Toyota iQ

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Toyota
Toyota iQ

Toyota iQ

iQ
Produktionszeitraum: 2008–2014[1]
Klasse: Kleinstwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,3 Liter
(50–72 kW)
Dieselmotor:
1,4 Liter (66 kW)
Länge: 2985 mm
Breite: 1680 mm
Höhe: 1500 mm
Radstand: 2000 mm
Leergewicht: 920–1050 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Toyota iQ (in Nordamerika: Scion iQ) ist ein Pkw-Modell des japanischen Automobilherstellers Toyota, das im Segment der Kleinstwagen angesiedelt ist. Das gleichnamige Konzeptfahrzeug, an dem sich der knapp drei Meter lange 3+1-Sitzer orientiert, wurde auf der IAA im Herbst 2007 vorgestellt. Ende 2008 begann die Fertigung des Serienmodells, nachdem es im März 2008 auf dem Genfer Auto-Salon präsentiert wurde. Der Verkaufsbeginn für Europa war am 24. Januar 2009. Der iQ stellt innerhalb seiner Klasse ein Alternativkonzept zum Toyota Aygo dar: Er ist breiter, höher, schwerer und auch teurer als der Konzernbruder, aber rund einen halben Meter kürzer. Mit diesem Format konkurriert er vor allem mit dem Smart Fortwo, wobei der iQ im Gegensatz zu diesem einen Frontmotor und damit auch Frontantrieb hat. Im Mai 2014 wurde die Produktion des iQ für den europäischen Markt beendet.

Heckansicht
Konzeptfahrzeug iQ Concept auf der IAA 2007
Interieur des Toyota iQ (Rechtslenker)
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[2] Crashtest-Stern 5.svg

Äußerlich kennzeichnen den kleinsten Toyota 15-Zoll-Leichtmetallräder, weit obenliegende Scheinwerfer, kurze Überhänge und ein Richtung B-Säule geschwungenes zweites Seitenfenster, das eine optische Einheit mit der Heckscheibe bildet. Im Innenraum rückt durch den Entfall des Handschuhfachs der Beifahrersitz weiter nach vorne und stellt dahinter Platz für einen dritten Erwachsenen bereit. Hinter dem Fahrer kann außerdem ein Kind Platz finden. Möglich wurde diese Platzverteilung auch durch den Wegfall des konventionellen Kofferraums. An dessen Stelle befindet sich eine circa zehn Zentimeter schmale Wanne, die bei Bedarf auch mit dem Boden nach oben eingesetzt werden kann und zusammen mit den umklappbaren Rücksitzen eine ebene Ladefläche ergibt.

Das Cockpit wird von einer silberfarbenen, dreieckigen Mittelkonsole bestimmt, in der sich die Klimabedieneinheit, die Heizungsregler, Lüftungsdüsen und optional ein Touchscreen-Navigationssystem mit 5,8-Zoll-Bildschirm, USB-Anschluss und Bluetooth-Schnittstelle befinden. Das unten abgeflachte Lenkrad soll die Platzverhältnisse für den Fahrer verbessern und ist mit schwarzem und violettem Leder bezogen. Diese Farben und weitere Brauntöne kommen im gesamten Interieur zum Einsatz. Eine besondere Sicherheitsausstattung stellt der weltweit erste, hinter den Rücksitzen angebrachte Airbag dar, der die Passagiere im Fond bei Heckunfällen schützen soll.[3] Aufgrund des fehlenden Kofferraumes und somit der fehlenden Knautschzone sind die Passagiere in der zweiten Sitzreihe bei Auffahrunfällen besonders gefährdet. Das Verletzungsrisiko soll durch diesen Airbag erheblich reduziert werden. Der iQ erreichte beim Euro-NCAP-Crashtest im Februar 2009 die Höchstwertung mit fünf von fünf möglichen Sternen.[4]

Auch technische Bauteile wurden platzsparend konzipiert: so liegt das Lenkgetriebe hoch im Motorraum, die hinteren Stoßdämpfer stehen schräg, die Heizungsanlage ist kompakt gebaut und der Tank ist schmal und unterflurig montiert.[5] Bereits die Basisversion ist serienmäßig mit Klimaanlage ausgestattet. Die aus dem Toyota Yaris stammenden Motoren leisten als Benziner mit 1,0-Litern Hubraum und drei Zylindern um 50 kW (68 PS) oder 72 kW (98 PS) im neu entwickelten 1,3-Liter-Vierzylinder. Der 1,4 Liter große Vierzylinder-Diesel wurde nur bis 29. Februar 2012 verbaut und erreichte 66 kW (90 PS) und war wie die Benziner mit Schaltgetriebe erhältlich. Für die Benziner ist eine stufenlose CVT Schaltautomatik verfügbar.[6] Ab Juli 2009 wird der iQ auch mit einer neu entwickelten Start-Stopp-Automatik in Verbindung mit dem 1,33 Liter-Motor angeboten.[7]

Im November 2010 gab der Hersteller eine Rückrufaktion für das Modell bekannt, weil z.B. das Überfahren von Sicherheitsmarkierungen auf Autobahnen Vibrationen auslösen konnte, die einen Ausfall der Lenkkraftunterstützung der elektrischen Servolenkung bewirken konnten. In Deutschland waren 13.609 Einheiten betroffen, in Europa 70.800.[8]

Auf der Plattform des iQ entwickelte Aston Martin den Cygnet, um europäische Richtlinien zum Flottenverbrauch zu erfüllen.[9]

Im März 2014 gab Toyota die Einstellung des Modells bekannt, da der iQ nicht den gewünschten Erfolg erzielte.

Konzeptstudie FT-EV[Bearbeiten]

Auf der Detroit Motor Show 2009 wurde die Studie FT-EV vorgestellt. Das Konzept sieht auf Basis des Toyota IQ ein reines Batterie-Fahrzeug mit 80 km Reichweite und 110 km/h Höchstgeschwindigkeit vor.[10] Mittlerweile wurde die Studie überarbeitet, Toyota spricht vom FT-EV II. Die Reichweite wurde verlängert und beträgt nun 90 km, die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 100 km/h verringert.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Toyota stellt den iQ ein
  2. http://www.euroncap.com/de/results/toyota/IQ/347.aspx
  3. Auto-News Online-Ausgabe vom 1. September 2008: „Aller guten Dinge sind drei: Toyota-Weltpremieren in Paris
  4. EURO-NCAP Results: „Toyota iQ
  5. Auto-News Online-Ausgabe vom 4. März 2008: „Toyota iQ: Intelligenter 3+1-Sitzer für den Stadteinsatz
  6. Auto Bild Online-Ausgabe vom 1. August 2008: Johannes Köbler: „Toyota iQ: Smarter als der Smart?“
  7. Auto-News Online-Ausgabe vom 6. März 2009: „Neuer 1,33-Liter-Benziner für den iQ
  8. http://www.autoservicepraxis.de/ausfall-der-lenkkraftunterstuetzung-moeglich-983155.html
  9. http://www.auto-motor-und-sport.de/news/aston-martin-stadtwagen-aston-martin-modelt-den-toyota-iq-um-1334524.html
  10. auto-motor-und-sport.de Toyota FT-EV
  11. http://www.toyota.de/innovation/design/concept_cars/ft-ev2/index.aspx

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toyota iQ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien