Julian Assange

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Julian Assange 2009 in Kopenhagen
Jacob Appelbaum mit dem via Skype zugeschalteten Julian Assange auf dem 30C3 im Dezember 2013

Julian Paul Assange[1] [əˈsɒndʒ, əˈsɑːndʒ][2] (* 3. Juli 1971[3] in Townsville, Queensland[1]) ist ein australischer politischer Aktivist, investigativer Journalist, ehemaliger Computer-Hacker, Programmierer und Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks. Er ist neben dem WikiLeaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson sowie Daniel Domscheit-Berg und Herbert Snorrason, die WikiLeaks im September 2010 verließen,[4] eine der wenigen bekannten Personen der Whistleblower-Plattform im Internet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, geheimgehaltene Dokumente allgemein verfügbar zu machen. Assange machte widersprüchliche Aussagen dazu, ob er als Gründer der Organisation bezeichnet werden könne.[5][6][7] Er erhielt verschiedene Journalismus-Preise und Auszeichnungen.

WikiLeaks hat mehrfach interne Dokumente von US-Armee und -Behörden veröffentlicht, unter anderem zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Assange droht deswegen ein Strafprozess in den USA. Einige bekannte US-Politiker und Journalisten haben seine Hinrichtung, oder gezielte Tötung (englisch „Assassination“) durch Militär oder Geheimdienste, teilweise auch mit illegalen Mitteln, gefordert. Frühere Unterstützer haben sich zunehmend kritisch über Assange geäußert, insbesondere über seinen Führungsstil in der mittlerweile weitgehend inaktiven Organisation.

Nachdem in Schweden im Herbst 2010 Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben worden waren, schickte sich sein Gastland Großbritannien an, ihn dorthin zu überstellen. Assange bezeichnet die schwedischen Vorwürfe als Teil eines Komplotts gegen ihn und befürchtet, dass er als Folge an die USA ausgeliefert werden könne, wo ihn kein fairer Prozess erwarten würde. Nachdem in Großbritannien alle rechtlichen Mittel gegen eine Auslieferung an Schweden ausgeschöpft waren, floh er im Juni 2012 in die Botschaft Ecuadors in London und bat dort um politisches Asyl, das im August 2012 bewilligt wurde. Seitdem lebt er in der Botschaft. Seine Flucht in die Botschaft löste erhebliche internationale diplomatische Verwicklungen aus. Am 18. August 2014 kündigte Assange an, die Botschaft zu verlassen, bestritt aber, dass dies wegen seiner gesundheitlichen Probleme erfolgen werde.[8]

Werdegang[Bearbeiten]

Assange in Norwegen im März 2010

Julian Assanges Eltern betrieben einen Wanderzirkus. Er verbrachte seine Kindheit in der Nähe des australischen Ortes Byron Bay, einem Zentrum für alternative Künstler. Später zog die Familie auf die Insel Magnetic Island bei Townsville.[9] Nach der Trennung seiner Eltern wuchs Assange bei seiner Mutter auf, die 1979 einen Musiker heiratete. Aus dieser Ehe ging Assanges Halbbruder hervor. Nach der erneuten Trennung wechselte Assanges Mutter, da sie filmschaffend tätig war und sich zeitweise auf der Flucht vor einer Sekte und ihrem zweiten Mann befand,[10] mit beiden Kindern häufiger den Wohnort, wodurch diese zu häufigen Schulwechseln und zwischenzeitlichem Hausunterricht gezwungen waren.

Später studierte Assange Physik und Mathematik an der University of Melbourne,[1] ohne jedoch einen Abschluss zu erlangen.[11] Als die mathematische Fakultät seiner Universität im Rahmen eines Vertrages mit der US-Armee Studien erstellte, die das Verhalten von militärisch eingesetzten Truppentransportern und Bulldozern verbessern sollten, exmatrikulierte sich Assange aus Protest gegen das, was er „die Optimierung einer Killer-Maschine“ nannte.[12]

Erste Programmiererfahrungen sammelte Assange auf einem C64, 1987 beschaffte er sich ein Modem.[9] Unter dem Pseudonym „Mendax“ (lateinisch für „Lügner“) begann er erste Aktivitäten als Hacker. Er und zwei weitere Hacker schlossen sich zusammen und gründeten eine Gruppe namens „International Subversives“. Aufgrund dieser Aktivitäten führte die „Australian Federal Police“ 1991 in seinem Haus in Melbourne eine Razzia durch. 1992 wurde Julian Assange in 24 Fällen des illegalen „Hackens“ für schuldig befunden, weshalb er ein Bußgeld in Höhe von 2100 australischen Dollar bezahlen musste und eine Bewährungsstrafe erhielt.[13] 1995 schrieb Assange den ersten freien Portscanner namens Strobe.[14] Er beschäftigte sich auch mit Verschlüsselungssoftware und erfand 1997 das Dateisystem Rubberhose, das einen glaubhaft abstreitbaren Verschlüsselungsmechanismus darstellt.[15]

