Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung

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Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung
Eingangsbereich des Institutsgebäudes
Kategorie: An-Institut
Bestehen: seit 17. Juni 1993
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Standort der Einrichtung: Dresden
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Geschichtswissenschaft,
Politikwissenschaft
Grundfinanzierung: Freistaat Sachsen
Leitung: Thomas Lindenberger
Mitarbeiter: ca. 50 (inkl. Hilfskräfte und Stipendiaten)[1]
Homepage: hait.tu-dresden.de

Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. (HAIT) ist ein An-Institut der Technischen Universität Dresden, das sich der vergleichenden Analyse von Diktaturen widmet. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Strukturen des Nationalsozialismus und des Kommunismus sowie den Voraussetzungen und Folgen beider Weltanschauungsdiktaturen. Die Namensgebung ist eine Reverenz an die deutsch-amerikanische Philosophin und Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt, deren Hauptwerk The Origins of Totalitarianism (1951, dt. 1955) disziplinübergreifend als eine der einflussreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts gilt und insbesondere die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit totalitären Herrschaftssystemen nachhaltig geprägt hat.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Initiative zur Einrichtung des HAIT wurzelte in der annähernd 60-jährigen, doppelten Diktaturerfahrung Ostdeutschlands sowie dem aufklärerischen Impuls der Friedlichen Revolution von 1989/90.[4] Kurz nach der Herstellung der deutschen Einheit und der Gründung des Freistaates Sachsen fasste der Sächsische Landtag auf Betreiben führender Protagonisten der Bürgerbewegung in der ehemaligen DDR am 21. November 1991 mit Zustimmung aller Fraktionen den Beschluss, „ein Institut zur Erforschung totalitärer Strukturen […] einzurichten“, welches „in interdisziplinärer Arbeit von Historikern, Politologen, Soziologen, Psychologen und Kulturwissenschaftlern die in 60 Jahren gewachsenen politischen und gesellschaftlichen Strukturen des Nationalsozialismus und des SED-Regimes […] erforschen und ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland […] analysieren“ sollte.[5] Nachdem im Juli 1992 eine Gründungkommission unter Vorsitz des an der Universität Bonn lehrenden Osteuropahistorikers Alexander Fischer ihre Tätigkeit aufgenommen hatte, konstituierte sich am 9. November desselben Jahres der Verein „Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V.“ als Träger der gleichnamigen Forschungseinrichtung. Weitere maßgebende Persönlichkeiten in diesem Konstituierungsprozess waren vor allem Matthias Rößler, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, und Heinrich Oberreuter, Gründungsdekan der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der TU Dresden.[4]

1993–1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tillich-Bau, Sitz des HAIT.

Nach Abschluss der Planungen nahm das HAIT schließlich am 17. Juni 1993 – dem 40. Jahrestag des Volksaufstandes gegen die SED-Herrschaft in der DDR – seine Arbeit auf.[6][7] Als Gründungsdirektor wurde Alexander Fischer berufen, der bereits die Einrichtung des Instituts maßgeblich begleitet hatte. Unter seiner Leitung stand zunächst der infrastrukturelle und personelle Aufbau des HAIT im Vordergrund. So konnten im Ergebnis einer deutschlandweiten Ausschreibung bis Ende 1994 insgesamt zehn Planstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter mit Forschern aus den alten und neuen Bundesländern besetzt werden. Hinzu kamen etwa noch einmal so viele drittmittelfinanzierte Projektstellen. Außerdem wurden eine wissenschaftliche Spezialbibliothek und ein Dokumentenarchiv zu den anvisierten Schwerpunkten des Instituts aufgebaut.[8] Das betraf in der Frühzeit des HAIT besonders theoretische Arbeiten zu Totalitarismuskonzepten sowie empirische Forschungen zu Repression, Opposition und Widerstand in beiden deutschen Diktaturen und zur Friedlichen Revolution in Sachsen, deren Ergebnisse fortan in den hauseigenen Publikationsreihen veröffentlicht wurden. Nach dem frühen Tod des Gründungsdirektors übernahm ab Sommer 1995 der Kirchenhistoriker und bisherige stellvertretende Direktor Martin Onnasch die interimistische Leitung des Instituts und führte den eingeschlagenen Weg der Etablierung des HAIT in der gesamtdeutschen Wissenschaftslandschaft kontinuierlich fort.

