertretern zurückzudrängen.[95]

Dutschkes 1974 erschienene Dissertation erklärte die Ursachen der sowjetisch-chinesischen Fehlentwicklung im Gefolge Karl August Wittfogels mit der marxistischen Gesellschaftsanalyse. Er vertrat hier die Ansicht, dass die Voraussetzungen für eine sozialistische Revolution in Russland nie bestanden hätten: Es habe weder eine feudalistische noch eine kapitalistische Produktionsweise vorgeherrscht, sondern eine „asiatische“. Aus ihr habe sich notwendig als Staatsform die „asiatischen Despotie“ entwickelt, die in ungebrochener Kontinuität von Dschingis Khan bis zu Josef Stalins Zwangskollektivierung und Zwangsindustrialisierung bestanden habe. Während Lenin 1905 noch für die Entfaltung des Kapitalismus in Russland plädiert habe, damit dort eine echte Arbeiterklasse heranwachsen könne, sei schon der „Oktoberputsch“ bzw. die „Machtergreifung der Bolschewiki“, wie er die Oktoberrevolution nannte, die als Rückfall in die „allgemeine Staatssklaverei“ anzusehen. Die Erziehungsdiktatur, die die Bolschewiki errichtet hätten, sei notwendig gewesen, um der rückständigen Bevölkerung den Sozialismus nahezubringen. Von ihr und Lenins Parteien- und Fraktionsverbot sei die Entwicklung zu Stalin eine logische Folge gewesen. Stalins Versuch, die Produktivität der Sowjetunion durch brutale Zwangsindustrialisierung zu steigern, habe ihre Abhängigkeit vom kapitalistischen Weltmarkt nie beseitigen können. Er habe nur einen neuen Imperialismus hervorgebracht, so dass militärische Unterstützung von Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt und Unterdrückung von selbstbestimmten Sozialismusversuchen im Ostblock eine logische Einheit darstellten. Für die westliche Linke könne die Entwicklung zur Sowjetunion kein Modell sein, da sie aus völlig unterschiedlichen sozialökonomischen Voraussetzungen resultiert sei.[96] Die DKP griff Dutschke daraufhin an. [97]

Der Stalinismus sei manifester „Anti-Kommunismus“, der eine „Monopolbürokratie“ geschaffen habe, die nicht minder aggressiv sei als die „Monopolbourgeoisie“, die Stalin für den deutschen Faschismus verantwortlich machte. Somit sei es kein Zufall, dass seine Gulags und Konzentrationslager nach 1945 aufrechterhalten worden seien. Diesen systembedingten, nicht als „Entartung“ der Politik Lenins zu begreifenden Charakter der Sowjetunion hätten auch Leo Trotzki, Nikolai Iwanowitsch Bucharin, Karl Korsch, Rudolf Bahro, Jürgen Habermas und andere marxistische Kritiker und Analytiker nicht voll erkannt. Der isolierte „Sozialismus in einem Land“ sei eine „antidynamische Sackgassenformation“, die sich nur noch durch Kredite und Importe aus dem Westen am Leben erhalten könne. Alle ihre scheinbaren inneren Reformanläufe seit Nikita Sergejewitsch Chruschtschow und dem XX. Parteitag der KPdSU von 1956 seien nur Mittel zum Überleben der ZK-Bürokratie gewesen:[98]

„Von pseudo-linker, gutgemeinter moralisch-romantischer Position kann man es gutheißen, Produktionsweisen zu 'überspringen', mit einem sozialistischen Standpunkt hatte (und hat) die Moskauer Position desgleichen wie die Pekinger nie etwas zutun.“

Aufgrund dieser eindeutigen Haltung galt Dutschke für die DDR-Staatssicherheit bis 1990 als Autor jenes „Manifests des Bundes Demokratischer Kommunisten“, das „Der Spiegel“ im Januar 1978 veröffentlichte. Es forderte wie seine Dissertation den Übergang von der asiatischen Produktionsweise des bürokratischen „Staatskapitalismus“ zur sozialistischen Volkswirtschaft, von der Einparteiendiktatur zu Parteienpluralismus und Gewaltenteilung. Erst 1998 stellte sich Hermann von Berg, ein Leipziger SED-Dissident, als Autor heraus.[99]

Verhältnis zum Terrorismus[Bearbeiten]

Dutschke grenzte sich als antiautoritärer Marxist stets von allen „Kader“-Konzepten ab, die sich von der Bevölkerung isolierten und deren Bewusstwerdung verhinderten. Ebenso ablehnend stand er auch dem „Individualterror“ gegenüber, den verschiedene linksradikale Gruppen wie die „Tupamaros Westberlin“ oder die Rote Armee Fraktion nach dem Zerfall des SDS seit 1970 verübten.

Am 9. November 1974 starb das RAF-Mitglied Holger Meins an einem Hungerstreik im Gefängnis. Bei seiner Beerdigung rief Dutschke mit erhobener Faust: „Holger, der Kampf geht weiter!“ Auf die heftige Kritik antwortete er nach dem Mord an Günter von Drenkmann in einem Leserbrief:[100]

„‚Holger, der Kampf geht weiter‘ – das heißt für mich, dass der Kampf der Ausgebeuteten und Beleidigten um ihre soziale Befreiung die alleinige Grundlage unseres politischen Handelns als revolutionäre Sozialisten und Kommunisten ausmacht. […] Die Ermordung eines antifaschistischen und sozialdemokratischen Kammer-Präsidenten ist aber als Mord in der reaktionären deutschen Tradition zu begreifen. Der Klassenkampf ist ein Lernprozess. Der Terror aber behindert jeden Lernprozess der Unterdrückten und Beleidigten.“

In einem Privatbrief an den späteren SPD-Bundestagsabgeordneten Freimut Duve vom 1. Februar 1975 erklärte Dutschke sein Auftreten an Meins’ Grab für zwar „psychologisch verständlich“, politisch aber „nicht angemessen reflektiert“.

Am 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermordet. Dutschke notierte in sein Tagebuch:[101]

„Der Bruch der linken Kontinuität im SDS, die verhängnisvollen Auswirkungen werden erkennbar. Was tun? Die sozialistische Partei wird immer unerlässlicher!“

Er sah nun eine Parteigründung links von der SPD auch als notwendige Prävention gegen Terrorismus an.

