Bolanden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bolanden
Bolanden
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bolanden hervorgehoben
Koordinaten: 49° 38′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Kirchheimbolanden
Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 17,44 km2
Einwohner: 2453 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67295
Vorwahl: 06352
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 010
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Neue Allee 2
67292 Kirchheimbolanden
Webpräsenz: kirchheimbolanden.de
Ortsbürgermeister: Armin Juchem
Lage der Ortsgemeinde Bolanden im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Bolanden ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolanden liegt im Donnersbergkreis in der Pfalz. Der Ort befindet sich am Fuße des Schlossbergs, der sich steil östlich des Ortskerns erhebt und auf dem die Ruine der Burg Neu-Bolanden thront.[2] Etwa 2 km nördlich liegt die Kreisstadt Kirchheimbolanden und etwa 4 km westlich der Donnersberg.

Neben dem Kernort besteht die Gemeinde aus den Ortsteilen Bolanderhof und Weierhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der älteste gefundene Nachweis menschlicher Zivilisation auf dem heutigen Gebiet Bolandens ist eine Siedlung der Bandkeramiker am Weierhof[3], deren Kultur heute auf den Zeitraum zwischen 5500 und 4900 angesetzt wird[4]. Ein Menhir, der eine Wegkreuzung auf dem heutigen Gebiet des Weierhofs markierte, wird auch „Hühnerstein“ genannt[5].

Burgruine Neu-Bolanden, Gesamtansicht

Anfang des 12. Jahrhunderts erbaute Werner I. von Bolanden auf dem heutigen Gebiet des Bolanderhofs die Burg Altenbolanden.[6] Außerdem gründete er im Jahre 1120 das, 1160 in den heutigen Namen Kloster Hane umbenannte, Hauskloster „Zelle Bolanden“. Belegt wurde dies durch die Stiftungsurkunde der „cella bonlande“ ausgestellt durch Erzbischof Adalbert I. von Mainz im Jahre 1129.[7]

Im 13. Jahrhundert wurde die Burg Neu-Bolanden von den Reichsministerialen von Bolanden erbaut, welche seitdem als Stammsitz derer von Bolanden galt.[8] Das Dorf Bolanden wurde 1333 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, 1359 wird es ein kurpfälzisches Lehen. Das Adelsgeschlecht derer von Bolanden starb im 14. Jahrhundert aus.

Bolanden wurde zweimal hintereinander im Dreißigjährigen Krieg und anschließend im Pfälzischen Erbfolgekrieg völlig zerstört. Im Jahr 1706 tauschte die Kurpfalz Bolanden an Nassau-Weilburg. 1816 fiel der Ort wie der Rest der Kurpfalz an Bayern. 1946 kam der Ort zum neu gegründeten Land Rheinland-Pfalz, 1969 wurde es Teil des neu gegründeten Donnersbergkreises.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus von Bolanden

Der Gemeinderat in Bolanden besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[9][10]

Wahl SPD CDU LINKE FWG Gesamt
2014 5 3 1 7 16 Sitze
2009 5 3 1 7 16 Sitze
2004 5 3 8 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Bolanden e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein von je einem sechsspeichigen goldenen Rad beseiteter silberner Schrägbalken, belegt mit den von insgesamt drei roten Rautensteinen beseiteten roten Großbuchstaben B und L“. Es wurde 1844 durch König Ludwig I. von Bayern verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolanden, Klosterkirche Hane

Die bedeutendsten und ältesten Bauwerke sind das Kloster Hane, mit seiner erhaltenen romanisch-gotischen Klosterkirche, sowie die Burg Neu-Bolanden.

In der Gemeinde befinden sich eine katholische, eine evangelische Kirche sowie im Ortsteil Weierhof eine Mennonitenkirche (auch Bethaus). Das älteste Wohnhaus des Dorfes stammt aus gotischer Zeit.

Als Veranstaltungsort bekannt ist die 2002 errichtete Werner-von-Bolanden-Halle.

