Europapokal der Landesmeister 1960/61

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Europapokal der Landesmeister 1960/61
Pokalsieger Portugal Benfica Lissabon (1. Titel)
Beginn 31. August 1960
Finale 31. Mai 1961
Finalstadion Stadion Wankdorf, Bern
Mannschaften 26
Spiele 51
Tore 164  (ø 3,22 pro Spiel)
Torschützenkönig Portugal José Águas (11)
Europapokal der Landesmeister 1959/60

Der Europapokal der Landesmeister 1960/61 war die 6. Auflage des Wettbewerbs. 28 Klubmannschaften nahmen teil, darunter 27 Landesmeister der vorangegangenen Saison und mit Real Madrid der Titelverteidiger. Allerdings traten letztlich nur 26 gemeldete Vereine an, zwei verzichteten vor Austragung der Vorrunde.

Die Teilnehmer spielten im reinen Pokalmodus mit (bis auf das Finale) Hin- und Rückspielen um die Krone des europäischen Vereinsfußballs. Bei Torgleichstand kam es, unabhängig von der Zahl der auswärts erzielten Tore, zu einem Entscheidungsspiel auf neutralem Platz.

In der 1. Runde eliminierten sich die Mannschaften aus dem deutschsprachigen Raum gegenseitig; die dabei siegreichen Teams von Rapid Wien und dem Hamburger SV drangen anschließend bis ins Halbfinale vor. Dort kam es in Wien zum Eklat, als wütende Zuschauer im Rückspiel gegen den späteren Cupgewinner auf den Rasen des Praterstadions stürmten und ein Polizeieinsatz erforderlich wurde, um den Schiedsrichter und die Gästespieler zu schützen; die Begegnung wurde anschließend gar nicht mehr angepfiffen. Im Volksparkstadion fehlten den Hamburgern nur wenige Sekunden, dann wäre nach 1960 erneut ein westdeutscher Klub ins Endspiel vorgedrungen – hätte nicht Sándor Kocsis (CF Barcelona) vor über 70.000 Zuschauern in der letzten Spielminute noch den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt und damit ein Entscheidungsspiel erzwungen.

Das Finale fand dann ohne deutsche Beteiligung am 30. Mai 1961 im Stadion Wankdorf von Bern vor knapp 27.000 Zuschauern statt. Es sah zum ersten Mal einen anderen Pokalgewinner als Real Madrid. Torschützenkönig wurde José Águas von Benfica Lissabon mit elf Treffern.

Vorrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Freilos erhielten:

Die Hinspiele fanden vom 31. August bis zum 29. September, die Rückspiele vom 7. September bis zum 12. Oktober 1960 statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
Fredrikstad FK  Norwegen 4:3 NiederlandeNiederlande Ajax Amsterdam 4:3 0:0
Limerick FC  Irland 2:9 Schweiz BSC Young Boys 0:5 2:4
CCA Bukarest  Rumänien 1952 1 Tschechoslowakei TJ Spartak Hradec Králové
Glenavon FC  Nordirland 2 Deutschland Demokratische Republik 1949 SC Wismut Karl-Marx-Stadt
Helsingfors IFK  Finnland 2:5 SchwedenSchweden IFK Malmö 1:3 1:2
Stade Reims  FrankreichFrankreich 11:10 Luxemburg Jeunesse Esch 6:1 5:0
SK Rapid Wien  OsterreichÖsterreich 4:1 Turkei Beşiktaş Istanbul 4:0 0:1
Aarhus GF  Danemark 3:1 Polen 1944 Legia Warschau 3:0 0:1
Juventus Turin  ItalienItalien 3:4 Bulgarien 1948 CDNA Sofia 2:0 1:4
CF Barcelona  Spanien 1945 5:0 Belgien Lierse SK 2:0 3:0
Roter Stern Belgrad  Jugoslawien 1:5 Ungarn 1957 Újpesti Dózsa SC 1:2 0:3
Heart of Midlothian  Schottland 1:5 Portugal Benfica Lissabon 1:2 0:3
1 Der TJ Hradec Králové kam kampflos weiter, weil Bukarest (es hieß, wegen Formschwäche) auf das Spiel verzichtete.
2 Karl-Marx-Stadt kampflos weiter, weil die britischen Behörden der DDR-Mannschaft keine Visa ausstellten und Glenavon sein Heimspiel nicht auf neutralem Platz austragen wollte.

