Seoul National University

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seoul National University
Logo
Motto Veritas lux mea
Die Wahrheit ist mein Licht
Gründung 1946
Trägerschaft Staatlich
Ort Seoul
Staat Südkorea
Präsident Oh Yeon-cheon
Studenten 28.011 (2013)[1]
16.712 Nicht-Graduierte
11.299 Postgraduierte
Mitarbeiter 5.361 (nur wissenschaftlich Angestellte, 2013)[1]
davon Professoren 2.538 (2013)[1]
Jahresetat 688 Mrd. Won (2013)[1]
ca. 470 Mio. Euro
Website www.snu.ac.kr
Seoul National University
koreanisches Alphabet: 서울대학교
chinesische Schriftzeichen: 서울大學校
Revidierte Romanisierung: Seoul Daehakgyo
McCune-Reischauer: Sŏul Taehakkyo
Hauptportal der Seoul National University, das Wahrzeichen der Universität. Es symbolisiert das Motto Veritas lux mea

Die Seoul National University (abgekürzt SNU, im Deutschen auch Staatliche Universität Seoul genannt) ist eine staatliche Universität in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas.

Die Universität geht aus um 1895 von König Gojong errichteten Akademien hervor. In ihrer heutigen Form wurde die Hochschule 1946, vor der Staatsgründung der Republik Korea, gegründet und ist damit die älteste staatliche Universität des Landes.[1]

Die Universität hat ihren Standort in Gwanak-gu, Seoul. Dazu hat sie zwei Nebencampus in Yeongeon-dong und in der Nachbarstadt Suwon. Die Universität besteht aktuell aus sechzehn Colleges und zehn Graduate Schools, von denen neun professionelle Graduate Schools darstellen.

Die Seoul National University zählt zu einer der angesehensten Universitäten in Asien und platziert sich aktuell unter den fünfzig besten Universitäten weltweit.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Joseon-Dynastie und Kolonialzeit[Bearbeiten]

Als Vorläufer der Seoul National University gelten verschiedene Ausbildungsstätten, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Joseon-Dynastie von König Gojong errichtet wurden. Einige von ihnen wurden bei der späteren Gründung der Seoul National University in die verschiedenen Colleges einintegriert. Somit wird es heute so gesehen, dass die Colleges für Jura, Medizin und Pädagogik ihren Ursprung in diesen frühen Ausbildungsschulen des späten Joseon-Reiches haben.

In einem Modernisierungplan des Reiches initiierte König Gojong die Gründung von verschiedenen Einrichtungen im Bildungsbereich. Nachfolgend entstanden erstmals in der Geschichte Koreas moderne Ausbildungsstätten für höhere Bildung mit einer westlich geprägten wissenschaftlichen Orientierung.

Am 19. April 1895 wurde durch den Erlass eines königliches Dekrets die erste moderne Juristenausbildungsstätte Beopkwan Yangseongso gegründet, welche am 6. Mai des folgenden Jahres durch ein Prüfungsverfahren Studenten aufnahm und im kommenden Jahr 47 Studenten das Abschlusszeugnis aushändigte, unter denen sich auch der spätere Diplomat Yi Jun befand. Diese Schule wechselte mehrmals ihre Bezeichnung in Beobhakgyo (1909), Gyeongseong Jeonsuhakgyo (1911) und Gyeongseong Beobhak Jeonmunhakgyo (Fachschule für Jurisprudenz Gyeongseong, 1922). Gyeongseong (京城) ist die ehemalige Bezeichnung für Seoul in der japanischen Kolonialzeit und die koreanische Hanja Aussprache für das japanische Keijō (siehe auch Historische Bezeichnungen Seouls). Im Jahr 1946 wurde diese Schule bei der Gründung der heutigen Seoul National University als College of Law in das Universitätssystem eingegliedert. Im Jahr 2007 wurde sie in die School of Law umstrukturiert, die sich an dem System der amerikanischen Law Schools orientiert.

Gebäude der Kaiserlichen Universität Keijō

Am 10. Mai 1895 wurde die Lehrerausbildungsstätte Hanseong Sabeomhakgyo (Pädagogische Schule Hanseong) in einer Reihe von Vorbereitungen für Einrichtungen von Grundschulen gegründet. Hanseong ist die historische Bezeichnung für Seoul während der Joseon-Dynastie. Im Laufe von sieben Abschlussjahrgängen wurden insgesamt 195 Absolventen ein Abschluss verliehen. Diese Institution wechselte im Jahr 1911 während der Kolonialzeit ihre Bezeichnung in Gwanrib Gyeongseong Botonghakgyo Sabeomgwa. Später, im Jahr 1946 wurde sie als College of Education in die universitäre Struktur der neu entstehenden Seoul National University integriert.

Nach dem Ausruf des Kaiserreichs Korea im Jahre 1897 war der mittlerweile zum Kaiser aufgestiegene Gojong motiviert, weitere fortgeschrittene Ausbildungsstätten zu errichten. Im Jahr 1899 wurde eine medizinische Schule errichtet, die nach mehrmaliger Umstrukturierung in Daehan Euiwon Gyoyukbu und Gyeongseong Euihak Jeonmunhakgyo (Fachschule für Medizin Gyeongseong) schließlich zum College of Medicine wurde. Im Jahr 1901 wurde innerhalb der Medizinschule eine Abteilung für die Ausbildung von Krankenpflege eingerichtet, die der Vorgänger des späteren College of Nursing der Seoul National University war.

Während der Kolonialzeit im Jahr 1924 wurde in Seoul die Kaiserliche Universität Keijō von Japan gegründet. Sie war eine der neun Reichsuniversitäten Japans.[3]

Nach 1945[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Korea und damit auch die Universität unabhängig von Japan. Damit einher ging der Wechsel der dortigen Nationalsprache vom Japanischen zum Koreanischen. Als Folge wurden die Kanjis, welche den Namen der Kaiserlichen Universität Keijōs bildeten, mit ihrer koreanischen Aussprache verwendet und die Bezeichnung „kaiserlich“ entfernt: Aus Keijō Teikoku Daigaku (京城帝国大学) wurde Gyeongseong Daehak (kor. 경성대학, 京城大學, Universität Gyeongseong). Mit der Bezeichnung Gyeongseong (Seoul) wurde damit die Grundlage für den späteren Universitätsnamen vorgegeben. Mit der Unabhängigkeit wurde sie zudem die erste Universität von im Entstehen befindenden Südkorea.