Während seiner Zeit als Hacker lernte er seine spätere Frau kennen. 1989 zogen beide zusammen, ein gemeinsamer Sohn wurde geboren. 1991 trennte sich das Paar. 1999, nach einem jahrelangen Rechtsstreit, einigten sich Assange und seine Mutter Christine mit der Kindesmutter auf ein gemeinsames Sorgerecht.[9]

Seit 2006 ist er für WikiLeaks aktiv. Nach eigener Aussage hat er „im Internet Geld verdient“ und konnte somit unbezahlt für WikiLeaks arbeiten.[5] Infolge seiner Arbeit für WikiLeaks wurde er mehrmals verhaftet, abgehört, zensiert und auch erfolglos verklagt.[16] 2011 wurde Assange von dem damals 18-jährigen Sigurdur Thordarson, der anderthalb Jahre bei WikiLeaks volontierte, für das FBI ausspioniert.[17][18]

Assange kündigte seinem bis dahin engsten Vertrauten Daniel Domscheit-Berg im August 2010 in einem Chat. Domscheit-Berg hatte zunehmend Kritik an der Arbeitsweise von WikiLeaks geäußert: Er wollte feste Strukturen, ein Büro, bezahlte Angestellte. Und er wollte über diese Dinge offen diskutieren. Später verarbeitete er seine Kritik in einem Buch.[19]

Weltanschauung[Bearbeiten]

Assange hängt einer libertären Weltanschauung an. 2006 veröffentlichte er den Aufsatz Conspiracy as Governance, in dem er seine politischen Grundüberzeugungen darlegt. Darin bezeichnet er jede autoritäre Governance als „Verschwörung“, die zum Schaden der Bevölkerung arbeiten würde. Die „Verteidiger von Wahrheit, Liebe, und Selbstverwirklichung“ hätten diese Verschwörungen zu bekämpfen. In Zeiten vor der Alphabetisierung sei dieser Kampf mit Attentaten geführt worden, heute gehe es darum, die Kommunikationsverbindungen zwischen den einzelnen Verschwörern zu stören und sie von ihrem geheimen Informationszufluss aus der Außenwelt abzuschneiden.[20] Der amerikanische Historiker Sean Wilentz deutet die Praxis von WikiLeaks, geheime Informationen der Regierung zu stehlen und an die Öffentlichkeit zu geben, als Verwirklichung der in diesem Text dargelegten politischen Grundüberzeugungen.[21]

Im August 2013 bekannte Assange seine Bewunderung für Ron Paul und dessen Sohn Rand von der Tea-Party-Bewegung. Beide seien die stärksten Unterstützer im Kampf gegen die Angriffe der amerikanischen Regierung auf WikiLeaks gewesen und ständen zudem in entschiedener Opposition gegen den Drohnenkrieg und die Praxis ungesetzlicher gezielter Tötungen. Mit Bezug auf die amerikanischen Wahlen erklärte er, der libertäre Flügel der Republikanischen Partei sei derzeit „die einzige Hoffnung“.[22]

Laufende Ermittlungsverfahren[Bearbeiten]

USA[Bearbeiten]

Die Regierung der Vereinigten Staaten betrachtet infolge verschiedener für sie problematischer Veröffentlichungen durch WikiLeaks deren exponierteste Person, Julian Assange, als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit. Allerdings ist nicht klar, gegen welche Gesetze Assange, der es zuletzt vermied, in die USA einzureisen, konkret verstoßen haben soll. Nach der Verhaftung von Bradley Manning, dem vorgeworfen wird, das Video „Collateral Murder“ und die Depeschen amerikanischer Botschaften an WikiLeaks weitergegeben zu haben, stand Beihilfe zur Spionage als möglicher Anklagepunkt im Raum. Assange selbst berief sich auf den Freedom of Information Act; er habe das Material nur veröffentlicht, nicht selbst beschafft, und der Name Mannings sei ihm erst aus den Medien bekannt geworden. Manning sollen Hafterleichterungen angeboten worden sein, für den Fall, dass er aussage, Assange habe ihn angestiftet. Eine solche Aussage hätte eine Verfolgung Assanges wegen Verschwörung erleichtert. Nach monatelangen Ermittlungen war es den amerikanischen Behörden jedoch nicht möglich, eine direkte Verbindung zwischen Manning und Assange nachzuweisen.[23]

