Börrstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Börrstadt
Börrstadt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Börrstadt hervorgehoben

Koordinaten: 49° 35′ N, 7° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Winnweiler
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 15,08 km2
Einwohner: 917 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67725
Vorwahl: 06357
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 009
Adresse der Verbandsverwaltung: Jakobstraße 29
67722 Winnweiler
Website: boerrstadt.de.tl
Ortsbürgermeister: Torsten Windecker
Lage der Ortsgemeinde Börrstadt im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Blick auf Börrstadt

Börrstadt ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Winnweiler an, innerhalb derer sie gemessen an der Fläche die zweitgrößte und gemessen an der Einwohnerzahl die fünftgrößte Ortsgemeinde ist.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Nordpfälzer Bergland zwischen dem Donnersberg im Norden und den nördlichsten Ausläufern des zum Unteren Pfälzerwald gehörenden Stumpfwald im Süden in der sogenannten Börrstadter Senke, alternativ Kaiserstraßensenke genannt; im Norden geht die Dannenfelser Randhügel über. Gemarkung in die . Zu Börrstadt gehören die Wohnplätze Hahnweilerhof, Herfingerhof, Kreuzhof, Lindenhof, Mühlbusch, Sonnenhof, Theresienhof, Walzhof, Bahnwärterhaus Aalenbach, Forsthaus Börrstadt und Waldhaus Klausberg.[2]

Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Steinbach am Donnersberg, Standenbühl, Dreisen, Göllheim, Breunigweiler, Sippersfeld, Winnweiler, Imsbach und Rockenhausen.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südwestlichen Gebiet der Gemarkung erstreckt sich an der Gemarkungsgrenze zu Winnweiler und Sippersfeld der insgesamt 400,6 Meter hohe Bocksrück. Südöstlich des Hahnweilerhofs liegt die 369,8 Meter hohe Langdell. An der Grenze zu Imsbach erstreckt sich der 370,4 Meter hohe Steinwald.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im äußersten Osten der Gemarkung verläuft in Süd-Nord-Richtung die Pfrimm. Deren linker Nebenfluss Grundheckerbach, der vor seiner Mündung den Eichbach aufnimmt, fließt mitten durch das Börrstadter Siedlungsgebiet. Durch den Norden des Gemeindegebiets fließen außerdem der Laubbach, der Bach vom Hahnweilerhof und der von links in diesen mündende Forellenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Börrstadt wurde am 10. Februar 891 als „Birensceidt“ erstmals urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte der Ort zum Herzogtum Franken. Ab dem Hochmittelalter gehörte Börrstadt zur Grafschaft Falkenstein. Im 15. Jahrhundert wurde der Ort in „Oberbörrstadt“ und „Niederbörrstadt“ geteilt. Erst nach der Französischen Revolution wurden die Orte wieder vereinigt. Ab Ende des 18. Jahrhunderts war Börrstadt für kurze Teil des vorderösterreichischen Oberamtes Winnweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in das französische Département Donnersberg und in den Kanton Winnweiler eingegliedert. Infolge des Wiener Kongresses gehörte der Ort 1815 zunächst erneut zu Osterreich. Ein Jahr später wurde er Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 war Börrstadt Bestandteil des Landkommissariats Kaiserslautern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen.

Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der Französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. 1961 hatte die Gemeinde insgesamt 953 Einwohner. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Börrstadt am 7. Juni 1969 zusammen mit den meisten anderen Orten des Kreises in den neu geschaffenen Donnersbergkreis. Drei Jahre später wurde der Ort Teil der Verbandsgemeinde Winnweiler.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dort dem Dekanat Donnersberg. Lediglich während der französischen Zeit von 1802 bis 1817 gehörte Obermoschel katholischerseits zum Bistum Mainz. Katholischerseits bildete Börrstadt zusammen mit Breunigweiler und seit 1808 ebenso mit Sippersfeld eine Pfarrgemeinde, deren Sitz sich vor Ort befand. Die Evangelischen sind Bestandteil des Protestantischen Landeskirche Pfalz. Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge und zeitweise einen Friedhof.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bundestagswahlen gehört Börrstadt seit 2002 zum Bundestagswahlkreis Kaiserslautern. Von 1965 bis 1998 war sie Bestandteil des Wahlkreises Frankenthal, davor bis 1961 Bestandteil des Wahlkreises Neustadt an der Weinstraße. Bei Landtagswahlen ist die Gemeinde seit 1991 wie der restliche Donnersbergkreis in den Wahlkreis Donnersberg eingegliedert.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Gemeindehaus und Bürgermeisteramt

