Udo Ulfkotte

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Udo Ulfkotte, 2007

Udo Konstantin Ulfkotte[1] (* 20. Januar 1960 in Lippstadt) ist ein deutscher Publizist und Politikwissenschaftler, der sich vor allem mit den Themengebieten Nachrichtendienste sowie Medienkritik und Islamkritik befasst.

Leben[Bearbeiten]

Ulfkotte wurde 1960 im westfälischen Lippstadt geboren und wuchs in Dorsten und Warburg auf. Nach dem Abitur 1978 am Gymnasium Marianum in Warburg studierte er an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Politikwissenschaft sowie Kriminologie und Islamkunde[2] und verbrachte einen Studienaufenthalt an der Universität London. 1986 wurde er in Freiburg mit einer von Dieter Oberndörfer betreuten Dissertation über Kontinuität und Wandel amerikanischer und sowjetischer Politik in Nah- und Mittelost 1967 bis 1980 zum Dr. phil. promoviert.

Im Oktober 1986 wurde er Mitglied der politischen Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), wo er bis 2003 dem Ressort Außenpolitik angehörte und sich besonders mit Afrika, den arabischen Staaten und den Vereinten Nationen beschäftigte.[3] Nach eigenen Angaben lebte er zwischen 1986 und 1998 überwiegend in islamischen Ländern (u. a. Irak, Iran, Afghanistan, Saudi-Arabien, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten und Jordanien) und bereiste über sechzig Staaten.[4] Diese Aufenthalte hätten sein Islambild mitgeprägt.[5] In einem Fernsehinterview gab er an, in dieser Zeit zum Islam konvertiert zu sein; heute versteht er sich als wiedergeborener Christ.[6]

Bereits während seines Studiums war er Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung[3] und gehörte von 1999 bis 2003 dem Planungsstab der Stiftung an.[7] Er war Referent der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, lehrte von 1999 bis 2007 Sicherheitsmanagement im Fachbereich Betriebswirtschaft an der Universität Lüneburg und war von Juni 2005 bis Juni 2006 Chefkorrespondent der Zeitschrift Park Avenue des Hamburger Verlags Gruner + Jahr.

2004 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main die Privat- und Büroräume des Journalisten wegen „Verdachts auf Anstiftung zum Verrat von Dienstgeheimnissen“. Ulfkotte soll über Staatsschutzverfahren Bescheid gewusst haben, bevor diese öffentlich bekannt wurden. Der Autor dementierte Bestechungsvorwürfe und bezeichnete die Verdächtigung als politisch motiviert. Der Deutsche Journalisten-Verband äußerte sich zurückhaltend kritisch zu der Maßnahme: „Wenn es darum gehen sollte, in Zeiten weit verbreiteter Angst vor Terror einen Journalisten mundtot zu machen, müsste dagegen massiv protestiert werden“ (DJV-Pressesprecher Hendrik Zörner).[8] Aus Mangel an Beweisen wurde das Verfahren 2005 eingestellt.[9]

Ulfkotte war 2006 Mitbegründer des rechtspopulistischen Vereins Pax Europa, aus dem er 2008, nach eigenen Angaben wegen dessen „zunehmend extremistischen Kurses“, wieder austrat.[10] Bei der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft 2007 unterstützte er die rechtspopulistische Wählervereinigung Bürger in Wut, der er im Juni 2007 beitrat.[11] Die Deutsche Zentrumspartei gab vor der Hamburger Bürgerschaftswahl 2008 bekannt, dass Ulfkotte als parteiloser Kandidat auf Listenplatz 2 hinter dem Parteivorsitzenden Dirk Nockemann stünde, zur Wahl trat er aber nicht an.[12] 2008 berichtete Die Welt von Morddrohungen im Internet gegen Ulfkotte und seine Frau im Zusammenhang mit einem auf YouTube eingestellten antiislamischen Video, das nicht von Ulfkottes stammte, ihnen jedoch fälschlich zugeschrieben wurde.[13]

Ulfkotte hat mehrere Bücher zu den Themen Nachrichtendienste, Medienkritik und Islamismus geschrieben. Seit 2008 erschienen seine Titel beim Kopp Verlag, der Verschwörungstheorien, Esoterik und Pseudowissenschaften publiziert.[14] Dort ist er auch regelmäßiger Autor des Internetportals.[15]

Publikationen zu Islamkritik und Islamismus[Bearbeiten]

Eines von Ulfkottes publizistischen Hauptthemen ist die Warnung vor der von ihm angenommenen Gefahr einer „Islamisierung“ Deutschlands und der Welt.