Im Deutschen Herbst 1977 wurde vielen Linksintellektuellen vorgeworfen, sie hätten den „geistigen Nährboden“ der RAF geschaffen. In der „Zeit“ vom 16. September gab Dutschke diesen Vorwurf an die „herrschenden Parteien“ zurück und distanzierte sich vom RAF-Terrorismus:[102]

„Der individuelle Terror ist der Terror, der später in die individuelle despotische Herrschaft führt, aber nicht in den Sozialismus. Das war nicht unser Ziel und wird es nie sein. Wir wissen nur zu gut, was die Despotie des Kapitals ist, wir wollen sie nicht ersetzen durch Terrordespotie.“

Dennoch griff ihn z. B. die Stuttgarter Zeitung vom 24. September des Jahres persönlich als Wegbereiter der RAF an:

„Es ist Rudi Dutschke gewesen, der […] gefordert hatte, das Konzept Stadtguerilla müsse hierzulande entwickelt und der Krieg in den imperialistischen Metropolen entfesselt werden.“

Dagegen meinte Dutschke, das Attentat auf ihn habe ein „geistiges, politisches und sozialpsychologisches Klima der Unmenschlichkeit“ hervorgerufen[103] und betonte in einem Rückblick auf seine Entwicklung im Dezember 1978 nochmals:[104]

„Individueller Terror aber ist massenfeindlich und antihumanistisch. Jede kleine Bürgerinitiative, jede politisch-soziale Jugend-, Frauen-, Arbeitslosen-, Rentner- und Klassenkampfbewegung in der sozialen Bewegung ist hundertmal mehr wert und qualitativ anders als die spektakulärste Aktion des individuellen Terrors.“

Verhältnis zur deutschen Nation[Bearbeiten]

Die Teilung Deutschlands war für Dutschke schon seit seiner DDR-Jugend ein Anachronismus:[105]

„Der Faschismus ist weg, warum wird Deutschland nun auch noch gespalten?“

Seine Weigerung, Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee zu leisten, begründete er 1957 auch damit, dass er nicht auf Landsleute schießen wollte.[106] In einem nach 1990 in seiner Staatssicherheitsakte entdeckten Brief an seinen Schuldirektor schrieb er:[107]

„Was uns dieser Führer und dieses Reich gebracht haben, sehen wir erst heute, da an eine Einheit Deutschlands noch nicht wieder zu denken ist. Es soll nicht noch einmal heißen: 'Gefallen.' Meine Mutter hat uns vier Söhne nicht für den Krieg geboren. Wir hassen den Krieg und wollen den Frieden. Wenn ich auch an Gott glaube und nicht zur Volksarmee gehe, so glaube ich dennoch, ein guter Sozialist zu sein.“

1968 erklärte er dazu:[108]

„Ich bekannte mich zur Wiedervereinigung, bekannte mich zum Sozialismus, wie er betrieben wurde, und sprach mich gegen den Eintritt in die Nationale Volksarmee aus. Ich war nicht bereit in einer Armee zu dienen, die die Pflicht haben könnte, auf eine andere deutsche Armee zu schießen, in einer Bürgerkriegsarmee, und zwar in zwei deutschen Staaten, ohne wirkliche Selbständigkeit auf beiden Seiten, das lehnte ich ab.“

Am 14. August 1961 versuchte er ein Teilstück der Berliner Mauer einzureißen und wurde dafür in West-Berlin inhaftiert.[109]

Nach der Forderung einer sozialistischen Revolution im Ostblock am 17. Juni 1967 trug Dutschke am 24. Juni zunächst im engsten Freundeskreis, ab Juli im „Oberbaumblatt“ in einer Auflage von 30.000 Stück seinen Plan zu einer Räte-Revolution in West-Berlin vor, die auf die DDR ausstrahlen und so langfristig die Spaltung Deutschlands beenden sollte:[110]

„Ein von unten durch direkte Rätedemokratie getragenes West-Berlin […] könnte ein strategischer Transmissionsriemen für eine zukünftige Wiedervereinigung Deutschlands sein.“

Im Oktober 1967 vertiefte er diese Idee einer Wiedervereinigung unter sozialistischen Vorzeichen in einem Gespräch:[111]

„Wenn sich Westberlin zu einem neuen Gemeinwesen entwickeln sollte, würde das die DDR vor eine Entscheidung stellen: entweder Verhärtung oder wirkliche Befreiung der sozialistischen Tendenzen in der DDR. Ich nehme eher das letztere an.“

Danach trat dieses Thema in seinen Äußerungen zurück. Erst 1977 griff er es mit einer Artikelserie wieder auf und fragte:[112]

„Warum denken deutsche Linke nicht national? Die sozialistische Opposition in der DDR und in der Bundesrepublik müssen zusammenarbeiten. Die DDR ist zwar nicht das bessere Deutschland. Aber sie ist ein Teil Deutschlands.“

Um die westdeutsche Linke für die von ihr vernachlässigte „nationale Frage“ zu interessieren und die Behandlung dieses Themas nicht den Nationalisten zu überlassen, verwies er auf den von Karl Marx selbst betonten dialektischen Zusammenhang mit der sozialen Frage:[113]

„Unter solchen Bedingungen fängt der linke Deutsche an, sich mit allem möglichen zu identifizieren, aber einen Grundzug des kommunistischen Manifestes zu ignorieren: Der Klassenkampf ist international, in seiner Form aber national.“

Diese Ansichten stießen jedoch damals auf fast einhellige Ablehnung und manchmal Empörung.[114]

Rezeption[Bearbeiten]

Nachrufe[Bearbeiten]

Nach Dutschkes Tod erschien eine große Zahl positiver Nachrufe.[115] Helmut Gollwitzer erinnerte in seiner Trauerrede an das letzte Telefonat Dutschkes an seinem Todesabend. Der Anrufer Heiner Brandt habe ihn an seine Anfänge bei der christlichen Gemeinde in Luckenwalde erinnert: „Rudi, du hast nie verlassen, wovon du ausgegangen bist...“ Dem habe Dutschke zugestimmt. Er habe nicht „Führer, Chefideologe, Autorität“ sein wollen, aber zu den Revolutionären gehört, die „auf dieser Erde nicht alt geworden sind“.[116]

Jürgen Habermas bezeichnete Dutschke als „wahrhaften Sozialisten“. Er sei „… Charismatiker einer Intellektuellenbewegung, der unermüdliche Inspirator, ein hinreißender Rhetor, der mit der Kraft zum Visionären durchaus den Sinn fürs Konkrete, für das, was eine Situation hergab, verbunden hat.“[117]

Wolf Biermann sang in seinem Trauerlied am 3. Januar 1980 mit Bezug auf persönliche Begegnungen:[118]

„Mein Freund ist tot, und ich bin zu traurig, um große Gemälde zu malen – sanft war er, sanft, ein bißchen zu sanft wie alle echten Radikalen.“

Dieses Bild bestimmte fortan die Wahrnehmung Dutschkes bei vielen Zeitgenossen. So meinte Walter Jens 1981:[119]