Der Gemeinderat in Börrstadt besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Torsten Windecker. Er wurde bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 60,34 Prozent gewählt und folgte damit Martin Fattler, der nicht mehr angetreten war.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Börrstadt
Blasonierung: „Geteilt und unten gespalten; oben in Blau eine wachsende Madonna in goldenem Gewand mit Kind, die Mutter silbern nimbiert, der Sohn golden, er trägt einen Kirschzweig in der rechten Hand; unten rechts in Rot ein silbernes Tatzenkreuz, links in Silber zwei rote Kirschen an grünem Zweig.“

Das Wappen wurde 1931 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschütztes Forsthaus im Ortsteil Hahnweilerhof
Mittelalterliche Eremitenklause

Die katholische Kirche St. Nikolaus wurde um 1800 erbaut; Chor und Sakristei wurden 1904 durch Wilhelm Schulte I. ergänzt. Neben ihr steht ein Steinkreuz von 1752. Das denkmalgeschützte Forsthaus auf dem Hahnweilerhof wurde 1737 zur Zeit der Habsburger errichtet. Beim Hahnweilerhof befindet sich eine in den Fels gehauene Eremitenklause aus dem Mittelalter.

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten der Gemarkung befindet sich ein Hinkelstein. Weiter nordwestlich in der Nähe des Hahnweilerhofes liegt das Grabhügelfeld Pfaffenschlag; es umfasst sechs Grabhügel aus der Zeit 800 bis 400 vor Christus.

Gartenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gartenbahn Börrstadt ist die bundesweit einzige Modellbahn im Maßstab 1:5, bei der die Personenbeförderung gestattet ist. Die von Karl-Heinz Jung gefertigten Lokomotiven wurden nach originalgetreuen Vorlagen erbaut. Das Gelände rund um die Gemeindehalle bietet mit Bahnhof, Stellwerk, Tunnel, Brücke und Bahnübergang eine adäquate Kulisse.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1992 befand sich im Westen des Gemeindegebiets das von der US Army betriebene Börrstadt Ammunition Depot. Im Südwesten der Gemarkung befindet sich der 2014 in Betrieb genommene Windpark Bocksrück, der teilweise bereits auf der Gemarkung von Sippersfeld liegt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Kernortes verläuft in West-Ost-Richtung die Landesstraße 401. Die Kreisstraße 43 führt nach Sippersfeld, die Kreisstraße 44 nach Breunigweiler und die Kreisstraße 46 zum Hahnweilerhof.

Direkt nordöstlich von Börrstadt verläuft die A 63, die von Kaiserslautern nach Mainz führt. An der Zellertalbahn, auf der Personenverkehr 1983 eingestellt wurde, besaß die Gemeinde am nordöstlichen Ortsrand einen Bahnhof. Aufgrund seiner ortsfernen Lage blieb seine Reaktivierung im Zuge der zwischenzeitlichen bis 2016 andauernden Reaktivierung der Bahnstrecke für den Ausflugsverkehr aus. In Winnweiler befindet sich der nächste Bahnhof an der Alsenztalbahn.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch dem Westen der Gemarkung verläuft der mit einem weißen Kreuz markierte Fernwanderweg Nahegau-Wasgau-Vogesen. Durch den Norden des Gemeindegebiets führen außerdem der Prädikatswanderweg Pfälzer Höhenweg und ein Wanderweg, der mit einem gelben Balken gekennzeichnet ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Börrstadt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2021 liegt vor.]. S. 144 (PDF; 3 MB).
  3. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Börrstadt. Abgerufen am 2. September 2019.
  4. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Winnweiler, Verbandsgemeinde, erste Ergebniszeile. Abgerufen am 2. September 2019.