Die Staatliche Universität Seoul in ihrer heutigen Form wurde am 22. August 1946 gegründet. Im Juli 1946 wurde von der US-Militärregierung eine Verordnung bekannt gemacht, dass auf Grundlage der bestehenden Bildungsstätten eine moderne und umfangreiche Staatliche Universität Seoul gegründet werden sollte. Gleichzeitig sollte die Universität Gyeongseong geschlossen werden. Die neue Volluniversität sollte aus der Fusion von drei Fakultäten der Universität Gyeongseong und neun anderen öffentlichen Schulen, die sich in Seoul befanden, entstehen.

Die zehn öffentliche Bildungseinrichtungen, aus deren Zusammenschluss die Seoul National University entstand, waren folgende Schulen:

  • Universität Gyeongseong (Gyeongseong Daehak, 경성대학)
  • Fachschule für Rechtswissenschaft Gyeongseong (Gyeongseong Beobhak Jeonmunhakgyo, 경성법학전문학교)
  • Industrielle Fachschule Gyeongseong (Gyeongseong Gongeob Jeonmunhakgyo, 경성공업전문학교)
  • Fachschule für Bergbau Gyeongseong (Gyeongseong Gwangsan Jeonmunhakgyo, 경성광산전문학교)
  • Fachschule für Medizin Gyeongseong (Gyeongseong Euihak Jeonmunhakgyo, 경성의학전문학교)
  • Fachschule für Land- und Waldwirtschaft Suwon (Suwon Nongnim Jeonmunhakgyo, 수원농림전문학교)
  • Fachschule für Wirtschaft Gyeongseong (Gyeongseong Gyeongje Jeonmunhakgyo, 경성경제전문학교)
  • Fachschule für Zahnmedizin Gyeongseong (Gyeongseong Chigwa Euihak Jeonmunhakgyo, 경성치과의학전문학교)
  • Pädagogische Schule de Gyeongseong (Gyeongseong Sabeomhakgyo, 경성사범학교)
  • Pädagogiosche Frauenschule Gyeongseong (Gyeongseong Yeoja Sabeomhakgyo, 경성여자사범학교)
Bronzemodell des ehemaligen Campus Dongsung-dong in Dongsung-dong, Seoul

Am 22. August 1946 wurde die Seoul National University durch den Zusammenschluss von zehn öffentlichen Schulen in einer Struktur von neun Daehaks (Colleges) und einer Daehagwon (Graduate School) gegründet. Die Gebäude und der Hauptcampus der ehemaligen Universität Gyeongseong wurden von der neuen Universität übernommen.[3] So befanden sich die einzelnen Colleges zerstreut in der Innenstadt Seouls, wie in Dongsung-dong, Yongon-dong, Gongreung-dong, Eulji-ro, Sogong-dong, Namsang-dong usw. Der Hauptstandort war der Campus Dongsung-dong.

Die damalige Bezeichnung im Koreanischen lautete noch Gungnip Seoul Daehakgyo (국립서울대학교, Staatliche Universität Seoul). Das heutige Symbol der Universität verweist immer noch auf diesen Namen. Mit der Gründung der Republik Korea im Jahr 1948 wurde das Attribut „Staatliche“ in der Bezeichnung ausgelassen. In der internationalen Bezeichnung ist der Zusatz „National“ bis heute verblieben.

Koreakrieg[Bearbeiten]

Nach dem Ausbruch des Koreakrieges im Jahr 1951 wurde die Universität vorübergehendend nach Busan verlegt, wo sie bis zum folgenden Mai blieb. Zusammen mit anderen privaten Hochschulen, die ebenso geflüchtet waren, bildete die SNU die „Vereinte Universität der Kriegszeit“. Nachdem dieser Bund aufgelöst wurde, nahm die SNU Busan als ihren Standort. Selbst während der Kriegszeit wuchs die Universität. Es entstand das College of Pharmacy, das College of Arts teilte sich in das College of Fine Arts und das College of Music auf. Dazu wurde das Department of Veterinary Medicine, das zum College of Agriculture gehörte, zum College of Veterinary Medicine eigenständig gemacht. Somit erweiterte sich die Universität während der Kriegszeit auf 12 Colleges und einer Graduate School.

Nach dem Waffenstillstandsabkommen im Juli 1953 konnte im September die Seoul National University nach Seoul zurückverlegt werden. Viele Studenten und Professoren wurden vermisst – entweder gefallen oder entführt –, die Universitätsgebäude waren verwüstet, da sie als militärische Einrichtungen verwendet wurden, und wertvolle historische Dokumente waren verloren gegangen.

Mit der Wiederaufrichtung der Universität wurde das Ziel darauf gelegt, eine „Universität des Volkes“ zu errichten. Die SNU sollte zu einer kompetenten Institution werden, die die Bildung des Landes repräsentiert und eine führende Rolle in der Bildung des jungen Staats übernimmt.

Im Jahr 1955 wurden zwei Graduate Schools für Public Administration und Public Health errichtet. Ab 1955 fanden strengere Aufnahmeprüfungen statt, so dass die Universität seit 1958 über eine kompetente und selbstbewusste Studentenschaft verfügte.[1]

Zeit der Demokratiebewegung[Bearbeiten]

Demonstranten bei der Aprilrevolution auf einer Straße in Seoul

In der Aprilrevolution im Jahr 1960 erfassten Demonstrationen die ganze Universität. Bei einem Zusammenstoß der Polizeikräfte mit den Studenten, die gegen die korrupte und autokratische Regierung von Präsident Rhee Syng-man protestierten, kam es zu vielen Verletzungen von Studenten, von denen sieben ums Leben kamen. Nach der Revolution kam es zu Organisationen politisch orientierter studentischer Fachschaften, die durch die Gründung der Militärregierung, nach dem von Park Chung-hee angeführten Putsch im Jahr 1961, und der darauf folgenden Dritten Republik wieder unter Druck gesetzt wurden.

