Montbronn

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Montbronn
Wappen von Montbronn
Montbronn (Frankreich)
Montbronn
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Bitche
Gemeindeverband Pays de Bitche
Koordinaten 49° 0′ N, 7° 19′ OKoordinaten: 49° 0′ N, 7° 19′ O
Höhe 238–381 m
Fläche 14,99 km2
Einwohner 1.631 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 109 Einw./km2
Postleitzahl 57415
INSEE-Code
Website www.montbronn.fr

Montbronn im 20. Jahrhundert

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Montbronn (lothr. Mumere, deutsch Mombronn, 1940–1944 Bergbrunn) ist eine französische Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen.

Mit 1631 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) ist Montbronn nach Bitsch und Rohrbach die drittgrößte Gemeinde des Bitscher Landes. Die Einwohner nennen sich auf Französisch Montbronnois, auf Deutsch Mombronner und im örtlichen rheinfränkischen Dialekt Mummerer. In dieser deutsch-lothringischen Regionalsprache werden sie auch als Hätsche, Moren oder Viehvolk bezeichnet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Montbronn liegt im Süden des Bitscher Landes, am Übergang zum Krummen Elsass, etwa 15 km südwestlich von Bitsch, 20 km nordöstlich von Sarre-Union und 45 km südöstlich von Saarbrücken. Der Ort hat einen Anteil am Naturpark Nordvogesen. Montbronn, mit sein modernes und großzügiges Gemeindezentrum das sich im Wesentlichen an zwei Straßen entlangzieht, liegt am Übergang der Vogesen zur Lothringer Hochfläche.

Nachbargemeinden von Montbronn sind Enchenberg im Nordwesten, Saint-Louis-lès-Bitche im Osten, Meisenthal im Südosten, Soucht im Süden, Rahling im Westen sowie Bining im Nordwesten.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Montbronn gehören die Ortsteile Hörnerhof, Lisenburgerhof, Metschbrück (deutsch zeitweise auch Metzbrück), Mombronner Mühle, Münzthaler Mühle und Ziegelscheuer.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montbronn vor dem Ersten Weltkrieg
Untergliederungen des Distriktes Bitsch in 1790

Montbronn wurde 1150 als Mabrunnen erstmals erwähnt. Dies weist auf die zahlreichen Brunnen und Quellen in der Gemarkung hin, die Grundlage für die Vergangenheit Montbronns als Badeort waren, die erst im 19. Jahrhundert ihr Ende fand. Der ursprünglich als Lehen der Kirche von Verdun zur Herrschaft Bitsch gehörende Ort kam Mitte des 13. Jahrhunderts zur Herrschaft Lichtenberg und Anfang des 14. Jahrhunderts zur Grafschaft Lützelstein. Der Ort wurde dann dem Ritter Johann von Monbron als Lehen gegeben, wodurch die Herrschaft Monbronn entstand. Mit der Grafschaft Lützelstein kam die Herrschaft Monbronn 1452 zu Kurpfalz. 1557 wurde Montbronn protestantisch und zu einem Zentrum des Protestantismus im Bitscher Land.

Im Chronicon Alsatiae (1592) kann man folgendes über den Herren von Montbronn lesen : « Die von Monbron / haben geführt in dem Schild und auf dem Helm / einen griene Adler in weißen Feld / Helmdeck grün und weiß / haben ihren Namen von dem Dorf Monbron / so von der Pfalz zu Lehenrürt ist / von den von Monbron auf Johann Sumpffen von Simern kommen / und als derselbige ohne Männliche Erben verstorben / an dies von Schönberg / als derselbe auch abgegangen / ohne männliches Leihserbe / ist solches Lehen der Churfürsten Pfalz / wieder Apert worden ».[2]

1623 erfolgte die Abtretung des Ortes an Henriette, Nichte des Herzogs Henri II von Lothringen und Prinzessin von Lixheim. 1702 kehrte Montbronn zu Lothringen zurück, blieb aber als Enklave bis zur Französischen Revolution dem Bezirk Lixheim zugehörig. Im Jahre 1723, errichteten die Glasmacher Peter Kauffelt, Valentin Strauß und Moritz Zimmermann eine kleine Glashütte in Mombronn, die gleich nach 14 Monaten wieder einging.[3]

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Mombronn als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Saargemünd im Bezirk Lothringen zugeordnet.