1. Runde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hinspiele fanden vom 19. Oktober bis zum 16. November, die Rückspiele vom 26. Oktober bis zum 7. Dezember 1960 statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
Aarhus GF  Danemark 4:0 Norwegen Fredrikstad FK 3:0 1:0
IFK Malmö  SchwedenSchweden 2:1 Bulgarien 1948 CDNA Sofia 1:0 1:1
BSC Young Boys  Schweiz 3:8 Deutschland Bundesrepublik Hamburger SV 0:5 3:3
TJ Spartak Hradec Králové  Tschechoslowakei 1:0 Königreich Griechenland Panathinaikos Athen 1:0 0:0
Benfica Lissabon  Portugal 7:4 Ungarn 1957 Újpesti Dózsa SC 6:2 1:2
SK Rapid Wien  OsterreichÖsterreich 3:3 Deutschland Demokratische Republik 1949 SC Wismut Karl-Marx-Stadt 3:1 0:2
Real Madrid  Spanien 1945 3:4 Spanien 1945 CF Barcelona 2:2 1:2
FC Burnley  EnglandEngland 4:3 FrankreichFrankreich Stade Reims 2:0 12:31
1 Das Spiel fand in Paris statt.

Entscheidungsspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel fand am 21. Dezember 1960 statt.

Ergebnis
SK Rapid Wien OsterreichÖsterreich 1:0 Deutschland Demokratische Republik 1949 SC Wismut Karl-Marx-Stadt

Viertelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hinspiele fanden vom 18. Januar bis zum 22. März, die Rückspiele vom 15. März bis zum 3. April 1961 statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
FC Burnley  EnglandEngland 4:5 Deutschland Bundesrepublik Hamburger SV 3:1 1:4
SK Rapid Wien  OsterreichÖsterreich 4:0 SchwedenSchweden IFK Malmö 2:0 2:0
CF Barcelona  Spanien 1945 5:1 Tschechoslowakei TJ Spartak Hradec Králové 4:0 1:1
Benfica Lissabon  Portugal 7:2 Danemark Aarhus GF 3:1 4:1

Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hinspiele fanden am 12./26. April, die Rückspiele am 26. April/4. Mai 1961 statt.

Gesamt Hinspiel Rückspiel
CF Barcelona  Spanien 1945 2:2 Deutschland Bundesrepublik Hamburger SV 1:0 1:2
Benfica Lissabon  Portugal 4:1 OsterreichÖsterreich SK Rapid Wien 3:0 11:11
Spielszene aus dem Entscheidungsspiel am 3. Mai 1961
1 Spielabbruch in der 88. Minute wegen Zuschauerausschreitungen

Entscheidungsspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel fand am 3. Mai 1961 im Brüsseler Heysel-Stadion statt.

Ergebnis
CF Barcelona Spanien 1945 1:0 Deutschland Bundesrepublik Hamburger SV

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benfica Lissabon CF Barcelona
Benfica Lissabon
Finale
31. Mai 1961 in Bern (Stadion Wankdorf)
Ergebnis: 3:2 (2:1)
Zuschauer: 26.732
Schiedsrichter: Gottfried Dienst (Schweiz Schweiz)
CF Barcelona


Costa PereiraMário João, Germano de Figueiredo, Angelo MartinsJosé Neto, Fernando CruzJosé Augusto, Joaquim Santana, José Águas (C)ein weißes C in blauem Kreis, Mário Coluna, Domiciano Cavém
Cheftrainer: Béla Guttmann (Ungarn 1957 Ungarn)
Antoni Ramallets (C)ein weißes C in blauem KreisFoncho, Jesús Garay, Sígfrid GràciaMartín Vergés, Enric GensanaLászló Kubala, Luis Suárez, Evaristo, Sándor Kocsis, Zoltán Czibor
Cheftrainer: Enrique Orizaola

Tor 1:1 José Águas (30.)
Eigentor 2:1 Antoni Ramallets (32., Eigentor)
Tor 3:1 Mário Coluna (55.)
Tor 0:1 Sandor Kocsis (20.)



Tor 3:2 Zoltan Czibor (75.)

Beste Torschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Spieler Klub Tore
1 Portugal José Águas Benfica Lissabon 11
2 Portugal José Augusto Benfica Lissabon 6
Brasilien 1960 Evaristo de Macedo CF Barcelona 6
4 Deutschland Bundesrepublik Uwe Seeler Hamburger SV 5
5 Deutschland Bundesrepublik Klaus Stürmer Hamburger SV 4
Spanien 1945 Luis Suárez CF Barcelona 4
Portugal Joaquim Santana Benfica Lissabon 4

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]