Ulfkotte begründete seine Auffassung unter anderem mit „selbst erlebten“ und bezeugten Vollstreckungen der Todesstrafe und der körperlichen Verstümmelung nach der Scharia in Saudi-Arabien, der Einteilung der dortigen Gesellschaft in verschiedene Klassen und ganz allgemein mit dem seiner Ansicht nach „menschenverachtenden Weltbild der Muslime".[5] Ulfkotte unterstützte weitgehend die Thesen Thilo Sarrazins zu Migrationsproblemen und kulturellen Eigenheiten des Islams.[16]

Der Journalist und Publizist Patrick Bahners beschäftigte sich 2011 in seinem Buch Die Panikmacher: Die deutsche Angst vor dem Islam in einer Einzelanalyse auch mit Ulfkotte, den er einer Gruppe intellektueller Islamkritiker zurechnet, die als „wutbürgerliche Panikmacher Menschen muslimischen Glaubens denunzieren und stigmatisieren“, und zu der er unter anderem auch Henryk M. Broder, Necla Kelek, Thilo Sarrazin und Ayaan Hirsi Ali zählt.[17]

Wolfgang Benz verglich die Argumentationsstrukturen Ulfkottes mit denen des Antisemitismus des 19. Jahrhunderts. Seiner Auffassung nach bestehen Übereinstimmungen hinsichtlich Unterwanderungs- und Überwältigungsfantasien, der Konzentration auf einseitig interpretierte religiöse Texte, um eine „schlechte Sittenlehre“ zu postulieren, und hinsichtlich der Annahme einer Weltverschwörung.[18]

„Der Krieg in unseren Städten“[Bearbeiten]

Ulfkottes im März 2003 vom Eichborn Verlag veröffentlichtes Buch Der Krieg in unseren Städten wurde vor dem Hintergrund eines Antrags der Islamischen Föderation auf einstweilige Verfügung beim Berliner Landgericht noch im selben Jahr vom Markt genommen.[19][20] In dem Rechtsstreit ging es um die im Buch erhobene Behauptung, die Islamische Föderation sei ein Landesverband der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG). Nach Angaben der taz, die sich über eine mangelnde Unterstützung von Ulfkotte durch die Medien beklagte, rollte nachfolgend eine „Prozesslawine“ auf den Verlag zu, weil verschiedene muslimische Vereine, Organisationen, Firmen und Privatpersonen ebenfalls gegen das Buch klagten.[20] 2004 erschien eine aktualisierte und überarbeitete Neuauflage des Buches im S. Fischer Verlag.

Der Gießener Islamwissenschaftler Henner Kirchner warf Ulfkotte Islamophobie sowie mangelnde Seriosität vor. In Anspielung auf die antisemitische Hetzschrift Die Protokolle der Weisen von Zion verwendete Kirchner mit Bezug auf Ulfkottes Buch Der Krieg in unseren Städten die Wendung „Die Protokolle der Weisen von Mekka“. Ulfkottes Ansichten seien daher „ein islamophobes Äquivalent zu dem antisemitischen Hetzstück“. Ulfkotte verklagte Kirchner wegen des Vorwurfs der „Volksverhetzung“ sowie mehrere das Buch kritisierende Blogs.[21] Kirchner wurde auf seine Klage hin vom Landgericht Berlin zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 5000 Euro verurteilt.[22] Stefan Weidner kritisierte in der Zeit an Ulfkottes Der Krieg in unseren Städten insbesondere dessen „zum großen Teil fragwürdig[en], wenn nicht absurd[en]“ Schlüsse.[19]

„Heiliger Krieg in Europa“[Bearbeiten]

Der Publizist Hannes Schwenger schrieb im Tagesspiegel über das 2007 bei Eichborn erschienene Buch Heiliger Krieg in Europa - Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht: Ulfkotte sehe den Untergang des Abendlandes „greifbar nahe“. Ulfkotte schreibe dort von einem „zentralen Geheimbund, der mit grenzenlosem Hass und einer langfristigen Strategie die europäische Kultur zu zerstören sucht: der Muslimbruderschaft“.

