Oberwiesen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Oberwiesen
Oberwiesen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Oberwiesen hervorgehoben
49.6984416666677.9607083333333250Koordinaten: 49° 42′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Kirchheimbolanden
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 1,61 km²
Einwohner: 474 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 294 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67294
Vorwahl: 06358
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 056
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Allee 2
67292 Kirchheimbolanden
Webpräsenz: kirchheimbolanden.de
Ortsbürgermeister: Andreas Thoni (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Oberwiesen im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Oberwiesen ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an.

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichtliche Quellen legen die Vermutung nahe, dass die Besiedlung um das Jahr 1200, durch die Herren von Morschheim veranlasst, begann. Die Morschheimer waren Vasallen der Grafen Bolanden. Deren Herrschaft ging wiederum nach finanziellen Problemen auf die Linie Nassau-Weilburg des Hauses Nassau über.

Andere Quelle behaupten, dass die Gegend um das heutige Oberwiesen erst später als andere Gebiete besiedelt wurde. Der Ursprung des Dorfes ist nicht bekannt, es wird vermutet, dass ein im Zusammenhang mit der Herrschaft Stauf erwähntes Wisha das heutige Oberwiesen war. Das Dorf gehörte im 14. Jahrhundert wahrscheinlich der Herrschaft, wurde aber als Lehen wohl weitergegeben.

1307 erhielt das Kloster Eußertal, veranlasst durch Wirich von Dhaun, eine Gült von seinem Hof bei Wihsen. 1351 ging die Bruvelwiese zu Oberwizzen, die dem Ritter Sybilmann Monphorn von Flomborn gehörte, an das Kloster Alzey. Ab 1370 war Oberwiesen ein Lehen der Herren Heinrich von Wißen und Heune von Morschheim. Nachdem diese Linie ausgestorben war, gab das Haus Nassau den Ort an Philipp Ludwig von Steinkallenfels weiter, der den Gerechtsamen und den Zehnt erhielt. Nach dem Aussterben der Steinkallenfelser fiel es zurück an Nassau und 1750 kauften es die Herren von Sturmfelden, um es als lehnbare Vogtei der Kurpfalz zu nutzen. 1754 wurde in Oberwiesen eine Synagoge errichtet, die die Nationalsozialisten 1938 zerstörten.

Gedenktafel für die Synagoge in Obwerwiesen

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1978 bis 1814 gehörte Oberwiesen zum Kanton Kirchheim (auch Kanton Kirchheimbolanden genannt) im Departement Donnersberg.[2]

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Oberwiesen von 1817 an zum Landkommissariat Kirchheim im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Kirchheimbolanden und von 1939 an zum Landkreis Kirchheimbolanden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Oberwiesen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Nach der Auflösung des Landkreises Kirchheimbolanden (1969) wurde Oberwiesen in den neu gebildeten Donnersbergkreis eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oberwiesen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat zwölf Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 3 5 8 Sitze
2009 5 2 5 12 Sitze
2004 3 2 7 12 Sitze
  • FWG = Wählergruppe Oberwiesen e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber auf grünem Boden eine grüne Fichte, oben beseitet von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen und belegt mit einem springenden roten Hirsch mit goldenem Geweih und goldenen Hufen“.

Es wurde 1844 durch König Ludwig I. von Bayern verliehen und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1779.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Ortsmittelpunkt befinden sich die katholische und die evangelische Kirche. Die in Oberwiesen ansässige Jagdschule mit Lehrrevier des Landes Rheinland-Pfalz war die erste ihrer Art in Deutschland.

Am ersten Julisamstag findet das Fischerfest statt, am letzten Augustwochenende die Kerwe.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ort kreuzen sich die L 399 und die L 406. Südöstlich verläuft die A 63 (Kaiserslautern-Mainz). In Kirchheimbolanden ist ein Bahnhof der Donnersbergbahn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Drescher, K.: Zur Geschichte des Dorfes Oberwiesen. Ein Ausschnitt aus der deutschen Kleinstaaterei. In: Neue Leininger Blätter 5. 1931, S. 41–44. ZDB-ID 802915-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberwiesen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Jahrbuch für das Departement von Donnersberg, 1811, S. 279 (Google Books)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 161 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen