Lampertheim
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Kreis Bergstraße | |
| Höhe: | 92 m ü. NN | |
| Fläche: | 72,3 km² | |
| Einwohner: |
31.422 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 435 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 68623 | |
| Vorwahlen: | 06206, 06256, 06241 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HP | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 31 013 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 4 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Römerstraße 102 68623 Lampertheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Erich Maier (parteilos) | |
| Lage der Stadt Lampertheim im Kreis Bergstraße | ||
Lampertheim ist eine Stadt in Hessen im Kreis Bergstraße.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage und Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Lampertheim liegt in Südhessen in der Oberrheinischen Tiefebene am Naturschutzgebiet Biedensand (Altrheinarm). Die Stadt grenzt an Biblis, Bürstadt, Lorsch, Viernheim (alle im Kreis Bergstraße) sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Worms (Rheinland-Pfalz) und im Süden an Mannheim (Baden-Württemberg). Sie ist die drittgrößte Stadt im Kreis Bergstraße.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Als Stadtteile gehören zu Lampertheim Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten. Als Wohnplätze existieren zudem Heide, Oberlach-Rosenau, Am Küblinger Damm, Lache, An der Wormser Straße, In den Böllenruthen, In den Ruthen, Wehrzollhaus, Wildbahn und Seehof.
Geschichte [Bearbeiten]
Lampertheim und seine Umgebung sind, wie Funde in der Gemarkung zeigen, seit der jüngeren Steinzeit (3.000–2.000 v. Chr.) durchgehend besiedelt. Auf die jahrhundertelang ansässigen Kelten folgten die Germanen und eine römische Besatzung:
- Ein römisches Gräberfeld, römische Schüsseln, Fibeln und Münzen aus der Zeit von Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) lassen darauf schließen, dass Lampertheim ein römisches Lager war.[2]
Erste aus dem Jahre 832 überlieferte Namensformen wie Langobardonheim oder Langbardheim ließen zunächst auf eine Gründung der Langobarden schließen. Es gibt heute jedoch kaum noch Zweifel, dass Lampertheim während der fränkischen Besiedlung entstand und als Heim des Lantberth „der Landglänzende“ (auch Lampert oder Lambert) zu deuten ist.
911 wurde Hofheim erstmals im Codex Edelini des Klosters Weißenburg erwähnt.[3] 1422 führten drei Halbinseln, die gegenüber von Worms im stark mäandernden Rhein gelegen sind, den Namen ”Rosengarten“.[3]
Schon 35 Jahre vorher wurde 1387 die Kellerei Stein (Worms) mit ihren drei Amtsorten Lampertheim, Hofheim und Nordheim zur Hälfte an die Kurpfalz verpfändet.[3] Daraus resultierte eine doppelte und vielfach konkurrierende Gerichtsbarkeit durch den Bischof von Worms, zu dessen Hochstift Lampertheim vorher vollständig gehörte, und dem Kurfürsten von der Pfalz, „Pfalzgraf bey Rhein“. Daher kam Lampertheim unter das Schriesheimer Zentgericht, das im Namen beider Herren urteilte.
Dessen ungeachtet überwog auf Dauer der kurpfälzische Einfluss,[2] und um 1540 wurde in dem gerade wieder aufgebauten Ort – niedergebrannt 1504 im bayrischen Erbfolgekrieg – die Reformation eingeführt.
