Ausonia (Latium)

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Ausonia
Wappen
Ausonia (Italien)
Ausonia
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 21′ N, 13° 45′ O41.35513.748333333333178Koordinaten: 41° 21′ 18″ N, 13° 44′ 54″ O
Höhe: 178 m s.l.m.
Fläche: 20 km²
Einwohner: 2.668 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einw./km²
Postleitzahl: 03040
Vorwahl: 0776
ISTAT-Nummer: 060012
Volksbezeichnung: Ausoniesi
Schutzpatron: Erzengel Michael

Ausonia ist eine Gemeinde in der italienischen Provinz Frosinone in der Region Latium mit 2668 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt 137 km südöstlich von Rom und 59 km südöstlich von Frosinone.

Ausonia

Geographie[Bearbeiten]

Ausonia liegt in den Monti Aurunci oberhalb des Tals des Flusses Ausente. Es ist Mitglied der Comunità Montana L'Arco degli Aurunci.

Zu Ausonia gehören die Ortsteile Selvacava, am Abhang des Monte Fammera (1183 m) und Madonna del Piano im Tal unterhalb von Ausonia.

Die Nachbarorte sind Castelnuovo Parano, Coreno Ausonio, Esperia und Spigno Saturnia (LT).

Verkehr[Bearbeiten]

Ausonia liegt an der Staatsstraße SS 630 von Cassino nach Minturno. Über sie erreicht man in 15 km Entfernung die Autobahn A1 Autostrada del Sole, Ausfahrt Cassino.

Geschichte[Bearbeiten]

Ausonia hat seinen Namen nach einer Stadt der Aurunker, die von den Römern zerstört wurde. Tatsächlich ist diese jedoch bis heute nicht lokalisiert. Ausonia hieß bis 1862 Fratte.

An der Stelle von Fratte-Ausonia lag vermutlich eine Militärstation der Byzantiner. Auch die Anwesenheit der Langobarden ist durch Münzfunde nachgewiesen. Schriftlich taucht Fratte als Castrum Fractarum erstmals 1039 auf, als es zum Kloster von Montecassino kommt. 1058 wurde die Burg von Fratte zwischen Montecassino und dem Herzogtum Gaeta geteilt.

Ab dem 14. Jahrhundert wechselten sich die Adelsfamilien der Caetani, Colonna, Lannoy, De Sangre und der Carafa in der Herrschaft über Fratte ab, bis es im 16. Jahrhundert direkt unter die Kontrolle der Könige von Neapel kam.

Da Ausonia auf der Gustav-Linie lag wurde es in der Endphase des Zweiten Weltkriegs besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. Da Ausonia am Übergang über die Monti Ausoni strategische Bedeutung hatte richtete die deutsche Wehrmacht hier einen Stützpunkt ein. Die Bevölkerung, soweit sie nicht in die Berge geflohen war, wurde im Februar 1944 evakuiert und in das Konzentrationslager Breda bei Cesano di Roma gebracht. Die massive deutsche Präsenz machte Ausonia zum Ziel zahlreicher alliierte Luftangriffe. Ab dem 11. Mai 1944 begann im Zuge der Operation Diadem der Angriff der französischen Armee unter General Alphonse Juin auf das Tal des Ausente. Diese Armee bestand zum größten Teil aus marokkanischen Soldaten, die wegen ihrer Übergriffe auf die Zivilbevölkerung und besonders die zahlreichen Vergewaltigungen gefürchtet waren[2]. Diese Ereignisse verarbeitete Alberto Moravia in seinem Roman Cesira, der von Vittorio De Sica unter dem Titel Und dennoch leben sie (La Ciociara) im nahen Itri verfilmt wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 2.991 3.195 3.753 3.334 3.641 3.601 2.665 2.501 2.563x

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Michele Moschetta (Bürgerliste) wurde im Juni 2004 zum Bürgermeister gewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die in weiten Teilen romanische Burg oberhalb von Ausonia bestimmt immer noch das Panorama des Ortes. Sie wurde vor einigen Jahren restauriert und beherbergt seit 2004 das Museum der Steine (Museo della Pietra).
  • Die Pfarrkirche San Michele Arcangelo wurde über den Resten eines antiken Herkulestempel erbaut.
  • Die Wallfahrtskirche Santa Maria del Piano im Tal unterhalb der Altstadt stammt aus dem 11. Jahrhundert und birgt in der Krypta noch Fresken aus der Erbauungszeit.
  • Zwei Steinlöwen am Ortseingang markierten die Grenze zwischen Montecassino und dem Herzogtum Gaeta.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Ausonia negli anni della guerra 1943-1944

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ausonia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien