Präfektur Hyōgo

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Hyōgo-ken
兵庫県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Kōbe
Region: Kinki
Hauptinsel: Honshū
Fläche: 8.396,13 km²
Wasseranteil: 0,6 %
Einwohner: 5.502.987
(1. Oktober 2017)
Bevölkerungsdichte: 655 Einw. pro km²
Landkreise: 8
Gemeinden: 41
ISO 3166-2: JP-28
Gouverneur: Toshizō Ido
Website: web.pref.hyogo.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Hyōgo
Präfekturbaum: Kampferbaum
Präfekturblume: Chrysanthemum japonense
Präfekturvogel: Schwarzschnabelstorch
Präfekturlied: Furusato Hyōgo
(„Heimat Hyōgo“)

Die Präfektur Hyōgo (jap. 兵庫県, Hyōgo-ken) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Kansai nordwestlich von Osaka auf der Insel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung ist Kōbe.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden der Präfektur Hyōgo befindet sich das Japanische Meer, im Süden grenzt sie an die Inlandsee. Mit der Insel Awaji-shima ist Hyōgo seit 1985 über die Naruto-Brücke mit der Präfektur Tokushima auf Shikoku verbunden. Im Jahr 1998 wurde die Akashi-Kaikyō-Brücke zwischen Honshū und Awaji-shima fertiggestellt. Im Westen grenzt Hyōgo an die Präfekturen Okayama und Tottori, im Osten an Osaka und Kyōto.

Hyōgo ist, abgesehen von den zwei Präfekturen an den äußeren Spitzen Honshūs, die einzige Präfektur, bei der sowohl die nördliche als auch die südliche Grenze am Meer liegen. Der mittlere Teil ist gebirgig. Das Klima in der Präfektur ist unterschiedlich: Der Süden liegt durch Bergrücken von den Meeren geschützt und weist besonders im Winter ein relativ mildes Klima auf, im Inneren und Norden wird es relativ kalt mit starken Schneefällen an der Nordküste.

Der Verwaltungssitz Kōbe ist die größte Stadt in der Präfektur Hyōgo und ein kulturelles und industrielles Zentrum Japans. Der südliche Küstenlinie ist von Osaka bis fast an den Westrand der Präfektur ein durchweg besiedeltes Gebiet mit bedeutenden Industrie- und Forschungsanlagen.

In der Präfektur Hyōgo befindet sich auch der Adelssitz Himeji-jō, der 1993 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt von dem Fischerdorf Hyōgo, heute ein Stadtteil von Kōbe, das bei der Öffnung Japans mit der Ansiedlung Kobe zur neuen Hafenstadt zusammengelegt wurde. Das heutige Gebiet der Präfektur Hyōgo beinhaltet die früheren Provinzen Harima, Tajima, Awaji sowie Teile der Provinzen Settsu und Tamba (heute der Norden der Präfektur Osaka und der Westen der Präfektur Kyōto).

