Lampertheim

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Dieser Artikel beschreibt Lampertheim in Hessen. Für Lampertheim im Elsass siehe Lampertheim (Bas-Rhin).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lampertheim
Lampertheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lampertheim hervorgehoben
49.68.466666666666792Koordinaten: 49° 36′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Kreis Bergstraße
Höhe: 92 m ü. NN
Fläche: 72,3 km²
Einwohner:

31.422 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 435 Einwohner je km²
Postleitzahl: 68623
Vorwahlen: 06206, 06256, 06241
Kfz-Kennzeichen: HP
Gemeindeschlüssel: 06 4 31 013
Stadtgliederung: Kernstadt und 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Römerstraße 102
68623 Lampertheim
Webpräsenz: www.lampertheim.de
Bürgermeister: Erich Maier (parteilos)
Lage der Stadt Lampertheim im Kreis Bergstraße
Karte
Das Naturschutzgebiet Biedensand

Lampertheim ist eine Stadt in Hessen im Kreis Bergstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage und Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Lampertheim liegt in Südhessen in der Oberrheinischen Tiefebene am Naturschutzgebiet Biedensand (Altrheinarm). Die Stadt grenzt an Biblis, Bürstadt, Lorsch, Viernheim (alle im Kreis Bergstraße) sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Worms (Rheinland-Pfalz) und im Süden an Mannheim (Baden-Württemberg). Sie ist die drittgrößte Stadt im Kreis Bergstraße.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Als Stadtteile gehören zu Lampertheim Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten. Als Wohnplätze existieren zudem Heide, Oberlach-Rosenau, Am Küblinger Damm, Lache, An der Wormser Straße, In den Böllenruthen, In den Ruthen, Wehrzollhaus, Wildbahn und Seehof.

Geschichte [Bearbeiten]

Lampertheim und seine Umgebung sind, wie Funde in der Gemarkung zeigen, seit der jüngeren Steinzeit (3.000–2.000 v. Chr.) durchgehend besiedelt. Auf die jahrhundertelang ansässigen Kelten folgten die Germanen und eine römische Besatzung:

Ein römisches Gräberfeld, römische Schüsseln, Fibeln und Münzen aus der Zeit von Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) lassen darauf schließen, dass Lampertheim ein römisches Lager war.[2]

Erste aus dem Jahre 832 überlieferte Namensformen wie Langobardonheim oder Langbardheim ließen zunächst auf eine Gründung der Langobarden schließen. Es gibt heute jedoch kaum noch Zweifel, dass Lampertheim während der fränkischen Besiedlung entstand und als Heim des Lantberth „der Landglänzende“ (auch Lampert oder Lambert) zu deuten ist.

911 wurde Hofheim erstmals im Codex Edelini des Klosters Weißenburg erwähnt.[3] 1422 führten drei Halbinseln, die gegenüber von Worms im stark mäandernden Rhein gelegen sind, den Namen ”Rosengarten“.[3]

Schon 35 Jahre vorher wurde 1387 die Kellerei Stein (Worms) mit ihren drei Amtsorten Lampertheim, Hofheim und Nordheim zur Hälfte an die Kurpfalz verpfändet.[3] Daraus resultierte eine doppelte und vielfach konkurrierende Gerichtsbarkeit durch den Bischof von Worms, zu dessen Hochstift Lampertheim vorher vollständig gehörte, und dem Kurfürsten von der Pfalz, „Pfalzgraf bey Rhein“. Daher kam Lampertheim unter das Schriesheimer Zentgericht, das im Namen beider Herren urteilte.

Dessen ungeachtet überwog auf Dauer der kurpfälzische Einfluss,[2] und um 1540 wurde in dem gerade wieder aufgebauten Ort – niedergebrannt 1504 im bayrischen Erbfolgekrieg – die Reformation eingeführt.