„Dutschke war ein friedliebender, zutiefst jesuanischer Mensch.“

Für Ulrich Chaussy begann die „Konstruktion eines Mythos“ schon zu Dutschkes Lebzeiten. Dieser habe seiner Idolisierung zu widerstehen versucht und nur Tage vor dem Attentat auf ihn für einen geplanten Fernsehfilm von Wolfgang Venohr seinen Rückzug aus der Studentenbewegung angekündigt, um der Personalisierung gesellschaftlicher Konflikte entgegenzuwirken. Chaussy erklärt das Misslingen dieser Absicht wie folgt:[107]

„Fast alle ehemaligen Genossen hatten Schuldgefühle, weil Rudis Tod, weil die Kugeln im Kopf soviel Stellvertretendes hatten, weil jede und jeder spürte: alle, die in dieser Revolte aufbegehrten, waren gemeint. […] Das passiert den frühen Toten eben, den Popstars wie den Revolutionären und so auch Rudi Dutschke. Sie selbst können sich nicht mehr einmischen.“

Diskurs um die Gewaltfrage[Bearbeiten]

Seit den 1970er Jahren wird besonders Dutschkes Verhältnis zu revolutionärer Gewalt und dessen möglicher Einfluss auf den Terrorismus der RAF intensiv diskutiert.

1986 stellte Jürgen Miermeister Dutschkes politische Entwicklung anhand von Selbstzeugnissen dar. Er zeigte, dass Dutschke jede Aktionsform reflektierte und mit einer politischen Situationsanalyse verknüpfte. Dieser habe theoretisch auch Attentate auf Tyrannen für legitim gehalten, aber nur als unmittelbaren Auslöser für eine Volksrevolution. Wegen dieser fehlenden Voraussetzung habe er Anschlagspläne auf Diktatoren ebenso wie Terror für die Bundesrepublik abgelehnt. Im Ergebnis urteilte Miermeister:[120]

„Vor Gewalt gegen Menschen schreckt er – zwar kein Pazifist, aber in letzter Konsequenz weder Anarchist noch putschistischer Marxist-Leninist, sondern Christ – zurück.“

1987 dokumentierte der Hamburger Sozialwissenschaftler Wolfgang Kraushaar in seiner dreibändigen Chronik der westdeutschen Studentenbewegung auch Dutschkes und Krahls „Organisationsreferat“ von 1967. Er betonte:[121]

„Dennoch wäre es verfehlt, hier im nachhinein von einer intellektuellen Vorwegnahme der Roten Armee Fraktion (RAF) zu sprechen. Nicht nur weil es in einem konkret historischen Sinn falsch wäre, sondern auch weil es zwischen dem Aufruf vom Herbst 1967 und der Praxis der RAF eine unübersehbare qualitative Differenz gibt. Stadtguerilla wird von Dutschke und Krahl noch als Element einer Bewusstseinsstrategie definiert. Der Stellenwert der Militanz ergibt sich aus ihrer propagandistischen Funktion, nicht umgekehrt.“

In ihrer 1996 erschienenen Biografie stellte Gretchen Dutschke-Klotz auch Dutschkes widersprüchliche Haltung zu bewaffneter Gewalt dar:[122]

„Anfang 1969 war auch Rudi bereit, in den Untergrund zu gehen, falls die Bedingungen dafür gegeben waren. […] Die Illegalität schien Rudi notwendig, wenn es überhaupt gelingen sollte, neue Strukturen im herrschenden System aufzubauen. Doch es war eine ungelöste Frage, wie diese Illegalität aussehen sollte. Rudi gelang es nicht, legitime Formen der Gewalt sauber von illegitimen zu trennen.“

Er habe Angriffsplänen mit Molotowcocktails auf eine britische Fluggesellschaft damals nicht widersprochen, nur eigene Teilnahme abgelehnt. Klar sei für ihn gewesen, dass auch illegaler Widerstand nicht von der Bevölkerung isolieren und keine Menschen gefährden sollte.

In seiner 2001 erschienenen Studie Mythos ’68. Die Gewaltphilosophie des Rudi Dutschke meinte Gerd Langguth, Dutschke habe theoretisch und praktisch zur „Enttabuisierung“ von Gewalt in der Bundesrepublik in den 1970er und 1980er Jahren beigetragen.[123]

2003 gab Gretchen Dutschke-Klotz die Tagebücher Dutschkes heraus, die neue Einblicke in seine politische Entwicklung ermöglichten. Im selben Jahr veröffentlichte Michaela Karl die Monographie Rudi Dutschke. Revolutionär ohne Revolution. Stationen seines Denkens, in der sie sein gewandeltes Verhältnis zu revolutionärer Gewalt in verschiedenen Lebensphasen nachzeichnete und aus dem jeweiligen historischen Kontext erklärte.[124]

Rudolf Sievers gab 2004 Primärtexte von „68ern“ heraus: darunter den kaum bekannten Aufsatz Dutschkes Die geschichtlichen Bedingungen für den internationalen Emanzipationskampf, in dem dieser auch die Rolle von revolutionärer Gegengewalt erörterte.[125]

Wolfgang Kraushaar spitzte Langguths These 2005 in seinem Aufsatz Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf zu. Er kritisierte, Zeitgenossen hätten Dutschke als „Ikone“ und „grün angehauchten, christlichen Pazifisten“ dargestellt. Dies sei im Blick auf zuvor unveröffentlichte Aussagen Dutschkes in seinem Nachlass unhaltbar. Er sei der „Erfinder des Konzepts Stadtguerilla in Deutschland“ gewesen, habe dieses konsequent bis 1969 vertreten und Sprengstoffanschläge mit vorbereitet, obwohl diese unausgeführt blieben und er sich vom späteren RAF-Terrorismus distanzierte.[126]

Dies löste eine erneute breite Diskussion aus. Thomas Medicus folgerte aus Kraushaars Beispielen, „dass Dutschke propagierte, was Baader und die RAF praktizierten“.[127] Lorenz Jäger begrüßte Kraushaars Aufsatz als Infragestellung einer „Dutschke-Legende“. Vor allem Erich Fried habe das Bild eines „pazifistischen Revolutionärs“ aufgebracht, der Ulrike Meinhof vom Weg in die Illegalität abgehalten hätte, wenn sie länger Kontakt gehabt hätten. Doch Dutschke habe „mehrere Gesichter“ gehabt: Er sei schon vor Beginn der Studentenbewegung gewaltbereit gewesen. Seine „Sprengstoff-Episoden“ seien Ausdruck und Folge seines Aktionskonzepts gewesen.[128]

Jürgen Treulieb zufolge wurde Dutschke weder bei seiner Beerdigung noch bei der Gedenkveranstaltung in der Freien Universität Berlin am 3. Januar 1980 als Ikone und Pazifist dargestellt. Diese Sicht sei vielmehr ausdrücklich auch von denen abgelehnt worden, die an Dutschkes frühen christlichen Pazifismus erinnert hätten. Diese Nachrufe übergehe Kraushaar.[129]

