Kürnach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kürnach
Kürnach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kürnach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 51′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 12,28 km2
Einwohner: 4834 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 394 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97273
Vorwahl: 09367
Kfz-Kennzeichen: , OCH Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 156
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Kürnach
Kirchberg 15
97273 Kürnach
Webpräsenz: www.kuernach.de
Bürgermeister: Thomas Eberth (CSU)
Lage der Gemeinde Kürnach im Landkreis Würzburg
Landkreis Main-SpessartLandkreis SchweinfurtLandkreis KitzingenLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimBaden-WürttembergIrtenberger WaldIrtenberger WaldGuttenberger WaldGuttenberger WaldGramschatzer WaldWürzburgWinterhausenUettingenSommerhausenRemlingen (Unterfranken)Reichenberg (Unterfranken)AltertheimZell am MainWaldbüttelbrunnWaldbrunn (Unterfranken)VeitshöchheimUnterpleichfeldLeinachThüngersheimTheilheimTauberrettersheimSonderhofenRottendorfRöttingenRiedenheimRandersackerProsselsheimOchsenfurtOberpleichfeldEisenheimNeubrunn (Unterfranken)MargetshöchheimKürnachKleinrinderfeldKistKirchheim (Unterfranken)Holzkirchen (Unterfranken)HöchbergHettstadtHelmstadtHausen bei WürzburgGünterslebenGreußenheimGiebelstadtGeroldshausenGerbrunnGelchsheimGaukönigshofenFrickenhausen am MainEstenfeldErlabrunnEisingen (Bayern)EibelstadtBütthardBieberehrenBergtheimAubLandkreis AnsbachRimparKarte
Über dieses Bild
Blick auf Kürnach (2016)
Altort von Kürnach
Postkarte um 1910

Kürnach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kürnach liegt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Würzburg und 42 Kilometer südwestlich der Stadt Schweinfurt. Außerdem grenzt die Gemeinde direkt an den Landkreis Kitzingen. Die Kürnach entspringt östlich der gleichnamigen Gemeinde und fließt durch Estenfeld, Lengfeld (Würzburg) und mündet schließlich nach 11,6 km in die Pleichach. Die mittlere Höhenlage beträgt 250 Meter über Normalnull.[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im schmalen Südwestende der Bergtheimer Mulde, an die sich im Osten das Volkacher Gewölbe anschließt. Die einzelnen, in Kürnach vorhandenen, Schichten sind (von unten nach oben) der Mittlere Muschelkalk, der Obere Muschelkalk, der Untere Keuper und der Mittlere Keuper.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur die Gemarkung Kürnach. Auf dieser liegen der Hauptort und die drei Ortsteile Obere Mühle, Mittlere Mühle, und Grießmühle (Untere Mühle).[3] Durch das Wachstum des Ortes befinden sich diese mittlerweile teils im Ortsgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind Estenfeld, Unterpleichfeld, Prosselsheim, Rottendorf und Dettelbach.

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Gemeinde leitet sich von der Kürnach, dem gleichnamigen Bach, der durch den Ort fließt, ab.[4]Im lokalen Dialekt lautet er Körni.[2]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 779 Quirnaha
  • 1070 Cvrnhaa
  • 1165 Curnhaa
  • 1177 de Curnahe
  • 1249 Curna
  • 1262 Curnach
  • 1279 Kvrnach
  • 1633 Körnach
  • 1891 Kürnach[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rot ein nach links gerichteter Wellenschrägbalken, darüber ein silbernes Mühlrad, darunter ein schräglinks gestellter silberner Schlüssel.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Quirnaha“, der Mühlbach wird durch den Wellenschrägbalken dargestellt, sowie durch das Mühlrad. Bis in die neuere Zeit standen an seinen Ufern drei Mühlen. Der Schlüssel ist einem Dorfgerichtssiegel entnommen, das seit 1742 belegt ist. Er ist das Attribut des heiligen Petrus und weist auf das ehemalige Patrozinium der Pfarrkirche hin. Diese gehörte zu dem Zisterzienserinnenkloster Kürnach, das vor 1279 gegründet und um 1300 wieder aufgelöst wurde. 1425 wird sie als St.-Blasius-Kirche erwähnt, um 1686 erscheint das Patrozinium des heiligen Petrus in Ketten. In der Farbgestaltung Weiß und Rot wird auf die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg hingewiesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurden Arbeitsgeräte aus Hornstein und grauem Silex auf Kürnacher Gemarkung gefunden, die von umherstreifenden Jägern aus dem Kürnachtal in der Altsteinzeit zeugen. In der Jungsteinzeit wurde das klimatisch günstige Kürnachtal mit seinen fruchtbare Böden von Menschen besiedelt, die Ackerbau betrieben, Tongefäße mit bandschlingenartigen Verzierungen herstellten (Linearbandkeramiker) und in etwa 20 m langen Holz-Lehmhäusern wohnten.[2]Desweiteren liegen Funde aus der Bronzezeit, der Urnenfeldzeit, der Eisenzeit und von den Kelten vor.[2]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Christi Geburt wurde der Ort durch Germanen besiedelt.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert erfolgte die fränkische Besitznahme des von Alamannen, Thüringern und Resten keltischer Bevölkerung bewohnten Gebietes.[2]