Der Dreißigjährige Krieg traf Lampertheim besonders schwer: Nach der Zerstörung 1622 gab es nur noch 10 Einwohner – wer von den anderen noch überlebt hatte, der war in die befestigten Orte der Umgebung geflohen.[2]
1716 erhielt der Ort das Marktrecht und am 4. August 1951 das Stadtrecht.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Oktober 1971 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hofheim und Rosengarten nach Lampertheim eingemeindet.[4]
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl 2011 führte bei einer Wahlbeteiligung von 37,7 % zu folgendem Ergebnis:[5]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 44,1 | 20 | 44,4 | 20 | 46,6 | 21 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 31,3 | 14 | 37,6 | 17 | 31,8 | 14 |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | 17,8 | 8 | 8,0 | 4 | 6,4 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 6,9 | 3 | 10,0 | 4 | 8,2 | 4 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft | – | – | – | – | 7,0 | 3 |
| gesamt | 100,0 | 45 | 100,0 | 45 | 100,0 | 45 | |
| Wahlbeteiligung in % | 40,8 | 37,7 | 44,1 | ||||
Bürgermeister [Bearbeiten]
Bürgermeister in Lampertheim waren seit 1821:[6]
| Amtszeit | Bürgermeister |
|---|---|
| 1821–1822 | Jakob Haumüller |
| 1822–1824 | Adam Schick |
| 1825–1830 | Adam Thomas |
| 1831–1853 | Valentin Billau |
| 1853–1861 | Martin Billau |
| 1862–1870 | Adam Billau |
| 1870–1872 | Hartmann Seelinger |
| 1872–1874 | Johann Strauß (Übernahme der Amtsgeschäfte nach dem Tod von Hartmann Seelinger am 22. August 1872) |
| 1874–1904 | Adam Seelinger IX. |
| 1905–1919 | Johann Martin Boxheimer |
| 1919–1920 | Adam Württemberger 1. |
| 1920–1925 | Adam Knecht IX. |
| 1925–1933 | Adam Keller |
| 1933–1937 | Walter Köhler |
| 1937–1945 | Georg Ludwig Grünewald |
| 1945 | Adam Keller |
| 1945 | Albert Schulte |
| l945 | Adam Keller |
| 1945–1946 | Ernst Kretschmar |
| 1946–1960 | Adam Günderoth |
| 1960–1966 | Kurt Zeilfelder |
| 1966–1981 | Hans Pfeiffer |
| 1982–1994 | Gisbert Dieter |
| 1994–1997 | Jürgen Dieter |
| seit 1997 | Erich Maier |
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 5. März 1930 durch Wilhelm Leuschner, Innenminister des Volksstaates Hessen, bewilligt. Die Blasonierung lautet: In Schwarz ein von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen begleitetes silbernes Andreaskreuz.[7]
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Lampertheim unterhält Partnerschaften mit sechs Städten:
- Adria in Italien,
- Dieulouard in Frankreich,
- Ermont in Frankreich,
- Maldegem in Belgien,
- Świdnica in Polen und
- Wierden in Niederlande
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Religionen [Bearbeiten]
In Lampertheim gibt es diese Kirchengemeinden:
- Römisch-katholische Gemeinde Mariä Verkündigung
- Evangelische Martin-Luther-Gemeinde
- Katholische St.-Andreas-Gemeinde
- Evangelische Lukasgemeinde
- Evangelisch-methodistische Kirche
- Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
- Evangelische Liebenzeller Gemeinde
- Neuapostolische Kirche
Museen [Bearbeiten]
Das Heimatmuseum Lampertheim wird vom Heimat-, Kultur- und Museumsverein betrieben wird. Beherbergt in einem Fachwerkhaus eines Bauerngehöfts von 1737 bietet es Sonntags die Gelegenheit durch verschiedene Epochen geführt zu werden.
Musik [Bearbeiten]
Unter dem Begriff Musiker Initiative Lampertheim haben sich verschiedene ansässige Musiker zusammengeschlossen und bieten gemeinsam ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm an.
Bauwerke [Bearbeiten]
Die Pfarrkirche St. Michael im Ortsteil Hofheim ist wohl das bedeutendste Bauwerk in Lampertheim. Erbaut wurde sie von Baumeister Balthasar Neumann, der auch direkt nebenan am Wormser Dom arbeitete.
Erwähnenswert in Hüttenfeld sind das im Jahr 1853 vom Baron Rothschild erbaute Schloss Rennhof und das 1906/07 erbaute alte Schulhaus. Im Schloss Rennhof befindet sich seit 1953 ein litauisches Gymnasium.
Sport [Bearbeiten]
- TV 1896 Hofheim
- Badmintonverein Lampertheim 88
- SG Neptun Lampertheim (Schwimmen)
- Wassersportverein Lampertheim 1929 (u. a. Kanu)
- Kanu-Club Lampertheim 1952
- A.S. Azzurri ITALIA Lampertheim (Fußball)
- Olympia Lampertheim (Fußball)
- VfB Lampertheim (Fußball)
- FC Waldesruh Lampertheim (Fußball)
- FC Waldhorn Lampertheim (Frauen und Männer Fußball)
- FV Hofheim (Fußball)
- VLK Lampertheim (Kegeln, Schach)
- TV Lampertheim (Turnen, Handball, Fußball etc.)
- Reitsport Weiland
- DLRG
- Tc Rot Weiß Lampertheim (Tennis)
- Radsportverein Solidarität Lampertheim (Kunst- und Einradfahren)
- SV Alemania Lampertheim (Fußball)
- TGV-Rosengarten (Jazz und Modern Dance)
- THC Lampertheim
- ASV Lampertheim (Ringen)
- Schützenverein 1923 Hubertus
- Tauchclub Lampertheim (TCL)
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Lampertheimer Spargellauf
- Lampertheimer Spargelfest
- Hofheimer Volkslauf
- Lampertheimer Kerwe
- Hofheimer Kerwe
- Lampertheimer Gewerbeschau
- Lampertheimer Autosalon
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Lampertheim ist Sitz der Quoka-Gruppe. Außerdem gibt es Zweigstellen einiger Großunternehmen (Roche, BASF, früher Ciba, und IXYS). Den Großteil der Arbeitgeber machen jedoch Kleinbetriebe in Handwerk und Dienstleistung aus.