Die wichtigsten der >130 Herrschaftsgebiete auf dem Gebiet des heutigen Hyōgo zum Ende der Edo-Zeit[1]
Han Sitz (+heutige Gemeinde) letzter Fürst Territorium (nach Einkommen in Koku)
Fürstentümer (-han) mit Sitz im heute zu Hyōgo gehörenden Teil der Provinz Settsu
Amagasaki Amagasaki, Kawabe-gun (Amagasaki-shi) [Sakurai-]Matsudaira Tadaoki 40.000
Sanda Sanda, Arima-gun (Sanda-shi) Kuki Takayoshi 36.000
Fürstentümer mit Sitz in der Provinz Harima
Himeji Himeji, Shikitō-gun (Himeji-shi) Sakai Tadayoshi/Tadatō (忠惇) 150.000
Akashi Akashi, Akashi-gun (Akashi-shi) [Echizen-]Matsudaira Yoshinori 80.000
Tatsuno Tatsuno, Ittō-gun (Tatsuno-shi) Wakisaka Yasuaya 51.000
Akō Akō, Akō-gun (Akō-shi) Mori Tadatsune 20.000
Mikazuki Mikazuki, Sayo/Sayō-gun (Sayō-chō) Mori Toshishige 15.000
Ono Ono, Katō-gun (Ono-shi) Hitotsuyanagi Suenori 10.000
Mikusa Mikusa, Katō-gun (Katō-shi) Niwa Ujinori 10.000
Yamasaki Yamasaki, Shisō-gun (Shisō-shi) Honda Tadachika 10.000
Anji Anji, Shisō-gun (Himeji-shi) Ogasawara Sadazane 10.000
Hayashida Hayashida, Shikitō-gun Takebe Masayo 10.000
Fürstentümer mit Sitz in der Provinz Tajima
Izushi Izushi, Izushi-gun (Toyooka-shi) Sengoku Hisatoshi 30.000
Toyooka Toyooka, Konosaki-gun (Toyooka-shi) Kyōgoku Takaatsu 15.000
Fürstentümer mit Sitz im heute zu Hyōgo gehörenden Teil der Provinz Tamba
Sasayama Sasayama, Taki-gun (Sasayama-shi) Aoyama Tadayuki 60.000
Kaibara Kaibara, Hikami-gun (Tamba-shi) Oda Nobuchika 20.000
Fürstentümer mit Territorium im späteren Hyōgo, aber Sitz außerhalb
mit Besitzungen in Tamba: Yunagaya, Tsurumaki, Yamakami, [Tamba-]Kameyama/Kameoka
mit Besitzungen in Harima: Mibu, Koga, Oshi, Hamamatsu/Tsurumai, Marugame
mit Besitzungen in Settsu: Koga, Okabe/Hanbara, Asada, Koizumi, Asao
mit praktisch ganz Awaji: Tokushima
mit Fukuura im Kreis Wake der Provinz Bizen (im 20. Jahrhundert zu Hyōgo): Okayama
Shōgunats- und Hatamoto-Land: große Teile von Tajima, der Norden von Harima, mehrere nicht zusammenhängende Gebiete in Settsu & Tamba
Gosankyō-Familien mit Ländereien in den Provinzen Settsu und Harima: Tayasu-Tokugawa, Hitotsubashi-Tokugawa
Mehrere kleinere geistliche Güter
(Nicht in der Liste: die erst nach der Restauration eingerichteten Han Fukumoto und Muraoka sowie das Aizu-han, dessen [Aizu-]Matsudaira-Fürsten auch an Shōgunatsämter geknüpfte Ländereien im heutigen Hyōgo hielten)

Eine erste Präfektur Hyōgo wurde in der Meiji-Restauration 1868 aus dem durch die ungleichen Verträge geöffneten Hafens Hyōgo (Kōbe) gegründet und war ursprünglich nur ein kleiner Teil des heutigen Gebiets: Die erste Präfektur Hyōgo umfasste neben dem Vertragshafen und seiner Umgebung vor allem ehemalige Shōgunatsländer in den Provinzen Settsu und Harima, darunter zeitweise auch Teile des heutigen Osaka und den Nordteil von Awaji. Mit der Abschaffung der Han 1871 und der folgenden ersten Konsolidierung der entstandenen Präfekturen wurde das heutige Gebiet von Hyōgo dann zwischen vier Präfekturen aufgeteilt: Hyōgo im Westteil von Settsu, Shikama mit der gesamten Provinz Harima, Toyooka mit ganz Tajima und Tango sowie einem Teil von Tamba und die aus dem Fürstentum Tokushima entstandene Präfektur Myōdō, zu der wieder ganz Awaji gehörte. Bei der zweiten Konsolidierungswelle der Präfekturen 1876 wurde Hyōgo mit Shikama und Teilen von Toyooka und Myōdō zusammengeschlossen und erhielt bis auf spätere kleinere Grenzverschiebungen im Wesentlichen seine heutigen Grenzen.[2]

Kishida Sachio, 1946/47 der vorletzte ernannte, 1947 der erste gewählte Gouverneur von Hyōgo. Er trat 1954 zurück und verlor die anschließende Neuwahl. Später vertrat er Hyōgo für die LDP neun Jahre lang im nationalen Senat.
Der sozialistische Bürgermeister von Amagasaki, Sakamoto Masaru, der 1942 als Yokusankai-Kandidat in das Unterhaus des Reichstags gewählt und nach dem Krieg zeitweise von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen worden war, gewann die Gouverneurswahl 1954 und blieb bis 1962 im Amt.

Der erste Gouverneur von Hyōgo wurde in der Restauration für kurze Zeit der Chōshū-Samurai Itō Hirobumi, der später als führender Meiji-Oligarch, mehrfacher Premierminister und Architekt der Meiji-Verfassung die Staatsordnung des Kaiserreiches wesentlich mitgestaltete. Das erste Präfekturparlament wurde wie in den meisten Präfekturen 1879 gewählt. 1947 wurde der Gouverneur wie in allen Präfekturen außer Okinawa erstmals vom Volk gewählt.

Am 17. Januar 1995 kamen beim großen Hanshin-Erdbeben (Stärke 7,3) in Süd-Hyōgo ca. 4600 Menschen ums Leben. Im Jahr 2004 gab es im Nordteil der Präfektur verheerende Überschwemmungen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionen im Präfekturparlament
(Stand: 2017)[3]
      
Insgesamt 87 Sitze

Seit 2001 ist Toshizō Ido Gouverneur von Hyōgo, er wurde zuletzt bei der Wahl im Juli 2017 für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt. Im regulär 87-köpfigen Parlament ist die Liberaldemokratische Partei (LDP) klar stärkste Kraft: Sie gewann bei den Wahlen im April 2015 26 Sitze, ihrer Fraktion schließt sich auch ein erheblicher Teil der parteilosen Abgeordneten an.

Ins nationale Parlament wählt Hyōgo direkt zwölf Abgeordnete ins Abgeordnetenhaus und seit 2016 drei statt vorher zwei pro Teilwahl ins Rätehaus, wird dort also bis 2019 vorübergehend von fünf, danach von sechs Abgeordneten vertreten. Bei der Abgeordnetenhauswahl 2017 gingen die Sitze in der Präfektur komplett an die Regierungskoalition: zehn Liberaldemokraten und zwei Kōmeitō-Mitglieder, im Rätehaus wird Hyōgo nach den Wahlen 2013 und 2016 und den Parteiumbildungen seither durch je zwei Mitglieder von LDP und Nippon Ishin no Kai und eine Kōmeitō-Abgeordnete vertreten.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte (, shi)
Landkreise (, gun)

Liste der Landkreise der Präfektur Hyōgo, sowie deren Städte (, chō). Die letzte Dorfgemeinde (mura) wurde 1962 durch Eingemeindung aufgelöst.

Größte Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
1. Oktober 2000
Einwohner
1. Oktober 2005
Kōbe 1.493.398 1.525.389
Himeji 478.309 482.307
Nishinomiya 438.105 465.338
Amagasaki 466.187 462.484
Akashi 293.117 291.033
Kakogawa 266.170 267.103
Takarazuka 213.037 219.853
Itami 192.159 192.248
Kawanishi 153.762 157.656
Sanda 111.737 113.576
Takasago 96.020 94.808
Ashiya 83.834 90.580
Toyooka 92.752 89.205
Miki 86.117 84.356
Tatsuno 83.207 81.560

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Präfektur Hyōgo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Präfekturverwaltung von Hyōgo: Materialien zur Geschichte, 幕末の大名領 („Fürstentümer im Bakumatsu“)
  2. Präfekturverwaltung Hyōgo: Materialien zur Geschichte, 県域の変遷 („Änderungen des Präfekturgebiets“)
  3. Präfekturparlament Hyōgo: Abgeordnete nach Fraktion

Koordinaten: 35° 0′ N, 134° 55′ O