extra 3

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Extra3)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel extra 3
Logo-Extra 3.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1976
Produktions-
unternehmen
Norddeutscher Rundfunk
Länge 30 bis 45[1] Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
Genre Satire
Titelmusik Felice Sound Orchestra – The Last Emperor[2][3]
Idee Dieter Kronzucker
Moderation Auswahl:
Erstausstrahlung 21. September 1976 auf III. Fernsehprogramm
der Nordkette

extra 3 ist ein politisches Satiremagazin des Norddeutschen Rundfunks. Es wird monatlich bei Das Erste, ansonsten wöchentlich im NDR Fernsehen präsentiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Sendung vom damaligen Chefredakteur Peter Merseburger und seinem Stellvertreter Dieter Kronzucker. Weiter entwickelt wurde das Satiremagazin dann durch Rudolf Lauschke und Gerhard Quack. Die Erstausstrahlung erfolgte am Dienstag, 21. September 1976. Danach folgten wechselnde Sendeplätze: 1988 jeden Freitag ab 20:15 Uhr, in den 1990er Jahren anfangs freitags um 20:45 Uhr, dann donnerstags um 23:00 Uhr, später wieder nur Sonntagabend und seit dem 8. Juni 2011 am Mittwochabend. Am 9. Oktober 2014 wurde extra 3 erstmals bei Das Erste ausgestrahlt, wo es seitdem monatlich am Donnerstag im Wechsel mit anderen Satireformaten zu sehen ist.[4]

1997 betrug die Einschaltquote etwa 180.000 Zuschauer, was einen Marktanteil von 5,7 Prozent im Sendegebiet bedeutete. Alle Folgen der Sendung verzeichneten im Jahr 2009 eine Reichweite von 540.000 Zuschauern. Das entsprach einem Marktanteil von 2,6 Prozent. Die erste Sendung in Das Erste am Donnerstag, dem 9. Oktober 2014, erreichte 1,43 Mio. Zuschauer und entsprach einem Marktanteil von 8,4 Prozent.[5]

Eklat um Erdoğan-Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Erdowie, Erdowo, Erdogan

In der Sendung vom 17. März 2016 wurde ein Lied mit dem Titel Erdowie, Erdowo, Erdogan ausgestrahlt.[6] Dieses befasst sich satirisch mit der Politik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Der mit Erdoğan-Bildern unterlegte Text thematisiert die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei, beispielsweise bei der Abschaltung des türkischen Fernsehsenders Bugün TV,[7] Menschenrechtsverletzungen sowie den Prozess gegen kritische Journalisten. Am 27. März 2016 wurde bekannt, dass der deutsche Botschafter Martin Erdmann ins Außenministerium in Ankara einbestellt worden war. Hierbei war unter anderem verlangt worden, die weitere Verbreitung des Videos zu unterbinden.[8] Dieser musste sich nach Medienangaben für den rund zweiminütigen Beitrag rechtfertigen.[9] Daraufhin teilte das Auswärtige Amt mit, Botschafter Erdmann habe bei dem Gespräch mit Unterstaatssekretär Murat Esenli deutlich gemacht, „dass Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz und der Schutz grundlegender Freiheiten, einschließlich der Presse- und Meinungsfreiheit, hohe Güter seien, die gemeinsam geschützt werden müssten“, sowie darauf hingewiesen, dass politische Satire in Deutschland von der Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt sei „und es deshalb weder eine Notwendigkeit noch die Möglichkeit für ein Handeln der Bundesregierung gibt“.[10]

NDR-Fernsehen-Chefredakteur Andreas Cichowicz betonte, das diplomatische Handeln der türkischen Regierung aufgrund eines extra-3-Beitrages sei nicht mit dem sendereigenen Verständnis von Presse- und Meinungsfreiheit vereinbar.

Als Reaktion veröffentlichte die Redaktion eine weitere Videoversion des Liedes mit türkischen Untertiteln.[11] Zudem wurde Erdoğan in der Sendung als „Mitarbeiter des Monats“ ausgezeichnet. Mit Stand Juni 2016 erreichte das Original auf der Internetplattform YouTube[6] über neun Millionen Klicks.

Als Reaktion auf diesen Eklat veröffentlichte Jan Böhmermann am 31. März 2016 in seiner Sendung das umstrittene Gedicht Schmähkritik,[12] welches Grundlage für die Böhmermann-Affäre war.

