Franck Ribéry

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Franck Ribéry

Ribéry bei der Fußball-EM 2012

Spielerinformationen
Geburtstag 7. April 1983
Geburtsort Boulogne-sur-MerFrankreich
Größe 170 cm
Position Mittelfeldspieler
Vereine in der Jugend
1989–1995
1995–1999
1999–2000
FC Conti Boulogne
OSC Lille
US Boulogne
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2000–2002
2002–2003
2003–2004
2004–2005
2005
2005–2007
2007–
US Boulogne
Olympique Alès
Stade Brestois
FC Metz
Galatasaray Istanbul
Olympique Marseille
FC Bayern München
29 0(6)
18 0(1)
35 0(3)
20 0(2)
14 0(0)
60 (11)
156 (53)
Nationalmannschaft2
2004–2006
2006–
Frankreich U-21
Frankreich
13 0(2)
73 (12)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2012/13
2 Stand: 26. März 2013

Franck Ribéry (* 7. April 1983 in Boulogne-sur-Mer) ist ein französischer Fußballspieler. Seit 2007 steht er beim FC Bayern München unter Vertrag.

Inhaltsverzeichnis

Karriere[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Ribéry begann mit sechs Jahren, beim FC Conti Boulogne Fußball zu spielen.[1] Er spielte dann vier Jahre in der Jugend des OSC Lille.[2]

Vereine[Bearbeiten]

Nach den unterklassigen Stationen US Boulogne, Olympique Alès und Stade Brest unterschrieb er im Jahr 2004 seinen ersten Profivertrag beim FC Metz. Am 7. August 2004 gab Ribéry im Spiel gegen den FC Nantes sein Debüt in der Ligue 1. In Metz spielte er unter Trainer Jean Fernandez eine hervorragende Hinrunde und war bester Vorlagengeber. Für fünf Millionen Euro holte ihn Galatasaray Istanbul im Januar 2005 an den Bosporus, wo er sich einen Stammplatz erkämpfte. Während der FC Metz ohne Ribéry beinahe in die Ligue 2 abgestiegen wäre, erspielte Ribéry sich große Sympathien in der Türkei. Mit Galatasaray gewann er 2005 auch seinen ersten Titel: Das Endspiel um den Türkischen Pokal wurde 5:1 gewonnen, wobei Ribéry einen Treffer erzielte.

Olympique Marseille[Bearbeiten]

Ribéry im Trikot von Olympique Marseille. Erstligaspiel gegen den OSC Lille am 29. Oktober 2005.

Zu Beginn der Saison 2005/06 sicherte sich Olympique Marseille seine Dienste. Da Ribéry, wie er gegenüber der Presse erklärte, bereits seit Februar in Istanbul keinen Lohn erhalten hatte, konnte er den Vertrag auflösen und ablösefrei wechseln. Galatasaray leitete rechtliche Schritte dagegen ein und bestritt Ribérys Aussagen. Am 25. April 2007 urteilte der Internationale Sportgerichtshof (CAS), dass der ablösefreie Wechsel Ribérys rechtens gewesen sei.

In Marseille reifte Ribéry unter dem damaligen Trainer Jean Fernandez schnell zum Führungsspieler heran und zog mit seiner Mannschaft durch den Erfolg im UI-Cup in den UEFA-Pokal ein. Aufgrund seiner Schnelligkeit und Spielübersicht wurde Ribéry zum Leistungsträger der Südfranzosen. Nachdem sich Olympique Lyon intensiv um die Verpflichtung Ribérys zur Saison 2006/07 bemüht hatte, erklärte Olympique Marseille ihn für unverkäuflich.

Bayern München[Bearbeiten]

Champions-League-Finale „FC Bayern München“ gegen „FC Chelsea“ 2012. Im Vordergrund (v. l. n. r.): Franck Ribéry, Juan Mata und Jérôme Boateng.

Im Juni 2007 wechselte Ribéry jedoch zum FC Bayern München.[3] Er unterschrieb einen Vierjahresvertrag bis 2011 und erhielt die Rückennummer 7, die zuvor Mehmet Scholl getragen hatte. Über die Ablöse vereinbarten die Vereine Stillschweigen - von den Medien wurde eine Summe von 25 Mio. Euro kolportiert; damit wäre er zum damaligen Zeitpunkt der teuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte gewesen.

