Toyota MR2

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Toyota MR2
Produktionszeitraum: 1984–2007
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet, Roadster
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Toyota MR2 (Abkürzung für Midship Runabout Two-seater oder Midengined Rearwheel-Drive Two-seater) ist ein kleiner zweisitziger Sportwagen mit Mittelmotor der Automobilmarke Toyota, erstmals präsentiert 1983[1]auf der Tokyo Motor Show. Hergestellt wurden die Fahrzeuge in einem Werk des zur Toyota-Gruppe gehörenden Unternehmens Central Motor.

Alle drei Modellgenerationen liefen zwischen November 1984 und Juli 2007[1]dort vom Band. In Europa wurde der MR2 jedoch bereits im August 2005 aus dem Programm genommen.

In Frankreich wäre die Aussprache des Namens MR2 [ɛm ɛʀ ˈdø] dem Wort «merde» [ˈmɛʀd] (frz. ‚Scheiße‘) sowie dem Wort «merdeux» (frz. ‚Rotzlöffel‘) sehr ähnlich.[2] Darum wird er dort auch nur MR genannt. In den USA wird die dritte Modellreihe MR-S genannt, wobei das „S“ für Spyder steht.

Vom MR2 gibt es mittlerweile drei Generationen, die nur den Mittelmotor und den Hinterradantrieb gemeinsam haben. Die ersten zwei Generationen hatten Klappscheinwerfer.

MR2 (W1, 1984–1989)[Bearbeiten]

AW10 / AW11
Toyota MR2 Targa (1987)

Toyota MR2 Targa (1987)

Produktionszeitraum: 1984–1989
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,5–1,6 Liter
(61–106 kW)
Länge: 3950 mm
Breite: 1665 mm
Höhe: 1255 mm
Radstand: 2320 mm
Leergewicht: 960–1060 kg

Bereits 1976 begann Toyota die Konzeptplanung für einen Zweisitzer mit Mittelmotor und der Bezeichnung MR2. Stark inspiriert wurde dieses Fahrzeugkonzept von Europäischen Mittelmotorfahrzeugen von Lotus oder speziell dem Fiat X 1/9, jedoch mit der Zielsetzung, ein neues, technisch überlegenes Fahrzeug zu konstruieren. Der MR2 sollte Design und Fahreigenschaften eines Sportwagens mit der Zuverlässigkeit eines Alltagsfahrzeuges kombinieren. Hierzu bediente man sich einerseits technisch bewährter Elemente aus dem Toyota Corolla und kombinierte diese mit einer günstigen Gewichtsverteilung und einem Sportfahrwerk mit MacPherson-Federbeinen vorne und hinten.

Den MR2 W1 gab es ab Ende 1984 mit Targadach und als Coupé, wobei das Coupé in Europa mit einem herausnehmbaren Glasdach ausgeliefert wurde. Der MR2 W1 ist unter dem Toyota-Werkskürzel AW11 bekannt. Folgende Motoren waren verfügbar:

  • 1,5-l Vergaser (3A-L) mit 61 kW (83 PS) (AW10, nicht in Europa)
  • 1,6-l (4A-GELC) mit 85 kW (116 PS) (mit KAT ab 1987)
  • 1,6-l (4A-GEL) mit 91 kW (124 PS) (ohne KAT bis 1988)
  • 1,6-l Kompressor (4A-GZE) mit 106 kW (145 PS) (ab 1987, nicht in Deutschland)


MR2 (W2, 1989–1999)[Bearbeiten]

SW20
Toyota MR2 (1989–1993)

Toyota MR2 (1989–1993)

Produktionszeitraum: 1989–1999
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
2,0 Liter
(115–180 kW)
Länge: 4170 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1235 mm
Radstand: 2400 mm
Leergewicht: 1240–1460 kg

Den MR2 W2 gab es mit Targadach und als Coupé. Offiziell wurde in Deutschland nur die folgende Version verkauft: Toyota MR2 (SW20) Targa mit dem 2,0 Liter (3S-GE) Motor und 115 kW (156 PS) oder 129 kW (175 PS) bzw. 125 kW (170 PS) infolge von verschärfter Abgasnormen. Alle anderen Varianten sind importierte Fahrzeuge, meist aus den USA und Kanada wurden Versionen mit 150 kW (204 PS) bzw. 98 kW (133 PS) eingeführt. Die 204 PS-Version besitzt einen 2-Liter-Turbomotor (3S-GTE Gen. II) mit 16 Ventilen und Ladeluftkühler, die Version mit 133 PS hat einen Saugmotor (Typ 5S-FE) mit einem Hubraum von 2,2 Litern.

Auf dem japanischen Markt wurden weitere Motorisierungen angeboten, von 1989 bis 1992 ein 2,0 Liter Turbomotor (3S-GTE Gen. II) mit 165 kW (225 PS), danach mit 177 kW (240 PS) (3S-GTE Gen. III) bzw. 180 kW (245 PS) (3S-GTE Gen. III). In den letzten Modelljahren wurde auch ein 2,0 Liter VVT-i Saugmotor (3S-GE Red-Top Gen. IV) mit variabler Ventilsteuerung im MR2 verwendet, dieser leistete 147 kW (200 PS). Dieser Motor wurde im MR2 in Europa nie offiziell angeboten.