Die US-Regierung zog auch in Erwägung, ein Gesetz aus dem Jahre 1917 (Espionage Act USC 18, Pt. 1, Ch. 37),[24] das zur Zeit des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg geschaffen wurde, gegen Assange anzuwenden. Die Problematik besteht aber in der Formulierung des Gesetzes, dessen Intention gegen Spionage mit der Situation zu Beginn des 21. Jahrhunderts nichts mehr zu tun hat. Es wurde 1971 erfolglos gegen Daniel Ellsberg angewendet – der die für die US-Regierung peinlichen und entlarvenden Pentagon-Papiere über den Vietnamkrieg veröffentlicht hatte – und steht im Widerspruch zum First Amendment, einem Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten.[25] Assange selber befürchtet eine Auslieferung von England oder Schweden aus in die USA.[26][27][28][29] Die USA versuchen auch Hilfe von Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Australien sowie anderen Verbündeten zu erhalten.[30] Für den Fall einer Auslieferung an die USA fürchtet Assange um sein Leben.[31] Um dem vorzubeugen, gab er Ende 2010 bekannt, dass, sollte ihm etwas zustoßen, WikiLeaks auf 2000 Webseiten weltweit alle noch nicht veröffentlichten Dokumente auf einmal ins Netz stellen würde.[32]

Aus den Global Intelligence Files des amerikanischen Unternehmens Strategic Forecasting (Stratfor) geht hervor, dass die US-Regierung schon seit Dezember 2010 eine ‚geheime Anklage‘ (‚sealed indictment‘) gegen Assange vor einer Grand Jury auf der Grundlage des Spionagegesetzes von 1917 vorbereitet.[33] Das Justizministerium der Vereinigten Staaten nimmt dazu keine Stellung. In den USA kann eine Anklageschrift versiegelt werden, um sie geheim zu halten.

Bis zum Sommer 2012 gelang es den Behörden der Vereinigten Staaten nicht, eine Anklage gegen Assange zu formulieren oder einen Auslieferungsantrag an Großbritannien zu stellen.[34] Auch das schwedische Justizministerium erklärte im August, von keinem amerikanischen Auslieferungsantrag zu wissen. Cecilia Riddselius, die zuständige Direktorin im schwedischen Justizministerium, betonte, dass gemäß der Grundrechte-Charta der EU eine Auslieferung in die USA nur dann möglich sei, wenn keine Gefahr für das Leben des Gefangenen bestehe.[35]

Haftbefehl in Schweden und Verhaftung in Großbritannien[Bearbeiten]

Seit Ende August oder Anfang September 2010 läuft in Schweden ein Ermittlungsverfahren gegen Assange wegen sexueller Vergehen an zwei Schwedinnen.[36] Unterstützer Assanges sehen das Verfahren als Schmierkampagne politischer Gegner an, um WikiLeaks zu schaden. Schwedens zuständige Staatsanwältin (överåklagare in Schweden) Marianne Ny betonte daraufhin im Dezember 2010, keinerlei politischem oder anderweitigem Druck ausgesetzt zu sein.[37]

Einen Tag, nachdem die schwedische Piratenpartei Wikileaks ihre Server in Solna angeboten hatte (s. u.), wurde am 20. August 2010 ein Haftbefehl gegen Assange wegen Vergewaltigung erlassen, am Tag darauf aber wieder aufgehoben, da die Ermittlungsbehörde den Vorwurf der Vergewaltigung als unbegründet ansah. Nachdem bekannt geworden war, dass Assange bei der schwedischen Zuwanderungsbehörde eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung beantragt hatte, nahm die schwedische Ermittlungsbehörde – unter der neuen Anklägerin Marianne Ny – am 1. September 2010 ihre Ermittlungen gegen Assange wieder auf,[38] nun wegen „sexueller Nötigung und sexueller Belästigung“.[39] Assange selbst bestritt die Vorwürfe und sprach von „schmutzigen Tricks“ seiner Gegner.[40]

Am 18. November 2010 beantragte die schwedische Staatsanwaltschaft erneut einen Haftbefehl wegen Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Nötigung; das zuständige Amtsgericht beschloss einen international wirkenden Haftbefehl. Assange ging in Berufung. Das zweithöchste schwedische Gericht ließ den Haftbefehl bestehen, milderte jedoch den Anklagepunkt der Vergewaltigung auf „minder schwere Vergewaltigung“ ab.[41][42]

