Liste von Lawinen und Erdrutschen, Bergstürzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
weitere Beispiele aus der Geschichte, vor allem ab 1990 und neuer fehlen noch.
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Die Liste von Lawinen und Erdrutschen, Bergstürzen beschreibt eine Auswahl historischer und zeitgeschichtlicher Schnee-, Stein-, Schlammlawinen, Erdrutsche und Bergsturzereignisse und ähnliches.

Liste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Opfer Ort Beschreibung Q
prähistorisch unbekannt Alpen Bergsturz vom Dobratsch (Rote Wand), 0,9 km³ Schutt bilden "die Schütt" aus
7500 v. Chr. unbekannt Alpen Flimser Bergsturz, mit einem Volumen zwischen 9 und 12 km³ das größte alpine Bergsturzereignis
0218 v. Chr. ca. 18.000 Tote Alpen Der karthagische Feldherr Hannibal verliert durch mehrere größere Lawinen einen Großteil seines Heeres
0563 n. Chr. ca. 2.000 Tote Rhone, oberhalb des Genfersees der Fluss Rhone durchbricht einen durch Felssturz gebildeten Felsendamm
25. Januar 1348 5.000 Tote westlich Villach, Österreich Bergsturz mit Lawinen vom Dobratsch nach einem Erdbeben in Friaul. 0,15 km³ trifft unbesiedeltes Gebiet des prähistorischen Bergsturzes von derselben Stelle, 3 Dörfer müssen wegen Aufstau der Gail aufgegeben werden.
30. September 1513 mehrere hundert Tote Biasca, Kanton Tessin Schweiz der durch Schuttmassen zu einem See aufgestaute Brenno, entleert sich, nachdem der Damm gebrochen ist
04. September 1618 2.427 Tote Piuro, Italien Zerstörung von 2 Dörfern durch Erdrutsch
16. Juli 1669 230 Tote Mönchsberg ein Felssturz zerstört die Gebäude am Berg
Winter 1689 mehr als 300 Tote nahe Saas im Prättigau, Schweiz mehrere Schneelawinen in den Alpen
04. Dezember 1690 Villach, Österreich ganze Dörfer werden von Gerölllawinen, die nach einem Erdbeben auftraten, verschüttet
02. September 1806 457 Tote Goldau, Schwyz, Schweiz Bergsturz von Goldau; am Gipfel des Rossbergs lösen sich mehrere Schneelawinen (?) und zerstören im Tal 4 Dörfer, 30–40 Mio. m3 Gestein vom Südhang ins Tal [1]
11. September 1881 114 Tote Elm, Schweiz Bergsturz von Elm; ein durch Bergbau von innen geschwächter Berg zerbricht, die Lawine verwüstet das Dorf
15. Februar 1888 5 Tote, 1 Verletzter Wassen im Kanton Uri in der Schweiz mehrere Lawinen begraben Arbeiter beim Beseitigen von Lawinenschäden an der Eisenbahnstrecke unter sich
19. September 1889 über 40 Tote Québec, Kanada ein Felssturz vom Cap Diamant geht in Québec nieder
29. April 1903 mehr als 70 Tote Frank, Kanada ein Bergsturz in Frank zerstört den Ort komplett
01. März 1910 119 Tote Wellington, Washington (Bundesstaat), USA ein Lawinenabgang erfasst einen Personenzug
von 1915 bis 1918 ca. 40.000 Tote gesamter Alpenraum Erster Weltkrieg, Artilleriebeschuss löst viele schwere Lawinenabgänge aus
16. Dezember 1920 200.000 Tote Provinz Gansu, Volksrepublik China ein Erdbeben mit der Stärke 8,6 löste mehrere Erdrutsche aus
10. April 1939 18 Tote Dorf Fidaz in der Gemeinde Flims im Kanton Graubünden, Schweiz Verwitterungssprengung der Südwand des Flimsersteins
1939–1945 ca. 40.000 – 80.000 Tote Kitzbüheler Alpen Zweiter Weltkrieg, Artilleriebeschuss löst viele schwere Lawinenabgänge aus
1949 12.000 Tote Khait, Tadschikistan ein Erdbeben löst 2 Erdrutsche aus
15.–22. Januar 1951 280 Tote Alpenraum von Österreich, Schweiz, Norditalien heftige Schneestürme und starke Temperaturstürze verursachen viele schwere Lawinenabgänge im gesamten Alpenraum
08.–12. Januar 1954 200 Tote Blons, Österreich mehrere Lawinen
10. Januar 1962 4.000 Tote Nevado Huascarán, Peru mehrere Schneelawinen
03. Oktober 1963 1.900 Tote Longarone, Italien ein Bergsturz lässt den Stausee oberhalb des Vajont-Tales über die Ufer treten und überschwemmt das Tal
16. Juni 1964 28 Tote Niigita, Japan ein Erdbeben nahe dem Fluss Shhinano verflüssigt den Untergrund unter der Stadt Niigita, der anschließend zusammenbricht
30. August 1965 88 Tote Mattmark, Schweiz große Teile eines Gletscherabgangs stürzen auf eine Baustelle an einem Staudamm
21. Oktober 1966 144 Tote Aberfan in Südwales, Großbritannien siehe Katastrophe von Aberfan
31. Mai 1970 12.000–20.000 Tote Yungay, Peru ein schweres Erdbeben lässt Teile der Nordwand des Berges Nevado Huascarán abbrechen, die Lawinen begraben den Ort unter sich
16. April 1974 über 200 Tote Provinz Huncaelia, Peru Erdrutsch durch langanhaltende Regenfälle
Anfang März 1979 über 200 Tote Lahaul-Tal, Indien mehrere bis zu 60 Meter hohe Schneelawinen
Oktober 1981 240 Tote Provinz Sichuan Volksrepublik China mehrere Erdrutsche
28. Juli 1987 27 Tote, 26 Vermisste Morignone, Italien Abgang einer Gerölllawine, die den Ort verschüttet
23./24. Juni 1988 ca. 300 Tote Katak, Türkei Schlamm und Geröll begraben den Ort Katak unter sich
09./10. Februar 1991 18 Tote gesamter Alpenraum schwere Schneelawinenabgänge in den Bergen
08. März 1991 7 Tote Wallis, Schweiz Schneelawine am Nordhang des Sankt Bernhard (Pass)
07. August 1996 87 Tote Campingplatz Virgen de las Nieves bei Biescas, Spanien Schlammlawine infolge heftiger Regenfälle überschwemmt dem gesamten Campingplatz
05.–24. Februar 1999 36 Tote, ca. 48 Verletzte Alpenraum von den französischen Hochalpen über die Schweiz bis nach Tirol Lawinenwinter 1999, siehe auch Schneelawine im Paznauntal
Dezember 1999 mindestens 10.000–30.000 Tote Bundesstaat Vargas, Venezuela Erdrutsche infolge heftiger Regenfälle (911 mm Niederschlag in wenigen Tagen)
14. Oktober 2000 13 Tote Gondo, Schweiz Abgang einer Mure
Dezember 2011 ? vom Piz Cengalo ins Val Bondasca, Schweiz Felssturz nachfolgend in 2012: Mure bis nahe dem Talort Bondo GR
05. Juli 2012, gegen 19.00 Uhr 0 vom Koschutamassiv, Zell-Pfarre, Kärnten, Österreich Felssturz – beobachtet, 1500 m2 Abbruchfläche, mehrere tausend Kubikmeter Fels [2]
November 2014 2 Tote, 4 Verletzte Davesco-Soragno, Tessin, Schweiz Felssturz [3]
19. Juni 2016 31 Tote Java, Indonesien Starke Regenfälle verursachen eine Schlammlawine [4]
18. Januar 2017 29 Tote, 6 Verletzte Farindola, Provinz Pescara, Italien Lawine, Siehe auch: Lawinenunglück in Farindola
31. März 2017 283 Tote, 400 Vermisste Mocao, Kolumbien Durch heftige Regenfälle wird eine Schlammlawine ausgelöst.
24. Juni 2017 ? Xinmo, China Erdrutsch
14. August 2017 über 400 Tote, hunderte Vermisste, 3000 Obdachlose Regent unweit Freetown, Sierra Leone Erdrutsch, Hochwasser [5]
23. August 2017 8 Vermisste, Suche am 25.8. eingestellt vom Piz Cengalo, Mure der Bondasca nach Bondo GR, Schweiz Felssturz – gefilmt, 3 Mio. m3, als Erdbeben mit Stärke 3 detektiert; Mure in den Ort; Folgemure am 25.8. [6][7]
19./20. Oktober 2017 Wahrscheinlich keine Menschen betroffen, jedoch 1 Vermisster vom Kleinen Wiesbachhorn Fusch, Salzburg Felssturz, 0,15 Mio. m3 auf den Sandbodenkees-Gletscher [8]