Durch die Militärregierung wurde auch die Demokratisierung in der Universitätsleitung wieder zurückgesetzt. Obwohl die Universität regierungsfeindlich gerichtet war, konnte die Regierung nicht auf die kompetenten Arbeitskräfte der Studenten verzichten, die sie für den Aufbau eines modernen und wirtschaftsstarken Staats benötigte. Die Universität wurde ständig weiter erweitert und es wurden vier Graduate Schools hinzugefügt: Graduate Schools für Law, Education, Mass Communication und Environmental Studies.

Bis in die Mitte der siebziger Jahre lagen die verschiedenen Colleges noch in verschiedenen Stadtbereichen Seouls verstreut. Nach einem neuen Masterplan wurde 1975 die Mehrzahl der Colleges in den gemeinsamen Gwanak-Campus umgesiedelt. Für die Universität bedeutete diese Zusammenfügung der Beginn einer universalen und einheitlich integrierten Hochschulentwicklung. Auch die wissenschaftliche Struktur wurde in 15 Colleges, eine Graduate School und drei spezielle Graduate Schools umgegliedert. Das College of Art and Literature und das College of Commerce gliederte sich in die College of Humanities, College of Social Sciences, College of Natural Sciences und College of Business Administration auf.

Die Zeit nach dem Einzug in den Gwanak-Campus war von Demonstrationen gegen die Militärregierung geprägt. Außerdem führte die Regierung eine Bildungsreform aus, die die Aufnahmeanzahl der Studenten verdoppeln ließ. Um die mangelnden Einrichtungen abzudecken, musste ständig neu gebaut werden, so dass der Campus einer Baustelle glich.[3]

Seit 1990[Bearbeiten]

Mit dem Eintritt einer demokratischen Regierung in den neunziger Jahren nahm die turbulente Zeit der Demokratisierung in der Universität ein Ende. Die Universität konnte nun damit beginnen, ihr langersehntes Ziel umzusetzen, sich zu einer Universität entwickeln, die ihren Schwerpunkt auf Graduate Schools und Forschung legt. Es wurden verschiedene Forschungsinstitute errichtet. Ab dem Ende der neunziger Jahre wurden durch umfangreiche staatliche Förderungen, unter anderen dem BK21-Projekt,[4] nationale und internationale Institute errichtet.

Im Jahr 2007 wurde ein dreistufiger Langzeit-Entwicklungsplan aufgestellt, indem angestrebt wird, dass bis 2010 die Lehrqualität zum internationalen Niveau verbessert, bis 2015 die interdisziplinäre Forschung intensiv gefördert und bis 2025 die Forschungsleistungen dem internationalen Stand angeglichen werden.[5]

Im Jahr 2011 hat sich die SNU als eigene Körperschaft eingetragen, mit der Bezeichnung Staatliche Universitätskörperschaft Seoul National University (국립대학법인 서울대학교).

Standorte[Bearbeiten]

Gläsernes Museumsgebäude an der Ringstraße im Campus Gwanak

Die Universitätseinrichtungen der Seoul National University sind in drei Campus-Standorte aufgeteilt: dem Campus Gwanak, dem Hauptstandort, dem Medizincampus Yongon und dem neuen Campus Suwon.

Aktuelle Campus-Standorte[Bearbeiten]

Der Campus Gwanak als Hauptstandort der SNU behaust die Mehrheit aller universitätischen Einrichtungen. Auf einer Fläche von circa 4,1 km² befinden sich 219 Gebäude.[6] Mit dem Campus Gwanak ist die SNU die größte Hochschulseinrichtung in Seoul.[1] Die Ringstraße, die den inneren Campus umläuft und auf der öffentliche Buslinien verkehren, beträgt eine Länge von etwa 5 km. Der Campus liegt in Gwanak-gu, einem südlichen Stadtbezirk Seouls, und befindet sich am Fuß des Bergs Gwanak. Der Gwanak-Campus beherbergt zudem ein kunsthistorisches Museum, ein Museum für moderne Kunst und das Kyujanggak Institute for Korean Studies, ein Archiv für historisch bedeutende Dokumente.

Der Campus Yongon ist seit der Gründung der SNU der medizinische Campus und behaust die medizinischen Institute und die Universitätsklinik. Davor befand sich auf dem Grundstück das medizinische Institut der Kaiserlichen Universität Keijō. Der Campus liegt im Stadtkernbereich in Yeongon-dong, Jongno-gu, in unmittelbarer Nähe von Daehangno, dem belebten Theater- und Kulturviertel. Der Campus umfängt eine Fläche von 91.000 m² und 27 Gebäude.[6]

Der neue Campus Suwon wurde 2008 eröffnet. Er befindet sich im neuen Stadtbezirk Yeongtong-gu von Suwon in der Nähe des Technovalleys, einem Forschungs- und Gewerbegebiet für IT-Unternehmen. Der Campus Suwon behaust unter anderem einen neuen Komplex, in dem sich die Advanced Institutes of Convergence Technology befinden. Die Graduate School of Convergence Science & Technology ist dort unterbracht. Das Gebäude besitzt insgesamt 18 Stockwerke, ist in 38 Gebäudeteile unterteilt und weist eine Raumfläche von fast 60.000 m² auf. Der gesamte Campus um den Komplex umfängt eine Fläche von 117.000 m².[6] Die Kosten für den Bau betrugen etwa 95 Millionen Euro und wurden von der Provinz Gyeonggi-do zur Verfügung gestellt.[7] Außer der Universitätseinrichtung befinden sich in dem Komplex wissenschaftliche Forschungsinstitute für angewandte Bereiche, wie Nano Convergence, Bio Convergence, Smart System und Transdisciplinary Studies.

