Weyher in der Pfalz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weyher in der Pfalz
Weyher in der Pfalz
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weyher in der Pfalz hervorgehoben
Koordinaten: 49° 16′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Edenkoben
Höhe: 267 m ü. NHN
Fläche: 5,16 km2
Einwohner: 570 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76835
Vorwahl: 06323
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 084
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 23
67480 Edenkoben
Webpräsenz: www.weyher.de
Ortsbürgermeister: Andreas Möwes
Lage der Ortsgemeinde Weyher in der Pfalz im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Blick vom Annaberg auf Weyher in der Pfalz
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Weyher in der Pfalz ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an. Weyher in der Pfalz ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt vier Kilometer südwestlich von Edenkoben zwischen dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und dem Rhein. Der 618 m hohe Blättersberg ist der Hausberg von Weyher. Die Südflanke des Kesselberg gehört ebenfalls zur Gemeindegemarkung. Zur Gemeinde gehört zusätzlich der Wohnplatz Buschmühle.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Rhodt unter Rietburg, Hainfeld, Burrweiler, Edesheim (Exklave), Hainfeld (Exklave) und Ramberg. Der Modenbach streift den südwestlichen Rand der Gemarkung und passiert die Buschmühle; den Siedlungskern der Gemeinde berührt er jedoch nicht. Weiter westlich im Pfälzerwald gehört mit dem Weyherer Wald zudem eine Exklave zur Ortsgemeinde, die sie im Zuge der Haingeraide erhalten hatte. Sie umfasst die Nordostflanke des Erlenkopfes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Steinsärgen und von Grundmauern einer römischen Villa aus dem 2. Jahrhundert südlich der Pfarrkirche zeugen von einer ersten Besiedlung. Funde aus dem fünften Jahrhundert, beispielsweise Ware aus der Eifel, zeigen, dass Weyher als Handelsort das Ende des römischen Reichs überlebt hat und seitdem durchgehend besiedelt ist.

Der Name des 777 erstmals im Lorscher Codex als Wilere erwähnten Ortes[4] leitet sich vom althochdeutschen villare (Weiler) ab. Die Mundart assimilierte Wîlre zu Wîr. In der neuhochdeutschen Diphthongierung wurde daraus Weyher. Der Ort gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Hochstift Speyer; dort unterstand der Ort dem Oberamt Kirrweiler..

Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte der Ort von 1798 bis 1804 zum französischen und anschließend Teil zum Napoleonischen Kaiserreich. Während dieser Zeit war Weyer - so die damalige Schreibweise - in den Kanton Edenkoben im Departement Donnersberg und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 630 Einwohner. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam die Region 1815 zunächst zum Kaisertum Österreich und aufgrund des Vertrages von München (1816) an das Königreich Bayern. Weyher gehörte im neu geschaffenen Rheinkreis von 1818 an zum Landkommissariat Landau; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Landau hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises an der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Weyher innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Sankt Martin der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Edenkoben.

Beim Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2015 erreichte Weyher die Auszeichnung mit Gold und qualifizierte sich für den Bundesentscheid. Daneben wurden Weyher beim Landesentscheid die Sonderpreise "Innenentwicklung" und "Vorbildliche ökologische Leistungen" zugesprochen. Beim Bundesentscheid des Dorfwettbewerbs 2016 wurde Weyher als Golddorf ausgezeichnet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Weyher in der Pfalz, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 726
1835 762
1871 652
1905 707
1939 675
1950 762
Jahr Einwohner
1961 729
1970 739
1987 560
1997 612
2005 546
2016 570

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 waren 71,3 Prozent der Einwohner katholisch und 13,2 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Weyher besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Weyher in der Pfalz
Blasonierung:[A] „Von Silber und Blau geteilt, oben eine bewurzelte grüne Linde, unten ein silbernes Gemarkungszeichen in Form zweier aufeinander gesteckter steigender Pfeilspitzen.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1902 vom bayerischen Prinzregenten genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1726. Die Farben Silber und Blau erinnern an die frühere Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweizerhaus

Der Ortskern ist als Denkmalzone ausgewiesen; hinzu kommen insgesamt 25 Einzeldenkmäler.[8] Auf Gemarkung von Weyher befinden sich zudem die im Pfälzerwald gelegenen Amicitia-Hütte und das Schweizerhaus sowie die Ruine der Frankenburg, deren Felsen als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyher ist ein Weinbauort und Bestandteil des Weinanbaugebiets Pfalz. Zum Ort gehört die Einzellage Michelsberg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyher in der Pfalz ist über die Buslinie 500 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden, die nach Landau und Neustadt an der Weinstraße führt. Nächstgelegene Bahnhöfe sind Edesheim und Edenkoben an der Pfälzischen Maximiliansbahn von Neustadt an der Weinstraße nach Wissembourg.

Durch Weyher führt ein Wanderweg, der mit einem roten Punkt markiert ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Straub (1852–1931), katholischer Priester, war zeitweise Kaplan vor Ort
  • Jakob Schwalb (1872–1934), katholischer Priester, war zeitweise Kaplan vor Ort

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weyher in der Pfalz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018, S. 102 (PDF; 2,2 MB).
  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2167, 31. März 777 – Reg. 1333. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 62, abgerufen am 15. Mai 2018.
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Südliche Weinstraße. Mainz 2018, S. 89 (PDF; 10 MB).