Siehe auch:

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den örtlichen Vereinen gehören u.a. der Musikverein Bolanden, der TuS Bolanden und der Männerchor 1848 Bolanden.

Von überregionaler Bedeutung ist der Mennonitische Geschichtsverein, der im Ortsteil Weierhof die Mennonitische Forschungsstelle betreibt.

Über die Region hinaus ist auch der Radsportverein RV Bolanden bedeutsam, der im Radball und Kunstradfahren erfolgreich an diversen Turnieren auf Rheinland-Pfalz und Deutschland-Ebene teilnahm.[11]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das größte Fest des Ortes ist die Kerwe, die jedes Jahr am ersten Septemberwochenende stattfindet. Dabei wird auf der Burgruine Bolanden von den Kerweborsch die im Vorjahr in einer Truhe „beerdigte“ Kerwe ausgegraben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen seiner guten Infrastruktur wurde in Bolanden ein kleines Gewerbegebiet errichtet. Von 1996 bis 2008 hatte juwi dort einen ihrer Unternehmenssitze.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In kurzer Entfernung befindet sich östlich die A 63 (Kaiserslautern-Mainz). In Kirchheimbolanden ist ein Bahnhof der Donnersbergbahn und in Marnheim ein solcher der Zellertalbahn.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aula des Gymnasium Weierhof

Bolanden besitzt zwei Kindertagesstätten, die auf dem Weierhof befindliche ist in Trägerschaft der Ortsgemeinde, Träger der anderen ist die Protestantischen Kirchengemeinde Bolanden.[13]

Das Dorf verfügt weiterhin über eine Grundschule die Ganztagsschule und zudem Schwerpunktschule ist, also Kinder mit und ohne erhöhtem Förderbedarf oder Beeinträchtigungen gemeinsam unterrichtet.[14]

Darüber hinaus ist das Gymnasium Weierhof im Ortsteil Weierhof ansässig. Hierbei handelt es sich um ein privates G8-Ganztagsgymnasium (G8GTS) mit Internat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Eduard Konrad Bischoff (1882–1920), Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, wählte als Pfarrer in der Nordpfalz sein Schriftstellerpseudonym „Conrad von Bolanden“, nach Dorf und Burg Bolanden.
  • Erwin Burgey (1922–2009), Mundartdichter des 20. Jahrhunderts.
  • Margit Conrad (* 1952), Staatsministerin a. D., wohnt vor Ort

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bolanden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Ortsgemeinde Bolanden. In: www.kirchheimbolanden.de. Abgerufen am 10. Februar 2016.
  3. Ortsgemeinde Bolanden. In: www.kirchheimbolanden.de. Abgerufen am 13. Februar 2016.
  4. J. Preuß, Das Neolithikum in Mitteleuropa Bd. 2, 55. Weissbach, Beier und Beran 1999
  5. Ortsgemeinde Bolanden. In: www.kirchheimbolanden.de. Abgerufen am 13. Februar 2016.
  6. Eintrag von Reinhard Friedrich zu Altbolanden in der EBIDAT, der wissenschaftlichen Datenbank des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 23. August 2016.
  7. , Bolanden - Kloster Hane. In: www.bolander-heimatverein.de. Abgerufen am 13. Februar 2016.
  8. Eintrag von Reinhard Friedrich zu Neubolanden in der EBIDAT, der wissenschaftlichen Datenbank des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 23. August 2016.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. RV Bolanden: RV Bolanden - Chronik. Abgerufen am 21. April 2017.
  12. Pfalzwerke Aktiengesellschaft und juwi GmbH nutzen Windkraft gemeinsam | Pfalzwerke. In: www.pfalzwerke.de. Abgerufen am 31. März 2016.
  13. Ortsgemeinde Bolanden. In: www.kirchheimbolanden.de. Abgerufen am 3. August 2016.
  14. Ortsgemeinde Bolanden. In: www.kirchheimbolanden.de. Abgerufen am 3. August 2016.