Historische Campus-Standorte[Bearbeiten]

Seit der Gründung 1946 bis zum Einzug in den Gwanak-Campus in 1975 benutzte die Seoul National University die von Vorgängerinstitutionen übernommenen Einrichtungen. Sie befanden sich vorwiegend in der Innenstadt. Der de facto Hauptcampus, der Campus Dongsung-dong, in dem sich das College für Geistes- und Naturwissenschaften (Mulligwa daehak, 문리과대학, 文理科大學) befand, lag in Dongsung-dong, in der Nähe des heutigen medizinischen Campus Yongon.

Das College of Commerce hatte in Jongam-dong, Seongbuk-gu seinen Sitz. In der Nachbarschaft befand sich der Campus der Korea University. Das College für Wirtschaftswissenschaften befand sich in einem Gebäude einer Wirtschaftsschule aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Gebäude umfing sechzehn Lesesääle und 35 Dienstzimmer.

Das College of Education befand sich in Yongdu-dong, Dongdaemun-gu. Ursprünglich wurde 1920 an der Stelle eine Pädagogische Hochschule für Frauen errichtet.

Das College of Engineering lag in Gongreung-dong, Nowon-gu. Das College übernahm bei der Gründung das Institut für Natur- und Ingenieurwissenschaften der Kaiserlichen Universität Keijō.

Es gab weitere Standorte in Eulji-ro, Sogong-dong und Namsan-dong.

Mit dem Einzug in den Gwanak-Campus in 1975 ist der Großteil der ehemaligen Standorte aufgegeben worden. Bis 1980 befand sich das College of Engineering noch auf dem früheren Standort in Gongreung-dong. Und bis 2003 existierte noch ein dritter Campus in Suwon (nicht zu verwechseln mit dem neuen Suwon-Campus) mit den Instituten für Agrarwissenschaft und Veterinärmedizin, bis auch diese in den Gwanak-Campus einzogen. Im Jahr 2003 wurden die Standorte auf die beiden Campus, Gwanak und Yongon reduziert.

Jüngste Erweiterungen[Bearbeiten]

Die Seoul National University befindet sich aktuell im Erweitern. Von 198 Gebäuden, die sich zum Zeitpunkt 2006 im Campus Gwanak befanden, waren 95 Konstruktionen nach 1990 erbaut. Nach 2000 wurden allein 43 Gebäude errichtet.[8]

Auch außerhalb des Campus Gwanak werden Einrichtungen der SNU neu erweitert. Der Campus Suwon, in dem sich ein neues Komplex für Convergence Technology befindet, wurde im Jahr 2008 errichtet.

In Pyeongchang ist der neue PyeongChang Greenbio Complex errichtet worden. Das dort einzurichtende Graduate School of International Agricultural Studies soll im Wintersemester 2014 ihre Studiengänge starten.[9][10]

Außerdem befindet sich die Einrichtung eines neuen Forschungs-Komplexes für Biotechnologie- und IT-Bereiche innerhalb der Freiwirtschaftszone in Incheon in Kooperation mit dem ebenfalls staatlichen KAIST in Planung.

Ab 2010 befindet sich ein Umsiedlungsplan des Hauptcampus nach Siheung in einer Diskussion. Das Grundstück ist der Universität seitens der Stadtverwaltung Siheung bereits zu Verfügung gestellt worden. Falls die Umsiedlung realisiert werden sollte, wird sich der gesamte Geländeumfang der SNU von den aktuellen 140 ha auf 220 ha um fast 58 % vergrößern.

Akademische Einrichtung[Bearbeiten]

Das Studium an der Seoul National University orientiert sich nach dem angelsächsischen Drei-Zyklen-System, wie alle südkoreanischen Universitäten, und bietet somit Bachelor-, Master- und Doktorgrade an.

Die akademische Einrichtung ist in zwei Ebenen eingeteilt: dem grundständigen Studium und dem postgradualen Studium. Das grundständige Studium (Bachelorstudium) gehört den Colleges an. Für die höheren akademischen Grade oder dem postgradualen Studium (Master- und Promotionsstudiengänge) sind die Graduate Schools zuständig.

Grundständiges Studium[Bearbeiten]

Die SNU besteht aus sechzehn Colleges.[11]

Ein College (Daehak, 대학, 大學) im südkoreanischen Hochschulsystem entspricht ungefähr der deutschen Fakultät. In der Regel wird eine Universität in mehrere Colleges eingerichtet (eine aus einer einzigen College bestehenden Hochschule wird auch als College bezeichnet). Doch anders als in den deutschen Fakultäten, die für alle akademischen Grade zuständig sind, sind die südkoreanischen Colleges nur für die grundständigen Studiengänge, also Bachelor-Studiengänge zuständig, für die es in Südkorea den pauschalen Begriff Hakbu gibt, was ungefähr „Universitätsstufe“ bedeutet, als Gegenbegriff zu Daehagwon (Graduate School).

Innerhalb der Colleges befinden sich Departments, die die Bachelor-Studiengänge organisieren. Es gibt in der SNU insgesamt 83 Departments. Departments können sowohl als Studiengänge als auch als kleinste Verwaltungseinheiten, also Abteilungen, verstanden werden, da jedes Department jeweils einen Studiengang organisiert und verwaltet. Anders ausgedrückt bildet jeder Studiengang ein Department.

Die aktuellen 16 Colleges der Seoul National University sind folgende:

  • College of Humanities
  • College of Social Sciences
  • College of Law
  • College of Business Administration
  • College of Education
  • College of Human Ecology
  • College of Natural Sciences
  • College of Agriculture and Life Sciences
  • College of Veterinary Medicine
  • College of Pharmacy
  • College of Medicine
  • College of Nursing
  • College of Engineering
  • College of Fine Arts
  • College of Music
  • College of Liberal Studies
  • Interdisziplinäre Studiengänge für Undergraduates

Zugunsten einer Neustrukturierung der Uni, die die Gründung einiger speziellen Graduate Schools erzielte, wurden folgende zwei Colleges eingestellt: Im Jahr 2002 wurde das College of Dentistry in die Graduate School of Dentistry eingegliedert. Das College of Law hat im Jahr 2009 die Neuaufnahme von Studenten eingestellt.

Postgraduales Studium[Bearbeiten]

Die Graduate Schools (Daehagwon, 대학원, 大學院) sind von besonders gewichtiger Bedeutung in der Bildung der SNU.

