Unione di Centro

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Dieser Artikel erläutert die 2008 gegründete Sammlungspartei Unione di Centro, zur gleichnamigen historischen Partei (1993-1999) siehe Unione di Centro (historisch).
Unione di Centro
Parteilogo
Partei­vorstand Pier Ferdinando Casini
(Leader)
Lorenzo Cesa
(Segretario)
Gianpiero D'Alia
(Presidente)
Gründung 6. Dezember 2002 (UDC)
28. Februar 2008 (UdC)
Koalition Area Popolare
Ideologie christdemokratisch
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale
Europäische Partei Europäische Volkspartei
EP-Fraktion EVP-ED
Abgeordnete
6/630
Senatoren
2/315
Europa­abgeordnete
1/73
Haupt­sitz ItalienItalien Via Due Macelli 66, Rom
Webseite www.udc-italia.it

Die Unione di Centro (UdC; dt.: Union der Mitte) ist eine christdemokratische Partei der Mitte in Italien.

Die Partei wurde im Jahr 2002 mit dem Namen gegründet Unione dei Democratici Cristiani e di Centro (Union der Christdemokraten und Zentrumsdemokraten, UDC), aber der UDC 2008 gründete die Unione di Centro, von dem es ersetzt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Vorherige symbol des Unione dei Democratici Cristiani e di Centro

Die UDC ist 2002 aus dem Zusammenschluss des 1994 gegründeten Centro Cristiano Democratico (CCD) von Pier Ferdinando Casini und der 1995 formierten Cristiani Democratici Uniti (CDU) von Rocco Buttiglione entstanden. An der Fusion beteiligte sich auch die kleinere Democrazia Europea. Alle drei waren aus der Democrazia Cristiana entstanden, die vom Kriegsende bis zu ihrem Zusammenbruch nach der Aufklärung umfangreicher Korruptionsverflechtungen („Mani pulite“) Anfang der 1990er-Jahre stärkste Partei Italiens war. Beide Gruppierungen hatten sich vom Partito Poplare Italiano abgespalten, da sie dessen Unterstützung der Mitte-Links-Regierung von Romano Prodi nicht mittragen wollten und standen rechts der eher christlich-sozial ausgerichteten PPI.

Marco Follini vom CCD wurde Nationaler Sekretär, Buttiglione von der CDU Parteipräsident. Die UDC trat sogleich in die Regierung Berlusconi ein, der ihre Vorgängerparteien bereits angehört hatten. Buttiglione und Carlo Giovanardi (CCD) waren Minister. Der eigentliche Spitzenpolitiker und -kandidat der Partei (Leader) ist jedoch seit ihrer Gründung Pier Ferdinando Casini, der von 2001 bis 2006 das Amt des Präsidenten der Abgeordnetenkammer bekleidete.

Das Wappen der Partei ist das rote Kreuz auf weißem Grund, das von der Democrazia Cristiana übernommen wurde und die Nähe zur katholischen Kirche ausdrückt, ihre Zeitung ist Noi Press. Die UDC ist Mitglied in der Europäischen Volkspartei und der Christlich Demokratischen Internationale.

Abspaltungen[Bearbeiten]

Die UDC ist oftmals von Abspaltungen betroffen, was in Italien nicht unüblich ist. So entstanden unter maßgeblicher Beteiligung ehemaliger Mitglieder 2005 die Democrazia Cristiana per le Autonomie und der Movimento per l’Autonomia, die weiterhin in der Mitte-rechts-Koalition geblieben sind.

Marco Follini, der bereits 2005 aufgrund der Regierungspolitik als Nationaler Sekretär zurückgetreten und durch Lorenzo Cesa ersetzt worden war, verließ die Partei nach den Parlamentswahlen, um - zusammen mit zwei anderen Abgeordneten - die neue Partei Italia di Mezzo zu gründen, die sich an das Mitte-links-Bündnis anlehnte und schließlich im Partito Democratico aufgegangen ist.

Carlo Giovanardi und andere Parteimitglieder verließen ebenfalls die UDC, um sich der neuen Mitte-rechts-Partei Popolo della Libertà anzuschließen.