Produktion / Modellpflege[Bearbeiten]

Offiziell wurde der MR2 W2 Ende 1989 der Weltöffentlichkeit vorgestellt; in Produktion blieb er bis September 1999. Weiterhin gab es folgende sog. Facelifts (welche hier „Rev“ = Revision genannt werden) in seiner Bauzeit:

Revision Bauzeit Änderungen
Rev 1 12/1991–12/1993 - größere Bremsanlage (Bremsscheiben und Bremskraftverstärker)
- neue 15 Zoll Felgen
- neue Fahrwerksabstimmung
- Kreuzdomstrebe im Motorraum
- Elektrohydraulische Servolenkung serienmäßig
- kleines Lederairbaglenkrad (mechanische Auslösung)
- kürzerer Schalthebel
- geänderte, größere 1-teilige Frontlippe
Rev 2 12/1993–1996 - neue ovale Heckleuchten
- geänderter Heckflügel
- Seitenleisten, Heckspitzen und Frontlippe in Wagenfarbe
- Getriebe verstärkt (bessere Synchronringe)
- neue Evolutionsstufe des 3S-GE Motors mit 175 PS bei 7000/min
Rev 3 1996–1998 - weiße Frontblinker
- elektrische Airbagauslösung
- Wegfahrsperre (WFS) ab Werk
- Motor wegen verschärften Abgasnormen geändert (170 PS/125 kW)
- Einführung einer Abgasrückführung (EGR)
Rev 4 1998–1999 - Heckflügel verändert (anderes Design und nun einstellbar)
- verstärkte Heckklappe wegen des Heckflügels
- anderer Schaltknauf
- anderes Instrumentendesign (rote Ziffern)
Rev 5 1999–09/1999 - andere Serienfelgen (Design der Aluminiumräder verändert)


MR2 (W3, 1999–2007)[Bearbeiten]

ZZW30
Toyota MR2 (1999–2003)

Toyota MR2 (1999–2003)

Produktionszeitraum: 1999–2007
Karosserieversionen: Roadster
Motoren: Ottomotor:
1,8 Liter (103 kW)
Länge: 3895 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1240 mm
Radstand: 2450 mm
Leergewicht: 1050 kg

Nach der Tokyo Motor Show des Jahres 1995 war die Zukunft des MR2 ungewiss. Es kursierten Spekulationen, dass die Tradition eines Toyota-Sportwagens nicht fortgeführt werden sollte.

Obwohl noch keine offizielle Entscheidung gefallen war, setzte sich das Entwicklungsteam um Chefingenieur Tadashi Nakagawa daran, einen neuen, leichten Sportwagen, den MR2-Roadster, zu entwickeln. Wieder der Grundgedanke des ersten MR2, nur diesmal kam er Ende 1999 als offener Roadster auf den Markt.

Der Vierzylinder-Motor hatte einen Hubraum von 1,8 Liter (1794 cm³) und eine Leistung von 103 kW (140 PS), mit der er in 7,9 s von 0–100 km/h sprintete.[3] Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 210 km/h.

Im Frühjahr 2003 erhielt er ein Facelift, das Scheinwerfer mit Klarglasoptik sowie geänderte Heckleuchten brachte. Motor und Leistung wurden beibehalten.

Der MR2 W3 wurde von Ende 1999 bis Juli 2007 gebaut[4]. Es gab ihn nur als Roadster, der jedoch mit einem Hardtop nachgerüstet werden konnte.

Edition S[Bearbeiten]

Im letzten (europäischen) Modelljahr 2005 brachte Toyota ein auf 100 Stück limitiertes Sondermodell mit der Bezeichnung Edition S auf den deutschen Markt. Besondere Extras waren die Mica-Lackierung, 17-Zoll-Räder, Sportfahrwerk, ein Sportendschalldämpfer, Lederausstattung und eine Nummernplakette auf der Mittelkonsole. Sämtliche Zubehörteile kamen von der hauseigenen TMG/TTE

TTE Turbo Kit[Bearbeiten]

TTE-Turbo im MR2 W3

Auf der Essen Motor Show 2003 stellte der hauseigene Toyota-Tuner TTE einen Turbo Kit für den MR2 Roadster vor. Das Interesse war so groß, dass man sich entschied, eine kleine Serienproduktion aufzulegen. Ab 2006 konnte man bei TTE in Köln-Marsdorf seinen MR2 W3 nachrüsten lassen. In diesem Fall blieb die volle Werksgarantie erhalten. TTE sorgte auch für die TÜV-Abnahme und die nötigen Eintragungen in die Fahrzeugpapiere.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b [1] Seite des Herstellers (abgerufen am 30. September 2012)
  2. [2]
  3. MR2 - Technik (PDF) auf www.toptoyota.de (Toyota Autohaus Reiß) (abgerufen am 10. Februar 2012)
  4. [3] Seite des Herstellers (abgerufen am 30. September 2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toyota MR2 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien