Préchacq-Navarrenx

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Préchacq-Navarrenx
Préchacq-Navarrenx (Frankreich)
Préchacq-Navarrenx
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Le Cœur de Béarn
Gemeindeverband Béarn des Gaves
Koordinaten 43° 17′ N, 0° 43′ WKoordinaten: 43° 17′ N, 0° 43′ W
Höhe 139–262 m
Fläche 5,10 km2
Einwohner 161 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km2
Postleitzahl 64190
INSEE-Code

Préchacq-Navarrenx ist eine französische Gemeinde mit 161 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Le Cœur de Béarn (bis 2015: Kanton Navarrenx).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Preishac-Navarrencs.[1] Die Bewohner werden Préchacquais und Préchacquaises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Préchacq-Navarrenx liegt ca. 15 km nordwestlich von Oloron-Sainte-Marie in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Lay-Lamidou
Dognen Nachbargemeinden Lucq-de-Béarn
Préchacq-Josbaig Saucède

Préchacq-Navarrenx liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour am rechten Ufer des Gave d’Oloron, eines Nebenflusses des Gave de Pau. Einer seiner Nebenflüsse, der Layoû (oder „Layous“ geschrieben), durchquert das Gebiet der Gemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung des Béarn im Jahre 1385 wurden in Préchacq-Navarrenx 39 Haushalte gezählt. Darunter fiel auch das Haus eines Müllers, was eine gewisse Bedeutung des Dorfes in jener Epoche unterstreicht. Préchacq-Navarrenx gehörte zur Bailliage von Navarrenx. Eine Fähre beförderte Bauern und Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela für die Überquerung des Gave. Der französische König Ludwig XVI. wollte Navarrenx mit Pau verbinden und ließ eine entsprechende Landstraße auch über die Höhen von Préchacq-Navarrenx bauen, die heute Chemin Royal (deutsch Königlicher Weg) genannt wird.[4][5]

Toponyme und Erwähnungen von Préchacq-Navarrenx waren:

  • Prexag (11. Jahrhundert, Urkunden der Urkunden der Vicomté des Béarn),
  • Prexac-d’Arribere (1368, Notare aus Lucq),
  • Presxac (1385, Volkszählung im Béarn),
  • la nau de Prexac e lo passadge d’aquere (1385, Fähre zur Überquerung des Gave d’Oloron, Notare aus Navarrenx),
  • Prexacq-de-Rivere und Prechac-deça (1548 bzw. 1675, réformation de Béarn, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts),
  • Prechacq de Navarreins (1750, Karte von Cassini),
  • Prechacq Navarreinz (1793, Notice Communale),
  • Prechacq-Navarreins (1801, Bulletin des Lois) und
  • Préchacq-Navarrenx (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées).[5][6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von 450 in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf rund 150. In der Folgezeit war ein moderates Wachstum zu verzeichnen, das in jüngster Zeit wieder stagnierte.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2016
Einwohner 218 200 197 173 161 152 162 171 161
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche, gewidmet Maria Magdalena. Sie wurde am Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten Casanave errichtet. Ihre Besonderheit ist der rosafarbene Außenputz, der die weißen Werksteine betonen lässt, die Fenster und Eingänge einfassen. Der Zugang zum Kircheninneren erfolgt über einen Vorbau unterhalb des viereckigen Glockenturms mit einer Breite von vier Metern. Das Gewicht der oberen Partien des Turms wird durch zwei seitliche, acht Meter hohe Strebewerke verteilt. Sein mit Schiefer gedeckter Helm endet an seiner Spitze mit einem schmiedeeisernen Kreuz, das mit Voluten verziert ist. Der Glockenturm besitzt vier Stockwerke. Das erste birgt das Eingangsportal in Rundbogenform mit zwei Archivolten. Eine zwei Meter hohe und 50 cm breite Öffnung bringt Licht in das zweite Stockwerk, beim dritten sorgt ein verglaster Okulus in Form einer Fensterrose für Helligkeit. Zwillingsfenster durchbrechen auf drei Seiten die Fassade auf Höhe der vierten Etage. Das Langhaus ist vier Jochen lang und bietet Platz für drei Kirchenschiffe, die durch Rundbogenarkaden getrennt sind. Es endet mit einer halbrunden Apsis und ist mit einem falschen Tonnengewölbe gedeckt. Das Kesselgewölbe des Chors ist verschönert mit einem Gemälde, das das Motiv Christi Himmelfahrt illustriert.[10][11][12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty

Der Anbau von Mais und das Handwerk sind wichtige Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[4] Préchacq-Navarrenx liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[14]
Gesamt = 19

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule mit 25 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Préchacq-Navarrenx wird durchquert von den Routes départementales 25 und 27 und ist über eine Linie des Busnetzes Transports 64 über Oloron-Sainte-Marie und Navarrenx mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Préchacq-Navarrenx – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Préchacq-Navarrenx (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 10. November 2017.
  2. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitants.fr. Abgerufen am 10. November 2017.
  3. Ma commune : Préchacq-Navarrenx (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. November 2017.
  4. a b Préchacq-Navarrenx (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 10. November 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 10. November 2017.
  5. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 139. 1863. Abgerufen am 10. November 2017.
  6. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 10. November 2017.
  7. a b Notice Communale Préchacq-Navarrenx (fr) EHESS. Abgerufen am 10. November 2017.
  8. Populations légales 2006 Commune de Préchacq-Navarrenx (64459) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. November 2017.
  9. Populations légales 2014 Commune de Préchacq-Navarrenx (64459) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. November 2017.
  10. Église Sainte-Marie-Madeleine (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 10. November 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 10. November 2017.
  11. Clocher-porche de l’église Sainte-Marie-Madeleine (fr) visites.aquitaine.fr. Archiviert vom Original am 10. November 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 10. November 2017.
  12. église paroissiale Sainte-Marie-Madeleine (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 10. November 2017.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 10. November 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Préchacq-Navarrenx (64459) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. November 2017.
  15. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 10. November 2017.