Schwenger sieht in diesen und weiteren Ausführungen Parallelen zur Verschwörungstheorie um die gefälschten Protokolle der Weisen von Zion: „Doch genau darum handelt es sich bei seinem Buch, das auf 300 Seiten noch die abstrusesten Beweise einer neuen Weltverschwörung präsentiert; oft genug ohne Quellenangabe oder unter Berufung auf Zeitungsmeldungen und Verfassungsschutzberichte, deren Quellen nicht bekannt sind.“[23] Die Islamische Föderation Berlin erreichte vor Gericht ein Vertriebsverbot für dieses Buch.[24]

Politische Aktivitäten[Bearbeiten]

Ulfkottes Pax Europa plante für den 11. September 2007 zusammen mit der dänischen SIAD und der britischen No Sharia Here eine europaweite Demonstration gegen die „Islamisierung Europas“ in Brüssel. Diese wurde am 9. August 2007 vom Brüsseler Bürgermeister Freddy Thielemans verboten.[25] Daraufhin klagten die Vereine gegen das Verbot und wurden hierbei vom belgischen Anwalt Hugo Coveliers vertreten, den ihnen Philip Dewinter, der Fraktionsvorsitzende der rechtsextremen Vlaams Belang, vermittelt hatte.[26] Die Klage wurde am 30. August 2007 abgewiesen.[25]

Nach dem Verbot der Demonstration in Brüssel kündigte der Verein Pax Europa an, in Köln demonstrieren zu wollen. Nach anfänglicher Kooperation distanzierten sich Ulfkotte und Pax Europa Anfang September 2007 vom Vlaams Belang und dem Kölner Ableger der Deutschen Liga für Volk und Heimat, der Bürgerbewegung pro Köln,[27] die zur Teilnahme an den Demonstrationen aufgerufen hatten. Anfang Dezember 2008 verließ Ulfkotte den von ihm gegründeten Verein Bürgerbewegung Pax Europa wegen dessen (so Ulfkotte) „zunehmend extremistischen Kurses“ und warf ihm die Verbreitung „rassistischer und womöglich volksverhetzender Bilder im Stürmer-Stil“ vor.[10]

FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher, der Ulfkotte aus dessen Zeit als FAZ-Redakteur kennt, nannte ihn 2007 einen „bunten Hund“. Zu Ulfkottes Plänen, eine Partei (Pax Europa) zu gründen, meinte Nonnenmacher, dass Ulfkotte „kein geschlossenes Weltbild“ habe und auf einen Trend aufspringe.[28] Astrid Geisler kritisierte in der taz, Ulfkotte „erzähle vor allem Geschichten“.[29] Der Publizist Jörg Lau bezeichnete 2007 im Zusammenhang mit dem Verbot der sogenannten Demonstration gegen die „Islamisierung Europas“ in Brüssel deren Veranstalter und Unterstützer als „Horde von ziemlich zwielichtigen Anti-Islam-Hysterikern“ und nannte ausdrücklich auch Ulfkottes damaligen „Pax Europa“-Verein.[30] Lau warf Ulfkotte vor, sich nur halbherzig von „Rechtsradikalen“ zu distanzieren.[31]

Am 22. Dezember 2014 trat Udo Ulfkotte als "offizieller" Redner auf der von PRO NRW gesteuerten Bogida-Demonstration auf.[32][33][34]

Weitere Publikationen[Bearbeiten]

Umweltzerstörungen durch Shell in Nigeria[Bearbeiten]

Zum Politikum wurde 1996 Ulfkottes Haltung zur Verantwortlichkeit des Ölkonzerns Shell für Umweltzerstörungen im Niger-Delta. Mit Artikeln wie Die Legende von der Umweltkatastrophe am Niger, in denen Ulfkotte die Existenz weiträumiger Umweltschäden in Abrede stellte und Aussagen des nigerianischen Aktivisten Ken Saro-Wiwa relativierte,[35] zog sich der Autor Kritik von Umweltschützern und Menschenrechtlern zu. Ulfkotte wurde in diesem Zusammenhang die Teilnahme an einer von der Shell organisierten und finanzierten Journalistenreise vorgeworfen, wobei er das Sponsoring durch Shell in seinen Artikeln verschwiegen hatte.[36] Die Berichterstattung Ulfkottes in der FAZ fiel shellfreundlich aus. Karl Rössel schrieb 1997 in der Zeitschrift Konkret, Ulfkotte sei „geschmiert“ worden und seine Zeitung habe sich für Shell prostituiert. Die FAZ und Ulfkotte klagten auf Unterlassung dieser beiden Aussagen. Das Kölner Landgericht wertete Rössels Behauptung jedoch nicht als Schmähkritik, sondern als zulässige Meinungsäußerung.[37]