Rainer Stephan warf Kraushaar vor, Begriffe wie antiautoritär, außerparlamentarisch, Bewegung, Revolte, direkte Aktion, Stadtguerilla usw. nicht zu definieren, so dass mögliche Bedeutungsunterschiede nicht sichtbar würden. Es sei nicht plausibel, dass schon der frühe Dutschke die Theorie für den Terror geliefert haben solle, von dem er sich später scharf abgrenzte:[130]

„Kraushaars eigene, höchst unsystematisch vorgeführte Zitate demonstrieren, dass Welten zwischen Dutschkes Überlegungen zu einer „Stadtguerilla“ und der vollkommen apolitischen Terrorpraxis der RAF liegen.“

Klaus Meschkat erinnerte an Kraushaars frühere Unterscheidung zwischen Dutschkes und Baaders Verständnis von Stadtguerilla und kritisierte:[131]

„Wenn in den nachgelassenen Dokumenten ein Wort wie „Stadtguerilla“ auftaucht, so fragt er heute nicht mehr nach dessen Bedeutung im jeweiligen Zusammenhang, ihn interessiert nur das Indiz für eine angenommene Bereitschaft zum bewaffneten Kampf à la RAF. Ansonsten werden bekannte Anekdoten detailreich nacherzählt, mit denen sich Rudi Dutschke mindestens als potentieller Terrorist zu erkennen geben soll...“

Kraushaars „kriminalistische Enthüllungsübungen“ hätten mit keinem Wort die historische Situation berücksichtigt, aus der Dutschkes Haltung sich erkläre. Diesen Kontext zu erklären sei aber eigentlich „die Pflicht eines gewissenhaften Zeithistorikers“. Gewalt seitens der Studenten zu verurteilen, ohne an den Vietnamkrieg zu erinnern, habe Oskar Negt schon 1972 als Heuchelei erklärt.[132]

Claus Leggewie stellte eine veränderte Forschungslage fest:[133]

„Die Erkenntnisse, die Kraushaar aus dem Dutschke-Nachlass und anderen, längst publizierten Quellen […] ausgebreitet hat, gebieten, den Mythos des ökopazifistischen, geradezu jesusartigen SDS-Führers endgültig zu verabschieden. Diese Idolisierung zum „sanften Radikalen“ war für Zeitgenossen, die Dutschke in den 1960er-Jahren, aber auch später aus der Nähe erlebt haben, ohnehin unglaubwürdig.“

Susanne Kailitz zufolge hatte Dutschke kein in sich schlüssiges Gewaltkonzept. Zum einen habe er antiautoritäre Gewalt als Präventionsmittel verstanden, um einen vermeintlich gewaltsamen Charakter des Staates aufzudecken, zum anderen als Reaktion auf erwartete staatliche Unterdrückung. Einerseits habe er vertreten, diese Repression werde die Revolution beinahe naturgesetzlich herbeiführen, andererseits, diese sei vom Willen der revolutionären Avantgarde, nämlich der demonstrierenden Studenten, abhängig. Kailitz folgert aus dieser Ambivalenz, Dutschke habe Terror und bewaffneten Kampf in den Metropolen nur „aus strategischen Gründen“ abgelehnt.[134]

Diskurs um die nationale Frage[Bearbeiten]

Dutschkes Aussagen zur deutschen Nation werden heute verschieden bewertet. Sein ehemaliger Mitstreiter Bernd Rabehl stellt ihn seit 1998 im Sinne seiner eigenen Hinwendung zur Neuen Rechten als „Nationalrevolutionär“ dar[135] und bekräftigte diese Deutung in seiner Dutschkebiografie 2002.[136] Kraushaar dagegen nannte Dutschke 2000 einen „nationalen Linken“, der diese Haltung aus Rücksicht auf eine Tabuisierung alles Nationalen in der westdeutschen Linken öffentlich meist zurückgehalten habe.[137]

Gretchen Dutschke-Klotz betonte 2003 gegen beide:[138]

„Rudi wollte die Unterwürfigkeit als Persönlichkeitsmerkmal der deutschen Identität abschaffen. […] Er war kein „Nationalrevolutionär“, sondern ein internationalistischer Sozialist, der im Gegensatz zu anderen begriffen hatte, dass es politisch falsch war, die nationale Frage zu ignorieren. […] Er suchte etwas ganz Neues, das nicht anschloss an die autoritäre, nationalchauvinistische deutsche Vergangenheit.“

Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker arbeiteten 2011 in ihrer Schrift „Dutschkes Deutschland“ heraus, dass er leidenschaftlich für die Wiedervereinigung Deutschlands eingetreten sei. Sie belegen dies auch mit bisher unbekannten Dokumenten.[139]

Aktualität[Bearbeiten]

Für Klaus Meschkat besteht Dutschkes bleibende Bedeutung in seiner Suche nach wirksamen Widerstandsformen:[131]

„Wenn Millionen friedlicher Demonstranten in ganz Europa einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nicht verhindern konnten – sollten wir nicht erst einmal mit Interesse und Sympathie auf die Versuche Rudi Dutschkes und seiner Freunde zurückblicken, die amerikanische Kriegsmaschine zum Halten zu bringen?“

2006 erschien der Band Dutschke und Du mit gesammelten Aufsätzen aus der taz. Darin blickte Stefan Reinecke auch auf die Gewaltdebatte des Vorjahres zurück: Warum Dutschke nicht Vordenker der RAF war.[140]

Für Ralf Dahrendorf hatten Dutschkes theoretische Entwürfe und gesellschaftswissenschaftliche Forschungen 2008 keine öffentliche Bedeutung mehr:[141]

„Er war ein konfuser Kopf, der keine bleibenden Gedanken hinterlassen hat. Worauf man zurückblickt, ist die Person: ein anständiger, ehrlicher und vertrauenswürdiger Mann. Aber ich wüsste niemand, der sagen würde: Das war Dutschkes Idee, die müssen wir jetzt verfolgen.“

Straßenbenennungen[Bearbeiten]

Die Umbenennungsfeier am 30. April 2008

Am 30. April 2008 wurde ein Teil der Kochstraße in Berlin offiziell zur Rudi-Dutschke-Straße umbenannt. Sie grenzt direkt an die Axel-Springer-Straße.[142] Der Umbenennungsvorschlag von 2005 löste einen jahrelangen öffentlichen Konflikt aus. Mehrere Klagen von Anwohnern sowie vom in der Kochstraße ansässigen Axel Springer Verlag wurden abgewiesen.[143]

An Dutschkes 68. Geburtstag, dem 7. März 2008, wurde der Vorplatz des stillgelegten Bahnhofs in seinem Geburtsort Schönefeld (Nuthe-Urstromtal) in Rudi-Dutschke-Platz umbenannt.[144]

Auf dem Campus der Freien Universität Berlin in Berlin-Dahlem verläuft der zu seinen Ehren nach ihm benannte Rudi-Dutschke-Weg.

Filme[Bearbeiten]

Mit Rudi Dutschke beschäftigten sich mehrere Dokumentarfilme, so etwa die Arbeit der Regisseurin Helga Reidemeister aus dem Jahr 1988 Aufrecht gehen, Rudi Dutschke – Spuren oder der Film Dutschke, Rudi, Rebell seines Biographen Jürgen Miermeister, der im April 1998 im ZDF ausgestrahlt wurde.

Rainer Werner Fassbinders Spielfilm Die dritte Generation von 1979 verwendet Archivaufnahmen, auf denen Dutschke zu sehen ist. In dem Spielfilm Der Baader Meinhof Komplex des Regisseurs Uli Edel aus dem Jahr 2008 wird Dutschke von Sebastian Blomberg dargestellt.

Der Regisseur Stefan Krohmer entwickelte zusammen mit Drehbuchautor Daniel Nocke das Doku-Drama Dutschke (2009), das Interviewpassagen und mit inszenierte Szenen aus dem Leben Rudi Dutschkes verbindet. Christoph Bach wurde dafür 2010 mit dem Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler ausgezeichnet.

Musik[Bearbeiten]

Thees Uhlmann besingt die Geburt Rudi Dutschkes und die Straßenbenennung in seinem Song Am 7. März (2013).

Werke[Bearbeiten]

  • Gretchen Dutschke-Klotz (Hrsg:): Rudi Dutschke: Jeder hat sein Leben ganz zu leben. Die Tagebücher 1963–1979. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003, ISBN 3-462-03224-0.
  • Jürgen Miermeister (Hrsg.): Rudi Dutschke: Geschichte ist machbar. Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens. Klaus Wagenbach, Berlin 1991, ISBN 3-8031-2198-1.
  • Karola Bloch, Welf Schröter (Hrsg.): Rudi Dutschke: „Lieber Genosse Bloch …“ Briefe Rudi Dutschkes an Karola und Ernst Bloch. 1968–1979. Talheimer, Mössingen 1988, ISBN 3-89376-001-6.
  • Ulf Wolter (Hrsg.): Rudi Dutschke: Aufrecht gehen. Eine fragmentarische Autobiographie. Eingeleitet von Gretchen Dutschke-Klotz, Bibliographie: Jürgen Miermeister. Olle und Wolter, Berlin 1981, ISBN 3-88395-427-6. Auszüge:  Aufrecht gehen zu lernen ist nicht leicht. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1981 (online).
  • Gretchen Dutschke-Klotz, Helmut Gollwitzer, Jürgen Miermeister (Hrsg.): Rudi Dutschke: Mein langer Marsch. Reden, Schriften und Tagebücher aus zwanzig Jahren.Rowohlt, Reinbek 1980, ISBN 3-499-14718-1
  • Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist“. In: Fritz Raddatz (Hrsg.): Warum ich Marxist bin, Kindler, München 1978, S. 95–135, ISBN 3-463-00718-5.
  • Rudi Dutschke: Gekrümmt vor dem Herrn, aufrecht im politischen Klassenkampf: Helmut Gollwitzer und andere Christen. In: Andreas Baudis u. a. (Hrsg.): Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Für Helmut Gollwitzer zum 70. Geburtstag. Christian Kaiser, München 1978, S. 544–577, ISBN 3-459-01186-6.
  • Rudi Dutschke, Manfred Wilke (Hrsg.):Die Sowjetunion, Solschenizyn und die westliche Linke. Rowohlt, Reinbek 1975, ISBN 3-499-11875-0.
  • Frank Böckelmann, Herbert Nagel (Hrsg.): Subversive Aktion. Der Sinn der Organisation ist ihr Scheitern. Neue Kritik, Frankfurt am Main 1976, 2002, ISBN 3-8015-0142-6.
  • Rudi Dutschke: Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen. Über den halbasiatischen und den westeuropäischen Weg zum Sozialismus. Lenin, Lukács und die Dritte Internationale. (1974) Klaus Wagenbach, Berlin 1984, ISBN 3-8031-3518-4. (Permalink Freie Universität Berlin, FU-Katalog)
  • Rudi Dutschke: Zur Literatur des revolutionären Sozialismus von K. Marx bis in die Gegenwart. sds-korrespondenz sondernummer. Berlin 1966, Paco Press, Amsterdam 1970, ISBN 3-929008-93-9.
  • Uwe Bergmann, Rudi Dutschke, Wolfgang Lefèvre, Bernd Rabehl: Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition. Eine Analyse. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1968.
  • Rudi Dutschke: Wider die Päpste. Über die Schwierigkeiten, das Buch von Bahro zu diskutieren. Ein offener Brief an den Stasi Chef. In: Ulf Wolter (Hrsg.): Antworten auf Bahros Herausforderung des „realen Sozialismus“. Olle & Wolter, Berlin 1978, ISBN 3-921241-51-0.

Tondokumente[Bearbeiten]

  • Rudi Dutschke: Das Problem der Revolution in Deutschland - Reden, Streitgespräche und Interviews. CD 1: Rudi Dutschke, Günter Gaus: Zu Protokoll: Rudi Dutschke. CD 2: Rudi Dutschke: Das Problem der Revolution in Deutschland. CD 3: Rudi Dutschke: Vortrag an der Karlsuniversität Prag. CD 4: Rudi Dutschke: Gespräch mit Brigitte und Helmut Gollwitzer und Interview mit Ulrich Chaussy, Produktionen des Südwestrundfunks SWR2, Hrsg. U. Chaussy, Quartino GmbH, München 2008, ISBN 978-3-86750-033-3.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Chaussy: Die drei Leben des Rudi Dutschke. Eine Biographie. (1983) Pendo, Zürich 1999, ISBN 3-85842-532-X.
  • Rudi-Marek Dutschke: Spuren meines Vaters. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2001, ISBN 3-462-03038-8.
  • Gretchen Dutschke: Rudi Dutschke. Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben. Eine Biographie. Kiepenheuer und Witsch, Köln 1996, ISBN 3-462-02573-2.
  • Michaela Karl: Rudi Dutschke – Revolutionär ohne Revolution. Neue Kritik, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-8015-0364-X.
  • Jürgen Miermeister: Ernst Bloch, Rudi Dutschke. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1998, ISBN 3-434-50207-6.
  • Jürgen Miermeister: Rudi Dutschke. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986, ISBN 3-499-50349-2.
  • Bernd Rabehl: Rudi Dutschke – Revolutionär im geteilten Deutschland. Edition Antaios, Dresden 2002, ISBN 3-935063-06-7.
  • Rainer Rappmann (Hrsg.), Joseph Beuys: Denker, Künstler, Revolutionäre. Beuys, Dutschke, Schilinski, Schmundt: vier Leben für Freiheit, Demokratie und Sozialismus. FIU-Verlag, Wangen 1996, ISBN 3-928780-13-1.
  • Friedrich-Wilhelm Marquardt: Rudi Dutschke als Christ. Theologischer Verlag, Tübingen 1996, ISBN 3-929128-17-9.
  • Tilman P. Fichter, Siegward Lönnendonker Dutschkes Deutschland. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links. Klartext, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0481-1.
  • Willi Baer, Karl-Heinz Dellwo Rudi Dutschke – Aufrecht Gehen. 1968 und der libertäre Kommunismus, Laika, Hamburg 2012, ISBN 978-3-942281-81-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rudi Dutschke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Biografisches
Texte, Vorträge und Interviews Dutschkes
Tagebuch-Rezensionen 2003
Gewaltdebatte 2005
Politische Theorie
Videos