Kürnach wurde erstmals im Jahr 779 mit der Bezeichnung Quirnaha - Mühlbach urkundlich erwähnt. Später behielt die älteste Siedlung am Bach diesen Namen.

Im Jahr 822 wurde die Siedlung in einer Bestätigung zum Gütertausch Kaiser Ludwig des Frommen genannt. 844 bestätigte Ludwig der Deutsche ebenfalls einen Güter- und Manicipientausch.[2]910 fand der Hunneneinfall statt.

Von 1070 bis 1090 existierte hier, in der heutigen Bachgasse, ein Frohnhof des Benediktinerinnenklosters Kitzingen. In Kürnach gab es zwischen 1156 und 1313 ein Ministerialgeschlecht, das sich nach seinem Ansitz "de Curnhaa" ("von Kürnach") nannte. Diese waren Beamte des Bischofs von Würzburg und wurden zu Hof- und Kriegsdiensten herangezogen. So fanden sie Aufnahme in den Niederen Adel. Ebenfalls wurde von 1279 bis 1300 ein Kloster der Zisterzienser in Kürnach betrieben. 1280 hatte das Kloster Ebrach Besitz in der heutigen Gemeinde.[2] Im Jahr 1288 wurde die Mittlere Mühle, die Mühle des Klosters St. Stephan in Würzburg, in den Klosterurkunden genannt.[2]

1292 wurde erstmals ein Pfarrer der damaligen Pfarrkirche, die nach Blasius von Sebaste benannt war, erwähnt.[2]

1328 erwarben die Ritter von Wolffskeel und Grumbach (Ministeriale) in Kürnach Besitz. 1388 wurde "daz Burglin", also eine kleine Burg, genannt. Diese diente zuerst dem Kürnacher Ministerialgeschlecht und später den Rittern von Grumbach als Sitz. 1388 wurde das gesamte Areal von den Grumbachern an das Bürgerspital in Würzburg verkauft.Der heute nicht mehr vorhandene "Weidenhof" befand sich in der Prosselsheimer Straße.

"Das rote Märterla". 1892 von Adam und Christine Bieber errichtet.

1413 gab es sechs Höfe, die dem Hochstift Würzburg gehörten. Aus dem Jahr 1450 liegt die erste bekannte Dorfordnung für Kürnach vor, in der der Fürstbischof Herr über alle Güter zu Kürnach war. Allerdings gab es für die zwei Höfe des Stiftes Aschaffenburg bereits 1400 eine Weisung.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1559 wurde eine außerordentliche Erbhuldigung, zu der Friedrich von Wirsberg samt Gefolgschaft in den Ort kamen, beschrieben. Es liegt außerdem eine zweite Dorfordnung aus dem Jahre 1581 von Julius Echter von Mespelbrunn vor.[2]

1721 wütete ein verheerender Brand in Kürnach, der weite Teile des Dorfes zerstörte. Aufgrund dessen verließen zwischen 1726 und 1786 18 Familien ihre Heimat, um sich im damaligen Kaiserreich Österreich-Ungarn anzusiedeln.[2]

1731 fand die Weihe der Pfarrkirche St. Michael (Kürnach) statt.[2] 1751 erbaute Balthasar Neumann ein neues Pfarrhaus neben der Kirche. In diesem übernachtete Karl von Österreich-Teschen während der Schlacht um Würzburg (1796)

Ende des 18. Jahrhunderts wurde westlich eine neue Heerstraße gebaut, die heutige B 19.[4]

Als Teil des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Kürnach 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern fiel.

