Gleisweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gleisweiler
Gleisweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gleisweiler hervorgehoben
Koordinaten: 49° 15′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Edenkoben
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 3,73 km2
Einwohner: 600 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 161 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76835
Vorwahl: 06345
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 23
67480 Edenkoben
Webpräsenz: www.gleisweiler.de
Ortsbürgermeister: Robert Vogl (Parteilos)
Lage der Ortsgemeinde Gleisweiler im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Bergstraße

Gleisweiler (pfälzisch Glääswoiler) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an. Gleisweiler ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinbauort liegt 9 km südlich von Edenkoben zwischen dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und dem Rhein.

Die Ortsgemeinde Gleisweiler liegt bei etwa 300 m ü. NHN am Hang der Haardt und am Fuß des 597,6 m hohen Teufelsbergs an der Deutschen Weinstraße.

Zu Gleisweiler gehören auch die Wohnplätze Papiermühle Hainbachtal und Sanatorium Badstraße.[3]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisweiler hat durch die Lage an der Deutschen Weinstraße im Lee des Pfälzerwaldes ein mildes Klima und nennt sich selbst das „pfälzische Nizza“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1006 erstmals unter dem Namen „Glizenwilere“ urkundlich erwähnt. König Heinrich II. hatte den Ort zusammen mit Hochstadt und Wollmesheim dem Domstift zu Speyer geschenkt. Im Jahr 1414 verkaufte Ritter Wolfgang, Richter von Knittelsheim seine Güter in Gleisweiler an Pfalzgraf Ludwig III., außerdem hatte Kurpfalz die Oberbotmäßigkeit und Leibeigene im Ort. 1587 verkaufte das Domstift Speyer seinen Teil an den Rechten über Gleisweiler an Johann Kasimir von Pfalz-Simmern, der zu der Zeit Verweser von Kurpfalz war. Der Ort kam zum Gericht des Siebeldinger Tals, das zum kurpfälzischen Oberamt Germersheim gehörte.[4]

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Edenkoben zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Gleisweiler dem Landkommissariat Landau im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Landau zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Landau hervorging. Seit 1972 gehört Gleisweiler der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Edenkoben an sowie seit 1978 zum Landkreis Südliche Weinstraße.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 waren 37,8 Prozent der Einwohner katholisch und 37,1 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverwaltung

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gleisweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei den vorhergehenden Kommunalwahlen fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU WGG Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 7 5 12 Sitze
2004 5 7 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Gleisweiler
Blasonierung: „In Silber unter einem mit den Stollen abwärts gekehrten schwarzen Hufeisen eine in dessen Höhlung hineinragende blaue Weintraube mit grünem Stiel.“[7]

Es wurde 1844 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1708.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisweiler katholische Kirche St. Stephan 20140220.jpg
Katholische Kirche St. Stephan
Gleisweiler Martin-Bucer-Kirche 2 20140220.jpg
Protestantische Martin-Bucer-Kirche

Auf dem Kittenberg befinden sich die Reste der Burg Kittenberg, einer frühmittelalterlichen Wallburg.

1760–62 wurde die katholische Kirche St. Stephan von dem kurpfälzischen Hofbaumeister Franz Wilhelm Rabaliatti errichtet. Der Saalbau mit Eckpilastern wird von einem pilastergegliederten Chor begrenzt. An der Nordseite befindet sich der ehemalige Chorturm aus dem Jahr 1354. Sein letztes Geschoss ist über einem Rundbogenfries vorgekragt und mit einem Walmdach gedeckt; dies spricht für die Funktion eines Wehrturms. Im Erdgeschoss unter dem Sterngewölbe befindet sich ein erkerartig vorspringender Sakramentsschrein, welcher um das Jahr 1500 errichtet wurde.[8] Ihr gegenüber steht die nach Martin Bucer benannt protestantische Kirche. Das Kurhaus wurde im Jahre 1844 nach den Plänen von Leo von Klenze errichtet. Dieses ist von einer umfangreichen Parkanlage mit imposanten Mammutbäumen und mediterranen Pflanzen umgeben. Der Gartenpavillon „Sonnentempel“ (ca. 1780) wurde aus Landau in der Pfalz hierher versetzt. Die halbkreisförmig gestellten Säulen öffnen sich nach Süden.

