Cividale del Friuli

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Cividale del Friuli
Wappen
Cividale del Friuli (Italien)
Cividale del Friuli
Staat: Italien
Region: Friaul-Julisch Venetien
Provinz: Udine (UD)
Koordinaten: 46° 6′ N, 13° 26′ O46.113.433333333333Koordinaten: 46° 6′ 0″ N, 13° 26′ 0″ O
Fläche: 50 km²
Einwohner: 11.615 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 232 Einw./km²
Postleitzahl: 33043
Vorwahl: 0432
ISTAT-Nummer: 030026
Demonym: Cividalesi
Schutzpatron: San Donato
Website: Cividale del Friuli

Cividale del Friuli (furlanisch Cividât, slowenisch Čedad. deutsch Östrich) ist eine traditionsreiche Stadt im nordost-italienischen Friaul (Region Friaul-Julisch Venetien) mit 11.615 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Allgemeines

Statue des Stadtgründers Julius Caesar vor dem Rathaus
Teufelsbrücke mit Dom im Hintergrund

Cividale del Friuli liegt 17 km östlich von Udine unweit der Grenze zu Slowenien beiderseits des Flusses Natisone. Zu erreichen ist Cividale über die Staatsstraße SS 54 von Udine nach Kobarid (Slowenien) oder über die Bahnlinie Udine–Cividale.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Stadt ist eine ursprünglich keltische Siedlung, die von Julius Caesar zur Stadt erhoben wurde (lat. Forum Iulii, Marktplatz des Julius). Im Zuge der Völkerwanderung hielt sich in der Stadt eine Bevölkerung, die kulturell und durch ihre dem Ladinischen verwandte Furlanische Sprache mit den Alpenromanen verbunden war. Kirchlich unterstand Cividale dem Patriarchat von Aquileja. Cividale gehörte nach dem Untergang Westroms zunächst zum Reich Odoakers, dann zum Ostgotenreich und zu Byzanz, ehe es 568 von den Langobarden erobert wurde, die dort zeitweise ein eigenes Herzogtum errichteten. Während der Völkerwanderungszeit litt die Bevölkerung besonders, da die Stadt unmittelbar westlich des Birnbaumer Waldes lag, der als Gebirgspass in den Julischen Alpen das Einfallstor für die jeweils in Italien einfallenden Invasoren bildete.

Um das Jahr 610 wurde Cividale, das damals zum langobardischen Herzogtum von Friaul gehörte, von den Awaren geplündert. Nachdem Gisulf II., der langobardische Herzog von Friaul bereits in der Schlacht gefallen war, suchte seine Frau Romilda mit ihren Söhnen in der Stadt Schutz. Den Awaren gelang es jedoch in die Stadt einzudringen. Den Berichten des Paulus Diaconus zufolge, soll sie selbst die Tore der Stadt geöffnet haben, da sie von der Schönheit des Barbarenherrschers geblendet war. Die männlichen Stadtbewohner wurden angeblich getötet, die Frauen und Kinder verschleppt. Nur den Kindern Gisulfs gelang die Flucht.[2] Unter den Karolingern wurde es Teil der Mark Friaul, dann der Markgrafschaft Verona, gelangte dann unter die Landesherrschaft des Patriarchen von Aquileia, ehe es 1421 an Venedig fiel. Es folgte die Herrschaft der Habsburger (kurz von einem französischen Intermezzo unterbrochen) und 1866 die Eingliederung in das Königreich Italien.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

In der Altstadt ist vor allem die Piazza del Duomo sehenswert. Hier steht der Palazzo Pretorio oder auch Palazzo dei Provveditori Veneti, dessen Entwurf Andrea Palladio zugeschrieben wird und der zwischen 1565 und 1586 errichtet wurde. Seit 1990 ist hier das Archäologische Nationalmuseum von Cividale untergebracht, in dem auch Teile der zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehörenden Reichenauer Handschriften aufbewahrt sind.

Der Dom Santa Maria Assunta aus dem 14. Jahrhundert wurde nach einem Einsturz im Jahr 1502 vom Architekten Pietro Lombardo wieder aufgebaut. An den Dom angeschlossen ist das Museo Cristiano, in dem sich u.a. ein Langobarden-Thron und das Callixtus-Taufbecken besichtigen lassen. Fast noch aufschlussreicher sind Fresken und in Sgraffitotechnik ausgeführte Darstellungen des langobardischen Lebens.

Kirchenschiff des Doms
Tempietto Longobardo

In der Nähe befindet sich auch der 1565 errichtete Stadtpalast. Über den Fluss Natisone führt die Teufelsbrücke, das Wahrzeichen der Stadt. Am Flussufer ist in den Stein ein Gewölbe eingehauen, das als keltisches Hypogäum, römischer Kerker oder auch langobardisches Gefängnis bekannt ist. Die kleine Kirche Santa Maria in Valle aus dem 8. Jahrhundert steht nahe am Fluss im alten langobardischen Viertel und war möglicherweise eine langobardische Pfalzkapelle. Sie wird deshalb auch Tempietto Longobardo genannt. Oberhalb der Stadt im Osten, direkt an der slowenischen Grenze, befindet sich die Kirche Madonna del Monte.

Aus Cividale stammt ein silberner Altaraufsatz aus der Zeit des Patriarchen Pelegrinus II. (1195−1204), dessen lateinische Inschrift mit Hilfe von Buchstabenpunzen hergestellt wurde − über 200 Jahre vor Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg.[3][4]

Die Stadt ist auch durch den in der Umgebung, dem Collio, angebauten Wein bekannt.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter

[Bearbeiten] Literatur

  • Roberta Costantini, Fulvio Dell’Agnese, Micol Duca, Antonella Favaro, Monica Nicoli, Alessio Pasian: Friuli-Venezia Giulia. I luoghi dell’arte, S. 178-183; Bruno Fachin Editore, Triest
  • Silvia Lusuardi Siena: Cividale Longobarda. Materiali per una rilettura archeologica, Milano 2005; I.S.U. Università Cattolica - Largo Gemelli, 1 - Milano
  • Andrea Beltrane, Erika Cappellaro, Claudio Cescutti, Daria Labano, Thai Sac Ma, Michele Stocco: Duomo di Cividale del Friuli, Soroptimist International d’Italia. Club di Cividale del Friuli; Copyright 1998 Parrocchia S. Maria Assunta-Cividale

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Cividale del Friuli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. Walter Pohl: Die Awaren, Ein Steppenvolk in Mitteleuropa 567–822 n. Chr. 2 Aufl. München 2002, ISBN 3-406-48969-9. (S. 239).
  3. Angelo Lipinsky (1986): „La pala argentea del Patriarca Pellegrino nella Collegiata di Cividale e le sue iscrizioni con caratteri mobili“, in: Ateneo Veneto, Bd. 24, S. 75–80 (78–80)
  4. Koch, Walter (1994): „Literaturbericht zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik (1985−1991)“, Monumenta Germaniae Historica: Hilfsmittel, Bd. 14, München, ISBN 978-3-88612-114-4, S. 213
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