Am 23. März 2017 legte die Extra 3-Redaktion nach, diesmal mit dem Titel Neuer Song für Erdogan (den Schnuckel-Schnauzbart-Chef-Osman).[13] Erneut dient ein Lied von Nena als Vorlage, diesmal 99 Luftballons. Der mit Bildern Erdoğans unterlegte Text thematisiert die Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei, z. B. bei der Abschaltung des türkischen Fernsehsenders Bugün TV, Menschenrechtsverletzungen, den Prozess gegen kritische Journalisten, seinen Hass gegen Kurden, die Kritik an ausländischen Politikern und Ausweisung von türkischen Politikern aus den Niederlanden sowie Auftrittsverbote von türkischen Politikern in den Niederlanden und Deutschland.[14]

Alice Weidel als "Nazischlampe"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spitzenkandidatin der AfD 2017, Alice Weidel, scheiterte mit ihrem Antrag vor dem Hamburger Landgericht. Sie wurde zuvor von der Satiresendung extra 3 als Nazischlampe bezeichnet. Das Landesgericht argumentierte, dass es sich "klar erkennbar" um Satire handelt und da Alice Weidel im "Blickpunkt der Öffentlichkeit" stehe, müsse sie auch "überspitzte Kritik" hinnehmen, zumal der Ausdruck „auf Weidel und ihre Forderung nach Abschaffung der Korrektheit Bezug“ nehme. Diese Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Es ging bereits eine Beschwerde beim Oberlandesgericht ein.[15]

Sendeinhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Dieter Kronzucker 1976 extra 3 „erfand“, sollten eigentlich einfach nur die Absurditäten des politischen Alltags abgehandelt werden, die Sendung wurde deshalb zwangsläufig zum reinen Satire-Magazin. Heute beleuchtet extra 3 wöchentlich das politische Geschehen in Form von satirischen Kurzbeiträgen. Neben Beiträgen, in denen aktuelle Geschehnisse satirisch dargestellt bzw. verarbeitet werden, gibt es in der Sendung auch einige feste Rubriken.

Regelmäßige Rubriken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das extra-3-Studio seit 2014
  • Abgehakt – die Woche aus der Sicht der Nachrichten: Kurze Ausschnitte zu aktuellen Themen aus verschiedenen Nachrichtensendungen werden hier zusammengeschnitten und von Frank Gustavus satirisch kommentiert.
  • Der reale Irrsinn: In dieser meist am Anfang der Sendung gesendeten Rubrik geht es um reale Vorfälle und Ereignisse, die bei den Zuschauern meist nur Kopfschütteln hervorrufen. Oft sind dies staatliche Baumaßnahmen oder peinliche Vorfälle in Betrieben. Teilweise kommen mehrere Beiträge dieser Kategorie in einer Ausgabe vor. Unregelmäßig gibt es auch ein „extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL“, in welcher sieben Vorfälle bzw. Ereignisse in Form einer Hitliste präsentiert werden.

