Muttertag

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Dieser Artikel erläutert den Muttertag als Fest; zu anderen Bedeutungen dieses Begriffes siehe Muttertag (Begriffsklärung).
Ersttag zum Muttertag 1968
Ersttag zum Muttertag 1968

Der Muttertag ist ein Feiertag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft. Er hat sich seit dem 20. Jahrhundert in der westlichen Welt eingebürgert. Im deutschsprachigen Raum und vielen anderen Ländern findet er am zweiten Sonntag im Mai statt. Der nächste Muttertag wird am Sonntag, den 10. Mai 2009 gefeiert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Quellenangaben
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Zum ersten Mal wurde der Muttertag 1914 in den USA als nationaler Feiertag begangen. Der Muttertag hat seinen Ursprung in der Frauenbewegung in England und Amerika. Die Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. 1870 wurde von Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative unter dem Schlagwort peace and motherhood gestartet. Sie hatte das Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.

Als Begründerin des heutigen Muttertags gilt jedoch die Methodistin Anna Marie Jarvis. Sie hatte, in Grafton am 9. Mai 1907, an einem zweiten Sonntag im Mai (zum 2. Todestag ihrer eigenen Mutter, Ann Maria Reeves Jarvis) mit 500 weißen Nelken ihre Liebe zu ihrer gestorbenen Mutter zum Ausdruck bringen wollen und vor der örtlichen Kirche diese an andere Mütter ausgeteilt. Im folgenden Jahr wurde auf ihr Drängen hin in derselben Kirche allen Müttern erstmals eine Andacht gewidmet.

Sie widmete sich nun hauptberuflich dem Ziel, einen offiziellen Muttertag zu schaffen und startete eine Initiative für die Einführung eines offiziellen Feiertags zu Ehren der Mütter, indem sie Briefe an Politiker, Geschäftsleute, Geistliche und Frauenvereine schrieb. Die Bewegung wuchs sehr rasch an. Bereits 1909 wurde der Muttertag in 45 Staaten der USA gefeiert. 1912 führten ihn die Methodisten in West Virginia ein und am 8. Mai 1914 wurde dann vom US-Kongress der 2. Sonntag im Mai zum Mutter-Gedenktag als offizieller Feiertag erklärt. Im Jahre 1914 wurde der Muttertag vom damaligen US-Präsident Woodrow Wilson zum nationalen Feiertag erklärt.

Nachdem England den mothering day übernommen hatte, verbreitete sich der Feiertag 1917 in der Schweiz, 1918 in Norwegen, 1919 in Schweden, in Deutschland seit 1922 und 1924 in Österreich.

Mit steigender Verbreitung und Kommerzialisierung des Muttertags wandte sich die Begründerin des Feiertages von der Bewegung ab, bereute diesen ins Leben gerufen zu haben und kämpfte erfolglos für das Abschaffen des Feiertages.

In Deutschland wurde der Muttertag 1922/23 unterdessen durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber mit Plakaten „Ehret die Mutter“ in den Schaufenstern etabliert und – betont unpolitisch – als Tag der Blumenwünsche gefeiert. Mit Plakaten in Schaufenstern, kleineren Werbekampagnen und Veranstaltungen bis hin zu Muttertagspoesie wurde dem ersten deutschen Muttertag am 13. Mai 1923 durch den Vorsitzenden des Verbandes, Rudolf Knauer, der Weg bereitet. Ab 1926 wurde die Propagierung des Muttertages an die Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung übertragen, um „Kirche und Schule zu gewinnen und die Regierung dahin zu bringen, den Muttertag am zweiten Sonntag im Mai als offiziellen Feiertag festzulegen“. [1]

In Österreich gilt die Begründerin der Frauenbewegung Marianne Hainisch als Initiatorin des Muttertages, der während der zweiten Amtszeit ihres Sohnes Michael Hainisch als Bundespräsident eingeführt wurde. Zusammen mit der Pfadfinderbewegung engagierte sie sich für die Einführung des Muttertags in Österreich, der dort ab 1924 gefeiert wurde.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Feier des Muttertags mit der Idee der "germanischen Herrenrasse" verknüpft. Zudem verknüpften die Nationalsozialisten die gebärfreudige Mutter mit dem Gedanken einer Heldin am eigenen Volke, die dieses durch verstärkte Produktion von Nachwuchs fördere. 1933 wurde der Muttertag ein offizieller Feiertag und erstmals am 3. Maisonntag 1934 als „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ mit der Einführung des Mütterdienstes begangen. Die religiös anmutenden Feierlichkeiten („Mütterweihen“) wurden in Konkurrenz zu christlichen Feiern auf sonntags um 10 Uhr angesetzt. 1938 wurde zusätzlich das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter eingeführt, [2] das am Muttertag 1939 erstmals verliehen wurde. [3]

In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Muttertag 1949 zum am zweiten Maisonntag begangenen nicht-gesetzlichen Feiertag und hat hinsichtlich des Blumenverkaufs eine Sonderstellung. So dürfen Blumenläden an diesem Tag in aller Regel geöffnet bleiben. [4] In Baden-Württemberg gilt dies jedoch nicht, wenn der Muttertag auf einen gesetzlichen Feiertag fällt, wie z.B. im Jahr 2008 auf Pfingstsonntag.[5]

[Bearbeiten] Ökonomische Bedeutung

In den USA werden die finanziellen Aufwendungen für den Muttertag nur durch Weihnachten übertroffen. Nach den Schätzungen der nationalen Einzelhandelsvereinigung werden im Durchschnitt 139 US-Dollar pro beschenkter Mutter ausgegeben. [6]

Nach Angaben des HDE gibt jeder Deutsche im Schnitt 25 Euro für Muttertagsgeschenke aus. Obwohl der Trend hin zu Sachgeschenken geht, werden immer noch größtenteils Blumen verschenkt. So werden in der Muttertagswoche bis zu 130 Millionen Euro Umsatz mit Schnittblumen gemacht.[7]

Die Kommerzialisierung des Tages wurde unter anderem von der „Erfinderin“ Jarvis scharf kritisiert.

