UEFA Best Player in Europe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cristiano Ronaldo ist der Preisträger 2014
Preisträgerin 2014: Nadine Keßler

Der UEFA Best Player in Europe Award (deutsch Bester Spieler in Europa der UEFA) ist eine jährliche Auszeichnung für den besten Fußballspieler eines europäischen Vereins. Sie wird seit 2011 von der UEFA in Zusammenarbeit mit European Sports Media verliehen. 2013 wurde auch erstmals der Preis UEFA Best Women's Player in Europe Award für die beste Spielerin verliehen.

Die Preisverleihung der Männer findet Ende August jeden Jahres im Rahmen der Auslosung der Gruppenphase der UEFA Champions League im Grimaldi Forum in Monaco statt, die Preisverleihung der Frauen folgt Anfang September. Bewertet werden die Leistungen der Spieler in der jeweiligen Vorsaison in allen nationalen und kontinentalen Wettbewerben. Preisträger im Jahr 2014 sind der Portugiese Cristiano Ronaldo sowie die Deutsche Nadine Keßler.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Auszeichnung entstand auf Anregung von UEFA-Präsident Michel Platini, der die Tradition zur Wahl von Europas Fußballer des Jahres wiederbeleben wollte, die seit 1956 unter der offiziellen Bezeichnung Ballon d’Or von der französischen Fußballzeitschrift France Football durchgeführt wurde. Nachdem bereits ab 2007 auch Spieler von Vereinen außerhalb Europas zur Wahl standen und die Auszeichnung 2010 mit der Wahl zum Weltfußballer des Jahres der FIFA zum FIFA Ballon d’Or verschmolz, hatte es keine Wahl mehr gegeben, die ausschließlich in Europa spielende Fußballer berücksichtigt. Die Nationalität der Spieler spielt aber auch bei dieser Auszeichnung keine Rolle. Am 25. August 2011 wurde der Preis im Rahmen der Gruppenauslosung der UEFA Champions League 2011/12 erstmals verliehen. Damit ersetzt diese neue Auszeichnung zugleich die bisherigen UEFA Club Football Awards, die neben dem besten Spieler auch die besten Torhüter, Abwehrspieler, Mittelfeldspieler, Stürmer und Trainer (bis 2006) der vergangenen Champions-League-Saison ehrten.[1] Seit 2013 wird zusätzlich die beste Spielerin geehrt.[2]

Vergabemodus[Bearbeiten]

Der Sieger wird von einer Jury aus Sportjournalisten gewählt, die jeweils einen der UEFA-Mitgliedsstaaten (bis 2013: 53 Staaten,[3] seit 2014: 54[4]) repräsentieren. Jeder Journalist reicht zunächst eine Liste von fünf Spielern ein. Der Erstgenannte erhält fünf Punkte, der Zweite vier Punkte usw. Die zehn Spieler mit den meisten Punkten erreichen die Shortlist. In der zweiten Wahlrunde wählen die Journalisten aus diesen zehn Nominierten jeweils ihre drei Favoriten. Aus den drei Spielern mit den meisten Punkten küren die Journalisten dann am Tag der Ehrung per Knopfdruck live den Gewinner.[5]

Bei den Frauen wählten bei der ersten Ausgabe 2013 die Trainer der Nationalmannschaften, die an der EM 2013 teilgenommen haben, sowie die Trainer der Viertelfinalisten der letztjährigen UEFA Women’s Champions League ihre Favoritinnen. 2014 wählten nur die acht Trainer der Viertelfinalisten. Dabei erstellten die Trainer jeweils eine Liste ihrer fünf Favoritinnen, die absteigend mit fünf Punkten bis einem Punkt bewertet wurden. Aus dieser Wahl wurde die Shortlist aus den zehn besten Spielerinnen erstellt. Die Wahl läuft dann analog zu der der Männer. Von der Shortlist wählen ausgewählte internationale Journalisten (2013: 18, 2014: 12) ihre drei Favoritinnen, aus denen dann die Top 3 erstellt und schließlich in der Endabstimmung die Siegerin gewählt wird.[6]

Liste der Preisträger[Bearbeiten]

Männer[Bearbeiten]

Jahr Sieger Verein Stimmenanteil Zweiter Dritter
2011 ArgentinienArgentinien Lionel Messi SpanienSpanien FC Barcelona 73,6 % SpanienSpanien Xavi PortugalPortugal Cristiano Ronaldo
2012 SpanienSpanien Andrés Iniesta SpanienSpanien FC Barcelona 35,8 % ArgentinienArgentinien Lionel Messi
PortugalPortugal Cristiano Ronaldo
2013 FrankreichFrankreich Franck Ribéry DeutschlandDeutschland FC Bayern München 67,9 % ArgentinienArgentinien Lionel Messi PortugalPortugal Cristiano Ronaldo
2014 PortugalPortugal Cristiano Ronaldo SpanienSpanien Real Madrid 48,1 % DeutschlandDeutschland Manuel Neuer NiederlandeNiederlande Arjen Robben

Frauen[Bearbeiten]

Jahr Siegerin Verein Stimmenanteil Zweite Dritte
2013 DeutschlandDeutschland Nadine Angerer DeutschlandDeutschland 1. FFC Frankfurt 55,6 % DeutschlandDeutschland Lena Goeßling SchwedenSchweden Lotta Schelin
2014 DeutschlandDeutschland Nadine Keßler DeutschlandDeutschland VfL Wolfsburg 75,0 % DeutschlandDeutschland Martina Müller SchwedenSchweden Nilla Fischer