Aktuelle Rubriken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neulich im Bundestag: Ausschnitte aus Bundestagsdebatten, Nachrichtensendungen und von bedeutenden Ereignissen werden neu synchronisiert. Einst lief die Rubrik regelmäßig statt eines Abspanns, seit dem Teilübergang ins Erste wird sie seltener gesendet, spielt dabei nicht mehr nur im Bundestag und wird als Beitrag in den Ablauf einer Sendung integriert.
  • Extra3 Extra: Janin Ullmann präsentiert Nachrichten über bestimmte aktuelle Themen im Stil der Tagesschau
  • Butenschön: Klaas Butenschön tritt in verschiedenen Rubriken auf:
    • Statistikexperte Klaas Butenschönenborn: präsentiert fiktive Umfragen mit satirischen Fragen und stellt deren absurde Antwortmöglichkeiten vor.
    • Stumpfi wills wissen: Die „Reportersocke Stumpfi“ befragt im Stile einer Kindersendung Politiker zu aktuellen Themen.
    • Dirk Westermann: ist, ähnlich wie Johannes Schlüter, in verschiedenen Rollen zu sehen.
  • Caro Korneli – extra 3 Sonderreporterin: Caroline Korneli ist, ähnlich wie Tobias Schlegl, Außenreporterin und wirft einen ironischen Blick auf aktuelle Trends und Ereignisse. Die Berichterstattung persifliert den Ton des gängigen Betroffenheitsjournalismus und nimmt ironisch Anleihen aus der Erzählweise von Milieustudien bzw. -reportagen (Caro Korneli bei den „Anonymen Liberalen“; Apple, die Sekte – ein Bekehrungsversuch).
  • Max Giermann tritt in verschiedenen Rollen auf, je in mehreren Ausgaben hintereinander, darunter Günter Wallraff, Thomas Roth (Kategorie Thomasthemen), Sigmar Gabriel und Donald Trump.[16]
  • Der kleine Mann im Bundestag: Jakob Leube geht in den Bundestag und fordert die Abgeordneten dazu auf, ihm ein bestimmtes Thema (z. B. Vorratsdatenspeicherung) genauer zu erklären[17]
  • Janin Ullmann: Tritt als Expertin für verschiedenste Themen im Studio auf und überrascht mit skurrilen Fakten.
  • Jasmin: Jasmin Wenkemann besucht vorgeblich als Boulevardreporterin Veranstaltungen und befragt Politiker zu ihrer Politik und privaten Themen. Da ihre Fragen häufig provokativ gestellt sind, stößt dies nicht immer auf Gegenliebe. Viele Politiker antworten gar nicht auf ihre Fragen. Jasmin Wenkemann stellt häufiger Fragen gegen verschiedene Politiker und spielt sie gegeneinander aus, bspw. ein Interview mit Claudia Roth über den Bart von Jürgen Trittin.
„Johannes Schlüter“
  • Johannes Schlüter (Jesko Friedrich und Dennis Kaupp): Z. B. als fiktiver Bushpilot, Supernanny, Empörungsindustrieller, Wahlkampfberater der Union, Filmregisseur, Mitarbeiter des Bundespräsidenten und weitere. 2009 wurde die Rubrik mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.[18]
  • Die Sendung mit dem Klaus (alias „Ach- und Krachgeschichten“): Hier werden u. a. aktuelle politische Themen im Stil der Sendung mit der Maus („Lach- und Sachgeschichten“) satirisch erklärt.
  • NNN – Neueste Nationale Nachrichten: Diese geben aus der fiktiven Sicht von Adolf Hitler (gesprochen von Robert Missler, der auch regelmäßig Schauspielrollen übernimmt) einen satirischen Rückblick über aktuelle Ereignisse in der rechtsextremen Szene. Dabei werden auch Aufnahmen aus alten Nazi-Propagandafilmen verwendet. Die Redeaufnahme von Hitler, die immer neu synchronisiert wird, stammt meist aus dem Film Triumph des Willens.
  • Sendezeit für Minderheiten: Ein Vertreter einer Minderheit (z. B. Juden, Behinderte) hält einen satirischen Vortrag.
    • Sendezeit für Wutbürger: Eine Wutbürgerin hält eine doppeldeutige Rede gegen Satire, i.d.R. von Janin Ullmann gespielt, am häufigsten wird die fiktive Figur „Peggy Nowak“ gezeigt, eine klischeehafte Germany’s-Next-Topmodel-Zuschauerin, manchmal mit fremdenfeindlichen Sprüchen in lustigen Zusammenhängen (z. B. Jahreszeiten), vergleichbar mit Ehrings Moderationen über die PEGIDA.
  • Songs: Hier werden Rock- und Popsongs sowie Schlager wie Born to Be Alive, Hier kommt Alex und Mein kleiner grüner Kaktus mit aktuellen Bezügen umgetextet. Autoren sind meist Dennis Kaupp und Jesko Friedrich.
  • Strunk: Der immer als „Experte“ bzw. „Superexperte“ angekündigte Heinz Strunk erklärt aktuelle gesellschaftliche Themen (z. B. zu Wirtschafts- oder Verbraucherthemen).
  • Torsten Sträter: Hier tritt Torsten Sträter als „Vize-Ersatz-Pressesprecher“ verschiedener Organisationen und Personen auf (z. B. Ölindustrie) und erklärt mit überraschenden Fakten deren merkwürdiges Verhalten.
  • Trend: Eine vier-/dreiköpfige Familie betreibt aktuelle gesellschaftliche Trends bis ins Lächerliche (z. B. Selfies).
  • Werbung: Hier wird eine fiktive und ironische Werbung, meist für eine Partei, eine Firma oder sogar eine Person gesendet. Oft finden sich Parallelen zu realen Werbeclips.
  • Parteienforscherin Prof. Dr. Ute Rehbein: Kirstin Warnke erläutert als burschikose Parteienforscherin Prof. Dr. Ute Rehbein aktuelle politische Zusammenhänge.
  • Schlegl in Aktion: Tobias Schlegl geht auf die Straße und konfrontiert Passanten und Politiker mit „grotesken“ Situationen. (Verscherbeln von Atommüll; Unterschriften sammeln für „Ein Herz für die SPD“ oder für „Homosexuelle sind ganz normale Menschen“)