Q ... Quelle

Sprachregelung der Geologen:

  • Steinschlag – geringe Mengen
  • Felssturz – größere Mengen
  • Bergsturz – ab 1 Mio. m3 Gestein[1] (zur Veranschaulichung: 100 m × 100 m × 100 m = 1 Mio. Kubikmeter = 1/1000 km3)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerald Deckhart, Gesine Froese u. a.: Katastrophen, die die Welt erschütterten, Verlag Das Beste, Stuttgart 1991, ISBN 3 87070 394 6.
  • Kai Hövelmann: Das Buch der 1000 Katastrophen, Loewe Verlag, Bindlach 1997, ISBN 3-7855-3123-0, S. 34 f., 135–143.
  • Sabine Kurz, Karen M. u. a. Naturkatastrophen Die verheerendsten Unglücke des 20. Jahrhunderts Verlag: Tosa 1999 ISBN 3-85001-953-5 S. 48,49

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b In den Alpen "fast alltäglich" : Mindestens eine Million Kubikmeter Geröll orf.at, 24. August 2017, abgerufen 27. August 2017.
  2. Felssturz im Koschutamassiv orf.at, 5. Juli 2012, abgerufen 27. August 2017.
  3. Acht Vermisste nach riesigem Felssturz : Suche nach acht Personen intensiviert tagesanzeiger.ch, 24. August 2017, abgerufen 24. August 2017.
  4. [1] scinexx.de, 19.06.2016, abgerufen 29. September 2017.
  5. Hunderte Tote nach Schlammlawine: Viele Verschüttete befürchtet orf.at, 15. August 2017, abgerufen 15. August 2017.
  6. [2] tagesanzeiger.ch, 24. August 2017, abgerufen 24. August 2017.
  7. Streit über Verantwortung : „Dorf hat alles getan“ orf.at, 26. August 2017, abgerufen 27. August 2017.
  8. Riesiger Felssturz beim Wiesbachhorn orf.at, 27. Oktober 2017, abgerufen 28. Oktober 2017.