Lixheim

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Lixheim
Lixheim (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Phalsbourg
Gemeindeverband Pays de Phalsbourg
Koordinaten 48° 47′ N, 7° 9′ OKoordinaten: 48° 47′ N, 7° 9′ O
Höhe 268–336 m
Fläche 3,96 km²
Einwohner 591 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 149 Einw./km²
Postleitzahl 57635
INSEE-Code

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Rathaus

Lixheim ist eine französische Gemeinde mit 591 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins und zum Kommunalverband Pays de Phalsbourg. Die Einwohner nennen sich Lixins.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lixheim liegt im historischen Lothringen, etwa neun Kilometer nordöstlich von Sarrebourg (Saarburg) auf einer Höhe zwischen 268 und 336 m über dem Meeresspiegel.

Nachbargemeinden von Lixheim sind Schalbach im Norden, Fleisheim im Nordosten, Hérange (Heringen) im Osten, Brouviller (Brauweiler) im Süden sowie Vieux-Lixheim (Altlixheim) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet befand sich früher mit dem Kloster Lixheim ein Benediktinerkloster, das 1107 gegründet und 1550 aufgehoben wurde; auch die Überreste dieses Klosters wurden dann im Dreißigjährigen Krieg restlos zerstört.

Stadtanlage Lixheims (Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum, 1645)

Der Ort selbst wurde im Jahre 1608 von Georg Gustav von Pfalz-Veldenz als Zufluchtsort für Protestanten aus dem Herzogtum Lothringen gegründet. 1623 erwarb der katholische Herzog Heinrich II. von Lothringen Lixheim und die übrigen pfälzischen Besitzungen in der Region. Im Folgejahr übertrug er die Gebiete und das bereits 1583 gekaufte Pfalzburg sowie das Amt Einarzhausen an Henriette von Lothringen und ihren ersten Ehemann, Baron d’Ancerville, Louis de Guise, Graf von Boulay (* 14. Dezember 1588–1631), unehelicher Sohn des 1588 zu Blois ermordeten Kardinals de Guise. Nun änderten sich die Zeiten, da Heinrich II. es nicht duldete, dass Untertanen seines Herzogtums in der reformierten Religion verblieben. Für die Einwohner stellte sich daher die Frage: Exodus oder Bekehrung. Viele wählten den Exodus und wanderten nach Bischwiller aus, dem Asylland, das dem protestantischen Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld gehörte.[1]

Am 12. Februar 1629 erhob Kaiser Ferdinand II. das Territorium zum reichsunmittelbaren Fürstentum Lixheim.

1702 fiel der Ort an das Herzogtum Lothringen.

1766 wurde Lixheim Frankreich einverleibt. Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland und die Gemeinde wurde dem Kreis Saarburg im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Die Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lixheims wurde schachbrettartig angelegt. Der kleine Fluss Bruche wurde geteilt und nördlich sowie südlich um Lixheim herumgeführt und im Nordwesten gestaut. Dadurch ergab sich ein Wassergraben rings um die Stadtmauern, die zwei Tore aufwies. Der Fluss fließt heute wieder in seinem alten Bett, die Befestigungsanlagen existieren bis auf Reste von Wällen und Gräben nicht mehr. Die gesamte Anlage ist jedoch auf Satellitenbildern noch gut zu erkennen. Von der Bausubstanz aus der Gründungszeit innerhalb der ehemaligen Mauern ist noch relativ viel erhalten geblieben.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl IV. von Lothringen wollte 1629 seiner Schwester Henriette den Titel einer Prinzessin verleihen und errichtete ein sogenanntes Prinzipat. Der Historiker Du Cange hat nachgewiesen, dass die Verwendung des Prinzentitels in alten öffentlichen Dokumenten nur Herr bedeutete und als Hauptherr zu verstehen ist, wie das lateinische Wort princeps, von dem er abgeleitet ist.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 598 630 651 588 527 572 559 591

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • gesamtes Ortsensemble, insbesondere
    • Kirche St. Antoine aus dem 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut
    • evangelische Kirche mit Nebengebäuden, die auf den Resten des ehemaligen Klosters Lixheim entstanden

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mairie de Phalsbourg (Informationen der Gemeinde), www.phalsbourg.fr, abgerufen am 5. November 2022
  2. histoire genealogique et heraldique des pairs de france Ein Land oder eine Herrschaft, die traditionell mit dem Ehrentitel einer Prinzessin verbunden ist, ohne dass es sich um ein wirklich unabhängige Herrschaft handelte, abgerufen am 4. November 2022

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lixheim, Kreis Saarburg, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Lixheim (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 463 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 161 (books.google.de).
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 69 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 265–268 (books.google.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lixheim – Sammlung von Bildern