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gretchen Dutschke-Klotz: Rudi Dutschke, Köln 1996, S. 25
  2. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist.“ In: Fritz Raddatz (Hrsg.): Warum ich Marxist bin, Kindler, München 1978, S. 98
  3. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 26ff.
  4. Peter Horvath: Die inszenierte Revolte: hinter den Kulissen von ‘68. Herbig, 2010, ISBN 3776626445, S. 186
  5. Freya Klier (Sender Freies Berlin, September 2001, S. 2): Die dritten Deutschen
  6. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 38ff. und 53ff.
  7. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 54
  8. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 58–63
  9. Siegward Lönnendonker, Bernd Rabehl, Jochen Staadt: Die antiautoritäre Revolte. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund nach der Trennung von der SPD. Band 1: 1960-1967. Opladen, Wiesbaden 2002, ISBN 3-531-13301-2.
  10. Gerhard Bauß: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre. Pahl-Rugenstein, Köln 1977, S. 183
  11. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 101
  12. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 132–136
  13. Klaus Mlynek, in: Stadtlexikon Hannover, S. 611f.
  14. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke. Köln 1996, S. 168 ff.
  15.  Sache der Elenden. In: Der Spiegel. Nr. 1, 1968, S. 39 (online).
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format"Strauß zum Thema Radikalismus". Berliner Morgenpost, 29. Februar 1968, abgerufen am 17. Januar 2010.
  17. Gerhard Bauß: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre. Köln 1980, S. 253–265
  18. Tilman P. Fichter, Siegward Lönnendonker: Kleine Geschichte des SDS. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund von Helmut Schmidt bis Rudi Dutschke. Mit einem Vorwort von Wolfgang Kraushaar und einem Bildteil von Klaus Mehner, Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 2008, Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-89331-868-1
  19. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 184 ff.
  20. Jacques Schuster: Heinrich Albertz. Der Mann, der mehrere Leben lebte. Eine Biographie. Fest, Berlin 1997, S. 253 ff.; Peter Schneider (Die Zeit, Nr. 26/2009, S. 19): Als die Weltrevolution nach Berlin kam.
  21. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 188 ff.
  22. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 197ff.; Wolfgang Thomas (WAZ, 1. März 2009): Rudi Dutschkes Lebensretter.
  23. Marcus Heumann (Deutschlandfunk, 11. April 2008): Anschlag auf die „Permanente Revolution“.
  24. Jürgen Elsässer (Neues Deutschland, 11. April 2008): Drei Kugeln auf Rudi Dutschke.
  25. Der Spiegel, 5. Dezember 2009: Dutschke-Attentäter hatte Kontakt zu Neonazis.; und Sabine am Orde (die tageszeitung, 6. Dezember 2009): Einzeltäter-These erschüttert Dutschkes Attentäter und die Nazis.
  26.  Eine ,Bild'-Schlagzeile ist mehr Gewalt als ein Stein am Polizisten-Kopf. In: Der Spiegel. Nr. 19, 1968 (Eine Dokumentation über die Oster-Unruhen und ihre Ursachen: die Rolle des Verlagshauses Axel Springer, online).
  27. Gerhard Bauß: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre. Köln 1980, S. 96 ff.
  28. Stefan Aust: Der Baader Meinhof Komplex. Goldmann, 1998, ISBN 3-442-12953-2, S. 72; Ulrich Chaussy: Die drei Leben des Rudi Dutschke, S. 253
  29. Jörg Treffke: Gustav Heinemann. Wanderer zwischen den Parteien. Eine politische Biographie. Schöningh, Paderborn 2009, S. 208
  30. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 200–210; 214–218; 245 f. und 256
  31. Rudi Dutschke: Die Tagebücher 1963–1979, Köln 2005, S. 122
  32. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 278 f.
  33. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 283; 380; 471 f.
  34. Ulrich Chaussy: Die drei Leben des Rudi Dutschke, Darmstadt 1983, S. 310 ff.
  35. Rudi Dutschke: Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen. Über den halbasiatischen und den westeuropäischen Weg zum Sozialismus. Lenin, Lukács und die Dritte Internationale. Klaus Wagenbach, Berlin 1974
  36. Georg Wolff (Der Spiegel, 19. August 1974): Wo ist die Revolution
  37. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 327; 334 ff.
  38. Susanne Kailitz: Von den Worten zu den Waffen. Frankfurter Schule, Studentenbewegung und RAF. VS-Verlag, Wiesbaden 2007, S. 230
  39. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 342 ff.
  40. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 372 f; 434; 449 f.
  41. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 384–389
  42. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 409
  43. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 430–433
  44. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 435–439
  45. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 467–470
  46. Hosea Dutschke (Der Spiegel, 19. Dezember 2009): Erinnerungen: Das letzte Weihnachten
  47. Kerstin Hack: Radikalleben in Berlin
  48. Grab von Rudi Dutschke (1940–1979), St. Annen Kirchhof, Dahlem-Dorf
  49. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 172 f., 227, 459 und öfter
  50. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist“. A.a.O., S. 101; Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 39 ff. und 426 f.
  51. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 135
  52. Rudi Dutschke: Gekrümmt vor dem Herrn, aufrecht im politischen Klassenkampf: Helmut Gollwitzer und andere Christen. In: Festschrift zum 70. Geburtstag Helmut Gollwitzers, Christian Kaiser, München 1978, S. 551 f.
  53. Rudi Dutschke: Die Tagebücher 1963–1979, S. 20
  54. zitiert nach Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 429
  55. Rudi Dutschke: Die Widersprüche des Spätkapitalismus, die antiautoritären Studenten und ihr Verhältnis zur Dritten Welt. In: Rudi Dutschke, Uwe Bergmann, Wolfgang Lefévre, Bernd Rabehl: Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1968, S. 33–94
