Billigheim-Ingenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim
Billigheim-Ingenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 8′ N, 8° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Landau-Land
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 22,95 km2
Einwohner: 3832 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76831
Vorwahl: 06349
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 007
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: An 44 Nr. 31
76829 Landau in der Pfalz
Webpräsenz: www.billigheim-ingenheim.de
Ortsbürgermeister: Dietmar Pfister (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim im Landkreis Südliche Weinstraße
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Über dieses Bild
Das obere Tor in Billigheim

Billigheim-Ingenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landau-Land an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Landau in der Pfalz hat. Billigheim-Ingenheim ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Billigheim-Ingenheim liegt in der Nähe der Deutschen Weinstraße zwischen den Städten Bad Bergzabern und Landau in der Pfalz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile sind Appenhofen, Billigheim, Ingenheim und Mühlhofen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Billigheim-Ingenheim sind – im Uhrzeigersinn – Landau in der Pfalz, Impflingen, Rohrbach, Steinweiler, Winden, Hergersweiler, Barbelroth, Niederhorbach, Heuchelheim-Klingen und Göcklingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Billigheim ist eine der ältesten Ansiedlungen der Südpfalz, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 693 unter dem Namen „Bullinchheim“. Billigheim war unmittelbarer Reichsbesitz, im Jahre 1350 kommt Billigheim dann in Besitz der Grafen von Leiningen. Schon im 14. Jahrhundert wird Billigheim als Stadt bezeichnet, die 1361 der Pfalz einverleibt wird. 1450 wird ihm durch König Friedrich III. mit der Marktfreiheit ein Jahr- und Wochenmarkt verliehen. Unter Kurfürst Friedrich dem Siegreichen wird Billigheim 1468 eine Mauer und drei Wehrtoren errichtet, wovon heute das “Obere Tor” als Wahrzeichen erhalten geblieben ist. 1550 wurde die Stadt zusätzlich mit Wällen und Gräben befestigt.

In Ingenheim bestand bis 1940 eine große jüdische Gemeinde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1848 mit 578 Personen erreicht, die etwa ein Drittel der Ortsbevölkerung stellten. Ingenheim beherbergte zu jener Zeit die größte jüdische Gemeinde der Pfalz. Von 1869 bis 1884 hatte Ingenheim mit Bernhard Roos (1796–1888) sogar einen jüdischen Bürgermeister. Auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge befindet sich heute ein Autohaus.[3] In Ingenheim liegt ein gut erhaltener jüdischer Friedhof.

Die heutige Ortsgemeinde wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Appenhofen (seinerzeit 237 Einwohner), Billigheim (1.579 E.), Ingenheim (1.436 E.) und Mühlhofen (429 E.) neu gebildet.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 47,4 Prozent der Einwohner evangelisch und 32,8 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Billigheim-Ingenheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU WGR FWG Gesamt
2014 8 6 1 5 20 Sitze
2009 10 4 2 4 20 Sitze
2004 9 5 6 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Billigheim-Ingenheim
Blasonierung: „Von Blau und Silber geviert, oben rechts ein silberner Pelikan mit goldenem Schnabel und goldenen Füßen, mit aus seiner Brust geschlagenen roten Blutstropfen seine silbernen Jungen zu seinen Füßen nährend, oben links über silbernem Wellenfuß eine rote Toranlage mit zwei Zinnentürmen, unten rechts ein schwarzes Mühlrad, unten links ein goldenes Schwert und ein goldener Krummstab, schräggekreuzt.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1985 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und enthält die Hauptelemente der historischen Wappen der vier Ortsteile.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Billigheim-Ingenheim pflegt eine Partnerschaft mit der thüringischen Gemeinde Nahetal-Waldau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche ist mit ihrem 40 m hohen Turm das Wahrzeichen von Billigheim.

Der älteste Teil der Kirche ist das Untergeschoss des Kirchturms. Bearbeitungsspuren und die Form der Quader erinnern an eine Entstehungszeit im 11. Jahrhundert. Dies deckt sich mit der örtlichen Tradition, nach der Kaiser Konrad II. die erste Kirche von Billigheim habe errichten lassen. Um 1220 sei diese Kirche abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt worden. Im frühen 14. Jahrhundert, so gegen 1325/30 entstand der hochgotische Chor der Kirche, etwa zur selben Zeit wurde der Turm erhöht. Das Langhaus ist spätgotisch und wurde in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts errichtet. Das Westportal trägt die Jahreszahl 1522. Im 18. Jahrhundert erhielt der Turm seine Barockhaube.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 1991 findet an jedem letzten Juliwochenende das Weinfest in Mühlhofen statt.
  • In Ingenheim findet jährlich am zweiten Wochenende im August das Ingenheimer Wein- und Klingbachfest statt.
  • In Billigheim findet jedes Jahr am dritten Wochenende im September der Billigheimer Purzelmarkt, das älteste Volksfest der Pfalz, statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Billigheim-Ingenheim ist erheblich vom Weinbau geprägt und mit 826 Hektar bestockter Rebfläche (Stand 2010) viertgrößte Weinbaugemeinde der Pfalz und fünftgrößte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz.

Von 1892 bis 1967 waren die Dörfer innerhalb der heutigen Ortsgemeinde Billigheim-Ingenheim über die Klingbachtalbahn an das Bahnnetz angebunden. Nächstgelegener Bahnhof ist seither Rohrbach.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konrad von Busch 1905

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Billigheim-Ingenheim – Quellen und Volltexte
 Commons: Billigheim-Ingenheim – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Die Synagoge in Ingenheim
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006. (Memento vom 26. Dezember 2011 im Internet Archive), S. 171 (PDF; 2,6 MB).
    00Hinweis: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis vor, das aber den Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ nicht mehr abdeckt.
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.