Am 1. Dezember 2010 wurde bekannt, dass Interpol[3] eine „Red Notice“ gegen Assange erlassen hatte. Diese „roten Mitteilungen“ bedeuten, dass die 188 Mitgliedsstaaten von Interpol das Land, aus dem der ursprüngliche Haftbefehl stammt, bei der Suche nach einer Person „mit Blick auf ihre Festnahme und Auslieferung“ unterstützen sollen. Bei der sogenannten „Red Notice“ handelt es sich um das schärfste Mittel, das Interpol zur Verfügung steht. Im Deutschen wird dies häufig als „Internationaler Haftbefehl“ bezeichnet, angewendet wurde hierbei die spezielle Regelung des „Europäischen Haftbefehls“.[43][44][45][46] Interpol selbst vermeidet jedoch im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung „Arrest warrant“ (englisch für Haftbefehl), um den Unterschied zu den nationalen Haftbefehlen zu betonen.[47][48] Assange wurde wegen der gegen ihn in Schweden erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe gesucht. Sein Anwalt hatte wenige Stunden vor der Veröffentlichung der „Red Notice“ durch Interpol ein Berufungsgericht in Schweden angerufen und die Aufhebung des schwedischen Haftbefehls beantragt.[49][50]

Am 7. Dezember 2010 stellte sich Assange in London der Polizei und wurde in Untersuchungshaft genommen.[51] Er befand sich im dortigen Gefängnis Wandsworth.[52] Eine Woche später entschied ein Londoner Gericht, Assange gegen eine Kaution von 200.000 britischen Pfund in bar (ca. 240.000 €) zuzüglich der Bereitstellung von 40.000 Pfund durch zwei Bürgen freizulassen. Außerdem muss er eine elektronische Fußfessel tragen und eine Reihe weiterer Auflagen einhalten. Nachdem die britische[53][54] Staatsanwaltschaft Berufung gegen die Freilassung eingelegt hatte,[55] entschied das Gericht am 16. Dezember 2010, Assange dennoch zu den oben genannten Bedingungen auf Kaution aus der Haft zu entlassen,[56] was noch am selben Tag geschah.[57] Der Journalist Vaughan Smith beherbergte Assange und bekannte sich öffentlich zu seiner Unterstützung. Im Januar 2011 fand eine kurze Verhandlung in London statt, eine weitere Anhörung zur möglichen Auslieferung nach Schweden begann im Februar und wurde weiter vertagt.[58] Der Londoner Magistrates’ Court entschied noch im Februar, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden dürfe. Assange legte dagegen Berufung ein; das Berufungsverfahren vor dem Londoner High Court begann im Juli 2011.[59] Am 2. November 2011 entschied der High Court, dass Assange von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden dürfe.

Assange legte dagegen eine letzte Berufung beim höchsten Gericht, dem Supreme Court, ein, die am 16. Dezember für zulässig erklärt wurde, da der juristische Streit grundsätzliche Bedeutung hat.[60][61][62] Am 1. Februar 2012 begann hierzu eine zweitägige Anhörung. Am 30. Mai entschied dieses Gericht, dass Assange ungeachtet der Möglichkeit, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen, innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden müsse. Es billigte den Verteidigern Assanges allerdings eine Frist von zwei Wochen zu, um einen Antrag auf eine Neuaufnahme des Falls einzureichen. Innerhalb dieser Zeit werde Assange nicht ausgeliefert werden.[63] Am 12. Juni 2012 stellte Assange einen entsprechenden Antrag, der jedoch zwei Tage später abgewiesen wurde.[64] Damit konnte Assange ab dem 28. Juni innerhalb von zehn Tagen von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden.[65]

Um sich seiner Auslieferung zu entziehen, flüchtete Assange am 19. Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London und bat um politisches Asyl. Am 16. August teilte Außenminister Ricardo Patiño auf einer Pressekonferenz in Quito mit, dass Assange Asyl in Ecuador gewährt werde. Ein Vertreter des britischen Außenministeriums verkündete jedoch kurz zuvor, dass Assange verhaftet werde, sobald er die ecuadorianische Botschaft verlasse.[66]

Asyl- und Aufenthaltsverfahren[Bearbeiten]

Antrag auf Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Schweden[Bearbeiten]