  56. Volker Paulmann: Die Studentenbewegung und die NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik. In: ders., Stephan Alexander Glienke, Joachim Perels (Hrsg.): Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgeschichte im langen Schatten des Nationalsozialismus. Wallstein, Göttingen 2008, S. 203 ff.
  57. Hans-Christian Ströbele auf taz.de; zur Wertschätzung des Computers durch den SDS Hans Magnus Enzensberger: Ein Gespräch über die Zukunft mit Rudi Dutschke, Bernd Rabehl und Christian Semler. In: Kursbuch 14: Kritik der Zukunft, August 1968, S. 146–174
  58. a b Rudi Dutschke, Hans-Jürgen Krahl: apo/67dutschke.html Das Sich-Verweigern erfordert Guerilla-Mentalität. Organisationsreferat auf der 22. Delegiertenkonferenz des SDS, September 1967
  59. Günter Gaus im Fernsehinterview mit Rudi Dutschke ( ARD „Zu Protokoll“, 3. Dezember 1967)
  60. Meike Vogel: „Außerparlamentarisch“ oder „antiparlamentarisch“? Mediale Deutungen und Benennungskämpfe um die APO. In: Ute Frevert und Heinz-Gerhardt Haupt (Hrsg.): Neue Politikgeschichte. Perspektiven einer historischen Politikforschung. Campus, 2005, S. 148
  61. Hans Magnus Enzensberger: Ein Gespräch über die Zukunft mit Rudi Dutschke, Bernd Rabehl und Christian Semler. August 1968, S. 146–174
  62. Peter Schneider (Die Zeit Nr. 26/2009, S. 19): Als die Weltrevolution nach Berlin kam. Susanne Kailitz: Von den Worten zu den Waffen, Wiesbaden 2007, S. 132
  63. Rudi Dutschke: Vom Antisemitismus zum Antikommunismus, in: Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition. Eine Analyse von Uwe Bergmann, Rudi Dutschke, Wolfgang Levèvre, Bernd Rabehl, Reinbek 1968, S. 58
  64. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 472 f.
  65. Kai Hermann: Die Revolte der Studenten, Wegner, 1967, S. 69
  66. Gaston Salvatore, Rudi Dutschke (Hrsg.): Ernesto Che Guevara: Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnam. Oberbaumpresse, Berlin 1967, ISBN 3-926409-21-5 (Vorwort)
  67. Susanne Kalitz: Von den Worten zu den Waffen, Wiesbaden 2007, S. 139
  68. Wolfgang Kraushaar: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf. In: Wolfgang Kraushaar, Karin Wieland, Jan Philipp Reemtsma (Hrsg.): Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF, Hamburger Edition, Hamburg 2005, S. 45
  69. Michael Frey: Der 2. Juni 1967 – Beginn der Studentenrevolte. Wie es zum Ausbruch kommen konnte. Bochum 2002
  70. Rudi Dutschke: Die Widersprüche des Spätkapitalismus, die antiautoritären Studenten und ihr Verhältnis zur Dritten Welt. A.a.O., Reinbek 1968, S. 82
  71. Wolfgang Kraushaar: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf. In: Wolfgang Kraushaar, Karin Wieland, Jan Philipp Reemtsma (Hrsg.): Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF. Hamburg 2005, S. 39
  72. Zitiert nach Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 135 f.
  73. Gerhard Bauß: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre, Köln 1977, S. 64
  74. Rudi Dutschke: Die Tagebücher, 10. Juni 1967, S. 45
  75. Gerhard Bauß: Die Studentenbewegung der sechziger Jahre, Köln 1980, S. 64, Fn. 108 und 109
  76.  WIR FORDERN DIE ENTEIGNUNG AXEL SPRINGERS. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1967 (SPIEGEL-Interview mit Rudi Dutschke zum Thema „Direkte Aktion“, online).
  77. Rudi Dutschke: Vom Antisemitismus zum Antikommunismus, a.a.O., Reinbek 1968, S. 84
  78. Wolfgang Kraushaar: Die RAF und der linke Terrorismus, Hamburg 2006, S. 761
  79. Susanne Kailitz: Von den Worten zu den Waffen, Wiesbaden 2007, S. 151
  80. Wolfgang Kraushaar: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf, a.a.O., Hamburg 2005, S. 22–28; Willi Winkler: Die Geschichte der RAF, Rowohlt, Reinbek 2007, S. 105
  81. Zitiert nach Herbert Marcuse: Das Ende der Utopie, Berlin 1967, S. 148
  82. Günter Gaus im Fernsehinterview mit Rudi Dutschke (ARD, 3. Dezember 1967)
  83. zitiert nach Gerd Langguth (Tagesspiegel, 26. Januar 2005): Rudi Dutschke stand für Gewalt
  84. Zitiert nach Gerd Langguth: Mythos ’68 – Die Gewaltphilosophie von Rudi Dutschke – Ursachen und Folgen der Studentenbewegung. Olzog, 2001, S. 61
  85. Zitiert bei Freia Anders und Ingrid Gilcher-Holtey: Herausforderungen des staatlichen Gewaltmonopols – Recht und politisch motivierte Gewalt am Ende des 20. Jahrhunderts, Campus, 2006, S. 215
  86. Niels Seibert: Vergessene Proteste, Unrast, ISBN 978-3-89771-032-0, S. 127
  87. Rudi Dutschke: Die Tagebücher, 2005, S. 189 (4. März 1974)
  88. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 177; 241 f.
  89. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist“. A.a.O., München 1978, S. 102
  90. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist“. A.a.O., München 1978, S. 104 (Zitat ebd.)
  91. Zitiert nach Hubertus Knabe: Die unterwanderte Republik. Stasi im Westen. 2. Auflage 2001, Ullstein/ Propyläen, ISBN 3-549-05589-7, S. 205
  92. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 108 f.
  93. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 192
  94. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist“. A.a.O., München 1978, S. 105
  95. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 448 f.
  96. Rudi Dutschke: Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen. Über den halbasiatischen und den westeuropäischen Weg zum Sozialismus. Lenin, Lukács und die Dritte Internationale, Berlin 1974
  97. Facit. Beiträge zur marxistischen Theorie und Politik. extra. Dez. 75, Bonn 1975. Robert Steigerwald: Legende davon, wie der aufrechtgehende Kommunist R. D. den stalinistisch gekrümmten R. St. zurechtbog. Rainer Rilling: Der Kommunismus, der 17. Juni 1953 und die ziemlich unmarxistische Verfremdung derselben durch Rudi Dutschke. Henry Billstein: Ist linker Antikommunismus kein Antikommunismus? – oder die Sowjetunion, Solschenizyn und die westliche Linke