Napoleon Bonaparte und seine Gemahlin reisten 1813 durch Kürnach.

Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

1895 wurde das Schwesternhaus erbaut und die Dillinger Franziskanerinnen zogen ein.

Das Gesicht des Dorfes wurde jahrhundertelang durch die drei Mühlen und die Landwirtschaft auf den fruchtbaren Böden geprägt. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurde auch Weinbau betrieben. Weiterhin verliefen die Handelsstraßen von Würzburg nach Bad Neustadt und von Würzburg über Bamberg nach Leipzig durch den Ort.

Neueste Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während dem Ersten Weltkrieg verloren 30 und während dem Zweiten Weltkrieg 72 Kürnacher ihr Leben.[2]

1961 zogen die ersten Aussiedler im Geißbühl ein. Am 7. November 1966 wurde die Autobahnteilstrecke Würzburg-Estenfeld-Schweinfurt von Hans-Christoph Seebohm übergeben.[2] Von 1968 bis 1969 wurde die neue Grundschule an der Heiligen Wiese erbaut.

Ab 1978 war die Gemeinde Teil der Verwaltungsgemeinschaft Estenfeld, bevor sie 1980 wieder selbstständig wurde. 1989 wurde die Höllberghalle durch Franz Meyer (Politiker, 1953) eingeweiht.

Bildstock Herz Jesu

1991 erfolgte die Fertigstellung der Ortsumgehung.[2]

Durch die Siedlungstätigkeit im Würzburger Umland ab den 1960er Jahren ist die Einwohnerzahl stark angestiegen. Das heutige Gemeindebild wird hauptsächlich von den vier Neubaugebieten und einer guten Infrastruktur geprägt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patriarchenkreuz
  • 1831: 675 Einwohner[2]
  • 1904: 1237 Einwohner[5]
  • 1950: 1291 Einwohner
  • 1961: 1352 Einwohner[6]
  • 1970: 1754 Einwohner
  • 1987: 2849 Einwohner
  • 1991: 3020 Einwohner
  • 1995: 3539 Einwohner
  • 2000: 3991 Einwohner
  • 2005: 4387 Einwohner
  • 2010: 4466 Einwohner
  • 2015: 4796 Einwohner
  • 2018: 5053 Einwohner[7]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1292 wurde erstmals ein Pfarrer in Zusammenhang mit dem Zisterzienserinnenkloster Kürnach erwähnt. Die Pfarrei wurde 1320 gegründet. Ab 1331 hatten verschiedene Domherren aus Würzburg in Kürnach Besitz. Im Jahre 1407 wurde Mühlhausen als Filiale von Kürnach genannt. 1464 gehörte Kürnach zum Archidiakonatsbezirk Kitzingen. Da sich die Stadt jedoch sehr früh der Reformation anschloss, wurde der Sitz des Archidiakonats um 1525 nach Dettelbach verlegt.1565 wurde Estenfeld der Pfarrei hinzugefügt. Heutzutage gehört die Pfarrei zur Pfarreiengemeinschaft Kürnach-Estenfeld-Mühlhausen, zum Dekanat Würzburg rechts des Mains und zum bayerischen Bistum Würzburg.[2]

Evangelisch-lutherische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960 lebten 44 evangelische Christen in Kürnach und Mühlhausen, die zum Vicariat Rottendorf gehörten. Im Jahre 1964 erhielten die evangelischen Christen die St.Markus-Kapelle in Estenfeld. 1982 hatte Kürnach 350 evangelische Einwohner. 1994 wurde der evangelische Kindergarten St.Markus eingeweiht.[2]

  • Mittlere Mühle
  • Kreuzschlepper am Friedhof
    Marienkapelle an den Schleifwegäckern

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Personen waren Bürgermeister von Kürnach:

