Präfektur Fukushima

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Fukushima-ken
福島県
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Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Fukushima
Region: Tōhoku
Insel: Honshū
Fläche: 13.782,76 km²
Wasseranteil: 0,9 %
Einwohner: 1.936.450
(1. November 2014)
Bevölkerungsdichte: 140 Einw. pro km²
Landkreise: 13
Gemeinden: 59
ISO 3166-2: JP-07
Gouverneur: Yūhei Satō
Website: www.pref.fukushima.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Flagge der Präfektur Fukushima
Präfekturbaum: Japanische Zelkove
Präfekturblume: Rhododendron brachycarpum
Präfekturvogel: Ficedula narcissina
Tag der Bürger: 21. August

Die Präfektur Fukushima ([ɸɯˈkɯɕima], jap. 福島県, Fukushima-ken) ist eine Präfektur in Japan. Sie liegt in der Region Tōhoku auf der Insel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung ist die gleichnamige Stadt Fukushima.

Geografie[Bearbeiten]

Fukushima ist die südlichste Präfektur der Region Tōhoku und selber wiederum in drei Regionen unterteilt: Hamadōri (浜通り), Nakadōri (中通り) und Aizu (会津).

Hamadōri mit einer Fläche von 2971 km² bildet den Ostteil und erstreckt sich vom Pazifischen Ozean bis zum Gebirgskamm des Abukuma-Hochlandes (阿武隈高地, Abukuma-kōchi). Die Region ist die flachste und besitzt ein warmes Meeresklima.[1]

Daran schließt sich die Region Nakadōri mit 5366 km², die sich bis zum Gebirgskamm des Ōu-Gebirges erstreckt. Sie ist nicht nur das geografische, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum mit Kōriyama, sowie politische und kulturelle Zentrum mit der Präfekturhauptstadt Fukushima.[2]

Die westliche Region ist Aizu mit 5342 km². Sie besteht zu einem großen Teil aus Hochgebirge und gilt daher seit alters her als abgelegen. Allerdings befinden sich im Osten größere Becken wie das langgestreckte Aizu-Becken (会津盆地, Aizu-bonchi) mit dem Regionalzentrum Aizu-Wakamatsu oder das benachbarte Inawashiro-Becken (猪苗代盆地, Inawashiro-bonchi) zwischen dem Fuß des Bandai und dem Inawashiro-See – mit 103 km² Japans viertgrößter See. Von hier bis zum Norden der Region erstreckt sich der Bandai-Asahi-Nationalpark, während sich im Südwesten der Nikkō-Nationalpark mit dem Ozegahara-Gebirgshochmoor befindet. Zudem befindet sich in Aizu der Hiuchi, der mit 2356 m höchste Berg von Tōhoku.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet von Fukushima wurde nicht früher als im 4. Jahrhundert in den japanischen Staatsverband eingegliedert. Die Präfektur Fukushima geht in ihrer Ausdehnung auf die 718 gegründeten Provinzen Iwaki und Iwase zurück. Erstere erstreckte sich über die Küste (Hamadōri) und letztere über das Hinterland (Nakadōri und Aizu) des heutigen Fukushima. Beide gingen bereits wieder 724 in der Provinz Michinoku auf, aus der sie vorher herausgelöst wurden. Allerdings dienten diese als Vorbild der 1869 gegründeten Provinzen Iwaki und Iwashiro (Iwashiro soll auch der vermutete korrekte Name des früheren Iwase sein). Innerhalb dieser Provinzen gab es mehrere Lehen (Han) die 1871 abgeschafft und durch die drei Präfekturen Fukushima, Wakamatsu (若松県, -ken) und Iwamae (磐前県, -ken) ersetzt wurden. Die Präfektur Fukushima erhielt ihren Namen dabei von deren Hauptstadt Fukushima, deren Namen schließlich von der heute nicht mehr vorhandenen Burg stammt, die Sitz des früheren Lehens Fukushima war. 1876 wurden letztere beide Präfekturen der Präfektur Fukushima zugeschlagen, die dadurch ihre heutige Form erhielt.[4]

Beim schwersten Erdbeben seit Beginn der Messungen in Japan, dem Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011, gehörte die Präfektur zu den am schwersten betroffenen Gegenden mit der zweithöchsten Intensitätsstufe 6-stark auf der JMA-Skala. Dies führte auch zu schweren Störfällen und Unfällen bei den Kernkraftwerken Fukushima I und Fukushima II, in deren Folge erstmals in der Geschichte Japans der nukleare Notstand ausgerufen wurde. Der nach dem Atomunfall ausgewiesene Evakuierungsradius um das Kraftwerk Fukushima I von 20 km wurde am 21. April 2011 in eine Sperrzone umgewandelt, die nur noch mit behördlicher Ausnahmegenehmigung betreten werden darf.[5]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Fraktionen im Präfekturparlament (Stand: 4. Juli 2013)[6]
      
