Arpino

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Italien; zu anderen Bedeutungen siehe Arpino (Begriffsklärung).
Arpino
Wappen
Arpino (Italien)
Arpino
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 39′ N, 13° 37′ O41.64805555555613.611111111111450Koordinaten: 41° 38′ 53″ N, 13° 36′ 40″ O
Höhe: 450 m s.l.m.
Fläche: 55 km²
Einwohner: 7.314 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einw./km²
Postleitzahl: 03033
Vorwahl: 0776
ISTAT-Nummer: 060010
Volksbezeichnung: Arpinati
Schutzpatron: Madonna di Loreto
Website: www.comune.arpino.fr.it

Arpino (in der Antike: Arpinum) ist eine Stadt in der Provinz Frosinone in der italienischen Region Latium mit 7314 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie liegt 113 km östlich von Rom und 31 km östlich von Frosinone.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Arpino liegt auf einem Bergsattel zwischen den Hügeln von Civitavecchia und Cività Falconara, oberhalb des Tals des Liri. Der Montecoccioli (837 m) ist der höchste Punkt im Gemeindegebiet. Die Altstadt wird überragt vom Stadtteil Civitavecchia (650 m), der antiken Akropolis.

Arpino ist Mitglied der Comunità Montana Valle del Liri.

Die Stadtteile sind: Carnello, Civitavecchia, Collecarino, Colle Lo Zoppo, Forglieta, Sant'Amasio, Vallefredda, Vallone und Vignepiane.

Logo-Bandiera Arancione.jpg

Die Nachbarorte sind: Broccostella, Casalattico, Casalvieri, Castelliri, Fontana Liri, Fontechiari, Isola del Liri, Monte San Giovanni Campano, Santopadre und Sora.

Arpino trägt die Bandiera Arancione, ein Qualitätssiegel im Bereich Tourismus und Umwelt des TCI.

Verkehr[Bearbeiten]

Arpino liegt wenige Kilometer von der der Strada Statale 82 della Valle del Liri entfernt, die von Itri nach Avezzano führt und die Gemeinde über die Auffahrt Ceprano auch an die Autobahn A1 Autostrada del Sole anbindet. Eine Eisenbahnverbindung besteht über die Bahnstrecke Avezzano-Roccasecca.

Geschichte[Bearbeiten]

Arpinum soll der Legende nach von Saturnus gegründet worden sein. Es ist seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. als Siedlung der Volsker nachgewiesen und wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. von den Samniten erobert. Arpinum kam 305 v. Chr. zum Herrschaftsbereich der römischen Republik, zunächst als praefectura, deren Einwohner kein vollwertiges römisches Bürgerrecht hatten (civitas sine suffragio). 188 v. Chr. erhielten die Einwohner das volle Bürgerrecht. 90 v. Chr. wurde Arpinum Municipium. Das antike Arpinum ist vor allem als Geburtsort von Marcus Tullius Cicero bekannt.

In der Völkerwanderungszeit wurde Arpino in Mitleidenschaft gezogen. 702 wurde es vom byzantinischen Kaiser dem langobardischen Herzog von Benevent Gisulf I. übergeben. Im 11. Jahrhundert wurde Arpino von Robert Guiskard für die Normannen erobert. In der Zeit der Staufer wurde der Ort sowohl von Friedrich II. als auch von Konrad IV. zerstört und die Bevölkerung nach Montenero umgesiedelt. Er blieb im Besitz der Staufer, bis er 1265 von Karl I. von Anjou eingenommen und in das Königreich Neapel eingegliedert wurde.

1799 verzichteten die Franzosen aus Ehrfurcht vor Cicero auf eine Plünderung seiner Heimatstadt. 1861 wurde Arpino Teil des Königreichs Italien. 1927 kam es von der Provinz Terra del Lavoro zur neu gegründeten Provinz Frosinone.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 11.530 11.633 11.214 10.634 10.564 10.381 7.601 8.006 7.614

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Fabio Forte (Bürgerliste) wurde im Mai 2006 zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der Stadtteil Civitavecchia ist, wie sein Name („alte Stadt“) verrät, der älteste Teil von Arpino und die antike Akropolis. Dort sind noch die Zyklopenmauern aus vorrömischer Zeit gut erhalten. Daneben sind mittelalterliche Wehrtürme und die Ruine eines Kastells zu sehen.
  • Der Akropolis gegenüber liegt auf dem westlichen Bergsporn das Castello di Ladislao.
  • Die barocke Kirche San Michele birgt Gemälde des heimischen Malers Giuseppe Cesari. Von dort bis zur gotischen Porta Napoli erstreckt sich ein gut erhaltenes mittelalterliches Stadtviertel.
  • Im Palazzo Boncompagni ist die Fondazione Umberto Mastroianni untergebracht, die sich nicht nur dem Werk des wichtigen italienischen Bildhauers, sondern auch weiteren Familienmitgliedern wie Marcello Mastroianni und Chiara Mastroianni widmet. Daneben werden weitere zeitgenössische Künstler gezeigt. Ein Umzug ins Castello di Ladislao ist geplant.[2]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Alljährlich findet in Arpino der europäische Lateinwettbewerb Certamen Ciceronianum Arpinas statt, ausgerichtet vom Zentrum für humanistische Studien „Marcus Tullius Cicero“.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Ein typisches Gericht von Arpino sind Sagne e fagioli, frische Nudeln mit Bohnen, die auch das Leibgericht von Marcello Mastroianni gewesen sein sollen.[3]
  • Arpino ist ein Zentrum des Olivenanbaus. Olivenöl aus Arpino gewinnt regelmäßig nationale Preise.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christof Hennig: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= Dumont-Kunst-Reiseführer). 3. aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arpino – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Fondazione Umberto Mastroianni
  3. www.arpinoturismo.it