In der Entwicklungsstrategie der SNU wird angestrebt, den Schwerpunkt der Bildung und Forschung, der bisher auf den Colleges lag, auf die Graduate Schools zu verlegen, um die Lehr- und Forschungsqualität zu verbessern und auf den internationalen Stand zu setzen. Diese Orientierung beruht auf der Bildungsphilosophie der SNU, die besagt, dass das wissenschaftliche Profil der Universität geprägt wird, wenn das postgraduale Studium im Mittelpunkt des akademischen Wesens der Universität steht.

Bestehende Studiengänge werden ausgebaut, einander verknüpft und neue Graduate Schools eingerichtet, um den wissenschaftlichen Bedarf abdecken zu können.

Graduate School[Bearbeiten]

Die Graduate School (Daehagwon, 대학원, 大學院) oder allgemeine Graduate School (Ilban daehagwon, 일반대학원, 一般大學院) ist die herkömmliche Einrichtung, die für die allgemeinen Master- und Promotionsstudiengänge zuständig ist.

In insgesamt 99 Studiengängen können fast alle Bachelor-Studiengänge weitergeführt werden. Die Masterstudiengänge in der Graduate School sind konsekutiv, und korrespondieren dementsprechend zum größten Teil mit den von den Colleges organisierten Bachelor-Studiengängen. Die Master-Studiengänge sind als deren wissenschaftlich vertiefende Programme gedacht.

Die Graduate School gliedert sich in 70 Departments. Da die Graduate School verwaltungsmäßig den Colleges gleichsteht, gibt es zwischen Graduate School und Department keine Zwischenebene, obwohl die Anzahl der Departments mit der der gesamten Colleges zusammen (83 Departments) vergleichbar ist. Doch um diese Vielzahl von Departments überblicken zu können, werden sie unoffiziell in fünf wissenschaftliche Bereiche eingeteilt (analog zu den Colleges).

Die Organisation der 70 Departments wird in der Praxis von den entsprechenden Departments der Colleges übernommen, wenn der Masterstudiengang mit dem Bachelorstudiengang identisch ist. (So wird z.B. die alltägliche Verwaltung für das Department of German Language & Literature der Graduate School von dem Department of German Language & Literature am College of Humanities übernommen, obwohl beide Departments theoretisch separate Organe sind. Lediglich wichtige Anlässe, wie z.B. Zulassungsprüfungen, Genehmigungen, Abschlüsse usw., werden von der zentralen Verwaltung der Graduate School übernommen.)

Zusätzlich zu den 70 standardisierten Studiengängen gibt es 29 interdisziplinäre Studiengänge, die üblicherweise kein eigenes Department bilden, sondern durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren Departments koordiniert werden.[12]

Institut für Medizin im Campus Yongon

Die der Graduate School untergliederten fünf wissenschaftlichen Bereiche sind folgende:

  • Graduate School
    • Humanities & Social Sciences
    • Natural Sciences
    • Engineering
    • Medicine
    • Arts
    • (Interdisziplinäre Studiengänge)

Die Graduate School ist ebenso für die Promotionsstudien zuständig. Die Studiengänge für Doktoranden werden in ebenfalls fünf Bereichen, 72 Departments und 29 interdisziplinären Studiengängen angeboten.

Spezielle Graduate Schools[Bearbeiten]

Neben der herkömmlichen Graduate School bestehen neun spezielle Professional Graduate Schools (Jeonmun daehagwon, 전문대학원, 專門大學院), die aus speziellen Zwecken zusätzlich errichtet worden sind.[13] Die speziellen Graduate Schools bieten nicht-konsekutive Masterstudiengänge an. Neulich werden berufsorientierte, professionelle Studiengänge nach nordamerikanischem Vorbild eingerichtet, wie z.B. an den Law Schools, Medical Schools oder Business Schools.

Ansicht auf eines der Studentenwohnheimgebäude im Gwanak-Campus

Einige neue Graduate Schools stehen für innovative wissenschaftliche Richtungen, wie z.B. Convergence Science and Technology[14], die in der traditionellen Wissenschaftsgliederung nicht vertreten waren. Besonders diese speziellen Graduate Schools sind Folge der Umsetzung einer Schwerpunktbildung der Universität auf Graduate Schools und Forschung.

Die neun speziellen Graduate Schools:

  • Graduate School of Business
  • Graduate School of Convergence Science & Technology
  • Graduate School of Dentistry
  • Graduate School of Environmental Studies
  • Graduate School of International Studies
  • Graduate School of Public Administration
  • Graduate School of Public Health
  • School of Law
  • School of Medicine

Die Graduate School of International Agricultural Studies soll im neuen PyeongChang Greenbio Complex eingerichtet werden, und zum Wintersemester 2014 ihre Studiengänge starten.[9][10]

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

Bibliothek[Bearbeiten]

Passage durch die Zentralbibliothek

Die Universitätsbibliothek besteht aus der Zentralbibliothek im Campus Gwanak und sieben weiteren Abteilungsbibliotheken. Der Bestand umfängt 3 Millionen Einzelbände, 10.000 wissenschaftliche Zeitschriften, 33.000 elektronische Zeitschriften und 88.000 sonstige Materialien. Die Bibliotek beträgt insgesamt 43.894 m² Nutzfläche mit 6.000 Arbeitsplätzen.

Wegen Platzmangel plante die SNU im Jahr 2012 den Bau eines zweiten Gebäudes für die Hauptbibliothek und veranstaltete einen Architekturwettbewerb. Für die Baufinanzierung wurde eine Spende von 100 Milliarden Won (ungefähr 67 Millionen €) initiiert. Durch eine einmalige Spende von etwa 40 Millionen € wurde die Zielsumme bald erfüllt. Die zukünftige Bibliothek soll den Namen dieses Spenders tragen. Auch der Alumnus Ban Ki-moon, UN-Generalsekretär , spendete einen Beitrag, und ein Arbeitsraum soll nach ihm benannt werden. Der Bau begann im Sommer 2013.

Wissenschaftliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Historisches Dokument im Kyujanggak-Institut

Die wissenschaftlichen Einrichtungen der SNU können in drei Kategorien eingeteilt werden. Die erste stellen Institute da, die den Colleges oder Departments angehören. Dann gibt es zentrale wissenschaftliche Einrichtungen der SNU. Einige werden durch staatliche Förderungsprojekte wie z.B. Brain Korea 21 Plus oder Humanities Korea finanziert. Zuletzt gibt es Forschungszentren von staatlich geförderten externen Organisationen, die innerhalb des Campus der SNU angesiedelt sind.

Universitätseigene[Bearbeiten]

Die SNU besitzt 74 wissenschaftliche (institutseigene und zentrale) Einrichtungen.[6] Die wichtigsten zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen in ihren englischen Bezeichnungen:[15]

  • Institute for Peace and Unification Studies (IUS)
  • Bio-MAX Institute
  • Asian Institute for Energy, Environment and Sustainability (AIEES)
  • Greenbio Research Complex
  • SNU Institute for Research in Finance and Economics (SIRFE)
  • Kyujanggak Institute for Korean Studies (KIKS)

Externe[Bearbeiten]

Insgesamt 60 staatlich initiierte oder geförderte Einrichtungen sind im Campus Gwanak eingesiedelt[6] und gehören zum wissenschaftlichen Umfeld der Seoul National University.[16]

  • Hyperstructured Organic Materials Research Center
  • Innovative Rapid Construction Technology Development Joint Venture
  • Korean Bridge Design & Engineering Research Center
  • Oromaxillofacial Dysfunction Research Center for the Elderly
  • Climate Environment System Research Center
  • Nano Systems Institute
  • Aging and Apoptosis Research Center
  • Innovative Drug Research Center for Metabolic and Inflammatory Disease
  • Micro Thermal System Research Center
  • Statistical Research Center for Complex Systems
  • Center for Strongly Correlated Materials Research
  • Korea Construction Engineering Development Collaboratory Program Management Center
  • Flight Vehicle Research Center
  • Advanced Biometric Research Center
  • Advanced Marine Engineering Center
  • Research Center for Functional Cellulomics
  • Research On Software Analysis for Error-free Computing: ROSAEC Center
  • Center for Space-Time Molecular Dynamics
  • Research Center for Energy Conversion and Storage
  • Center for Organic Light Emitting Diode (COLED)
  • Center for Materials of Advanced Batteries
  • Tumor Immunity Medical Research Center (TIMRC)
  • Intellectual Biointerface Engineering Center
  • Intelligent Textile Systems Research Center
  • Next Generation Wireless Communications Research Center (NWRC)
  • Nano Bioelectronics & Systems Research Center
  • Center for Subwavelength Optics
  • Fashion Textile Center
  • Micro Genome Center for Skin Infection
  • Korean Design Research Institute
  • Center for Marin Natural Products and Drugs Discovery
  • Nuclear Transmutation Research Energy Center of Korea (NUTRECK)
  • Innovative Construction Process Management Research Center (ICPM)
  • Center for e-Business Technology
  • Center for SoC Design Technology
  • Plant Molecular Breeding Center
  • QoLT Industrial Infrastructure Development Center

Universitätsklinikum[Bearbeiten]

Universitätsklinik im Campus Yongon

Die Universitätsklinik, das Seoul National University Hospital, betreibt derzeitig vier eigenständige Kliniken: Die Hauptklinik im Campus Yongon und die drei Zweigkliniken Boramae (seit 1991), Bundang (seit 2003) und Gangnam (seit 2003). Obwohl sich das Klinikumpersonal größtenteils mit dem des School of Medicine überschneidet, werden die Kliniken nicht von der Universität, sondern von einer eigenen Körperschaft betrieben und verwaltet.

Akademische Reputation[Bearbeiten]

Aktuell wird die Seoul National University weltweit als eine der fünfzig besten Universitäten gewertet. In Asien zählt sie zu einer der renommiertesten Universitäten, gemeinsam mit der Universität Tokio, Nationaluniversität Singapur, Universität Hongkong und der Peking-Universität.

Der kürzliche Aufstieg in den Ranglisten wird durch eine Reform seit den 1990er Jahren begründet. Dieser zufolge wurde besonders der Forschungscharakter stark ausgeprägt. So erlangte die SNU für die intensiven Forschungsleistungen und die Verbesserung im Lehrbereich dementsprechende internationale Anerkennung: 2005 kam sie erstmals in die Top 100 der weltbesten Universitäten und 2009 in die Top 50 (47. Platz in der Rangliste von Times Higher Education).[17]

Die Platzierung in den bekannten internationalen Ranglisten der letzten vier Jahre sieht wie folgt aus:

Jahr QS Shanghai THE
2011 42.[18] 102.-150.[19] 109.[20]
2012 37.[21] 101.-150.[22] 124.[23]
2013 35.[24] 101.-150.[25] 59.[26]
2014 44.[2]

Unter den asiatischen Universitäten wird die SNU wie folgt bewertet:

Jahr QS THE
2011 6.[27] 12.[28]
2012 4.[29] 14.[30]
2013 4.[31] 8.[32]
2014 4.[33]

In den von der Times Higher Education herausgegebenen Rankings für internationale Reputation belegte die SNU im Jahr 2013 weltweit den 41. Platz.[34] 2014 stieg sie auf Platz 26. Der THE zufolge, wurde die Liste von 2014 auf der Grundlage einer von 10.536 Akademikern aus 133 Ländern beantworteten Umfrage erstellt.[35]

Im Times Higher Education Alma Mater Index, welches angibt, wie viele Unternehmensleiter der erfolgreichsten globalen 500 Unternehmen an der jeweiligen Universität studiert haben, wurde die SNU im Jahr 2013 als elfte Universität bewertet.[36]

Das Center for World University Rankings 2013 wertete sie auf den 40. Platz.[37]

Seitens der SNU wird ein Einstieg in die Top 30 im Jahr 2015 angestrebt.[38]

In langer Sicht soll sich die Universität bis zum Jahr 2025 zu einer forschungsstarken Hochschule auf internationalem Stand entwickeln.

Position in der Gesellschaft[Bearbeiten]

Die vom Einrichtungsumfang als eine der größten Universitäten Südkoreas geltende Seoul National University ist dafür bekannt, die besten Absolventen (die obere 2,5 % mit den besten Ergebnissen) der jährlich staatlich ausgeführt werdenden Universitäts-Aufnahmeprüfung anzunehmen und hat seit ihrer Gründung den Stand als renommierteste Universität Südkoreas gehalten. Zwischen 1981 und 1987, als sich die Highschool-Absolventen nur an einer Universität bewerben durften, bewarben sich 80 % der Prüflinge, die zu den obersten 0,5 % gehörten, an der SNU, von denen viele durchfielen.[39]

Die SNU ist dafür bekannt, dass ihre Absolventen nach dem Studium aussichtsreiche Berufschancen haben. Dementsprechend befinden sich viele ehemalige Studenten in Kernpositionen verschiedener Bereiche Koreas, wie in der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Forschung und Kultur, aber auch international. Zum Beispiel wurde ein Viertel der Universitätspräsidenten in Südkorea von Absolventen der SNU gestellt.[40][41] 38 % der Geschäftsführer von den hundert größten südkoreanischen Unternehmen hatten an der SNU studiert. 93 % der Richter des Obersten Gerichts von Südkorea belegten Alumni der SNU im Jahr 2012. Ebenso bestanden 60 % der Minister und fast die Hälfte von den Abgeordneten der Gukhoe aus ehemaligen Studierenden der SNU.[39]

In der koreanischen Alltags- oder Pressensprache wird die Seoul National University häufig abgekürzt S-Dae genannt, was soviel wie „S-Uni“ bedeutet. Diese Form, aus dem Gebrauch von anonymisierten Kryptonymen in Presse- oder Polizeiberichten, wird benutzt, da es in der koreanischen Gesellschaft selbstverständlich ist, welche Universität mit dem „S“ gemeint ist, ohne den vollständigen Namen der Seoul National University nennen zu müssen (obwohl viele Universitäten mit S anfangen). Dieser Sprachgebrauch ist ein Beispiel der besonderen Position der Seoul National University in der Gesellschaft Südkokoreas.

Gemeinsam mit der Korea University und Yonsei University wird die Seoul National University traditionell SKY-Universität genannt (Zusammensetzung aus den Anfangsbuchstaben), was als Umgangsbezeichnung für die drei Eliteuniversitäten Südkoreas steht.[42][43]

Im Jahr 2005 erregte die Seoul National University weltweites Aufsehen, als ihrem Professor in Veterinärmedizin Hwang Woo-suk die Fälschung einer zuvor hochgelobten Studie zur Erforschung von Stammzellen nachgewiesen wurde. In einer veröffentlichten Studie gab er an, erstmals mit Hilfe eines Zellkerntransfers einen geklonten menschlichen Embryo zu konstruiert und aus ihm Stammzellen abgeleitet zu haben. Seine Studie wurde in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht und auf deren Titelblatt formatfüllend abgebildet. Dieser Skandal erschütterte die Wissenschaft und Öffentlichkeit. Um den geschädigten Ruf der Seoul National University zu reduzieren, reagierte die Universitätsleitung mit strikten Ermittlungen und Maßnahmen. Hwang wurde aus dem Hochschuldienst entlassen und der Zugang zu öffentlichen Forschungszuschüssen versperrt. Auch weiteren beteiligten Professoren wurden Gehaltskürzungen und Disziplinarstrafen verhängt (Entzug der Lehrbefugnisse und Beteiligungsrechte an Promotionsverfahren).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Mit der Seoul National University ist eine Reihe von namhaften Persönlichkeiten verbunden, die an ihr studiert, geforscht oder gelehrt haben.

Der 632 Meter hohe Gwanaksan, der die Seoul National University umgibt

Folgende Politiker und Kabinettsmitglieder haben an der SNU studiert. Insbesondere unter den Premierministern stellen SNU-Absolventen eine Mehrheit dar.

Im Wissenschaftsbereich befinden sich folgende Ehemalige.

Auch im Bereich Literatur, Kunst und Musik befinden sich bekannte Namen unter den ehemaligen Studenten der SNU.

Unter den ehemaligen oder gegenwärtigen Gelehrten der SNU befinden sich folgende Personen.

Symbol und Wappen[Bearbeiten]

Das "Sha-Tor"
Das Wappen der Seoul National University
Das Museum für Moderne Kunst

Das Symbol der Seoul National University ist eine Zusammensetzung der drei anfangenden Hangeul-Konsonanten ㄱ, ㅅ und ㄷ von der ehemaligen offiziellen Bezeichnung „국립서울대학교“ (Gungnip Seoul Daehakgyo), Staatliche Universität Seoul. Die schlüsselförmige Struktur wird als „Schlüssel zur Wahrheit“ interpretiert, in offenbarer Anlehnung an das Uni-Motto Veritas lux mea. Das Wahrzeichen wurde im Jahr 1975 erstmals mit der Errichtung des Hauptportals vorgestellt. Später wurde es in das bereits bestehende Wappen integriert. Das Stahlportal am Haupteingang zur Uni wird unter den Studenten als „Sha-Tor“ bezeichnet, was aus der ganzheitlichen Ähnlichkeit mit der Silbe „샤“ (sha) abgeleitet ist.[44]

Das Wappen der SNU besteht aus einem Lorbeerkranz, der für eine kompetente Wissenschaft steht. Darüber kreuzen sich eine Schreibfeder und eine Fackel, die die Beleuchtung der Zukunft des Volkes durch die Erforschung der Wahrheit bedeuten. Auf einem aufgeschlagenen Buch steht das Universitätsmotto Veritas lux mea geschrieben. Darüber steht das Universitäts-Symbol. Bis 1955 besaßen die einzelnen Colleges eigene Wappen, die auf derselben Grundlage basierten, doch im Detail ein wenig voneinander abwichen.[44]

Internationale Netzwerke[Bearbeiten]