  98. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin, a.a.O., S. 130
  99. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 424 f.
  100. Zitiert nach Jürgen Treulieb (Kommune, Forum für Politik, Ökonomie, Kultur 5/2007): Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf. Einspruch gegen eine unseriöse Legendenbildung.
  101. Rudi Dutschke: Jeder hat sein Leben ganz zu leben. Die Tagebücher 1963–1979, Köln 2005, S. 285
  102. Zitiert nach Jürgen Treulieb (Kommune, Forum für Politik, Ökonomie, Kultur 5/2007): Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf. Einspruch gegen eine unseriöse Legendenbildung.
  103. Nachlass, 2. August 1978
  104. Rudi Dutschke: Gekrümmt vor dem Herrn, aufrecht im politischen Klassenkampf. In: Richte unsre Füße auf den Weg des Friedens, Festschrift für Helmut Gollwitzer zum 70. Geburtstag, Christian Kaiser, München 1978, S. 575f
  105. Rudi Dutschke: Warum ich Marxist bin – doch Marx sagte: „Ich bin kein Marxist“. In: Fritz Raddatz (Hrsg.): Warum ich Marxist bin, München 1978, S. 97
  106. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 27
  107. a b Ulrich Chaussy: Rudi Dutschke – Ein kurzes und doch nachhaltiges Leben oder: Der kurze Marsch zum langen Mythos. In: Kalaschnikow – Das Politmagazin, Ausgabe 10, Heft 1/98.
  108. Zitiert nach Wolfgang Kraushaar: 1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur, Hamburg 2000, S. 93
  109. Ulrich Chaussy: Die drei Leben des Rudi Dutschke, Darmstadt 1983, S. 30
  110. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S.142
  111. Hans Magnus Enzensberger: Ein Gespräch über die Zukunft mit Rudi Dutschke, Bernd Rabehl und Christian Semler, in: Kursbuch 14: Kritik der Zukunft, August 1968, S. 146–174, online verfügbar bei infopartisan.net
  112. Rudi Dutschke: Die Deutschen und der Sozialismus, Das da Nr. 6, 1977
  113. Allgemeines Deutsches Sonntagsblatt vom 5. Juni 1977
  114. Wolfgang Kraushaar: 1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur, Hamburg 2000, S. 90
  115. gesammelt bei Peter Bernhardi (Hrsg.): Rudi Dutschke, Arbeitskreis Karl Liebknecht, Frankfurt am Main 1987
  116. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 482
  117. Jürgen Habermas (Die Zeit Nr. 2/1980): Zum Tode von Rudi Dutschke: Ein wahrhafter Sozialist.
  118. Zitiert nach Knut Nevermann (Die Zeit Nr. 6/1982): Rudi Dutschke. Ein sanfter Radikaler. Der Heros der Studentenrevolte in Aufzeichnungen und Schriften.
  119. Zitiert nach Walter Jens (Goethe-Institut): Dutschke und die „68er“-Bewegung in Deutschland.
  120. Jürgen Miermeister: Rudi Dutschke, Rowohlt, Hamburg 1986, S. 83
  121. Wolfgang Kraushaar: Autoritärer Staat und Antiautoritäre Bewegung, in: Wolfgang Kraushaar (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung, Band 3, Hamburg 1998, S. 23
  122. Gretchen Dutschke-Klotz: ‘‘Rudi Dutschke’’, Köln 1996, S. 237ff
  123. Gerd Langguth: Mythos ’68. Die Gewaltphilosophie des Rudi Dutschke – Ursachen und Folgen der Studentenbewegung. 2001, S. 58
  124. Michaela Karl: Rudi Dutschke. Revolutionär ohne Revolution. Stationen seines Denkens, Neue Kritik, 2003, ISBN 3-8015-0364-X
  125. Rudolf Sievers (Hrsg.): 1968. Eine Enzyklopädie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-12241-X
  126. Wolfgang Kraushaar: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf. In: Wolfgang Kraushaar, Karin Wieland, Jan Philipp Reemtsma (Hrsg.): Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF. Hamburg 2005, S. 13–50 (gekürzte Fassung bei der Bundeszentrale für politische Bildung, 20. August 2007)
  127. Thomas Medicus: Machterfahrung Gewalt. Der tödliche Wunsch der RAF nach dem nicht entfremdeten Leben, in: Frankfurter Rundschau, 28. Januar 2005.
  128. Lorenz Jäger (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Januar 2005): Rudi Dutschkes Freunde und Helfer
  129. Jürgen Treulieb: Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf. Einspruch gegen eine unseriöse Legendenbildung. Nachdruck aus Kommune, Forum für Politik, Ökonomie, Kultur 5/2007
  130. Rainer Stephan (Süddeutsche Zeitung, 4. April 2005): Die RAF oder der Versuch einer Aufklärung
  131. a b Klaus Meschkat: Rudi Dutschke und die Gewalt. In: SDS-Website, 5. März 2005.
  132. Klaus Meschkat, Deutschlandradio, 14. März 2005
  133. Claus Leggewie (taz 3. Mai 2005): Entmystifiziert euch! Über Voraussetzungen und Chancen einer konsequenten Historisierung der 68er-Bewegung
  134. Susanne Kailitz: Von den Worten zu den Waffen? Frankfurter Schule, Studentenbewegung, RAF und die Gewaltfrage, Berlin 2007, S. 138ff (PDF)
  135. Bernd Rabehl: Ein Volk ohne Kultur kann zu allem verleitet werden. In: Junge Freiheit, Nr. 52–53, 18. Dezember 1998
  136. Bernd Rabehl: Rudi Dutschke. Revolutionär im geteilten Deutschland, Edition Antaios, Dresden 2002, ISBN 3-935063-06-7
  137. Wolfgang Kraushaar: 1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur, Hamburg 2000, S. 95 und S. 182ff
  138. Gretchen Dutschke-Klotz: Rudi und die deutsche Frage, in: Rudi Dutschke, Tagebücher 1963–1979, Nachwort, S. 400
  139. Tilman P. Fichter, Siegward Lönnendonker: Dutschkes Deutschland. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund, die nationale Frage und die DDR-Kritik von links, Klartext, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0481-1
  140. Thilo Knott, Peter Unfried: Dutschke und Du. Verändern, kämpfen, leben: Was wir von Rudi Dutschke lernen können. TAZ Journal 2006/01, taz Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-937683-04-6
  141. Interview mit Ralf Lord Dahrendorf (tazmag, 5./6. April 2008, S. II): Der Minirock wurde nicht 1968 erfunden
  142. Berliner Zeitung, 22. April 2008: Heute: Kreuzberg bekommt endgültig Dutschke-Straße
  143. Der Spiegel, 30. April 2008: Hinterbliebene weihen Rudi-Dutschke-Straße ein
  144. taz, 10. März 2008: Rudi Dutschke gibt Halt
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