Nachdem Assange durch die Veröffentlichung von US-Militärdokumenten zum internationalen Militäreinsatz in Afghanistan politisch unter Druck geraten und eine gewaltsame Stilllegung der WikiLeaks-Server in den USA zu befürchten war, stellte Mitte August 2010 die schwedische Piratenpartei WikiLeaks ihre Internetserver zusätzlich zu den bereits in Solna bestehenden des Unternehmens PRQ AB zur Verfügung.[67]

Da Journalisten in Schweden einen ungleich umfassenderen Quellenschutz als anderswo genießen, allerdings nur bei Besitz des „Utgivningsbevis“, einer speziellen schwedischen Lizenz,[68] hatte Assange seinerseits etwa zur selben Zeit eine schwedische Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beantragt. Der Gründer und ehemalige Parteivorsitzende der schwedischen Piratpartiet, Rickard Falkvinge, teilte in diesem Zusammenhang den Medien mit, dass Assange mit einem schwedischen Wohnort den Status eines „medienverantwortlichen Herausgebers“ anstreben und damit eine Basis dafür schaffen würde, WikiLeaks auf legaler Grundlage weiterzuführen.[69]

Nach den beiden in der Zwischenzeit gegen ihn ergangenen Haftbefehlen (s. o.) wurde Assanges Antrag schließlich im Oktober 2010 ohne Angabe von Gründen abgelehnt.[70]

Im Gefolge der gegen ihn geführten Ermittlungen der schwedischen Justiz und seiner kurzfristigen Inhaftierung änderte Assange seine Meinung über Schweden: Das Bild vom sozialdemokratischen Musterstaat sei falsch, vielmehr sei das düstere Bild zutreffend, das Stieg Larsson in seinen Romanen gezeichnet habe.[71]

Spekulationen über Asylantrag in der Schweiz[Bearbeiten]

Anfang November 2010 erklärte Assange, er erwäge in der Schweiz Asyl zu beantragen und WikiLeaks dort anzusiedeln. Damit sollten die politisch brisanten Aktivitäten der Enthüllungsplattform abgesichert werden.[72] Die Chancen zur Annahme dieses Asylantrags seien nach Angaben der Schweizerischen Flüchtlingshilfe gering. Assange müsse zuerst den Schutz seines Heimatlandes Australien in Anspruch nehmen und glaubhaft machen, dass Australien ihn nicht schützen könne, was sehr schwierig sei.[73]

Dementiertes Asylangebot von Ecuador 2010[Bearbeiten]

In der Folge der Veröffentlichung von geheimen Botschaftsberichten im November 2010 bot der stellvertretende Außenminister von Ecuador, Kintto Lucas, Assange ein Aufenthaltsrecht ohne weitere Bedingungen in dem südamerikanischen Land an.[74] Rafael Correa, Präsident von Ecuador, dementierte das Asylangebot. Dies sei eine persönliche Ansicht von Lucas gewesen, stellte Correa klar.[75]

Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London und Asylangebot 2012[Bearbeiten]

Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London

Am 19. Juni 2012 begab sich Assange in die ecuadorianische Botschaft in London und beantragte dort politisches Asyl. Sein Heimatland gewähre ihm nicht die notwendige Unterstützung und er befürchte, über Schweden in die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden, wo ihm die Todesstrafe drohe.[76][77] Der Außenminister Ecuadors, eines Unterzeichnerlandes der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Ricardo Patiño, erklärte zunächst, das Gesuch von Assange werde geprüft und Assange stehe unter dem Schutz der Botschaft. Die Botschafterin Ecuadors in London, Ana Albán Mora, wurde zu Konsultationen in ihr Heimatland zurückgerufen.[78] Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, war im Mai Gast bei Assanges Talkshow The World Tomorrow.[79][80] Bereits im April 2011 hatte Ecuador die amerikanische Botschafterin Heather M. Hodges ausgewiesen. Sie hatte in einer von WikiLeaks veröffentlichten Botschaftsdepesche Präsident Rafael Correa die Duldung von Korruption vorgeworfen. Die USA hatten darauf ihrerseits mit der Ausweisung von Luis Gallegos reagiert.[81]

Da Assange mit der Flucht in die Botschaft gegen seine Kautionsauflagen verstieß, drohte ihm die britische Polizei mit der Festnahme, falls er die Botschaft wieder verlassen sollte.[82] An seinem Asylbegehren wurde kritisiert, dass Ecuador entgegen Assanges Vorstellungen und Zielen 2012 in der jährlich von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit weit unten auf Platz 104 stand.[83] Jemima Khan, die einen Teil der Kaution für Assange hinterlegt hatte, äußerte sich über Twitter kritisch. Sie habe von ihm erwartet, sich den Vorwürfen in Schweden zu stellen.[84] Andere prominente Unterstützer Assanges beteiligten sich hingegen an einer Kampagne zugunsten seines Asylbegehrens.[85] Im Juli übernahm der spanische Jurist Baltasar Garzón kostenlos die Leitung der Verteidigung von Assange.[86]

