Thüngersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thüngersheim
Thüngersheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thüngersheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 9° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 11,06 km2
Einwohner: 2689 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97291
Vorwahl: 09364
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 194
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Hauptstraße 14
97291 Thüngersheim
Webpräsenz: www.thuengersheim.de
Bürgermeister: Markus Höfling (CSU/BB)
Lage der Gemeinde Thüngersheim im Landkreis Würzburg
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Thüngersheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Sie liegt am Main und wird stark durch den Weinbau geprägt. Mit mehr als 200 Hektar Rebfläche ist sie eine der größten Weinbaugemeinden in Franken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage im Regenschatten von Rhön und Spessart führt zu Niederschlägen von 550 bis 600 mm pro Jahr. Damit ist das mittlere Maintal eines der niederschlagärmsten Gebiete Deutschlands. Südöstlich von Thüngersheim liegt das Naturschutzgebiet Höhfeldplatte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüngersheim grenzt im Norden an Zellingen, im Nordosten an Retzstadt, im Osten an Güntersleben, im Süden an Veitshöchheim und im Westen an Erlabrunn (mit dem Main als westliche Gemarkungsgrenze).

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Thüngersheim besteht aus dem Personennamen Tuninger und dem mittelhochdeutschen Wort heim.[2]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[2]

  • 1098 Tuningersheim
  • 1127 Tunegersheim
  • 1144 Tunegeresheim
  • 1282 Tuenegersheim
  • 1303 Tunegersheim
  • 1342 Tuenegersheim
  • 1502 Thüngersheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entstehung des Ortes während der ersten fränkischen Siedlungsphase zwischen 530 und 700 n. Chr.
  • 1098: Thüngersheim wurde erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1154: Die ersten Rebstöcke wurden angepflanzt.
  • 1614: Fertigstellung der Pfarrkirche St. Michael
  • 1803: Thüngersheim fiel mit dem Fürstbistum Würzburg an das Großherzogtum Ferdinands von Toskana.
  • 1814: Das Großherzogtum Würzburg (in dem Thüngersheim damals lag) fiel an Bayern.
  • 1870: Bau eines Bahnhofes mit Stellwerk. Der Weintransport verlagerte sich damit vom Main auf die Schiene.
  • 1930: Gründung der Winzergenossenschaft Thüngersheim durch 55 Winzer
  • 1933: Bau der Staustufe Erlabrunn
  • 1945: Am 16. März wurde der ausgelagerte Archivbestand der Gemeinde bei der Bombardierung Würzburgs zerstört.
  • 1966: Die Mehrheit der Winzer beschloss die Durchführung der Flurbereinigung (220 ha Rebfläche in drei Abschnitten).
  • 1998: 900 Jahre Thüngersheim[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüngersheim ist eine überwiegend katholische Gemeinde (Pfarrkirche St. Michael). Seit 2003 besteht eine Pfarreigemeinschaft mit St. Maternus Güntersleben.

Kreuzbergwallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein herausragendes religiöses Ereignis ist die Thüngersheimer Kreuzbergwallfahrt, die einmal im Jahr, um das Fest Kreuzerhöhung (14. September) stattfindet. Sie führt zum heiligen Berg der Franken, dem Kreuzberg in der Rhön. Vermutlich geht sie auf ein Gelöbnis aus der Zeit der Pest zurück und ist bereits im frühen 18. Jahrhundert nachgewiesen. Heute wird sie von der wiedergegründeten Kreuzbruderschaft durchgeführt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1939: 1753 Einwohner
  • 1950: 2345 Einwohner
  • 1961: 2270 Einwohner
  • 1970: 2432 Einwohner
  • 1987: 2453 Einwohner
  • 1991: 2443 Einwohner
  • 1995: 2596 Einwohner
  • 2005: 2779 Einwohner
  • 2010: 2646 Einwohner
  • 2015: 2689 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (ohne Ersten Bürgermeister). Davon gehören vier den Freien Wählern, sechs der CSU und vier der SPD an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit März 2008 (Kommunalwahl Bayern) ist Markus Höfling (CSU/Bürgerblock BB) der amtierende Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt den Ortspatron St. Michael. Es wurde der Gemeinde von Julius Echter von Mespelbrunn im Jahre 1581 verliehen. Auf dem Brustpanzer ist das Wappen derer von Mespelbrunn zu sehen.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht seit 1995 mit Saint-Aignan-Grandlieu, einer französischen Gemeinde im Département Loire-Atlantique.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Baudenkmälern der Gemeinde gehört unter anderen die Pfarrkirche St. Michael. Von den ehemals vier Torhäusern der Befestigungsanlage (Mauerring um den Altort) sind noch drei erhalten: das Würzburger Tor, das Retztstadter Tor und das Hirtentor.

