Toyota Mirai

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Toyota
Toyota Mirai – Frontansicht, 11. November 2018, Düsseldorf.jpg
Mirai
Produktionszeitraum: seit 2014
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Elektromotor:
114 kW
Länge: 4890 mm
Breite: 1815 mm
Höhe: 1535 mm
Radstand: 2780 mm
Leergewicht: 1850 kg
Heckansicht

Der Toyota Mirai ist ein viersitziges[1] Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeug der oberen Mittelklasse, das nach Angabe des Herstellers weltweit erste in Großserie produzierte. Nach allgemein üblichen Maßstäben handelte es sich zunächst um eine Mittelserienfertigung, da deutlich weniger als 1.000 Fahrzeuge im Monat gebaut wurden.[2]

Der Mirai wurde 2014 vorgestellt, am 15. Dezember 2014 begann der Verkauf in Japan.[3] In Deutschland wurde der Wagen erstmals im September 2015 ausgeliefert.[4] Bis Dezember 2016 wurden 2840 Exemplare hergestellt und 1500 davon in Japan abgesetzt, 1200 in den USA[5] sowie 30 in Deutschland.[6][7] Bis Ende 2017 wurden etwa 5300 Mirai verkauft.[8] Bis Januar 2018 setzte Toyota in Kalifornien insgesamt mehr als 3000 Exemplare ab, womit das Unternehmen bei den Brennstoffzellenautos in den USA einen Marktanteil von 80 % erreichte.[9] Der Begriff „Mirai“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet Zukunft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toyota begann die Entwicklung eines wasserstoffgetriebenen Fahrzeugs bereits 1992. Die ersten Prototypen wurden mit dem Toyota FCHV 2001 vorgestellt.[10]

Die Markteinführung in Japan wird durch die Regierung unterstützt. Der japanische Premier Shinzō Abe sagte im Juli 2014 zu, jeden Kauf mit umgerechnet 14.000 Euro zu fördern.[11]

In den USA wurde der Mirai 2014 zu einem Verkaufspreis von 57.500 US-Dollar angeboten.[12] In Deutschland wird das Modell nur im Direktvertrieb über Toyota Deutschland zum Preis von 78.600 Euro oder im Leasing angeboten.[13][14] Für die Wartung gibt es in Städten und Regionen mit Mirai Kunden so genannte „Mirai Stützpunkt Händler“. Diese befanden sich im Jahr 2017 in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Karlsruhe.

Ende 2015 wurde ein Mirai in Deutschland Medienvertretern zum Testen überlassen. Eine Testfahrt führte von Berlin nach Bayern und zu einem direkten Vergleich mit dem rein batterieelektrisch angetriebenen Tesla Model S. Dabei wurde nicht nur festgestellt, dass die Tankdauer an den 700-bar-Drucktankstellen bis zu 15 Minuten betragen kann, sondern auch, dass je 100 Kilometer etwa 7 bis 8 Liter Wasser ausgestoßen werden.[15]

Die Produktionslinie in Motomachi in der Nähe der Stadt Nagoya setzt relativ wenige Roboter ein und erlaubt die Herstellung von maximal 13 Fahrzeugen am Tag.[16]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technisch ist der Toyota Mirai ein serieller Hybrid: Der Elektroantrieb bezieht seine Energie aus einer Traktionsbatterie. Sie besteht aus 34 Modulen Nickel-Metallhydrid und hat eine Kapazität von 6,5 Ah bei 244,8 V.[17] Diese wird im Fahrbetrieb von einer Brennstoffzelle nachgeladen, die aus 700-bar-Drucktanks mit Wasserstoff versorgt wird. Der Toyota Mirai erzielt so eine Reichweite von bis zu 500 km. Der Elektromotor treibt den Wagen mit einer Leistung von 114 kW (153 HP oder 155 PS) an. Das maximale Drehmoment liegt bei 335 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 60 mph liegt bei 9 Sekunden, von 0 auf 100 km/h bei 9,6 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit bei 178 km/h.[11][18] Der Wasserstoff wird in zwei getrennten Tanks gespeichert, die bei 700 bar jeweils etwa 2,5 kg Wasserstoff (gesamt 122,4 L) aufnehmen können.[18][19] Die Brennstoffzelle hat ein Volumen von etwa 36½ Litern und leistet somit 3,1 kW pro Liter Bauvolumen.[20]

Bewertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „ADAC Auto Test“ 03/2017 bewertete den Toyota Mirai in der Kategorie „Umwelt/Ecotest“ mit „1,4“, verwies aber darauf, dass Wasserstoff langfristig aus regenerativen Energiequellen wie Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft gewonnen werden müsse. Bei der Tank-to-Wheel-Betrachtung sei der Mirai wie ein Elektroauto geräuscharm und frei von schädlichen Abgasen.[21]