Eingestellte Rubriken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

extra-3-Studio von Juni 2009 bis Ende Juli 2011
  • Das K-Team: (früher „Die Kanzlerkantine“): Kunststoffpuppen der damaligen Regierungspolitiker Merkel, Westerwelle und Guttenberg sagen genau das, was ihre Vorbilder vermeintlich tatsächlich glauben. Sie wurden mit dem Stop-Motion-Verfahren animiert.
  • Die deutsche Durchschnittsfamilie: Sie besteht aus Vater, Mutter und 1,3 (früher: 1,4) Kindern. Der Vater erklärt dem Kind meist aktuelle politische Themen, woraufhin das Kind immer einen Widerspruch darin findet und die Politik nicht versteht.
  • Krisenherde unserer Zeit: Trickfilmserie (2003–2006).
  • Dat geiht voor in Stapelmoor: Drei Friesen aus Stapelmoor, die in der Skatrunde ihrer Stammkneipe über Gott und die Welt reden und nur die ganz heißen Themen anfassen: Theo, der Pragmatiker, Horst, der Denker, und Alerich, der Visionär. „Männer, die ein Blatt in die Hand, aber keins vor den Mund nehmen.“
  • Die Puschel: Hier wird das politische Geschehen aus der Sicht zweier Mikrofone (NDR bzw. ARD und ZDF) dargestellt (seit 2005, unregelmäßig).
  • Kurzfilme von Alexander Lehmann: extra-3-Autor Alexander Lehmann präsentiert in seinen computeranimierten Kurzfilmen zynische Tipps, z. B. über die besten Methoden, das deutsche Gesundheitssystem zu sanieren.
  • Hobbythek: Alte Filme von Jean Pütz zu aktuellen Themen neu synchronisiert. Dabei wird es immer so dargestellt, als könnte man sich das politische Thema zum Hobby machen (z. B. „Wie bastel’ ich mir ’ne Ölkatastrophe?“).
  • Postillon24: Anne Rothäuser und Thieß Neubert aus der gleichnamigen NDR-Sendung bieten in einzelnen Langausgaben (noch vor den Sendungen im Ersten) anstelle von Abgehakt einen fiktiven Nachrichtenrückblick.
  • Bodyguard: Armin Rohde tritt als überforderter Personenschützer wechselnder Politiker auf.
  • Classix: Sehenswerte Beiträge früherer Jahre werden in dieser Rubrik noch einmal gezeigt. Darunter etwa Beiträge, die an die Telekolleg-Sendungen angelehnt waren und den gleichen Namen trugen.
  • Walulis sieht fern: Es werden Clips aus Walulis’ Sendung gezeigt, die das Thema Fernsehen satirisch parodieren.
  • Gartenzwerg der Woche: In den Sendungen extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL wird jeweils eine der besten Realsatiren mit dem „Gartenzwerg der Woche“ prämiert für die schönste Realsatire, den irrsten Irrsinn, die unglaublichsten Schildbürgerstreiche, Provinzpossen oder Fälle von Behördenirrsinn.[19][20] Seit der Neuauflage 2015 mit Janin Reinhardt fällt diese Kategorie weg.