Bibliotheken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebibliothek im Alten Rathaus und Katholische Öffentliche Bücherei im Pfarrheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüngersheim ist Sitz der 1930 gegründeten Winzergenossenschaft Thüngersheim eG. Mit über 200 Hektar Rebfläche ist Thüngersheim eine der größten Weinbaugemeinden Frankens.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüngersheim liegt an der Bundesstraße 27 und an der Bahnlinie Würzburg-Gemünden. Eine Mainlände dient als Schiffsanlegestelle für die Personenschifffahrt. Die Buslinie Würzburg-Karlstadt bzw. Würzburg-Retzstadt führt durch Thüngersheim

Gewerbebetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaftliche Betriebe 1998: 98 (davon 65 Betriebe unter zwei Hektar (ha), 27 Betriebe 2 bis 20 ha und 2 Betriebe mehr als 30 ha) 18 Handwerksunternehmen mit 110 Beschäftigten (31. März 1995)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige Schule ist die Grundschule (bis zur vierten Klasse). Die Teilhauptschule besteht seit dem Schuljahr 2004/2005 nicht mehr.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad
  • Turnhalle
  • Sportgelände (Fußball, Tennisplätze, Tennishalle, Handballplatz, Skaterplatz)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Valentin Hart: Main, Wein, Thüngersheim. 1933.
  • Richard Glaab: Thüngersheim – Gegenwart und Vergangenheit einer mainfränkischen Winzergemeinde. Thüngersheim, Gde. (Hrsg.), 1982.
  • Adam Oechsner: Die Mundart von Thüngersheim. Würzburg, Univ., Diss., 1920.
  • August Zeyer: Schöa worsch – Der Thüngersheimer August Zeyer erzählt in Mundart und Prosa aus seinem Leben. Selbstverlag, Thüngersheim, 1989.
  • St. Michael Thüngersheim, Schnell Kunstführer Nr. 1565. Schnell und Steiner, München, 1986.
  • Christine Brandl: Vom Härwest bis Foosenocht
  • Wolfgang Kümper: Georg Sebastian Urlaub. Ein mainfränkischer Barockmaler. (Mainfränkische Hefte 89, 108 Seiten, 42 Abbildungen). Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte e. V., Würzburg, 1989. Inhaltsangabe (Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte)
  • Peter Rückert: Ravensburg und Falkenberg. Die Geschichte zweier Burgen in der Stauferzeit. Würzburg, Selbstverlag der Flurbereinigungsdirektion, 74 Seiten, 1992. Inhaltsangabe (Zeitschrift für bayrische Landesgeschichte)
  • Wolfgang Brückner: Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön. Echter, Würzburg, 1997. Ein Buch über die Würzburger Kreuzbergwallfahrt, enthält aber auch einige Seiten über die Thüngersheimer Wallfahrt.
  • Gemeinde Thüngersheim (Hrsg.): Thüngersheim – Ein Winzerort in Mainfranken. Vorbereitende Untersuchungen zur Ortsanierung nach Baugesetzbuch, Bericht 1 (30. November 2000)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thüngersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 222 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. 900 Jahre Thüngersheim. thuengersheim.de, abgerufen am 25. Januar 2014 (PDF; 83 KB).