Der Dreißigjährige Krieg traf Lampertheim besonders schwer: Nach der Zerstörung 1622 gab es nur noch 10 Einwohner – wer von den anderen noch überlebt hatte, der war in die befestigten Orte der Umgebung geflohen.[2]

1716 erhielt der Ort das Marktrecht und am 4. August 1951 das Stadtrecht.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Oktober 1971 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hofheim und Rosengarten nach Lampertheim eingemeindet.[4]

Politik [Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2011 führte bei einer Wahlbeteiligung von 37,7 % zu folgendem Ergebnis:[5]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
44,1 %
31,3 %
17,8 %
6,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,3 %p
-6,3 %p
+9,8 %p
-3,1 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,1 20 44,4 20 46,6 21
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,3 14 37,6 17 31,8 14
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 17,8 8 8,0 4 6,4 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,9 3 10,0 4 8,2 4
FWG Freie Wählergemeinschaft 7,0 3
gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45
Wahlbeteiligung in % 40,8 37,7 44,1

Bürgermeister [Bearbeiten]

Das Alte Rathaus

Bürgermeister in Lampertheim waren seit 1821:[6]

Amtszeit Bürgermeister
1821–1822 Jakob Haumüller
1822–1824 Adam Schick
1825–1830 Adam Thomas
1831–1853 Valentin Billau
1853–1861 Martin Billau
1862–1870 Adam Billau
1870–1872 Hartmann Seelinger
1872–1874 Johann Strauß (Übernahme der Amtsgeschäfte
nach dem Tod von Hartmann Seelinger am 22. August 1872)
1874–1904 Adam Seelinger IX.
1905–1919 Johann Martin Boxheimer
1919–1920 Adam Württemberger 1.
1920–1925 Adam Knecht IX.
1925–1933 Adam Keller
1933–1937 Walter Köhler
1937–1945 Georg Ludwig Grünewald
1945 Adam Keller
1945 Albert Schulte
l945 Adam Keller
1945–1946 Ernst Kretschmar
1946–1960 Adam Günderoth
1960–1966 Kurt Zeilfelder
1966–1981 Hans Pfeiffer
1982–1994 Gisbert Dieter
1994–1997 Jürgen Dieter
seit 1997 Erich Maier

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 5. März 1930 durch Wilhelm Leuschner, Innenminister des Volksstaates Hessen, bewilligt. Die Blasonierung lautet: In Schwarz ein von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen begleitetes silbernes Andreaskreuz.[7]

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Lampertheim unterhält Partnerschaften mit sechs Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Religionen [Bearbeiten]

Die Kirche der Evangelischen Lukasgemeinde wird auch „Dom des Rieds“ genannt

In Lampertheim gibt es diese Kirchengemeinden:

Museen [Bearbeiten]

Das Heimatmuseum Lampertheim wird vom Heimat-, Kultur- und Museumsverein betrieben wird. Beherbergt in einem Fachwerkhaus eines Bauerngehöfts von 1737 bietet es Sonntags die Gelegenheit durch verschiedene Epochen geführt zu werden.

Musik [Bearbeiten]

Unter dem Begriff Musiker Initiative Lampertheim haben sich verschiedene ansässige Musiker zusammengeschlossen und bieten gemeinsam ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm an.

Bauwerke [Bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Michael im Ortsteil Hofheim ist wohl das bedeutendste Bauwerk in Lampertheim. Erbaut wurde sie von Baumeister Balthasar Neumann, der auch direkt nebenan am Wormser Dom arbeitete.

Erwähnenswert in Hüttenfeld sind das im Jahr 1853 vom Baron Rothschild erbaute Schloss Rennhof und das 1906/07 erbaute alte Schulhaus. Im Schloss Rennhof befindet sich seit 1953 ein litauisches Gymnasium.

Sport [Bearbeiten]

  • TV 1896 Hofheim
  • Badmintonverein Lampertheim 88
  • SG Neptun Lampertheim (Schwimmen)
  • Wassersportverein Lampertheim 1929 (u. a. Kanu)
  • Kanu-Club Lampertheim 1952
  • A.S. Azzurri ITALIA Lampertheim (Fußball)
  • Olympia Lampertheim (Fußball)
  • VfB Lampertheim (Fußball)
  • FC Waldesruh Lampertheim (Fußball)
  • FC Waldhorn Lampertheim (Frauen und Männer Fußball)
  • FV Hofheim (Fußball)
  • VLK Lampertheim (Kegeln, Schach)
  • TV Lampertheim (Turnen, Handball, Fußball etc.)
  • Reitsport Weiland
  • DLRG
  • Tc Rot Weiß Lampertheim (Tennis)
  • Radsportverein Solidarität Lampertheim (Kunst- und Einradfahren)
  • SV Alemania Lampertheim (Fußball)
  • TGV-Rosengarten (Jazz und Modern Dance)
  • THC Lampertheim
  • ASV Lampertheim (Ringen)
  • Schützenverein 1923 Hubertus
  • Tauchclub Lampertheim (TCL)

Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]

  • Lampertheimer Spargellauf
  • Lampertheimer Spargelfest
  • Hofheimer Volkslauf
  • Lampertheimer Kerwe
  • Hofheimer Kerwe
  • Lampertheimer Gewerbeschau
  • Lampertheimer Autosalon

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Lampertheim ist Sitz der Quoka-Gruppe. Außerdem gibt es Zweigstellen einiger Großunternehmen (Roche, BASF, früher Ciba, und IXYS). Den Großteil der Arbeitgeber machen jedoch Kleinbetriebe in Handwerk und Dienstleistung aus.

Lampertheim hat einen Bahnhof auf der DB-Strecke 4010 am km 17,550. Das Amtsgericht Lampertheim hat seinen Sitz in der Stadt.

Medien [Bearbeiten]

Einrichtungen der ehemaligen Besatzungsmächte [Bearbeiten]

Die amerikanischen Truppen betreiben bis Ende 2014 im benachbarten Mannheim-Sandhofen den Luftwaffenstützpunkt Coleman Barracks. Amerikanisches Militär nutzte bis Ende 2012 einige Truppenübungs- und Schießplätze im Lampertheimer Wald, die Lampertheim Training Area und betrieb weitere militärische Einrichtungen die nun brach liegen und wieder der Erholung und der Forstwirtschaft zugeführt werden sollen. Zwischen Neuschloß und Hüttenfeld an der L 3110 betreibt der US-amerikanische Auslandsdienst International Broadcasting Bureau eine Sendeanlage.

Bildung [Bearbeiten]

In Lampertheim gibt es vier weiterführende Schulen. Das Lessing-Gymnasium ist ein Gymnasium, das am 4. April 2008 auch die offizielle Urkunde für Hochbegabtenförderung erhalten hat. Zudem ist es eine der ersten Selbstständigen Schulen in Hessen und führt den Titel einer Europaschule. Weiter gibt es die Alfred-Delp-Schule, eine gemeinschaftliche Haupt- und Realschule und die Biedensandschule, eine Sonderschule für besonders förderungsbedürftige Schüler, sowie die Berufliche Schule des Kreises Bergstraße.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Ehrenbürger[8] [Bearbeiten]

  • 1836: Anton Camesasca (1792–1840), Landtagsabgeordneter
  • 1843: Franz Steppes (1790–1844), Großherzoglich-Hessischer Kreisrat
  • 1882: Dr. Julius Usinger (1828–1902), Großherzoglich-Hessischer Kreisrat
  • 1951: Carl Lepper (1886–1962), Rektor
  • 1951: Jakob Günderoth (1858–1952), Schuhmachermeister
  • 1956: Wilhelm Herz (1912–1998), Rennfahrer
  • 1960: Ferdinand Keilmann (1880–1968), Professor, Komponist
  • 1979: Wilhelm Ohl (1909–1976), evangelischer Pfarrer (posthume Ernennung)
  • 1979: Wilhelm Friedrich (1912–2010), katholischer Pfarrer, Geistlicher Rat
  • 1982: Hans Pfeiffer (1923–1981), Bürgermeister (posthume Ernennung)
  • 1995: Alfred Delp (1907–1945), Jesuitenpater, Mitglied in der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis (posthume Ernennung)
  • 2007: Heinrich Karb (* 1922), Stadtarchivar, Heimatforscher, Mundartdichter, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins
  • 2008: Nicole Reinhardt (* 1986), mehrfache Weltmeisterin, Olympiasiegerin im Kajak

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
  2. a b c Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, Chronik der Stadt Lampertheim und ihrer Stadtteile
  3. a b c Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, Historische Zeittafel für Lampertheim und seine Stadtteile
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 210
  5. Hessisches Statistisches Landesamt und Stadt Lampertheim
  6. Stadt Lampertheim
  7. Stadt Lampertheim
  8. http://www.lampertheim.de/buergerservice-rathaus/stadt-portrait/historisches-lampertheim/ehrenbuerger/ Stadt Lampertheim]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Lampertheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lampertheim – Reiseführer