Aktuelle Sendetermine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wochen mit Premiere im NDR Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Sendezeit
Erstausstrahlung:
NDR Dachmarke.svg Mittwoch, 22:50 Uhr
Wiederholungen:
NDR Dachmarke.svg Freitag, 01:30 Uhr
One TV Logo.svg Donnerstag, 21:45 Uhr
Tagesschau24-2012.svg Donnerstag, 09:30 Uhr

Wochen mit Premiere bei Das Erste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Sendezeit
Erstausstrahlung:
Das Erste 2014.svg Donnerstag, 22:45 Uhr
Wiederholungen:
NDR Dachmarke.svg Donnerstag abends
Tagesschau24-2012.svg Freitag nachts
Das Erste 2014.svg Freitag nachts
3sat-Logo.svg Sonntag nachts
One TV Logo.svg Montag nachts

Änderungen im Ersten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Teilübergang ins Erste wurden einige Änderungen vollzogen: Das Studio wurde umgebaut und der Parodist Max Giermann hat in den Langausgaben regelmäßige Auftritte in verschiedenen Rollen (anfangs auch Kabarettist Armin Rohde). Das Ende der Sendung besteht meist aus einer einfachen Bauchbinde, unterlegt mit der Titelmusik; die Rubrik „Neulich im Bundestag“ wird dafür in den Ablauf der Sendung integriert, nicht mehr als eigene Rubrik benannt und spielt nicht mehr zwingend im Bundestag. Des Weiteren treten in den 45-Minuten-Ausgaben ab und an prominente Überraschungsgäste auf.

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Ehring und Max Giermann bei einem Fototermin für die neugestaltete Satireshow
Dennis Gastmann in Patagonien (2010)

Die ersten Moderatoren der Sendung waren Dieter Kronzucker, Peter Merseburger und Wolf von Lojewski, die alle 1976 begannen. Lojewski hörte 1981 auf. 1977 kam Lea Rosh hinzu, die 1989 von Hans-Jürgen Börner abgelöst wurde. Seine Vertretung war Heidrun Petersen. Michael Gantenberg löste Börner 1997 ab, bis dieser 2000 durch Jörg Thadeusz ersetzt wurde. Gantenbergs und Thadeusz’ Vertretung war bis 2001 Patricia Schlesinger. Jörg Thadeusz selbst hörte am 26. Dezember 2004 auf und wurde durch den bereits am 15. April desselben Jahres beginnenden Thomas Pommer ersetzt. Seine Vertretung und die seines Nachfolgers Tobias Schlegl war Anja Reschke bis 2008. Schlegl moderierte die Sendung ab dem 19. Juli 2007 und wurde seinerseits am 29. Juli 2011 vom Kabarettisten Christian Ehring abgelöst.[21] Da Anja Reschke 2008 mit der Vertretung für Schlegl aufhörte, löste sie Christoph Lütgert ab, ehe sie 2011 doch wieder einstieg. Weitere Moderatoren der Sendung sind/waren Carl Heinz Ibe, Gerhard Quack, Lutz Lehmann, Lutz Mahlerwein, Navina Sundaram, Rolf Seelmann-Eggebert, Rudi Lauschke, Wolfgang Bremke und Ingrid Kansy. Die Sendung vom 18. Februar 2015 wurde ohne Angabe von Gründen von Torsten Sträter moderiert, Klaas Butenschön ergänzte gelegentlich Moderationen und übernahm die Rolle der Regie. 2015 wurden Sondersendungen namens Extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL von Janin Ullmann und einem fiktiven Gartenzwerg moderiert. Seit 2016 wird diese Sondersendung von Barbara Ruscher moderiert.

Gastmoderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des sogenannten extra 3 Powerpacks, einer Sendungsreihe im Herbst 2000, führten die Politiker Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Thomas Goppel (CSU), Guido Westerwelle (FDP) und Gregor Gysi (PDS/Die Linke) als alleinige Moderatoren durch das Magazin.

Ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Redaktionssitzung mit Rudi Lauschke (links) und Gerhard Quack

Andere Mitarbeiter der Sendung waren Stefan Aust (ab 1976) als Reporter, Theo Koll (1987–1988), Wigald Boning (1992–1993) und Dennis Gastmann (2004–2009) als Autor, Reporter und Interviewer, Mark Scheibe (2002–2003) als Pianist und Sänger, Janine Kunze alias Emma D (Ende 2004) als Co-Moderatorin, Karl-Otto Maue (1993–1996) und Hermann Hoffmann (1990) als Moderator, Humorist und Kapellmeister.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörfunk-Sendung gleichen Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1975 bis 1998 gab es beim Radiosender SWF3 eine Informationssendung, die täglich von 12 bis 13 Uhr gesendet wurde und ebenfalls den Namen extra 3 trug.