Roman „Gencode J.“[Bearbeiten]

Ulfkottes fiktionaler Roman Gencode J. handelt von einem als rassistisch gezeichneten Geheimdienstchef des Mossad, der sich aus dem israelischen Biowaffen-Forschungszentrum Nes Tsiona genetisch veränderte Pesterreger beschafft, von denen er annimmt, dass sie alle Menschen, mit Ausnahme der Kohanim, innerhalb weniger Stunden töten. Er lässt die Erreger in der Londoner U-Bahn und auf dem Flughafen Heathrow von Gehilfen freisetzen, organisiert ein Attentat auf den Felsendom und lenkt den Verdacht auf Osama bin Laden. Daraufhin kommt es in islamischen Ländern zu Unruhen.

Jörg Lau bezeichnete den Roman in seinem Blog als „Revolverpistole [sic!] nach dem Muster der Weisen von Zion“, aus der Feder eines „höchst schillernden Dr. Seltsam“.[38]

Buch „Gekaufte Journalisten“ (2014)[Bearbeiten]

Inhalt[Bearbeiten]

Ulfkottes Buch Gekaufte Journalisten. Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken ist nach Angaben des Kopp-Verlags der erste von drei geplanten Bänden zum Thema Medienmanipulation. In dem Buch gibt Ulfkotte Beispiele für die Korruption namentlich genannter Journalisten durch Bestechung und Begünstigung. Dabei schildert er seine eigenen Verstrickungen und seinen immer tiefer in Abhängigkeiten führenden Abstieg und verurteilt sich selbst: „Ich selbst, der Autor dieses Buches, war ein Täter. Rückblickend war ich korrupt, habe manipuliert und desinformiert.“ Er kritisiert an den Medien unter anderem, wie Meldungen von Nachrichtenagenturen ohne eigene Recherche übernommen werden, und sieht einen Mechanismus der Schweigespirale. Dabei bezieht er seine eigenen Thesen zur Migrations-, Sozial- und europäischen Geldpolitik ein. Er beschreibt des Weiteren Methoden der Beeinflussung von Journalisten durch geldwerte Vorteile oder zusätzliche Einnahmen.

Rezeption und Kritik[Bearbeiten]

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisiert an der Publikation Ulfkottes „Übertreibungen, Verdrehungen und Unwahrheiten“, die er einem eingehenden Faktencheck unterzieht: „Tatsächliche journalistische Skandale und zweifelhafte Praktiken werden von ihm zu Überlebensgröße aufgeblasen und mit dem übelsten Geruch versehen. Ein anderer Teil ist schlicht und nachweisbar falsch.“ Andere Autoren, deren Erkenntnisse Ulfkotte zusammenstelle, hätten journalistisches Versagen und systematische Missstände aufgedeckt, Ulfkotte baue darauf jedoch unseriöse Theorien auf. Bei aller durchaus berechtigten Kritik am Zustand des deutschen Journalismus sei Ulfkotte somit weder ein verlässlicher Zeuge noch ein brauchbarer Chronist.[39]

Albrecht Müller von den Nachdenkseiten stellt nützliche Anteile der Publikation fest: Ulfkotte beschere dem Leser ein „Kompendium von interessanten Informationen zu Kommunikationskampagnen der NATO, der USA, der verschiedenen Geheimdienste, reicher Leute wie Soros und der erwähnten Netzwerke der Alpha-Journalisten Joffe (Die Zeit), Frankenberger (FAZ), Kornelius (SZ) und anderer mehr“, verweist jedoch darauf, dass diese Erkenntnisse bereits unter anderem in der Forschungsarbeit von Uwe Krüger enthalten und keine neue Recherche seien. Die Darstellung der Käuflichkeit von Journalisten, einschließlich seiner eigenen, sei lesenswert. Insgesamt sei das Buch aber enttäuschend, weil widersprüchlich und in seinen Bewertungen irreführend. Ulfkotte plappere z.B. die in Publikationen der Springer- und anderen konservativen Medien verbreitete These nach, die SPD habe einen hochwirksamen Medienkonzern zusammengeschweißt. Statt außerdem auf naheliegende Fälle politischer Korruption einzugehen, reite er sein Steckenpferd gegen den Euro.[40]