[Bearbeiten] Daten in der Welt

Datum Land
2. Sonntag im Februar Norwegen
30. Tag des Monats Schevat (meist im Februar, siehe Jüdischer Kalender) Israel
4. Fastensonntag (2008: 2. März) Vereinigtes Königreich und Republik Irland
3. März Georgien
8. März Internationaler Frauentag: Russland, Bulgarien, Serbien, Montenegro, Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Albanien, Ukraine, Moldawien
21. März (Frühlingsanfang) Palästina, Libanon, Ägypten, Marokko, Syrien
25. März (Mariä Verkündigung) Slowenien
7. April Armenien
1. Sonntag im Mai Litauen, Ungarn, Portugal, Spanien
10. Mai Großteile Südamerikas und Mexiko, Guatemala, Bahrain, Hong Kong, Indien, Malaysia, Oman, Pakistan, Katar, Saudi-Arabien, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate
2. Sonntag im Mai Australien, Belgien, Brasilien, Chile,China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Griechenland, Italien, Japan, Kanada, Liechtenstein, Niederlande, Neuseeland, Österreich, Peru, Schweiz, Taiwan, Tschechien, Türkei, USA, Venezuela, Kolumbien, Slowakei, Südafrika
15. Mai Paraguay
26. Mai Polen
27. Mai Bolivien, Chile, Dominikanische Republik
letzter Sonntag im Mai Frankreich (außer, wenn dieser auf Pfingsten fällt: dann 1. Sonntag im Juni), Schweden
2. Sonntag im Juni Luxemburg
12. August Thailand (Geburtstag von Königin Sirikit)
15. August (Mariä Himmelfahrt) Antwerpen (Belgien), Costa Rica
2. Sonntag im Oktober Argentinien
Letzter Sonntag im November Russland
22. Dezember Indonesien
variabel Iran (Muttertag ist zugleich der Geburtstag der Tochter des Propheten Mohammed, Fatima bint Muhammad)

[Bearbeiten] Muttertag und Pfingsten in Deutschland

In Deutschland ist der Muttertag nicht gesetzlich verankert, vielmehr basiert dessen Datum auf Übereinkünften von Wirtschaftsverbänden. Die Floristenverbände haben den zweiten Sonntag im Mai als Muttertag festgelegt, was dazu führt, dass Pfingstsonntag und Muttertag auf den selben Tag fallen, wenn Ostern spätestens am 26. März gefeiert wird. Zuletzt traf das für die Jahre 1978, 1989 und 2008 zu. Da einige Ländergesetze die Ladenöffnung am Pfingstsonntag untersagen, darf - so beschloss es der deutsche Einzelhandel 1949 - in solchen Fällen ein Ersatztermin gesucht werden.[8] Im Jahre 2007 entbrannte deswegen eine Diskussion zwischen deutschem Einzelhandel und Kalenderverlagen. Die Diskussion endete nach längerem Hin und Her damit, dass der Muttertag 2008 ganz regulär am zweiten Maisonntag, also dem Pfingstsonntag stattfinden wird.[9] Die Entscheidung kam für einige Kalenderverlage jedoch zu spät, sodass viele Kalender für das Jahr 2008 den Muttertag fälschlicherweise am 4. Mai eingetragen haben.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • In der DDR wurde der Muttertag nicht gefeiert, stattdessen wurde der Internationale Frauentag begangen und der Muttertag als westlich-reaktionärer Feiertag abgelehnt.
  • Für den Muttertag werden im Blumenhandel die größten Umsätze des Jahres (vor dem Valentinstag) erzielt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Karin Hausen: Mütter zwischen Geschäftsinteressen und kultischer Verehrung. Der „Deutsche Muttertag“ in der Weimarer Republik; in: Gerhard Huck (Hrsg.): Sozialgeschichte der Freizeit; Wuppertal 1980; S. 249-280
  • Max Matter: Entpolitisierung durch Emotionalisierung. Deutscher Muttertag – Tag der Deutschen Mutter – Muttertag; in: Rüdiger Voigt (Hrsg.): Symbole der Politik, Politik der Symbole; Opladen 1989; S. 123-135
  • Irmgard Weyrather: Mutterkreuz und Muttertag. Der Kult um die „deutsche Mutter“ im Nationalsozialismus; Frankfurt/M.: Fischer, 1993; ISBN 3-596-11517-5

[Bearbeiten] Quellen

  1. Verbandszeitung Deutscher Blumenhändler 13/1926; zitiert nach Hausen (1980)
  2. vgl. Weyrather (1993)
  3. Meyers Lexikon, 8. Aufl., Bd. 8, Sp. 14 Muttertag
  4. Aufgrund §23 LadSchlG; vgl. auch Matter (1989)
  5. DDP: Kein Blumenverkauf am Muttertag, vom 05.05.2008, Abgerufen am 06.05.2008
  6. Handelsblatt: Ausdruck der Liebe, nicht des Konsums; Artikel vom 11. Mai 2007
  7. Süddeutsche.de: Einzelhandel will Muttertag vorziehen; Artikel vom 10. Mai 2007
  8. Donaukurier.de: Muttertag ist am 11. Mai – oder doch nicht?
  9. Welt Online: Muttertag wird nun doch nicht verschoben

[Bearbeiten] Weblinks

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