Pferdekoppelgate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 sorgte die damalige Leiterin des Landesfunkhaus Niedersachsen Lea Rosh für NDR-interne Verstimmungen. Sie hatte „auf kurzem Dienstweg“ einen Bericht von extra 3 über einen vorher durch das Magazin Der Spiegel bekannt gewordenen Briefwechsel mit dem damaligen Potsdamer Oberbürgermeister und SPD-Parteikollegen Rosh’ Horst Gramlich unterbunden. Darin hatte sie Gramlich gebeten, ihr diskret beim Erwerb eines „Bauernhauses mit Pferdekoppel“ zu helfen. Gramlich hatte durch seinen Büroleiter antworten lassen, dass ihn und Rosh offenbar Welten trennten. Die Redaktion von extra 3 beklagte nach Rosh’ erfolgreichem Eingreifen „klassische Zensur“, NDR-Programmdirektor Jürgen Kellermeier ordnete Rosh daraufhin eine Entschuldigung wegen „Mitteln der hierarchischen Intervention, der Einschüchterung und der Drohung in eigener Privatsache“ an.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Extra 3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die monatliche Ausstrahlung im Ersten hat immer eine Dauer von 45 Minuten.
  2. Felice Sound Orchestra. felixbehrendt.de, abgerufen am 24. Januar 2015.
  3. The Last Emperor (Einzeltrack). Amazon.de, 2. Oktober 2009, abgerufen am 22. März 2017.
  4. Timo Niemeier: ARD holt „Extra 3“ ab Oktober ins Hauptprogramm. DWDL.de, 6. Juni 2014, abgerufen am 23. März 2017.
  5. dwdl.de
  6. a b Song: Erdowie, Erdowo, Erdogan auf YouTube
  7. Während der Live-Sendung: Erdogan lässt TV-Sender stürmen. In: Focus Online. 28. Oktober 2015, abgerufen am 30. März 2016.
  8. Satire gegen Erdogan: Türkei verlangte offenbar Löschung des „extra 3“-Videos. In: Spiegel Online. 29. März 2016, abgerufen am 30. März 2016.
  9. „Erdowie, Erdowo, Erdogan“: Türkei bestellt deutschen Botschafter wegen „extra 3“-Satire ein. In: Meedia. 29. März 2016, abgerufen am 30. März 2016.
  10. Deutscher Botschafter verteidigt Erdoğan-Satire. In: Zeit Online. 29. März 2016, abgerufen am 30. März 2016.
  11. Şarkı: Erdowie, Erdowo, Erdoğan (türkçe altyazılı) auf YouTube
  12. Böhmermann-Parodie: Dieses Gedicht wird Erdogan gar nicht gefallen. In: BILD.de. (bild.de [abgerufen am 7. Oktober 2016]).
  13. Neuer Song für Erdogan (den Schnuckel-Schnauzbart-Chef-Osman). ardmediathek.de, 23. März 2017, abgerufen am 25. März 2017.
  14. Türkei und Niederlande: Erdoğan droht mit Konsequenzen. In: zeit.de. 12. März 2017, abgerufen am 12. März 2017.
  15. Satiriker darf AfD-Frau Weidel als "Nazi-Schlampe" bezeichnen. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 17. Mai 2017]).
  16. Sofia Schulz: Max Giermann: So sieht er als Donald Trump aus. In: promipool.de. 27. Januar 2017, abgerufen am 25. März 2017.
  17. extra 3: Der kleine Mann im Bundestag: Vorratsdatenspeicherung | extra 3 | NDR. 29. Mai 2015, abgerufen am 5. Oktober 2016.
  18. Die Grimme-Preisträger 2009
  19. extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL 14. März 2013. (Memento vom 13. März 2013 im Internet Archive) NDR x3, abgerufen am 29. Dezember 2013.
  20. extra 3 Spezial: Der reale Irrsinn XXL: Die einzige Satiresendung. NDR x3, archiviert vom Original am 31. Dezember 2013, abgerufen am 22. März 2017.
  21. Christian Ehring moderiert extra 3. (Memento vom 6. September 2010 im Internet Archive) NDR, abgerufen 8. Februar 2013.
  22. Kleiner Dienstweg. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1992, S. 92 (online).