Ulrich Teusch kommt im SWR im Gespräch mit Wolfram Wessels zu dem Schluss, das Buch Ulfkottes sei trotz aller berechtigten Vorbehalte gegenüber Autor und Verlag lesenswert, zum einen wegen der namentlichen Kritik an der Korruption renommierter Alpha-Journalisten wie Josef Joffe, Klaus-Dieter Frankenberger, Günther Nonnenmacher, Stefan Kornelius, Jochen Bittner, aber auch wegen der eindrücklichen Darstellung der Käuflichkeit von Journalisten, der Einflussnahme des BND und des Einflusses von Think Tanks auf die Berichterstattung. Ulfkotte übertreibe jedoch seine Kritik ins Grundsätzliche hinein. Medien leisteten immer noch wichtige und spektakuläre Aufklärungsarbeit; außerdem stütze Ulfkotte sich zu großen Teilen selbst auf Medien-Berichte. Das Buch sei provokativ überzeichnet, aber diskutabel.[41]

Der ehemalige Kollege Ulfkottes und langjährige Mitarbeiter der FAZ, Klaus Peter Krause,[42] charakterisiert in seiner Rezension allgemeine Vorzüge und Schwächen des Buches, relativiert aber den „alarmistischen“ journalistischen Titel und Stil wie auch die Veröffentlichung beim umstrittenen Kopp Verlag. Seine Darstellung schließt eher resignativ mit der Voraussage: „Der Ablauf nach solchen Darstellungen hat sich eingespielt: Erst Aufregung, Empörung, Leugnen, Widerspruch, die eine oder andere gerichtliche Klage, dann Rückkehr zur Tagesordnung. So wird es wohl auch jetzt kommen. Der Hund bellt, die Medien-Karawane zieht weiter.“[43]