  • 1876–1882: Wilhelm Leonard Heinrich
  • 1882–1888: Georg Josef Wolff
  • 1888–1895: Johann Josef Scheller
  • 1895–1897: Johann Georg Fleischer
  • 1897–1907: Johann Valentin Scheller
  • 1907–1924: Michael Gregor Schrauth
  • 1924–1941: August Dülk
  • 1941–1945: Rudolf Füller
  • März 1945–Dezember 1945: Georg Blatterspiel
  • Dezember 1945–1946: Ludwig Schrauth
  • 1946–1948: Karl Dülk
  • 1948–1956: Rudolf Füller
  • 1956–1966: Alfons Röding
  • 1966–1984: Josef Schneider
  • 1984–1996: Otto Habermann (UWG-FW)
  • 1996–2008: Manfred Ländner (CSU)
  • Seit Mai 2008: Thomas Eberth (CSU)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus dem Bürgermeister und 16 weiteren Gemeinderäten zusammen. Die Sitze sind folgendermaßen verteilt:

Allianz Würzburger Norden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört neben Estenfeld, Prosselsheim, Unterpleichfeld, Oberpleichfeld, Bergtheim, Hausen bei Würzburg, Rimpar, Eisenheim und Güntersleben dem 2016 von den Gemeinden des nördlichen Landkreises Würzburg gegründetem Bündnisses zur interkommunalen Zusammenarbeit an.[8]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1987 besteht eine Partnerschaft mit der im Süden von Portugal gelegenen Kleinstadt Aljezur. Außerdem gibt es seit 2017 eine Partnerschaft mit Cavan in Irland. Das Bistum Brejo in Brasilien ist die Partnergemeinde der Pfarrgemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Mühlen von Kürnach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Obere Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühle, die sich im Osten des Dorfes an der Kürnach (Pleichach) befindet, wurde erstmals 1292 als "widenmoel" von ihrem damaligen Besitzer, dem örtlichen Kloster der Zisterzienser, erwähnt. 1798 befand sie sich im Besitz des Stiftes Neumünster, allerdings wurde sie 1979 stillgelegt und heutzutage existiert nur noch das Wohngebäude.

Die Mittlere Mühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die "Hoennemoel", wie sie 1288 erstmals von ihrem damaligen Besitzer, dem Kloster St.Stephan in Würzburg, erwähnt wurde, befindet sich unterhalb der Semmelstraße an der Kürnach (Pleichach).1939 wurde sie stillgelegt und 1999 komplett abgerissen. An dieser Stelle steht heute der Biolandhof Bieber.

Die Untere Mühle - Grießmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1070 und 1090 gehörte die Mühle zum Frohnhof des karolingischen Benediktinerinnenklosters Kitzingen. 1151 ist Markard von Grumbach Verwalter des Klosters. Von 1582 bis 1798 war die Mühle in Besitz des Hochstifts Würzburg. 1884 kaufte sie Andreas Ringelmann für 29.000 M und 1968 wurde sie stillgelegt. 1955 stifteten die Geschwister Ringelmann der Pfarrkirche St.Michael das Kunststück von Johann Peter Wagner (Bildhauer). Eine Kopie steht heute vor der Mühle.[2]

Kürnacher Friedhof

Pfarrkirche St. Michael[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte steht die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael von 1723/24.

Hauptartikel: St. Michael (Kürnach)

Wegkapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befinden sich zwei Wegkapellen.

Kürnacher Lebensräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1971 als Feuerwehrhalle errichtete Gerätehalle dient heute als Ausstellungsraum. Mit den "Kürnacher Lebensräumen" soll anhand einer Ausstellung von Tierpräparaten heimischer Tiere und Pflanzen, Aufzeigen der Lebensräume und pädagogischen Auseinandersetzung mit dem Thema "Modernes Leben im Einklang mit der Umwelt" für alle Altersgruppen eine begreif- und erlebbare Aufbereitung erfolgen.[9]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kürnacher Kulturwerkstatt e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im November 2007 von engagierten und kulturinteressierten Bürgern aus Kürnach gegründet, um im renovierten Saal im alten Rathaus kulturelle Events, wie Musikveranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen, Kabarett, Theater, Tanz und Vorträge, anzubieten. 2008 erhielt der Verein den Main-Post-Förderpreis "Zeichen setzen".[10]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theatergruppe des Gesangsvereins Eintracht Kürnach[11]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorffest
  • Weihnachtsmarkt
  • Maibaumaufstellung[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der überregionalen Entwicklungsachse WürzburgSchweinfurt.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 wurde das Gewerbegebiet Wachtelberg erschlossen und die Firma Schlecker errichtete dort ihr damaliges Zentrallager. Es folgten unter anderem die Spedition General Logistics Systems und ein Nahversorgungszentrum. Im Jahre 2000 wurde der Industriepark Kürnach Nord, unter anderem mit der Spedition Dachser, erschlossen. Im Jahre 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr 268 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1318. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 31 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 615 Hektar, davon waren 588 Hektar Ackerfläche und 25 Hektar Dauergrünfläche.

Nahversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es Märkte der Ketten Edeka, Lidl, Aldi und Dm-drogerie markt. Außerdem gibt es drei Bäckereien, eine Metzgerei, zwei Apotheken und zwei Banken.

Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Genussmeile befinden sich folgende Restaurants und Cafés:

  • Gasthof zum Schwan
  • Gasthaus Stern
  • Ristorante Montemarco
  • Cucina 23
  • Pizza Toni
  • Café Bieberbau[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich führt die Autobahn A 7 vorbei und kreuzt sich im äußersten Westen des Gemeindegebietes mit der Bundesstraße 19 (Auffahrt AS 101, Würzburg/Estenfeld).

Buslinien verkehren nach Würzburg und Volkach.

Rad- und Wanderwege:

Über Estenfeld und Lengfeld besteht eine Radweganbindung an den Main-Radweg bei Würzburg.

Die 24 Kilometer lange Zwei-Bäche-Tour – gekennzeichnet durch zwei Fische auf einem Fahrrad – führt über befestigte und ausgeschilderte Wege entlang der Bäche Kürnach und Pleichach.[13]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es folgende Einrichtungen:

  • Katholische Kindertagesstätte St.Elisabeth
  • Evangelischer Kindergarten St.Markus
  • Grundschule Kürnach

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendblasorchester Kürnachtal e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1980 von jungen Musikern, die keinen Anschluss an die bereits ortsansässige Trachtenkapelle fanden, gegründet. Die Musiker wurden mit einer von Frau Christine Demel entworfenen neuen fränkischen Tracht, die heute noch bei Auftritten getragen wird, eingekleidet. Der Musikverein deckt heute, angefangen mit der Musikalischen Grundausbildung, über Einzelunterricht bis zu den drei Orchestren, die komplette Bandbreite an Blasmusik ab. Seinen bisher größten Erfolg konnte er 2005 mit seinem Symphonischen Blasorchester erzielen, als man bei dem Internationalem Orchesterwettbewerb in München als bestes bayerisches Vereinsorchester ausgezeichnet wurde.[2][14]

Gesangverein Eintracht Kürnach e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1928 von Kürnacher Bürgern gemeinsam mit Oberlehrer Dietrich gegründete Verein bereichert seitdem das kulturelle Leben in und um Kürnach mit drei verschiedenen Chören und der Theatergruppe.[15][2]

Sing- und Musikschule Würzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikschule ergänzt in Kürnach den örtlichen Einzelunterricht von Instrumenten.[16]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SV Kürnach 1946 e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1946 im ehemaligen Gasthaus Heinrich gegründete Verein zählt heute 1.200 Mitglieder in sechs Abteilungen und ist damit der Größte in Kürnach. Seinen größten Erfolg konnte der Verein 1975 mit dem Erreichen des Achtelfinals im DFB-Pokal verzeichnen, welches jedoch gegen den FV Würzburg 04 mit 0:4 verloren ging.[2]

Schautanzgruppe Kürnach e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1999 aus einer ehemaligen fränkischen Volkstanzgruppe hervorgegangene Gruppe ist Mitglied im Deutschen Verband für Schau- und Gardetanzsport e.V. (DVG). Die "Chiquitas" tanzen in der Saison 2017/18 in der Hauptklasse Charakter in der 1. Bundesliga.[17]

Sportschützenverein Kürnach e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 wurde der Verein mit seinem eigenen Schießstand im Keller der Höllberghalle gegründet. Er ist Mitglied im Bund Deutscher Sportschützen und nimmt an den Wettbewerben der Deutschen Meisterschaft teil.[18]

Lauftreff Kürnach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe wurde 2001 gegründet und trifft sich seitdem regelmäßig, um gemeinsam laufen zu gehen.[2]

Tennisclub Kürnach e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde 1974 gegründet und ist Mitglied im Bayerischer Tennis-Verband. Die Tennisplätze mit eigenem Tennisheim befinden sich neben der Grundschule.[2]