Die Gründung der UdC[Bearbeiten]

Wesentlicher Kern der Neubildung ist die Wiedervereinigung von UDC und Rosa per l'Italia am 28. Februar 2008,[1] nachdem letztere sich nur 20 Tage zuvor von ersterer aus Protest gegen Casinis Wiederannäherung an Silvio Berlusconis Mitte-rechts-Bündnis CdL getrennt und einen unabhängigen Kurs der Mitte angekündigt hatte. Als es zwei Wochen später jedoch zum neuerlichen Bruch zwischen Casini und Berlusconi kam, legten vor allem die wahlrechtlichen Bestimmungen einen raschen Wiederzusammenschluss der zerstrittenen Parteiflügel nahe: Die Überwindung der Sperrklauseln (4 % zur Wahl in die Abgeordnetenkammer und 8 % zum Senat) gilt für beide Kräfte nur bei einem vereinten Antritt als quarto polo ("vierter Pol" neben PdL, PD und Sinistra-Arcobaleno) als gesichert. Gemeinsamer Spitzenkandidat ist Casini, während Savino Pezzotta bei der offiziellen Parteigründung zum Vorsitzenden (segretario) gewählt werden soll. Unmittelbar nach dem ausgehandelten Kompromiss schlossen sich weitere Gruppierungen und Persönlichkeiten der Liste an, darunter auch der ehemalige italienische Ministerpräsident Ciriaco De Mita.[2]

Am 14. April 2008 erhielt die UdC bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer 5,6 % der abgegebenen Stimmen und schaffte damit den Einzug mit 36 Abgeordneten, während ihr bei den Senatswahlen mit 5,7 % nur in der Region Sizilien der Einzug mit drei Senatoren gelang - dort erhielt sie 8,7 % der Stimmen. Bei der Regierungsbildung durch Berlusconis neues Rechts-Bündnis spielt die neue Formation jedoch keine ausschlaggebende Rolle, da der PdL mit seinen Partnern (Lega Nord und Movimento per l’Autonomia) über eine ausreichende eigene Mehrheit verfügt.

Am 3./4. April 2009 beschloss ein gemeinsamer Kongress der Mitgliedsparteien die Gründung einer gemeinsamen Partei. Hierfür wurde zunächst eine Koordinierungsstelle, die Costituente di Centro gegründet, die gemeinsame Positionen ausarbeiten soll. Zur Europawahl in Italien 2009 trat die UdC mit einer gemeinsamen Wahlliste an und erreichte fünf Mandate. Im Verlauf der nächsten Jahre kündigten zudem verschiedene prominente Politiker von PdL und PD ihren Übertritt zur UdC an. Außerdem erklärten verschiedene Kleinparteien und politische Gruppierungen ihre Teilnahme an der Constituente. Mitte 2010 kam es jedoch auch zu internen Konflikten, da eine Gruppe von Mitgliedern der UdC-Führung vorwarf, in der Opposition zu Berlusconi zu weit nach links zu rücken. Im September 2010 kam es daher zur Abspaltung der Gruppierung I Popolari di Italia Domani.

Ab Ende 2010 intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen der UdC und weiteren Zentrumsparteien, vor allem der Alleanza per l’Italia (einer Abspaltung der PD), der Futuro e Libertà per l’Italia (einer Abspaltung der PdL) sowie dem Movimento per le Autonomie. Gemeinsam mit weiteren Kleinparteien gründeten sie im Januar 2011 den Nuovo Polo per l'Italia (zunächst als Polo della Nazione bezeichnet, umgangssprachlich oft auch als Terzo Polo), ein informelles Organ, um das Abstimmungsverhalten der Fraktionen im italienischen Parlament zu koordinieren.

Parlamentswahlen in Italien 2013[Bearbeiten]

Für die Parlamentswahlen in Italien 2013 war UdC Teil des Bündnisses von Mario Monti, dessen marktwirtschaftlich orientierten Reformkurs die Partei mitgetragen hat. UdC erreichte dabei lediglich 1,8 % der Stimmen, mit 8 Abgeordnete und 2 Senatoren in das Parlament gewählt.

Europawahl in Italien 2014[Bearbeiten]

Für die Europawahl in Italien 2014 der UdC verbündet sich mit dem Nuovo Centrodestra. Die allianz NCD-UdC erreichte 4,4 % der Stimmen und wählt 3 Mitglieder des Europäischen Parlaments (2 Mitglieder der NCD und ein Mitglied der UDC).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elezioni: accordo tra Rosa Bianca e Udc Corriere della Sera, 28. Februar 2008
  2. De Mita capolista al Senato con l’Unione di centro. Pionati verso la Camera (Memento vom 8. März 2008 im Internet Archive) Ottopagine.it, 5. März 2008