Von 57 Sitzen entfallen auf:
  • LDP: 27
  • Minshu Kenmin Rengō (aus DP und SDP): 14
  • Fukushima Mirai Network („Netzwerk Zukunft Fukushima“ aus Parteilosen und Nippon Ishin no Kai): 6
  • KPJ: 5
  • Kōmeitō: 3
  • Fukushima Midori no Kaze („Grüner Wind Fukushima“): 2

Zur Gouverneurswahl im Oktober 2014 trat Gouverneur Yūhei Satō nach zwei Amtszeiten nicht mehr an. Zu seinem Nachfolger wurde mit breiter Unterstützung aus nicht kommunistischen Parteien (LDP, DP, Kōmeitō, SDP) mit rund 490.000 Stimmen der bisherige Vizegouverneur Masao Uchibori gewählt, der sich gegen den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Miyako in Iwate, Yoshihiro Kumasaka, (rund 129.000 Stimmen), und vier weitere Kandidaten durchsetzte. Die Wahlbeteiligung erholte sich leicht vom Rekordtief von 2010 und erreichte 45,85 %.[7] Das Präfekturparlament mit regulär 58 Mitgliedern wurde zuletzt im November 2011 neu gewählt, die Wahl war wegen des Tōhoku-Erdbebens verschoben worden. Dort gewann die Liberaldemokratische Partei eine relative Mehrheit.

Im nationalen Parlament wird Fukushima durch fünf direkt gewählte Abgeordnete im Abgeordnetenhaus vertreten – 2012 gingen vier der fünf Wahlkreise an Liberaldemokraten, einen verteidigte die Demokratische Partei. Ins Rätehaus wählt die Präfektur nach einer 2013 begonnenen Umstellung nur noch einen statt bisher zwei Abgeordnete, und gehört damit nun zu den oft wahlentscheidenden Einmandatswahlkreisen. 2010 teilten sich Demokraten und Liberaldemokraten die beiden Sitze noch wie in den meisten Zweimandatswahlkreisen, 2013 setzte sich die Liberaldemokratin Masako Mori souverän gegen die zweite bisherige Amtsinhaberin Emi Kaneko durch.

Der „Finanzkraftindex“ (zaiseiryoku shisū) der Präfektur Fukushima lag im Fiskaljahr 2009 bei 0,46 und Fukushima lag damit in der gleichen Gruppe von Finanzausgleichsempfängern wie die westliche Nachbarpräfektur Niigata mit vergleichbarer Bevölkerungszahl, aber deutlich hinter den südlichen Nachbarn Ibaraki und Tochigi.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Kreisfreie Städte (, shi)[Bearbeiten]

Landkreise (, gun)[Bearbeiten]

Liste der Landkreise der Präfektur Fukushima, sowie deren Städte (, chō oder machi) und Dörfern (, mura oder son).

Größte Orte[Bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
1. Oktober 2000
Einwohner
1. Oktober 2005
Iwaki 360.138 354.403
Kōriyama 334.824 338.830
Fukushima 291.121 290.867
Aizu-Wakamatsu 135.415 131.402
Sukagawa 79.409 80.383
Minamisōma1 75.246 72.837
Shirakawa 66.048 65.711
Nihonmatsu 66.077 63.179
Kitakata 58.571 56.396
Tamura 45.052 43.253
Sōma2 38.842 38.630
Anmerkungen

1 Zerstörungen durch das Erdbeben und den Tsunami am 11. März 2011, zweite Evakuierungszone: knapp 20 km vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt
2 Zerstörungen durch das Erdbeben und den Tsunami am 11. März 2011

Partnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hama-dori. Präfektur Fukushima, abgerufen am 23. Dezember 2011 (englisch).
  2. Naka-dori. Präfektur Fukushima, abgerufen am 23. Dezember 2011 (englisch).
  3. Aizu. Präfektur Fukushima, abgerufen am 23. Dezember 2011 (englisch).
  4. History and Tradition. Präfektur Fukushima, abgerufen am 23. März 2011 (englisch).
  5. Regierung richtet Sperrzone um Fukushima ein. In: Die Zeit, 21. April 2011.
  6. Präfekturparlament Fukushima: Abgeordnete nach Fraktion
  7. NHK News, 27. Oktober 2014: 福島県知事選 元副知事の内堀氏 当選 (eine Woche online)

37.399722222222140.46638888889Koordinaten: 37° N, 140° O