Lampertheim hat einen Bahnhof auf der DB-Strecke 4010 am km 17,550. Das Amtsgericht Lampertheim hat seinen Sitz in der Stadt.
Medien [Bearbeiten]
- Lampertheimer Zeitung
- Südhessen Morgen Ausgabe Lampertheim
Einrichtungen der ehemaligen Besatzungsmächte [Bearbeiten]
Die amerikanischen Truppen betreiben bis Ende 2014 im benachbarten Mannheim-Sandhofen den Luftwaffenstützpunkt Coleman Barracks. Amerikanisches Militär nutzte bis Ende 2012 einige Truppenübungs- und Schießplätze im Lampertheimer Wald, die Lampertheim Training Area und betrieb weitere militärische Einrichtungen die nun brach liegen und wieder der Erholung und der Forstwirtschaft zugeführt werden sollen. Zwischen Neuschloß und Hüttenfeld an der L 3110 betreibt der US-amerikanische Auslandsdienst International Broadcasting Bureau eine Sendeanlage.
Bildung [Bearbeiten]
In Lampertheim gibt es vier weiterführende Schulen. Das Lessing-Gymnasium ist ein Gymnasium, das am 4. April 2008 auch die offizielle Urkunde für Hochbegabtenförderung erhalten hat. Zudem ist es eine der ersten Selbstständigen Schulen in Hessen und führt den Titel einer Europaschule. Weiter gibt es die Alfred-Delp-Schule, eine gemeinschaftliche Haupt- und Realschule und die Biedensandschule, eine Sonderschule für besonders förderungsbedürftige Schüler, sowie die Berufliche Schule des Kreises Bergstraße.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Constantin Braun (* 1988), Eishockeyspieler
- Laurin Braun (* 1991), Eishockeyspieler
- Reinhard Gaier (* 1954), Bundesverfassungsrichter und Juraprofessor
- Denis Gremelmayr (* 1981), ATP-Tennisprofi
- Manfred Herweh (* 1954) Motorradrennfahrer
- Wilhelm Herz (1912–1998), Motorradrennfahrer und Weltrekordhalter
- Martin Jakob Kärcher (1875–1951), Landtagsabgeordneter (DVP)
- Karl Keilmann (1900–1975), Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter in Lampertheim (FDP)
- Carolin Leonhardt (* 1984), Kanutin
- Nicole Reinhardt (* 1986), Kanutin (Olympiasiegerin)
- Klaus Schlappner (* 1940), Fußballtrainer
- Norbert Schwefel (* 1960), Musiker und Produzent
- Elke Voelker (* 1968), Organistin, Musikwissenschaftlerin
Ehrenbürger[8] [Bearbeiten]
- 1836: Anton Camesasca (1792–1840), Landtagsabgeordneter
- 1843: Franz Steppes (1790–1844), Großherzoglich-Hessischer Kreisrat
- 1882: Dr. Julius Usinger (1828–1902), Großherzoglich-Hessischer Kreisrat
- 1951: Carl Lepper (1886–1962), Rektor
- 1951: Jakob Günderoth (1858–1952), Schuhmachermeister
- 1956: Wilhelm Herz (1912–1998), Rennfahrer
- 1960: Ferdinand Keilmann (1880–1968), Professor, Komponist
- 1979: Wilhelm Ohl (1909–1976), evangelischer Pfarrer (posthume Ernennung)
- 1979: Wilhelm Friedrich (1912–2010), katholischer Pfarrer, Geistlicher Rat
- 1982: Hans Pfeiffer (1923–1981), Bürgermeister (posthume Ernennung)
- 1995: Alfred Delp (1907–1945), Jesuitenpater, Mitglied in der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis (posthume Ernennung)
- 2007: Heinrich Karb (* 1922), Stadtarchivar, Heimatforscher, Mundartdichter, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins
- 2008: Nicole Reinhardt (* 1986), mehrfache Weltmeisterin, Olympiasiegerin im Kajak
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ a b c Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, Chronik der Stadt Lampertheim und ihrer Stadtteile
- ↑ a b c Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, Historische Zeittafel für Lampertheim und seine Stadtteile
- ↑ Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 210
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt und Stadt Lampertheim
- ↑ Stadt Lampertheim
- ↑ Stadt Lampertheim
- ↑ http://www.lampertheim.de/buergerservice-rathaus/stadt-portrait/historisches-lampertheim/ehrenbuerger/ Stadt Lampertheim]
Weblinks [Bearbeiten]
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