Von 1790 bis 1802 gehörte Montbronn zum nicht mehr bestehenden Kanton Lemberg, danach von 1802 bis 2015 zum auch nicht mehr bestehenden Kanton Rohrbach und seither zum Kanton Bitche.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 1649 1755 1791 1743 1698 1668 1671 1648

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Montbronn besteht aus 19 Ratsmitgliedern, die bei der 2014 Kommunalwahl gewählt wurden.[4]

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl Regierungsmehrheit Opposition Gesamt
2014 15 4 19 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 1977: Francis Sidot (DVD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Montbronn
Blasonierung: „In Gold ein rotbewehrter grüner Adler.“

Laut Bernhard Hertzogs Chronicon Alsatiae war der Grund im 16. Jahrhundert weiß.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Nationalstraße 62 in Bannstein

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linienbusverkehr

Von Montbronn aus gibt es Linienbusverkehr weiter nach Bitsch[5] und Wingen an der Moder.[6]

Linie Linienverlauf Takt
L105 Bitsch – Schwangerbach – Lemberg – Götzenbrück – Meisenthal – Sucht – Mombronn – Enchenberg 3 Mal am Tag
L134 Enchenberg – Mombronn – St. Louis – Meisenthal – Sucht – (Meisenthal) – Hühnerschärr – (Rosteig) – Wingen/Moder 2 Mal am Tag

Straßenverkehr

Die Départementstraße D 83A verläuft durch das Dorf. Von Enchenberg kommend, durchquert sie Montbronn und führt weiter durch Neubau (OT von Butten und Ratzwiller) und dem Waderhof (OT von Lorentzen) nach Lorentzen. In Enchenberg beginnt die Straße an einer Kreuzung mit der D 36, die die ehemalige Nationalstraße 62 (heute D 662) von Saargemünd nach Haguenau mit der D 37 von Wimmenau nach Bitsch verbindet, und somit Petit-Réderching mit Lemberg. Die D 83a überquert kurz nach der Ausfahrt aus Montbronn die Départementgrenze MoselleBas-Rhin und nimmt dann den Namen D 723 an. Kurz vor dem Waderhof beginnt die D 823, die die D 723 mit dem Ortsmitte von Diemeringen verbindet. Kurz vor dem Ortseingang von Lorentzen, mündet die D 723 in die D 8, die Rohrbach mit Sarre-Union verbindet.[1]

Weitere wichtige Straßen sind:

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cristallerie de Montbronn (wörtlich Kristallfabrik von Mombronn) wurde im Jahr 1930 von Joseph Ferstler gegründet und ist auch heute noch in Familienbesitz. Sie fertigt aufwändig wertvolle Glasprodukte, mit denen sie auf allen wichtigen Messen der Welt vertreten ist.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Département Moselle erscheint täglich der Républicain Lorrain mit einem eigenständigen Regionalteil Sarreguemines-Bitche für das Arrondissement Sarreguemines.[7] Daneben sendet das in Bitsch ansässige Radio Studio 1 auf der Frequenz 105,8 MHz ein lokales Radioprogramm für das Bitscher Land mit Informationen aus der Region. Des Weiteren gab es in Bitsch zwischen 1998 und 2018 einen lokalen Fernsehsender namens TV Cristal. Dieser wurde am 17. Oktober 2018 mit dem Saargemünder Fernsehsender Mosaïk fusioniert. Infolgedessen erhielt der neue Fernsehsender, der täglich über das lokale und überregionale Geschehen berichtet, den Namen Mosaïk Cristal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kambachtal in Montbronn
  • Kirche St. Georg
  • Dreifaltigkeits-Kapelle
  • Haus eines Hufschmieds vom Ende des 18. Jahrhunderts mit einem prächtigen Türsturz aus einer Rahlinger Werkstätte
  • Haus Salladin (frz. Maison Salladin), um 1830 von der gleichnamigen Bildhauerfamilie erbaut, mit viel Skulpturenschmuck
  • Zwischen Montbronn und Soucht liegt mitten in den Wäldern eine Uralte, Modeduft ausströmende Pauluskapelle.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b IGN-Karte
  2. a b Bernhard Hertzog: Von abgestorbenen Adenlichen Geschlechtern - Das Sechste Buch von untern Elsaß. In: Chronicon Alsatiae. Edelsasser Cronick und ausführliche Beschreibung des untern Elsasses am Rheinstrom. Bernhard Jobin, Straßburg 1592, S. 191 (837 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Otto Flory: Die Geschichte der Glasindustrie in Lothringen. In: Jahrbuch der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde. Band 23. G. Scriba, Metz 1911, S. 208 (815 S.).
  4. Ministère de l'Intérieur: Résultats des élections municipales et communautaires 2014 (französisch) Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  5. Royer Voyages: Ligne régulière Tim - ligne 105 - Enchenberg-Bitche (französisch) Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  6. Royer Voyages: Ligne régulière Tim - ligne 134 - Wingen-sur-Moder-Enchenberg (französisch) Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  7. Le Républicain lorrain: Montbronn (französisch) Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  8. Agathe Plützer: Bitscherland. In: Elsaß-Land Lothringer Heimat. Band 14, Nr. 1. Société Alsatia S. A., Gebweiler 1934, S. 120 (384 S.).