Großfischlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Großfischlingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Großfischlingen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 16′ N, 8° 11′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Edenkoben
Höhe: 132 m ü. NHN
Fläche: 4,31 km2
Einwohner: 617 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67483
Vorwahl: 06323
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 035
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 23
67480 Edenkoben
Website: www.grossfischlingen.de
Ortsbürgermeister: Michael Diehl
Lage der Ortsgemeinde Großfischlingen im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Ortsbild von Großfischlingen

Großfischlingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde liegt 4 km südöstlich von Edenkoben zwischen dem Pfälzerwald und dem Rhein mitten im sogenannten Gäu. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Venningen, Altdorf, Freimersheim, Kleinfischlingen, Essingen und Edesheim.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Modenbach verläuft in West-Ost-Richtung mitten durch das Siedlungsgebiet. Der Kaltenbach bildet die südliche und der Lachgraben größtenteils die nördliche Gemarkungsgrenze.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Großfischlingen im Jahre 772 in einer Urkunde der Abtei Lorsch als Fisckilingen erwähnt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zum Hochstift Speyer. Am 28. Mai 1794 war sie teilweise Schauplatz des Gefechts von Kirrweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Großfischlingen in den Kanton Edenkoben eingegliedert und besaß eine eigene Mairie, die zusätzlich Kleinfischlingen umfasste. 1815 hatte der Ort insgesamt 386 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz zum Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Landau an; aus diesem ging das Bezirksamt Landau hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Landau in der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Großfischlingen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Großfischlingen der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Edenkoben zugeordnet.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des Jahres 2013 waren 54,7 Prozent der Einwohner katholisch und 25 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[2] Protestantischerseits gehört die Gemeinde zum Pfarramt im Gäu.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Großfischlingen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Diehl wurde am 4. März 2022 Ortsbürgermeister von Großfischlingen. Da für eine am 16. Januar 2022 angesetzte Direktwahl keine gültigen Wahlvorschläge eingereicht wurden, oblag die Neuwahl gemäß Gemeindeordnung dem Rat, der sich für den bisherigen Ersten Beigeordneten entschied.[4][5]

Diehls Vorgänger Daniel Köbler (parteilos) hatte das Amt am 14. Juni 2018 angetreten,[6][7] es aber aus privaten Gründen zum 30. September 2021 vorzeitig niedergelegt.[8] Auch Köblers Vorgänger Manuel Spiegel (parteilos) hatte das Amt am 28. Februar 2018 aus persönlichen Gründen niedergelegt. Übernommen hatte er es am 19. November 2014, da der seit 2010 amtierende Ortsbürgermeister Bernhard Spiegel nicht erneut kandidiert hatte.[9][10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Großfischlingen
Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein durchgehendes silbernes Kreuz, in Silber drei sternförmig gekreuzte blaue Fische, deren oberster nach oben sieht, während die beiden anderen nach schräglinks und schrägrechts unten blicken.“[11]
Wappenbegründung: Es wurde 1952 vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Das Kreuz erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer und die Fische stellen redend den Ortsnamen dar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort befinden sich insgesamt zehn Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großfischlingen gibt es aktuell zehn Vereine. Besonders auszeichnen konnte sich vor allem das Jugendrotkreuz, das 2005 den Deutschen Meistertitel in „Erster Hilfe“ gewann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg in Großfischlingen

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böbingen ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort existiert die Einzellage Kirchberg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft in Nord-Süd-Richtung die Landesstraße 542. Nächstgelegene Bahnhöfe sind Edesheim und Edenkoben an der Pfälzischen Maximiliansbahn Neustadt–Wissembourg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächstgelegene Grundschule befindet sich in Edesheim.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verlaufen der Radweg Vom Rhein zum Wein und der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Seiller

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1848 wanderte der in Großfischlingen geborene Prof. Georg Hollerith nach Buffalo, Vereinigte Staaten, aus. Dessen Sohn Hermann (1860–1929) entwickelte 1884–1889 die erste Apparatur zum Auswerten von gestanzten Lochkarten. 1896 gründete er die erste Fabrik für Datenverarbeitungsmaschinen, eine der Vorgänger von IBM. Heute erinnert die Herrmann-Hollerith-Straße an den unechten Sohn des Ortes.
  • Heinz Habermann (* 1938), Kunsterzieher, Designer, Hochschullehrer, Sachbuchautor und Heimatforscher
  • Pirmin Spiegel (* 1957), Theologe, Geistlicher und Entwicklungshelfer

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Großfischlingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Ali Reza Houshami: Kein Kandidat für Amt des Ortsbürgermeisters in Sicht. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 8. Dezember 2021, abgerufen am 20. Februar 2022 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  5. Großfischlingen hat wieder eine vollständige Ortsspitze. In: Presseerklärung der Verbandsgemeinde Edenkoben. Ortsgemeinde Großfischlingen, abgerufen am 21. März 2022.
  6. Ernennung des neuen Ortsbürgermeisters Daniel Köbler, Vereidigung und Einführung in das Amt am 14. Juni 2018. In: Archiv 2018. Ortsgemeinde Großfischlingen, abgerufen am 13. April 2020.
  7. Heike Dernberger: Großfischlingen: Daniel Köbler zum Ortsbürgermeister gewählt. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 27. Mai 2018, abgerufen am 12. April 2020.
  8. Ali Reza Houshami: Ortsbürgermeister legt sein Amt nieder. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 10. September 2021, abgerufen am 20. Februar 2022 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  9. Jörg Petri: Großfischlingen: Ortsbürgermeister Spiegel tritt zurück. Die Rheinpfalz, 22. Februar 2018, abgerufen am 12. April 2020.
  10. MRN-News: Südliche Weinstraße – Landrätin gratuliert Bernhard Spiegel. Metropolregion Rhein-Neckar News, 24. Juni 2010, abgerufen am 12. April 2020.
  11. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.