Die Seoul National University ist Mitglied der Hochschulnetzwerke World Cities World Class Universities Network (WC2), Association of Pacific Rim Universities (APRU), Association of East Asian Research Universities (AEARU) und BESETOHA (gemeinsam mit der Peking-Universität, Universität Tokio und Universität Hanoi).[45]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cha, Bae-geun: Seoul Daehakgyo daehak shinmunsa il (서울대학교 대학신문사 1), Die Geschichte der Universitätszeitung von der Seoul National University Bd. 1, Seoul: Seoul National University Press, 2004, ISBN 9788952105363
  • Choi, Jong-go: Seoul beobdae shidae (서울법대시대. 내가 본 서울대 반세기), Die Ära des College of Law der Seoul National University. Die 50-jährige Geschichte aus meiner Sicht, Seoul: Seoul National University Press, 2013, ISBN 9788952114112
  • Department of Anthropology (Hrsg): Seoul Daehakgyo illyuhakgwa oshibnyeon (서울대학교 인류학과 50년 (1961-2011)), Die 50-jährige Geschichte (1961-2011) des Instituts für Anthropologie der Seoul National University, Seoul: Department of Anthropology, 2011, ISBN 9788928501694
  • Han, Gi-eon: Seoul Daehakgyo eui jeongshin (서울대학교의 정신), Der Geist der Seoul National University, Seoul: Hanguk Haksul Jeongbo, 2006
  • Seoul National University (Hrsg): Seoul Daehakgyo sashib nyeonsa (서울대학교 40년사), Die 40-jährige Geschichte der Seoul National University, Seoul: Seoul National University Press, 1986
  • Seoul National University (Hrsg): Seoul Daehakgyo oshib nyeonsa (서울대학교 50년사), Die 50-jährige Geschichte der Seoul National University, Seoul: Seoul National University Press, 1996
  • Seoul National University (Hrsg): Seoul Daehakgyo yukshib nyeonsa (서울대학교 60년사), Die 60-jährige Geschichte der Seoul National University, 2006. Abgerufen am 18. März 2014
  • Seoul National University (Hrsg): Seoul Daehakgyo gyosu minjuhwa undong oshib nyeonsa (서울대학교 교수민주화운동 50년사), Die 50-jährige Geschichte der Demokratiebewegung der Professoren in der Seoul National University, Seoul: Seoul National University Press, 1997

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Seoul National University – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Fakten über Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  2. a b Times Higher Education World University Rankings 2013-2014. Times Higher Education. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  3. a b c Geschichte der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  4. Forschungsinstitute der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  5. Geschichte der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  6. a b c d e Fakten über Seoul National University (koreanisch). Seoul National University. Abgerufen am 31. März 2014.
  7. AICT im Technovalley. Financial News. Abgerufen am 10. April 2014.
  8. Campus unter Bau. The Hankyoreh. Abgerufen am 10. April 2014.
  9. a b SNU PyeongChang Greenbio Complex Opens International Agriculture Technology Graduate School Next Year. Seoul National University. Abgerufen am 7. April 2014.
  10. a b SNU PyeongChang Campus eröffnet Graduate School of International Agriculture Technology nächstes Jahr. Yonhap News. Abgerufen am 7. April 2014.
  11. Undergraduate-Programme der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  12. Graduate-School der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  13. Professionelle Graduate-Schools der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  14. Graduate School of Convergence Science & Technology. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  15. Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  16. Staatlich geförderte wissenschaftliche Einrichtungen. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  17. The Times Higher Education Supplement: Top 200 world universities, dort angegebene Quelle: QS Ltd, veröffentlicht am 1. Oktober 2009. Abgerufen am 7. Dezember 2009
  18. QS World University Rankings 2011. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  19. Academic Ranking of World Universities 2011. Shanghai Ranking Consultancy. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  20. Times Higher Education World University Rankings 2010-11. Times Higher Education. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  21. QS World University Rankings 2012. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  22. Academic Ranking of World Universities 2012. Shanghai Ranking Consultancy. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  23. Times Higher Education World University Rankings 2011-12. Times Higher Education. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  24. QS World University Rankings 2013. QS. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  25. Academic Ranking of World Universities 2012. Shanghai Ranking Consultancy. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  26. Times Higher Education World University Rankings 2012-13. Times Higher Education. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  27. QS Asian University Rankings 2011. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  28. Times Higher Education World University Rankings 2010-11. Times Higher Education. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  29. QS Asian University Rankings 2012. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  30. Times Higher Education World University Rankings 2011-12. Times Higher Education. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  31. QS Asian University Rankings 2013. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  32. Times Higher Education Asian University Rankings 2013. Times Higher Education. Abgerufen am 20. Juni 2013.
  33. Times Higher Education World University Rankings 2013-14. Times Higher Education. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  34. World Reputation Rankings 2013. Times Higher Education. Abgerufen am 27. Januar 2014.
  35. SNU Ranked World's 26th in Academic Reputation. Seoul National University. Abgerufen am 7. April 2014.
  36. David Matthews: Alma Mater Index: Global Executives 2013. Times Higher Education. 5. September 2013. Abgerufen am 31. März 2014.
  37. Center for World University Rankings 2013. Center for World University Rankings. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  38. Koreanische Unis kämpfen um Platzierungen. Hankook Daily. Abgerufen am 12. März 2014.
  39. a b A message from Seoul National University. Times Higher Education. Abgerufen am 14. April 2014.
  40. Nearly 1 in 4 Korean University Presidents are SNU Alumni. Seoul National University. Abgerufen am 7. April 2014.
  41. Ich bin Universitätspräsident. Edaily. Abgerufen am 7. April 2014.
  42. James Card: Life and death exams in South Korea. Asia Times Online, 5. November 2005, abgerufen am 27. Januar 2014 (englisch).
  43. A Taste of Failure Fuels an Appetite for Success at South Korea’s Cram Schools. New York Times. Abgerufen am 19. März 2014.
  44. a b Symbole der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.
  45. Internationale Projekte der Seoul National University. Seoul National University. Abgerufen am 23. Februar 2014.

37.459319126.95311Koordinaten: 37° 27′ 34″ N, 126° 57′ 11″ O