Anfang Juli 2017 wurde das Fahrzeug mit dem „KS-Energie- und Umweltpreis“ ausgezeichnet, einer Auszeichnung für technische Entwicklungen, die eine umweltschonende und sparsame Autofahrt unterstützen.[22][23]

Dagegen verdeutlichte Gregor Honsel ebenfalls im Juli 2014 in einem Kommentar auf heise.de den fossilen Primärenergiebedarf Well-to-Tank des Toyota Mirai, die den auf der Tank-to-Wheel-Betrachtung von Toyota beruhenden positiven Darstellungen zu den Klimaauswirkungen[24] und der Firmenselbstdarstellung[25] entgegenstehe. Er zog daher die Umweltfreundlichkeit Well-to-Wheel in Zweifel.[26] Der Wasserstoff steht dabei als künstlich herzustellender sekundärer Energieträger wegen seiner geringen volumetrischen Energiedichte und der fast ausschließlichen Gewinnung über Dampfreformation aus fossilem Erdgas in der Kritik.[27][28]

Galerie

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toyota Mirai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober 2015: Gebrauchsfähiges Alltagsauto, aufgerufen 6. Oktober 2017
  2. Wasserstoffauto Toyota Mirai: Hässlich, aber schon erfolgreich. Abgerufen am 3. November 2018.
  3. Toyota Unveils 2015 Fuel Cell Sedan, Will Retail in Japan For Around ¥7 Million. 25. Juni 2014, abgerufen am 22. April 2017 (englisch).
  4. Toyotas erstes Brennstoffzellenfahrzeug ab Sommer auf dem Markt. 17. November 2014, abgerufen am 22. April 2017.
  5. Toyota hopes revamped plug-in sells better than first model. 15. Februar 2017, abgerufen am 11. Juni 2017.
  6. Holger Wittich: Brennstoffzellenauto kann sich abschalten. Rückruf Toyota Mirai. In: News > Hersteller. auto motor und sport, 15. Februar 2017, abgerufen am 11. Juni 2017.
  7. Why Toyota Is Recalling All Mirai Fuel Cell Cars on the Road. Fuel Cell Vehicles. In: Fortune. Time Inc., 15. Februar 2017, abgerufen am 11. Juni 2017 (englisch).
  8. Toyota sells 1.52 million electrified vehicles in 2017, three years ahead of 2020 target. In: Global Newsroom > News Release. Toyota Motor Corporation, 2. Februar 2018, abgerufen am 4. Mai 2018.
  9. John Beltz Snyder: Toyota surpasses 3,000 Mirai fuel cell sedan sales. In: Autoblog. 23. Januar 2018, abgerufen am 4. Mai 2018.
  10. Toyotas Hybrid-Serie FCHV. Abgerufen am 22. April 2017.
  11. a b Toyota Mirai – die japanische Zukunft. myCar.net
  12. Mirai Toyota FCV. Offizielle Toyota Seite (Memento vom 9. Januar 2014 im Internet Archive)
  13. Thomas Geiger: Wasser(stoff) marsch!, Tages-Anzeiger vom 25. November 2014.
  14. Der Toyota Mirai: Die erste Wasserstoff-Limousine in Großserie. Abgerufen am 22. April 2017.
  15. Manager-Magazin, 3. November 2015: Der weite Weg zum Wasserstoff, aufgerufen 23. Januar 2019 (archivierte Version)
  16. Jonathan Bell: Toyota wants to change the world with Mirai, its new hydrogen car. wired, 30. Dezember 2017, abgerufen am 4. Mai 2018.
  17. Toyota Mirai Betriebsanleitung, Seite 452
  18. a b Christian Frahm: Toyota Mirai: Wasserstoff marsch! SpiegelOnline, 30. Oktober 2015, abgerufen am 2. November 2015.
  19. Die Zukunft beginnt heute!. Presseinformation von Toyota Deutschland. (Memento des Originals vom 29. November 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.toyota-media.de
  20. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. November 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.toyota-media.de Toyota Presseseite
  21. Toyota Mirai (PDF). adac.de. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  22. KS-Energie- und Umweltpreis. ks-auxilia.de. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  23. KS zeichnet Toyota für den Mirai aus. motorzeitung.de. Abgerufen am 6. Juli 2017.
  24. Toyota, Clever und klimafreundlich: 20 Toyota Mirai für Hamburg, aufgerufen 26. November 2017
  25. Toyota, Toyota im Rahmenprogramm der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn, aufgerufen 28. November 2017
  26. heise.de, 7. Juli 2014: Eines der klimafeindlichsten Autos überhaupt, aufgerufen 8. November 2015
  27. Zeit Online, 7. Oktober 2004: Die Mär vom Wasserstoff, aufgerufen 6. Oktober 2017
  28. Ulf Bossel, April 2006: Wasserstoff löst keine Energieprobleme, PDF, aufgerufen 6. Oktober 2017