Seine erste Saison verlief erfolgreich. Mit den Bayern gewann er das Double, bestehend aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg. Zudem wurde Ribéry zum Fußballer des Jahres in Deutschland und Frankreich gewählt. In der Saison 2009/10 wurde Ribéry erneut Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger.

Im Finale der Champions League 2010 gegen Inter Mailand, das mit 0:2 verloren ging, fehlte er aufgrund einer roten Karte, die er im Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon wegen eines Fouls an Lisandro López erhalten hatte. Auch ein Einspruch der Bayern beim CAS konnte die Sperre der UEFA nicht verhindern.

Im Mai 2010 verlängerte Ribéry seinen Vertrag bei den Münchnern vorzeitig bis zum 30. Juni 2015. Somit setzte sich der deutsche Rekordmeister gegen Vereine wie Real Madrid durch, die ihr Interesse am Franzosen bekundet hatten. In der Saison 2010/11 gewann Ribéry mit den Bayern jedoch keine Titel.

In der darauf folgenden Saison 2011/12 absolvierte Ribéry am 3. Spieltag am 20. August 2011 seinen 100. Bundesligaeinsatz im Spiel gegen den Hamburger SV, bei dem er ebenfalls ein Tor erzielte.

Am 8. Dezember 2012 bereitete Ribery im Spiel gegen den FC Augsburg in seinem 140. Bundesligaspiel zum 50. Mal ein Bundesliga-Tor des FC Bayern vor.[4]

Am 25. Mai 2013 gewann er mit Bayern München das Finale der Champions League 2013 gegen Borussia Dortmund.

Am 27. Mai 2013 wurde bekannt, dass Riberys bis 2015 laufender Vertrag um weitere zwei Jahre bis 2017 verlängert werden soll.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Franck Ribéry im Laufduell gegen James Milner beim EM-Gruppenspiel gegen England am 11. Juni 2012 (Endstand 1:1).

Ribéry wurde erstmals zum Testspiel der Équipe tricolore gegen Mexiko am 27. Mai 2006 aufgeboten. Danach kam er in den abschließenden beiden Testspielen zum Einsatz und reiste dann mit dem französischen WM-Kader nach Deutschland, dies allerdings aufgrund der Streitigkeiten mit Galatasaray (siehe oben) nur mit einer Sondergenehmigung der FIFA. Sein erstes Nationalmannschaftstor erzielte er im Achtelfinale der WM 2006 gegen Spanien, als er zum 1:1 ausglich. Ribéry wurde in allen Spielen außer im Achtelfinale aus- bzw. eingewechselt. Im Finale wurde er in der 100. Minute durch David Trezeguet ersetzt, welcher der einzige war, der im Elfmeterschießen nicht traf und damit Italien zum Titel "verhalf".

Auch bei der EM-Endrunde 2008 gehörte er zum französischen Aufgebot. Im letzten Gruppenspiel gegen Italien, das 0:2 verloren wurde und das vorzeitige Turnier-Aus für Frankreich bedeutete, musste Ribéry nach einem Zweikampf mit Gianluca Zambrotta in der 10. Spielminute mit einem Riss des Syndesmosebandes im linken Bein ausgewechselt werden. Nach operativer Versorgung und intensiver Rehabilitation konnte Ribéry nach 14 Wochen wieder in der Bundesliga eingesetzt werden. Bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika stand er erneut im Kader der Équipe Tricolore. Das Team schied hier allerdings ohne Sieg und mit nur einem geschossenen Tor als Gruppenletzter aus. Ribéry stand dort als stellvertretender Spielführer und aufgrund seiner Beteiligung an den mannschaftsinternen Querelen im Zentrum der öffentlichen Kritik. Er wurde am 17. August 2010 von der Disziplinarkommission des französischen Verbands für drei A-Länderspiele aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen,[5] worauf er mit Unverständnis reagierte, gleichzeitig aber seine Bereitschaft erklärte, weiterhin international für Frankreich zu spielen.[6]