Die schwedische Staatsanwaltschaft lehnte ein Angebot Ecuadors ab, ihn in der Londoner Botschaft zu verhören.[87] Am 16. August 2012 gab Ricardo Patiño bekannt, dass sein Land Julian Assange politisches Asyl gewähre.[88] Der britische Außenminister William Hague erklärte daraufhin, Großbritannien erkenne das „Prinzip des diplomatischen Asyls“ nicht an. Am 19. August 2012 hielt Assange eine vorher angekündigte Rede vom Balkon des Botschaftsgebäudes an Unterstützer, die sich auf der Straße versammelt hatten.[89] Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) beraumte wegen des diplomatischen Streits zwischen Großbritannien und Ecuador eine Dringlichkeitssitzung an.[90] Am 18. August 2014 kündigte Assange an, die Botschaft zu verlassen.[91]

Forderungen nach Hinrichtung oder Tötung aus den USA[Bearbeiten]

Julian Assange sah sich in den USA scharfen Angriffen seitens konservativer Kreise aus Politik, Medien und Militär ausgesetzt. Einige Stimmen aus Politik und Medien forderten seine Hinrichtung nach einem Strafprozess, während einige Medienkommentatoren eine „gezielte Tötung“ ohne Prozess (engl. „Assassination“) forderten.[92] Aus Kreisen des Militärs gab es auch Stimmen, die ihn als Internet-Terroristen in Kriegszeiten einstuften und seine Tötung für erforderlich erachteten, dies jedoch gleichzeitig als Handlungsoption der USA ausschlossen:

„Julian Assange ist ein Cyber-Terrorist in Kriegszeiten, er ist der Sabotage, Spionage, und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig – er sollte getötet werden, aber wir werden das nicht tun. (orig.: Julian Assange is a cyber terrorist in wartime, he's guilty of sabotage, espionage, crimes against humanity – he should be killed, but we won't do that.)“[93]

Am 30. November 2010 empfahl Tom Flanagan, US-Bürger und ehemaliger Berater des kanadischen Premierministers Stephen Harper, in einem Interview mit CBC News einen Anschlag auf Assange mittels einer bewaffneten Drohne (orig.: “use a drone or something […] Assange should be assassinated”).[94] Er zog diese Aussage nach einer Strafanzeige durch einen kanadischen Rechtsanwalt zurück.[95]

Am 1. Dezember 2010 forderte der Republikaner Mike Huckabee die Todesstrafe für die Staatsbediensteten hinter der undichten Stelle, denn „alles unterhalb der Exekution wäre eine zu nette Bestrafung“ (orig.: “anything less than execution is too kind a penalty.“).[96] Diese Forderung wurde teilweise von Kathleen McFarland, einer Pentagon-Beraterin unter den Präsidenten Nixon, Ford und Reagan und heutige Analystin für Fox News, unterstützt und auf Assange ausgedehnt, falls er schuldig gesprochen werde. (orig.: “If he's found guilty, he should be executed.”).[97]

Am 6. Dezember 2010 forderte der Fox-Moderator Bob Beckel in der Sendung Follow The Money:

“A dead man can't leak stuff. This guy's a traitor, he's treasonous, and he has broken every law of the United States. […] And I'm not for the death penalty, so […] there's only one way to do it: illegally shoot the son of a bitch.”

„Ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Der Typ ist ein Verräter, er ist verräterisch, und er hat jedes Gesetz der Vereinigten Staaten gebrochen. […] Und ich bin nicht für die Todesstrafe, also […] gibt es nur einen Weg, es zu tun: den Hurensohn illegal erschießen.“

Bob Beckel, Fox Business[98]

Der demokratische US-Vizepräsident Joe Biden bezeichnete Assange als „High-Tech-Terroristen“.[92] Der landesweit sendende Radiomoderator Rush Limbaugh empfahl, Wikileaks-Gründer Assange „aufzuknüpfen[99] und Sarah Palin forderte dazu auf, Assange wie „einen Führer der al-Qaida oder der Taliban“ zu behandeln.[100][101]