Vereine und Gruppierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV Kürnach 1946 e. V.
  • Jugendblasorchester Kürnachtal e. V.
  • Kürnacher Geschichte(n)
  • Gesangverein Eintracht Kürnach e. V.
  • Sportschützenverein Kürnach e. V.
  • Kürnacher Kulturwerkstatt e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Kürnach
  • Die Steckenpferdreiter
  • Bund Naturschutz in Bayern Ortsgruppe Kürnach-Estenfeld-Prosselsheim
  • Verband Wohneigentum Ortsgruppe Kürnach
  • Kameraden- und Soldatenverein Kürnach e. V.
  • Katholischer Deutscher Frauenbund Kürnach
  • Schautanzgruppe Kürnach e.V.
  • Tennisclub Kürnach e.V.
  • Lauftreff Kürnach

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziskus-Bildstock von 1998

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edmund Roser, Schulleiter 1880–1914
  • Joseph Kram, Pfarrer 1911–1930
  • Georg Schuhmann, Pfarrer 1931–1954
  • Engelhilde Wanner OSF, Schulleiterin 1945–1949
  • Otto Habermann, Bürgermeister 1984–1996
  • Christine Demel, Rektorin 1981–1995

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kürnach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heike Drechsler: Kürnbach. …einst Marktflecken zweier Staaten…, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2005, ISBN 3-89735-297-4
  • Ortschronik, 1200 Jahre Quirnaha-Kürnach (779–1979), herausgegeben von Christine Demel im Auftrag der Gemeinde Kürnach
  • Ortschronik, 1225 Jahre Kürnach (779–2004), herausgegeben von Christine Demel im Auftrag der Gemeinde Kürnach

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Christine Demel: Ortschronik, 1225 Jahre Kürnach (779–2004). Hrsg.: Christine Demel im Auftrag der Gemeinde Kürnach.
  3. Bayerische Landesbibliothek Online
  4. a b Gemeinde-Homepage: Geschichte
  5. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, München, 1904
  6. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425.
  7. a b Gemeinde Kürnach: Gemeinde Kürnach - Startseite. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  8. Allianz Würzburger Norden e.V. In: Allianz Würzburger Norden e.V. 29. September 2016 (wordpress.com [abgerufen am 19. Juli 2018]).
  9. Gemeinde Kürnach: Gemeinde Kürnach - Kürnacher Lebensräume. Abgerufen am 23. Juni 2018.
  10. Kürnacher Kulturwerkstatt e.V. – WürzburgWiki. Abgerufen am 9. Juli 2018.
  11. theatergruppe - Gesangverein Kürnach. In: Gesangverein Kürnach. (gesangvereinkuernach.de [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  12. Gemeinde Kürnach: Gemeinde Kürnach - Genussmeile Kürnach. Abgerufen am 16. Juli 2018.
  13. Unterpleichfeld.de: Bachrundweg zwischen Kürnach und Pleichach. Online auf www.unterpleichfeld.de. Abgerufen am 26. Dezember 2016
  14. Symphonisches Blasorchester. Abgerufen am 18. Juli 2018 (deutsch).
  15. Startseite - Gesangverein Kürnach. Abgerufen am 18. Juli 2018 (deutsch).
  16. Unterrichtsorte | Musikschule Würzburg. Abgerufen am 18. Juli 2018 (deutsch).
  17. Super User: Impressum. (stg-kuernach.de [abgerufen am 15. Juli 2018]).
  18. Daniel Döll: Chronik. Abgerufen am 15. Juli 2018 (deutsch).
  19. Rosi Wanner. Abgerufen am 5. Juli 2018 (deutsch).
  20. Traudl Baumeister und Leonie Schneider: Tornado hinterlässt zwei Kilometer lange Spur der Zerstörung. In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 1. Juni 2018]).
  21. Bayerischer Rundfunk: Blumenschmuck am Feiertag: Kürnach: WM-Teppich bei der Fronleichnamsprozession | BR.de. 31. Mai 2018 (br.de [abgerufen am 1. Juni 2018]).
  22. Internationales Jugendfußballturnier in Würzburg. Abgerufen am 9. Juli 2018.
  23. Starkbieranstich 2014 - CSU. Abgerufen am 9. Juli 2018.
  24. Gemeinde Kürnach: Gemeinde Kürnach - Berichte aus dem Jahr 2013. Abgerufen am 16. Juli 2018.