In der Epoch Times wurden die Enthüllungen Ulfkottes besonders hinsichtlich der Manipulation der politischen Meinung durch Institutionen der USA gelobt. Er enttarne ein elitäres Netzwerk von Lobbyisten. „Seinen Recherchen folgend verfolgt die US-amerikanische Regierung klare Ziele, zu denen auch ein Kalter Krieg gehört. Dazu werden unsere Leitmedien als Verbündete gebraucht.“[44]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Interessenspezifische Nahostpolitik der Grossmächte im Nahen Osten 1948–1979. Sowjetische, amerikanische, französische und britische Waffenexporte an den Nahost-Staaten Israel und Ägypten in den Jahren 1948–1979, im Kontext der Nahostpolitik der Geberländer, unter besonderer Berücksichtigung der damit angestrebten Einflussnahme. Haag und Herchen, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-88129-766-9.
  • Kontinuität und Wandel amerikanischer und sowjetischer Politik in Nah- und Mittelost 1967 bis 1980. Schäuble, Rheinfelden 1988, ISBN 3-87718-228-3. (= zugleich Dissertation, Universität Freiburg, 1987)
  • Verschlußsache BND. Koehler und Amelang, 3. Auflage, München/Berlin 1997, ISBN 3-7338-0214-4 (überarbeitete und aktualisierte Taschenbuchausgabe, Heyne, München 1998, ISBN 3-453-14143-1)
  • Marktplatz der Diebe. Wie die Wirtschaftsspionage deutsche Unternehmen ausplündert und ruiniert. Bertelsmann, München 1999, ISBN 3-570-00198-9. (Wirtschaftsspionage. Wie deutsche Unternehmen von ausländischen Geheimdiensten ausgeplündert und ruiniert werden. Aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe, Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-15125-2 / Kopp, Rottenburg 2010, ISBN 978-3-942016-34-6)
  • So lügen Journalisten. Der Kampf um Quoten und Auflagen. Bertelsmann, München 2001, ISBN 3-570-00199-7. (vollständige Taschenbuchausgabe, Goldmann, München 2002, ISBN 3-442-15187-2)
  • Gencode J.. Eichborn, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-8218-0860-8.
  • Propheten des Terrors. Das geheime Netzwerk der Islamisten. Goldmann, München 2001, ISBN 3-442-15196-1.
  • Der Krieg in unseren Städten. Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern. Eichborn, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-8218-3978-3. (aktualisierte Neuausgabe, Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16340-4)
  • Grenzenlos kriminell. Die Risiken der EU-Osterweiterung. Was Politiker verschweigen. Bertelsmann, München 2004, ISBN 3-570-00200-4. (vollständige Taschenbuchausgabe, Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-15345-X)
  • Der Krieg im Dunkeln. Die wahre Macht der Geheimdienste. Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8218-5578-9. (aktualisierte Taschenbuchausgabe, Heyne, München 2008, ISBN 978-3-453-60069-0)
  • Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht. Eichborn, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-8218-5577-6. (aktualisierte Taschenbuchausgabe, Heyne, München 2009, ISBN 978-3-453-62032-2)
  • SOS Abendland. Die schleichende Islamisierung Europas. Kopp-Verlag, Rottenburg 2008, ISBN 978-3-938516-72-0.
  • Vorsicht Bürgerkrieg! Was lange gärt, wird endlich Wut. Kopp-Verlag, Rottenburg 2009, ISBN 978-3-938516-94-2.
  • Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold. Armut für alle im „Lustigen Migrantenstadl“. Kopp-Verlag, Rottenburg 2010, ISBN 978-3-942016-42-1.
  • Albtraum Zuwanderung. Lügen, Wortbruch, Volksverdummung. Kopp-Verlag, Rottenburg 2011, ISBN 978-3-86445-011-2.
  • Gekaufte Journalisten. Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken.. Kopp-Verlag, Rottenburg 2014. Gebunden. 336 Seiten. ISBN 978-3-86445-143-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Oberndörfer zum 75. Geburtstag. Am 5. November 2004. Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg 2004, S. 125.
  2. Der Autor im Kurzporträt. In: Aachener Nachrichten vom 28. Juni 2004.
  3. a b Ingeborg Lukas: Sie redigieren und schreiben., Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main 2000, S. 119, S. 134.
  4. Home - Homepage Dr. Udo Ulfkotte
  5. a b Georg Anastasiadis, Werner Menner: „Ein Tsunami der Islamisierung“ In: Münchner Merkur, 30. Juli 2007 (Interview).
  6. Interview mit Igor Ogorodnev auf Russia Today (Video: Go back to where you are happy – Udo Ulfkotte on immigration issue)
  7. Jan-Philipp Hein: Autor Ulfkotte plant anti-islamische Partei. In: Spiegel Online, 16. März 2007.
  8. Jan Rübel: Staatsanwaltschaft durchsucht Privat- und Büroräume von Autor Udo Ulfkotte. In: Die Welt, 1. April 2004.