Reaktion Assanges auf Todesdrohungen

Assange wertete diese Aussagen als „Anstiftung zum Mord“.[92] Als Reaktion auf die Drohungen forderte er in der britischen Zeitung The Guardian, Flanagan und andere, die ernsthaft ähnliche Drohungen ausgesprochen hätten, sollten wegen Aufforderung zum Mord strafrechtlich verfolgt werden.[102] „Wenn wir in einer Zivilgesellschaft leben wollen, können nicht hochrangige Leute im nationalen Fernsehen dazu aufrufen, das Justizwesen zu umgehen und illegal Menschen zu ermorden“, sagte er dem US-Sender MSNBC. Er fragte zudem, ob die USA nicht schon in „Anarchie“ verfallen sein müssten, wenn politische Führer sich zu solchen Aussagen hinreißen ließen.[92]

Öffentliche Aussagen, die zur Verfolgung und Tötung Assanges aufrufen, werden auf einer eigens eingerichteten Internetseite („People OK with murdering Assange“), die WikiLeaks zugeschrieben wird, mit Quellennachweis dokumentiert.[103][104]

Autobiographie und Geschäftliches[Bearbeiten]

Videoübertragung für das ConventionCamp 2012

Assange kündigte im Januar 2011 ein autobiographisches Buch an, das im Herbst weltweit bei dem schottischen Verlag Canongate Books und in den USA bei Alfred A. Knopf verlegt werden sollte. Die deutschsprachigen Rechte wurden an Kiepenheuer & Witsch vergeben. Weitere Verlage in Europa, Brasilien und Australien sicherten sich die Rechte für ihre jeweiligen Buchmärkte.[105][106] Nach eigener Aussage wollte Assange das Buch zwar nicht schreiben, benötigte aber das Geld, um sich juristisch gegen die Vorwürfe in Schweden zu verteidigen und WikiLeaks unterstützen zu können.[107] Assange gab dem Ghostwriter Andrew O’Hagan fünfzig Stunden lang Interviews und wollte im Juni 2011 den Buchvertrag auflösen. Den erhaltenen Vorschuss zahlte er jedoch nicht zurück, woraufhin das Buch im September als „unautorisierte Biografie“ erschien.[108] Knopf Publishers löste den Vertrag mit Assange, und Kiepenheuer & Witsch verzichtete auf die Herausgabe einer deutschsprachigen Übersetzung.[109]

Anfang März 2011 wurde bekannt, dass Assange, ähnlich wie andere prominente Personen, beim britischen Intellectual Property Office beantragte, seinen Namen und den von WikiLeaks unter Markenschutz stellen zu lassen.[110] WikiLeaks unterhält auch einen eigenen Webshop mit Merchandising-Artikeln.[111]

Hauptartikel: The World Tomorrow

Im Januar 2012 gab WikiLeaks in einer von Assange autorisierten Mitteilung bekannt, dass er eine Diskussionsreihe mit führenden Persönlichkeiten aus der Politik und revolutionären Denkern plane. Seit dem 17. April wird unter dem Titel The World Tomorrow (Мир завтра) bei dem russischen Fernsehsender Russia Today wöchentlich je eine halbstündige Talkshow gesendet.[112][113] In der ersten Folge seiner Sendung begrüßte Assange Mitte April 2012 den libanesischen Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah – allerdings nur im Video-Chat.[114]

Ende November 2012 hielt Assange im Rahmen des ConventionCamp in Hannover einen Vortrag, bei dem er per Skype zugeschaltet war und sein gerade erschienenes Buch Cypherpunks. Freedom and the Future of the Internet vorstellte. Die Kryptografie sei der notwendige gewaltlose Widerstand gegen staatliche Überwachung im Internet.[115]

Im Juli 2013 gründete Assange die Wikileaks-Partei. Die Grundwerte dieser australischen Partei sind Transparenz, Verantwortung und Gerechtigkeit.[116]

Film und Theater[Bearbeiten]

Der australische Arzt und Autor Ron Elisha schrieb unter dem Titel Stainless Steel Rat („Edelstahl-Ratte“) ein Theaterstück über das Leben Assanges, das unter der Regie von Wayne Harrison von Mai 2011 an in Sydney geprobt und im dortigen Seymour Centre der Universität Sydney von Ende Juni bis Mitte Juli aufgeführt wurde.[117][118][119]

Unter dem Titel Assassinate Assange wurde im September 2012 im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel und später in Wien ein Theaterstück von Angela Richter aufgeführt. Richter hatte im Vorfeld ausführliche Gespräche mit Assange geführt.[120][121]

In der 500. Folge von Die Simpsons hatte Assange einen Kurzauftritt als Zeichentrickfigur. Den Text sprach er telefonisch von Großbritannien aus ein.[122]

2013 drehte Regisseur Alex Gibney den Dokumentarfilm We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte, der sich mit Assange und der Geschichte von WikiLeaks auseinandersetzt.

