Rimpar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Rimpar
Rimpar
Deutschlandkarte, Position des Marktes Rimpar hervorgehoben
Koordinaten: 49° 51′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Höhe: 249 m ü. NHN
Fläche: 36,41 km2
Einwohner: 7530 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97222
Vorwahlen: 09365, 09363
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 180
Marktgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schloßberg 1
97222 Rimpar
Webpräsenz: www.rimpar.de
Bürgermeister: Burkard Losert (CSU)
Lage des Marktes Rimpar im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Rimpar ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimpar liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Würzburg. Ortsteile sind Maidbronn und Gramschatz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimpar gliedert sich in fünf Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Gramschatz, Maidbronn, Maidbronner Wald und Rimpar.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Name Rintburi besteht aus den althochdeutschen Wörtern rint und buri. Sie bedeuten „Rind“ und „Häuschen“. Der Name weist somit auf einen Viehstall hin.[3]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1100 Rintburi
  • 1126 Rimpure
  • 1156 Rintbure
  • 1172 Rinpiur
  • 1199 Rimbur
  • 1265 Rimpůr
  • 1308 Rympour
  • 1317 Rintpur
  • 1333 Rimpur
  • 1337 Rimpuer
  • 1380 Rympeure
  • 1430 Rimpewr
  • 1444 Rimper
  • 1465 Rimpar

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimpar wird im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt.

Während der Zeit des Bauernkrieges gehörte Rimpar zu den Gütern Wilhelm von Grumbachs und war daher mit in die Auseinandersetzungen um das Würzburger Stift verwickelt: So wurden die Burg verwüstet und die Kirche durch Feuer zerstört. Nach dem Tode Wilhelms geriet sein Sohn Konrad in Abhängigkeit vom Fürstbistum Würzburg und war deshalb 1593 gezwungen, Burg und Dorf an den Fürstbischof Julius Echter zu verkaufen. Echter leitete eine Zeit der regen Bautätigkeit ein, in der die Burg zum Jagdschloss ausgebaut und die Pfarrkirche renoviert wurde. Weiterhin wurde die Orangerie (heute Niederhoferstraße) und das Rathaus (heute Gasthaus Stern) gebaut.
Der Zehnt des Hochstiftes Würzburg wurde zunächst nach der Säkularisation 1802 zugunsten Bayerns, dann 1806 Ferdinand III. zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen. 1814 fielen diese Abgaben wieder Bayern zu. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig. Sie bildeten eine jüdische Gemeinde und errichteten am Marktplatz 9 eine Synagoge. Bei den Pogromen im November 1938 wurde dieses Gotteshaus von SA-Männern verwüstet. Seitdem wurde es als Lagerhalle und später als Hühnerstall genutzt. Wegen Einsturzgefahr wird es derzeit nicht genutzt. Es ist wegen umliegender Grundstücke mit Bebauung nicht zugänglich. Eine Gedenktafel am Rathaus erinnert an die Opfer des Pogroms.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Gramschatz und Maidbronn eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 5745 Einwohner[5]
  • 1970: 6884 Einwohner[5]
  • 1987: 7016 Einwohner
  • 1991: 7410 Einwohner
  • 1995: 7681 Einwohner
  • 2000: 7877 Einwohner
  • 2005: 7760 Einwohner
  • 2010: 7747 Einwohner
  • 2015: 7530 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Burkard Losert (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Anton Kütt (CSU).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimpar - Schloss Grumbach
Riemenschneideraltar in der Sankt-Afra-Kirche in Maidbronn
  • Schloss Grumbach. Im 14. Jahrhundert (1347) erbaute Hans von Grumbach das Schloss; es war eine der eindrucksvollsten Wasserburgen im süddeutschen Raum. Heute beherbergt das Schloss ein Archäologisches Museum, ein Bäckerei-Museum, ein Maurer- und Zimmerer - Museum, ein Kriminalmuseum und ein Trachtenmuseum[6]
  • Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul. In der Ritterkapelle befindet sich das erste Werk von Tilman Riemenschneider nämlich die Grabplatte von Eberhard von Grumbach
  • Sankt-Afra-Kirche, der ehemaligen Klosterkirche der Zisterzienserinnen in Maidbronn. Der Altar Die Beweinung Christi ist das letzte Werk Tilman Riemenschneiders

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg war Rimpar als „Maurerdorf“ bekannt, da überdurchschnittlich viele Maurer in Rimparer Betrieben arbeiteten. Diese Betriebe arbeiteten auch weit außerhalb des Würzburger Raumes, bis hin nach Ludwigshafen/Oppau. Bei der Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes kamen 1921 auch zehn Maurer aus Rimpar ums Leben. An sie erinnert das "Oppauer Kreuz" auf dem Friedhof.[7]

Am 6. Juli 1992 wurde in Rimpar C. A. R. M. E. N. gegründet, ein gemeinnütziger Verein, der auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe tätig ist. Inzwischen hat der Verein seinen Sitz jedoch nach Straubing verlegt.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 648 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen am Arbeitsort waren 436 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2732. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1480 ha, davon waren 1363 ha Ackerfläche und 107 ha Dauergrünfläche.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Buslinie 450 von DB Busverkehr Bayern verkehrt werktags halbstündig bis 20 Uhr (ab 20 Uhr unregelmäßig bis ca. 1 Uhr) zwischen Würzburg, Rimpar und Maidbronn. Am Wochenende fährt der Bus stündlich. Nach Gramschatz gelangt man mit der Linie 8114, welche in Rimpar nur am Marktplatz hält.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2006, inkl. der Ortsteile Gramschatz und Maidbronn):

  • Kinderkrippen: zwei Gruppen mit je zwölf Plätzen
  • Kindergärten: fünf Kindergärten mit insgesamt zehn Gruppen und ca. 250 Kindern
  • Kinderhort: zwei Gruppen mit max. 50 Kindern
  • Volksschulen: Grund- und Haupt- bzw. Mittelschule mit 29 Lehrern und 512 Schülern
  • Grundschule: Matthias-Ehrenfried-Schule
  • Haupt- bzw. Mittelschule: Maximilian-Kolbe-Schule

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1. Männermannschaft der Handballabteilung der SG DJK Rimpar e. V. tritt unter dem Namen DJK Rimpar Wölfe an und spielt seit der Saison 2013/14 in der 2. Handball-Bundesliga. Heimspiele werden in der circa 1000 Zuschauer fassenden Dreifachsporthalle der Marktgemeinde Rimpar ausgetragen, Spitzenspiele und Derbys in der s.Oliver Arena in Würzburg, die eine Kapazität von etwa 3000 Zuschauern aufweist.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rimpar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/210545&attr=OBJ&val=1816
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 189 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 189
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  6. Schlossmuseen. Freundeskreis Schloß Grumbach e. V., 7. Februar 2015; abgerufen am 19. Juni 2016.
  7. Doktorarbeit Bildstöcke im nördlichen Landkreis Würzburg (PDF; 4,5 MB) vom 6. November 2008 auf Opus-Bayern
  8. Christian Kelle: Rückkehr in eine andere Welt: „Dieter Göpfert“ in: Main-Post vom 10. November 2008. Abgerufen am 9. Juni 2011.