Abstimmungsergebnisse und Nominierte[Bearbeiten]

Männer[Bearbeiten]

Bei der ersten Wahl 2011 erhielt Lionel Messi (Argentinien, FC Barcelona) in der Endabstimmung 39 der 53 Stimmen; Xavi (Spanien, FC Barcelona) erhielt elf, Cristiano Ronaldo (Portugal, Real Madrid) drei Stimmen. Auf den Plätzen vier bis zehn folgten Andrés Iniesta (Spanien, FC Barcelona), Radamel Falcao (Kolumbien, FC Porto), Wayne Rooney (England, Manchester United), Nemanja Vidić (Serbien, Manchester United), Zlatan Ibrahimović (Schweden, AC Mailand), Gerard Piqué (Spanien, FC Barcelona) und Manuel Neuer (Deutschland, FC Schalke 04).

Bei der Wahl 2012 am 30. August 2012 erhielt Andrés Iniesta (Spanien, FC Barcelona) in der Endabstimmung 19 der 53 Stimmen; auf Lionel Messi (Argentinien, FC Barcelona) und Cristiano Ronaldo (Portugal, Real Madrid) entfielen jeweils 17 Stimmen. In der Top 10 landeten außerdem Andrea Pirlo (Italien, Juventus Turin), Xavi (Spanien, FC Barcelona), Iker Casillas (Spanien, Real Madrid), Didier Drogba (Elfenbeinküste, FC Chelsea), Petr Čech (Tschechien, FC Chelsea), Radamel Falcao (Kolumbien, Atlético Madrid) und Mesut Özil (Deutschland, Real Madrid).

Bei der Wahl 2013 siegte Franck Ribéry (Frankreich, FC Bayern München) mit 36 Stimmen vor Lionel Messi (Argentinien, FC Barcelona) mit 14 und Cristiano Ronaldo (Portugal, Real Madrid) mit drei Stimmen. Auf den Plätzen folgten Arjen Robben (Niederlande, FC Bayern München), Robert Lewandowski (Polen, Borussia Dortmund), Thomas Müller (Deutschland, FC Bayern München), Bastian Schweinsteiger (Deutschland, FC Bayern München), Gareth Bale (Wales, Tottenham Hotspur), Zlatan Ibrahimović (Schweden, Paris Saint-Germain) und Robin van Persie (Niederlande, Manchester United).

Bei der Wahl 2014 gewann Cristiano Ronaldo (Portugal, Real Madrid) mit 26 Stimmen vor Manuel Neuer (Deutschland, FC Bayern München) mit 19 und Arjen Robben (Niederlande, FC Bayern München) mit neun Stimmen. Die Plätze vier bis zehn belegten Thomas Müller (Deutschland, FC Bayern München), Philipp Lahm (Deutschland, FC Bayern München), Lionel Messi (Argentinien, FC Barcelona), James Rodríguez (Kolumbien, AS Monaco), Luis Suárez (Uruguay, FC Liverpool), Ángel Di María (Argentinien, Real Madrid) und Diego Costa (Spanien, Atlético Madrid).

Frauen[Bearbeiten]

2013 siegte bei der Frauenwahl Nadine Angerer (Deutschland, 1. FFC Frankfurt) mit 10 Stimmen; Lena Goeßling (Deutschland, VfL Wolfsburg) erhielt sechs, Lotta Schelin (Schweden, Olympique Lyon) zwei Stimmen. Die Plätze vier bis zehn belegten Nadine Keßler (Deutschland, VfL Wolfsburg), Verónica Boquete (Spanien, Tyresö FF), Caroline Seger (Schweden, Tyresö FF), Nilla Fischer (Schweden, Linköpings FC/VfL Wolfsburg), Célia Okoyino da Mbabi (Deutschland, SC 07 Bad Neuenahr/1. FFC Frankfurt), Wendie Renard (Frankreich, Olympique Lyon) und Louisa Nécib (Frankreich, Olympique Lyon).

Auf der Shortlist für die Wahl 2014 stehen drei Spielerinnen des VfL Wolfsburg: Nilla Fischer (Schweden), Nadine Keßler (Deutschland) und Martina Müller (Deutschland). In den Top Ten standen zudem Lena Goeßling (Deutschland, VfL Wolfsburg), Verónica Boquete (Spanien, Tyresö FF), Lotta Schelin (Schweden, Olympique Lyon), Marta (Brasilien, Tyresö FF), Alexandra Popp (Deutschland , VfL Wolfsburg), Caroline Seger (Schweden, Tyresö FF) und Christen Press (USA, Tyresö FF). Nach der ersten Wahlrunde war aufgrund von Stimmengleichheit auch noch Lena Lotzen (Deutschland, FC Bayern München) in der Auswahl.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Über die Auszeichnung. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 23. Juli 2013.
  2. Paul Saffer: Best Women's Player in Europe Award launched. In: uefa.com. UEFA, 9. Juli 2013, abgerufen am 9. Juli 2013 (englisch).
  3. Der Wahlausschuss 2013. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 23. Juli 2013.
  4. Der Wahlausschuss 2014. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 28. August 2014.
  5. Wie die Abstimmung funktioniert. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 23. Juli 2013.
  6. Angerer wins Best Women's Player award. In: uefa.com. UEFA, 5. September 2013, abgerufen am 5. September 2013 (englisch).