Steven Spielbergs Studio DreamWorks Interactive sicherte sich im März 2011 die Rechte an der Verfilmung von zwei Büchern.[123] Im Oktober 2013 erschien der Spielfilm Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt, dessen Regie Bill Condon übernommen hatte. Benedict Cumberbatch übernahm die Rolle des Julian Assange und Daniel Brühl die des Daniel Domscheit-Berg. Der Film entstand nach einem Drehbuch von Josh Singer und basiert in Teilen auf Domscheit-Bergs Buch Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt. Assange bezeichnete in einem offenen Brief an Cumberbatch den Film als „nicht gut“ und äußerte die Befürchtung, dass die Veröffentlichung ihm und nahestehenden Personen schaden könnte, vor allem, weil man Domscheit-Bergs Buch als Vorlage genommen habe.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  •  Suelette Dreyfus, Julian Assange: Underground: Tales of hacking, madness and obsession on the electronic frontier. Mandarin, Kew, Australia, 1997, ISBN 1-86330-595-5. (Online-Version)
  •  Julian Assange: Conspiracy as Governance. 2006. (PDF (Version vom 29. August 2007 im Internet Archive))
  •  Suelette Dreyfus, Julian Assange: Underground. Die Geschichte der frühen Hacker-Elite. Tatsachenroman. Haffmans & Tolkemitt, Berlin 2011 (Originaltitel: Underground: Tales of hacking, madness and obsession on the Electronic Frontier), ISBN 978-3-942989-00-8.
  •  Julian Assange, Andrew O’Hagan: Julian Assange: The Unauthorised Autobiography. Canongate Books, Edinburgh 2011, ISBN 978-0-85786-384-3.
  •  Jacob Appelbaum, Julian Assange, Andy Müller-Maguhn, Jérémie Zimmermann: Cypherpunks. Freedom and the Future of the Internet. OR Books, New York 2012, ISBN 978-1-939293-00-8.
  •  Jacob Appelbaum, Julian Assange, Andy Müller-Maguhn, Jérémie Zimmermann: Cypherpunks. Unsere Freiheit und die Zukunft des Internets. Campus Verlag, Frankfurt, New York 2013 (übersetzt von Andreas Simon dos Santos), ISBN 978-3-593-39913-3.
  •  Julian Assange: When Google Met WikiLeaks. OR Books, New York City 2014, ISBN 978-1-939293-57-2.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julian Assange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Julian Assange – in den Nachrichten

Interviews[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Raffi Khatchadourian: No Secrets. Julian Assange’s mission for total transparency. In: The New Yorker, 7. Juni 2010.
  2. WikiLeaks Founder on History's Top Leaks. In: TIME Magazine Online. Abgerufen am 12. Juli 2011.
  3. a b Wanted ASSANGE, Julian Paul (Memento vom 7. Dezember 2010 auf WebCite) in: Interpol, Archiv, 7. Dezember 2010
  4. Querelen bei Enthüllungsplattform: Deutscher Wikileaks-Sprecher geht im Streit. In: Spiegel online. 25. September 2010, abgerufen am 26. September 2010.
  5. a b Stefan Mey: Leak-o-nomy – die Ökonomie hinter WikiLeaks (Interview mit Julian Assange). In: Medien-Ökonomie-Blog. Abgerufen am 4. Dezember 2010.
  6. Domscheit-Berg: Inside WikiLeaks, S. 81
  7. Telepolis am 29. September 2010: "I am the heart and soul of this organization". Abgerufen am 14. Februar 2011.
  8. Harald Neuber: Julian Assange Will Leave Embassy 'Soon', Sky news, 18. August 2014. Abgerufen am 20. August 2014.
  9. a b c Jetzt.de: webnzeigen/515596 Der Mann mit den weißen Haaren, eingesehen am 4. Dezember 2010.
  10. Why the world needs WikiLeaks, TED, AlJazeeraEnglish [1], ab Spielminute 14:30
  11. The Daily Caller am 12. Dezember 2010: Mythbusted: Professor says WikiLeaks founder was 'no star' mathematician. Abgerufen am 25. Dezember 2010.
  12.  Marcel Rosenbach, Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert. S. 63. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 978-3-421-04518-8.
  13. Julian Assange Biographie. Abgerufen am 8. Dezember 2010.
  14. http://ftp.cerias.purdue.edu/pub/tools/unix/scanners/strobe/strobe/CREDITS
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