Castrocielo

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Castrocielo
Wappen
Castrocielo (Italien)
Castrocielo
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 32′ N, 13° 42′ O41.53111111111113.696111111111250Koordinaten: 41° 31′ 52″ N, 13° 41′ 46″ O
Höhe: 250 m s.l.m.
Fläche: 27 km²
Einwohner: 3.953 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einw./km²
Postleitzahl: 03030
Vorwahl: 0776
ISTAT-Nummer: 060022
Volksbezeichnung: Castrocielesi
Schutzpatron: Santa Lucia
Website: Castrocielo

Castrocielo ist eine Gemeinde in der Provinz Frosinone in der italienischen Region Latium mit 3953 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt 119 km südöstlich von Rom und 41 km südöstlich von Frosinone.

Geographie[Bearbeiten]

Castrocielo liegt am Südabhang des Massivs des Monte Cairo oberhalb des Tals des Liri. Der älteste und höchste Ortsteil ist Villa Euchelia über dem linken Ufer des Baches Fossato. Die Altstadt von Castrocielo liegt gegenüber am Abhang des Monte Asprano. Die meisten Einwohner von Castrocielo leben jedoch heute in den Ortsteilen Castrocielo Stazione und Campo in der Talebene entlang der Via Casilina (SS 6), der antiken Via Latina. Hier hat sich auch Industrie angesiedelt.

Castrocielo ist Mitglied der Comunità Montana Valle del Liri.

Die Nachbarorte sind: Aquino, Colle San Magno, Piedimonte San Germano, Pontecorvo und Roccasecca.

Verkehr[Bearbeiten]

Castrocielo liegt fünf Kilometer von der Autobahn A1 Autostrada del Sole, Ausfahrt Pontecorvo, entfernt.

Mit dem Bahnhof Castrocielo - Aquino liegt der Ort an der Bahnstrecke Rom - Neapel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region von Castrocielo war in der Antike mit Villen und Landgütern besiedelt. Auch Juvenal soll hier eine Villa besessen haben.

Als 590 n. Chr. Aquinum von den Langobarden zerstört wurde, gründeten die überlebenden Bewohner auf dem nahen Monte Asprano das Castrum Coeli (Himmelsfestung). Da dieser Ort jedoch unter Wassermangel litt, siedelten die Einwohner im 11. Jahrhundert in tiefere Lagen um. Die heutigen Gemeinden Castrocielo, Colle San Magno und Roccasecca wurden gegründet. Um die Ruinen der aus dem 2. Jahrhundert stammenden Villa Euchelia siedelte ein Teil der Bewohner von Castrum Coeli. Heute der höchste und älteste Ortsteil vom Castrocielo. Nach dieser palastartigen Villa bekam der Ort den Namen Palazzolo

Palazzolo gehörte im Mittelalter zuerst dem Kloster von Montecassino und später den Grafen von Aquino. 1861 wurde es Teil des Königreichs Italien und 1927 kam es von der Provinz Terra del Lavoro zur neu gegründeten Provinz Frosinone.

Im Jahre 1882 nannte sich Palazzolo in Erinnerung an das Castrum Coeli in Castrocielo um.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 2266 2487 3144 3394 3226 3192 2913 3710 3750

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Laura Materiale (PSI) wurde 2001 im Alter von 21 Jahren zu einer der jüngsten Bürgermeisterinnen Italiens gewählt. Sie wurde im Mai 2006 im Amt bestätigt. Ihr Vater war 30 Jahre Bürgermeister von Castrocielo.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Im Ortsteil Villa Euchelia wurden Reste des Landgutes des Anicius Auchenius Bassus, Konsul des Jahres 408 n. Chr., ausgegraben, das jedoch bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht. Am besten erhalten ist der Kryptoportikus der Villa mit Resten der antiken Ausmalungen. Der Name Euchelia leitet sich wohl von Auchenius her. Im Komplex dieser Villa wurde auch ab dem 6. Jahrhundert das ehemalige Benediktinerinnenkloster Monacato errichtet.
  • Die Pfarrkirche Santa Lucia von Castrocielo wurde 1746 errichtet.
  • Die kleine romanische Kirche Madonna dei Sette Dolori liegt östlich des Ortes am Lago Capo d’Acqua.
  • Auf dem Monte Asprano neben den Resten des Castrum Coeli steht die kleine Kirche Santa Maria Assunta in Cielo, die bis 1601 gemeinsame Pfarrkirche von Palazzolo und Colle San Magno war. Jeden Ostermontag findet eine Prozession zu dieser Kirche statt.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.