Montbronn

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Montbronn
Wappen von Montbronn
Montbronn (Frankreich)
Montbronn
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Bitche
Gemeindeverband Pays de Bitche
Koordinaten 49° 0′ N, 7° 19′ OKoordinaten: 49° 0′ N, 7° 19′ O
Höhe 238–381 m
Fläche 14,99 km2
Einwohner 1.632 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 109 Einw./km2
Postleitzahl 57415
INSEE-Code
Website Montbronn

Montbronn vor dem Ersten Weltkrieg

Montbronn (lothr. Mumere, deutsch Mombronn, 1940–1944 Bergbrunn) ist eine französische Gemeinde mit 1632 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche und ist Teil des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Montbronn liegt im Süden des Bitscher Landes, am Übergang zum Krummen Elsass. Der Ort hat einen Anteil am Naturpark Nordvogesen. Montbronn, das sich im Wesentlichen an zwei Straßen entlangzieht, liegt am Übergang der Vogesen zur Lothringer Hochfläche.

Nachbargemeinden von Montbronn sind Enchenberg im Nordwesten, Saint-Louis-lès-Bitche im Osten, Meisenthal im Südosten, Soucht im Süden, Rahling im Westen sowie Bining im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montbronn wurde 1150 als Mabrunnen erstmals erwähnt. Dies weist auf die zahlreichen Brunnen und Quellen in der Gemarkung hin, die Grundlage für die Vergangenheit Montbronns als Badeort waren, die erst im 19. Jahrhundert ihr Ende fand. Der ursprünglich als Lehen der Kirche von Verdun zur Herrschaft Bitsch gehörende Ort kam Mitte des 13. Jahrhunderts zur Herrschaft Lichtenberg und Anfang des 14. Jahrhunderts zur Grafschaft Lützelstein. Der Ort wurde dann den Ritter Johann von Monbron als Lehen gegeben, der somit die Herrschaft Monbronn gegründete. Mit der Grafschaft Lützelstein kam die Herrschaft Monbronn 1452 zu Kurpfalz. 1557 wurde Montbronn protestantisch und zu einem Zentrum des Protestantismus im Bitscher Land.

Im Chronicon Alsatiae (1592) kann man folgendes über den Herren von Montbronn lesen : « Die von Monbron / haben geführt in dem Schild und auf dem Helm / einen griene Adler in weißen Feld / Helmdeck grün und weiß / haben ihren Namen von dem Dorf Monbron / so von der Pfalz zu Lehenrürt ist / von den von Monbron auf Johann Sumpffen von Simern kommen / und als derselbige ohne Männliche Erben verstorben / an dies von Schönberg / als derselbe auch abgegangen / ohne männliches Leihserbe / ist solches Lehen der Churfürsten Pfalz / wieder Apert worden ».[1]

1623 erfolgte die Abtretung des Ortes an Henriette, Nichte des Herzogs Henri II von Lothringen und Prinzessin von Lixheim. 1702 kehrte Montbronn zu Lothringen zurück, blieb aber als Enklave bis zur Französischen Revolution dem Bezirk Lixheim zugehörig. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Mombronn als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Saargemünd im Bezirk Lothringen zugeordnet.

Von 1790 bis 1802 gehörte Montbronn zum nicht mehr bestehenden Kanton Lemberg, danach von 1802 bis 2015 zum auch nicht mehr bestehenden Kanton Rohrbach und seither zum Kanton Bitche.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 1649 1755 1791 1743 1698 1668 1671 1648

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cristallerie de Montbronn wurde im Jahr 1930 von Joseph Ferstler gegründet und ist auch heute noch in Familienbesitz. Sie fertigt aufwändig wertvolle Glasprodukte, mit denen sie auf allen wichtigen Messen der Welt vertreten ist.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montbronn liegt an der Départementsstraße D 83a Enchenberg–Diemeringen und hat ein modernes und großzügiges Gemeindezentrum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Georg
  • Dreifaltigkeits-Kapelle
  • Haus eines Hufschmieds vom Ende des 18. Jahrhunderts mit einem prächtigen Türsturz aus einer Rahlinger Werkstätte
  • Maison Salladin, um 1830 von der gleichnamigen Bildhauerfamilie erbaut, mit viel Skulpturenschmuck

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Montbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Hertzog: Von abgestorbenen Adenlichen Geschlechtern - Das Sechste Buch von untern Elsaß. In: Chronicon Alsatiae. Edelsasser Cronick und ausführliche Beschreibung des untern Elsasses am Rheinstrom. Bernhard Jobin, Straßburg 1592, S. 191 (837 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).