In Frankreich hat Ribérys Ansehen aufgrund dieser Vorgänge und seiner Beteiligung an der „Prostituierten-Affäre“[7] stark gelitten. Bei einer Mitte Januar 2011 durchgeführten, repräsentativen Umfrage sprachen sich 43 % der Befragten dagegen aus, dass er wieder für die Nationalmannschaft berücksichtigt werden solle, während nur 32 % dies befürworteten. Allerdings überwog innerhalb der Teilgruppe der sehr an Fußball Interessierten die Zustimmung bei 62 zu 36.[8]

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Spielweise[Bearbeiten]

Ribéry zeichnet sich insbesondere durch seine Ballsicherheit und Dribbelstärke aus. Er ist ein ausgezeichneter Torvorbereiter; in den Spielzeiten 2010/11, 2011/12 und 2012/13 erzielte er jeweils die meisten Assists in der Bundesliga.[10] Er ist ein beidfüßiger Spieler, erreicht also mit beiden Füßen eine in etwa gleiche Schusshärte und -präzision. Zudem verfügt er über eine starke Schusstechnik und -kraft und gilt als guter Freistoßschütze. In der Offensive kann er vielseitig eingesetzt werden, agiert aber bevorzugt im linken offensiven Mittelfeld.[11]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Im Alter von zwei Jahren erlitt Ribéry bei einem Autounfall schwere Schnittverletzungen, deren Narben noch heute in seinem Gesicht erkennbar sind.
  • Zu Beginn seiner Karriere war Ribéry eine Zeit lang als Bauarbeiter tätig, um sich Geld dazuzuverdienen.
  • Ribéry konvertierte 2006 zum Islam. Sein muslimischer Name lautet Bilal Yusuf Mohammed. Seine Frau, Wahiba Belhami, stammt aus Algerien. Gemeinsam haben sie zwei Töchter und einen Sohn.[12]
  • Sein über drei Jahre jüngerer Bruder François Ribéry ist ebenfalls als Fußballspieler aktiv, kam aber noch nicht über die französische Drittklassigkeit hinaus. Zurzeit ist er bei Aviron Bayonnais engagiert.
  • 2010 wurde bekannt, dass Ribéry anlässlich seines 26. Geburtstages am 7. April 2009 die Dienste der damals minderjährigen Gelegenheitsprostituierten Zahia Dehar in Anspruch genommen hatte. Ribéry bestätigte den Kontakt, sagte aber, er habe ihr tatsächliches Alter nicht gekannt.[13] Zudem gab Ribéry an, für den Sex mit ihr nicht bezahlt zu haben. Er habe ihr lediglich ein Taschengeld in Höhe von 100 Euro gelassen sowie Flug und Unterkunft bezahlt.[14]
  • Franck Ribéry war 2011 mit 11,4 Mio. Euro Einnahmen der am höchsten bezahlte Sportler Frankreichs.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franck Ribéry – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Player of the Week, http://thesoccerfield.com/ 15. Dezember 2010
  2. Douze ans aprés, Lille explique pourquoi Ribéry a été viré, www.foot01.com vom 30. September 2011
  3. fcbayern.de: Bayern verpflichten Franck Ribéry
  4. Ribéry feiert Jubiläum
  5. Die Entscheidung der Disziplinarkommission auf der Seite der FFF; auf Deutsch auch bei Kicker.de
  6. Ribérys Stellungnahme bei France Football online
  7. Artikel „Wie Zahia D. Ribéry ins Offside laufen liess“ aus der Basler Zeitung
  8. Ergebnisse der Befragung durch TNS Sofres in France Football vom 1. Februar 2011, S. 10
  9. Bundesliga-Profis wählen Ribéry
  10. Ribéry wieder bester Bundesliga-Vorbereiter, Vereinshomepage des FC Bayern, 5. Mai 2012
  11. Ribery bleibt das zentrale Thema, kicker.de, 19. August 2009
  12. Vaterfreuden bei Franck Ribery, Vereinshomepage des FC Bayern vom 16. September 2011
  13. http://de.eurosport.yahoo.com/21042010/73/neues-skandal-prostituierte.html
  14. Hundert Euro für zwei Mädchen - Artikel auf news.de
  15. Ribéry, sportif français le mieux payé Le Figaro Online, aufgerufen 3. März 2012 (fr)
Vorgänger Amt Nachfolger

Mario Gómez
Deutschlands Fußballer des Jahres
2008

Grafite

Thierry Henry
Frankreichs Fußballer des Jahres
2007, 2008

Yoann Gourcuff