Sonnentempel im Kurpark

Bedeutend sind auch der Torbogen beim Haus Bergstraße 4 (bez. 1619) und ein Torbogen aus dem Jahre 1823 mit „Bergmannszeichen“ beim Haus Badstraße 9/11. Historisch interessant ist ebenfalls das Fachwerkhaus beim spätmittelalterlichen „Hinzlochbrunnen“. Die Walddusche wurde 1848 als Kurbadeanlage zur Kaltwasseranwendung im benachbarten Hainbachtal aus Sandsteinquadern erbaut.

Siehe auch

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Weinbau, Gaststätten und Pensionen sowie zwei kleinen Gewerbebetrieben gibt es im Ort keine Unternehmungen.

Weinanbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine bekannte Weinlage ist die Gleisweiler Hölle. Ein Wingert war im Besitz von Heiner Geißler. Seit 2007 wird die „Gleisweiler Hölle“ laut WeinGuide Gault Millau zu den zehn besten Lagen der Südpfalz gerechnet.

Kurklinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurhaus Gleisweiler

1844 wurde in Gleisweiler die erste Kaltwasserheilanstalt Deutschlands von Dr. Ludwig Schneider eröffnet. Die Klinik war ein Privatunternehmen des Arztes, der das Haus mehr als dreißig Jahre lang leitete. Das schlossartige klassizistische Klinikgebäude wurde nach Plänen des königlich-bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze errichtet.

Walddusche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit war die 1848[9] mit einer Wasserzuführung aus behauenem Buntsand­stein errichtete und bis 1878 betriebene Walddusche – Deutschlands erste. Sie wurde später durch einen Erdrutsch von der Natur zurückerobert und erst 1990 wiederentdeckt.

1991 startete der damalige Bürgermeister Josef Götz (†) mit freiwilligen Helfern die Ausgrabung. 1992 wurde ein Förderverein gegründet, dessen Mitglieder Deutschlands einzigartige Dusche bis heute instand halten. Am 29. Juni 1996 wurde die Anlage mit 80 m langer Zulaufrinne eingeweiht und der Allgemeinheit zur freien Nutzung übergeben. Sie steht zumindest April bis Oktober offen und liefert in einem aus Sandstein gemauerten, oben offenen Bauwerk einen 3 m hohen Strahl von 8–12 °C kaltem Wasser aus dem Hainbach. [10][11][12][13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gleisweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017, S. 102 (PDF; 1,9 MB).
  4. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Erster Theil, Anhang, Speyer: Neidhard, 1836, S. 254 (Google Books)
  5. KommWis - Gesellschaft für Kommunikation und Wissenstransfer: Online Gemeindestatistik. Stand: 31. Dezember 2013
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Hans Caspary (Bearb.): Rheinland-Pfalz, Saarland. In: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984.
  9. vogelfutter: Historische Walddusche im Hainbachtal nähe Gleisweiler youtube.com, Video (7:16), veröffentlicht 1. Juni 2011, abgerufen 3. Februar 2018. – Gedenktafel bei 6:46/7:16: "Ehemalige Walddusche / errichtet 1849 von Dr. Ludwig / Schneider Bad Gleisweiler. / In Betrieb bis etwa 1870. / Ausgegraben und restauriert / in freiwilliger Arbeit von / Mitgliedern des Fördervereins / 1991 Gleisweiler 1996"
  10. Ortsportrait – Eine Dusche mitten im Wald Website der Gemeinde Gleisweiler, abgerufen 3. Februar 2018.
  11. Die historische Wald - Dusche im Hainbachtal bei Gleisweiler Förderverein zum Wiederaufbau der ehemaligen Walddusche e.V., bearbeitet April 2014, abgerufen 3. Februar 2018. – Zahlreiche Unterseiten.
  12. team panisa: Walddusche youtube.com, Video (2:59), veröffentlicht 14. Juli 2010, 14. Juli 2010, abgerufen 3. Februar 2018. – Rinne, Familie duscht. Geocache von MINZ: GCKA1T.
  13. Sven Claus: Radiobeitrag Audio (2:44), SWR4, gesendet Sommer 2009, abgerufen 3. Februar 2018.