  9. Udo Ulfkotte in drei Daten. In: die tageszeitung, 18. Juli 2007.
  10. a b Till-Reimer Stoldt: „Stürmer-Stil“: Publizist Ulfkotte verlässt islamkritische Bewegung. In: Die Welt, 2. Dezember 2008.
  11. Dr. Udo Ulfkotte tritt BÜRGER IN WUT bei. In: buerger-in-wut.de, 20. Juni 2007.
  12. hamburg kompakt „Zentrum“ kandidiert. In: die tageszeitung, 23. April 2007.
  13. Ansgar Graw: Islamkritiker auf der Flucht vor Extremisten. In: Die Welt, 23. Juli 2008, abgerufen am 22. September 2010.
  14. http://meedia.de/2014/07/10/das-web-erfolgsrezept-der-verschwoerungstheoretiker-vom-kopp-verlag/ Stefan Winterbauer: Das Web-Erfolgsrezept der Verschwörungstheoretiker vom Kopp-Verlag. Meedia vom 10.Juli.2014, abgerufen am 15.Dezember 2014 "Der Verlag ist ein Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker und ausgemusterte Medienfiguren mit wirren Thesen."
  15. Udo Ulfkotte in Kopp Online
  16. http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/autor-ulfkotte-sarrazin-recht-896843.html
  17. Christian Schlüter: Wider die Sarrazin-Methode. In: Frankfurter Rundschau, 23. Februar 2011.
  18. http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/180775/quellentext-islamfeindlichkeit-und-antisemitismus-aehneln-einander
  19. a b Stefan Weidner: Wie man Bürgerkriegsängste schürt. In: Die Zeit, 15. Mai 2003.
  20. a b Eberhard Seidel: Im Namen Gottes. die tageszeitung, 20. Mai 2003.
  21. Udo Ulfkotte und die Meinungs- und Pressefreiheit, 25. Juli 2007
  22. Amtlich: Udo Ulfkotte nicht „islamophob“ In: Die Welt, 23. Januar 2007.
  23. Hannes Schwenger: Welchen Islam hätten S? denn gern? In: Der Tagesspiegel, 21. Mai 2007.
  24. Wolfgang Benz (2014): Die Feinde aus dem Morgenland: Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet. C.H.Beck. online
  25. a b Brussels court upholds ban on anti-Islam protest planned for Sept. 11 In: The China Post, 30. August 2007 (englisch).
  26. Ik verdeel de bevolking in twee kampen, ik been en breekijzer. In: De Morgen via blogger.com, 17. August 2007, S. 6 („Anti-Islam-Politiker Udo Ulfkotte trifft sich mit Philip Dewinter und Hugo Coveliers: ‚Ich teile die Bevölkerung in zwei Lager, ich bin ein Brecheisen.‘ Udo Ulfkotte (l.) zu Gast bei Philip Dewinter. „Natürlich bin ich gern auf Dewinters Vorschlag eingegangen, einen Anwalt für unsere Organisation zu vermitteln. Auch der Vlaams Belang hatte vorgeschlagen, uns zu helfen, beispielsweise mit seinem Sicherheitsdienst, aber das haben wir abgelehnt. Wir arbeiten nicht mit dieser Partei zusammen.“)
  27. Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2004. In: odfinfo.de, S. 74 (PDF; 4,6 MB).
  28. Fredy Gareis: Der Dampf der Kulturen. In: Der Tagesspiegel, 26. April 2007.
  29. Astrid Geisler: Der Kreuzretter. In: die tageszeitung, 17. Juli 2007.
  30. Jörg Lau: Darf man in Brüssel gegen die “Islamisierung Europas” demonstrieren? In: Zeit Online, 27. August 2007.
  31. Jörg Lau: Wie Rechtspopulisten die Islamkritik diskreditieren. In: Zeit Online, 5. September 2007.
  32. Roman Lehberger und Hendrik Vöhringer: Bogida-Initiatorin Dittmer: "Es ist unerheblich, ob es den Holocaust gegeben hat" In: Spiegel Online, 21. Dezember 2014.
  33. Rede Youtube, 22. Dezember 2014.
  34. Andreas Baumann, Lisa Inhoffen, Rüdiger Franz und Sebastian Fink: 3000 Gegendemonstranten stellen sich Bogida entgegen Bonner General-Anzeiger, 22. Dezember 2014.
  35. Bohrtürme und Gasfeuer. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Februar 1996.
  36. Schmiere – Die Shell AG und die deutschen Journalisten. In: rjb-koeln.de, Freitag 11. Juli 1997.
  37. Christian Krüger, Matthias Müller-Hennig: Greenpeace auf dem Wahrnehmungsmarkt, Lit Verlag, Berlin-Hamburg-Münster 2000, ISBN 3-8258-4645-8, S. 224 f.
  38. Jörg Lau: Ralph Giordanos intellektueller Selbstmord. In: Zeit Online, 7. September 2007.
  39. Stefan Niggemeier: Die Wahrheit über die Lügen der Journalisten, 24. Oktober 2014
  40. Nachdenkseiten: Ulfkottes „Gekaufte Journalisten“ – ein spannender Titel und ein enttäuschendes Buch, 9. Oktober 2014
  41. http://www.ardmediathek.de/radio/SWR2-Literatur/Udo-Ulfkotte-Gekaufte-Journalisten-Wie/SWR2/Audio-Podcast?documentId=23891440&bcastId=213738 SWR-Podcast 5. Oktober 2014
  42. http://www.freiewelt.net/author/dr-klaus-peter-krause/
  43. http://kpkrause.de/2014/09/29/gekaufte-journalisten/#more-4355
  44. http://www.epochtimes.de/Buch-von-Udo-Ulfkotte-entlarvt-Gekaufte-JournalistenSo-funktioniert-die-Medienmanipulation-der-Maechtigen-a1182714.html