1997–2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Februar 1997 bekleidete der in einem gemeinsamen Besetzungsverfahren mit der TU Dresden berufene Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke, der zuvor als Abteilungsleiter beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen tätig gewesen war, das Amt des Direktors am HAIT.[9][10] Als dessen Stellvertreter kamen außerdem 1998 der Zeithistoriker Clemens Vollnhals sowie 1999 der Politikwissenschaftler Uwe Backes ans Institut. Die weitere Entwicklung war in den Folgejahren vor allem von einer Erweiterung des Forschungsprofils um einige Schwerpunkte wie etwa das Finanzwesen im Nationalsozialismus, das Alltagsleben im Zweiten Weltkrieg, die kommunistische Diktaturdurchsetzung in Sachsen oder die Justizpolitik und Geheimdiensttätigkeit in der DDR geprägt. Das Institut geriet indes Ende 1999 für längere Zeit in die Schlagzeilen der deutschen Presse, als dessen Mitarbeiter Lothar Fritze kontroverse Thesen über den Hitler-Attentäter Georg Elser publiziert hatte.[11] In der Konsequenz des daraus erwachsenden Konflikts zwischen Kuratorium und Direktor wurde der satzungsgemäß befristete Vertrag mit Henke nicht verlängert.[12][13][14][15] Daraufhin beauftragte man ab Februar 2001 Heinrich Oberreuter, seinerzeit Mitglied des Kuratoriums, mit der kommissarischen Führung des HAIT. Ungeachtet der erfolgten Auseinandersetzung bescheinigte im Mai 2002 eine Evaluierungskommission unter Leitung von Gilbert Merlio dem Institut eine „im Ganzen“ positive Leistungsbilanz, die „[ihm] im In- und auch im Ausland hohe Reputation eingebracht“ habe.[16]

2003–2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenbereich des HAIT.

Als neuer Direktor des HAIT wurde – wiederum im Rahmen eines gemeinsamen Verfahrens mit der TU Dresden – zum April 2003 der bislang an der Universität Heidelberg lehrende Kirchenhistoriker Gerhard Besier berufen.[17][18] In seiner Amtszeit fanden Themen der ost- bzw. ostmitteleuropäischen Zeitgeschichte vermehrt Eingang in das Forschungsprogramm des Instituts. Ebenso gewannen politikwissenschaftliche Ansätze der vergleichenden Extremismus- und Transformationsforschung an Bedeutung. Darüber hinaus erhielt das HAIT mit der Zeitschrift Totalitarismus und Demokratie nun auch ein hauseigenes Periodikum. Nachdem Besier aufgrund eines umstrittenen Auftritts bei der Scientology-Organisation in Brüssel wiederholt in die öffentliche Kritik geraten war und ihm die Mehrheit der Institutsmitarbeiter in einer internen Stellungnahme das Misstrauen ausgesprochen hatte, wurde sein Vertrag nicht verlängert.[19][20][21] Infolgedessen übernahm ab November 2007 der stellvertretende Direktor Clemens Vollnhals die interimistische Leitung des Instituts. Ferner war angesichts der neuerlichen Turbulenzen bereits Mitte desselben Jahres vom Kuratorium eine Strukturkommission unter Vorsitz von Martin Sabrow eingesetzt worden, deren Empfehlungen schließlich in einer satzungsmäßigen Umstrukturierung des Trägervereins und des Kuratoriums mündeten.[22]

2009–2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Oktober 2009 fungierte der Zeithistoriker Günther Heydemann, zugleich Lehrstuhlinhaber am Historischen Seminar der Universität Leipzig, als Direktor am HAIT.[23][24] Unter seiner Leitung erfuhr insbesondere die Erforschung des Nationalsozialismus in Sachsen eine stärkere Akzentuierung, was im politischen Umfeld des Instituts jedoch nicht unumstritten blieb.[25][26] Gleichwohl gelang es Heydemann – abgesehen von Zwischenfällen um den im November 2010 als ehemaliger IM enttarnten langjährigen Institutsmitarbeiter Michael Richter[27][28] sowie den Abdruck eines fingierten Beitrags in der Institutszeitschrift im Dezember 2015[29][30] –, das in der Vergangenheit durch mehrere Krisen in Mitleidenschaft gezogene HAIT wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen und auf sein Kerngeschäft der zeitgeschichtlichen und politikwissenschaftlichen Grundlagenforschung zu fokussieren.[31][32] Nach dem altersbedingten Ausscheiden Heydemanns wurde ab Oktober 2016 erneut Clemens Vollnhals mit der kommissarischen Führung des HAIT betraut.

Seit 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenbereich des HAIT.

Als Direktor des HAIT amtiert aktuell der zum Oktober 2017 gemeinsam mit der TU Dresden berufene Zeithistoriker Thomas Lindenberger, der zuvor als Abteilungsleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung tätig gewesen war.[33] Nach seinem Amtsantritt wurde die Forschungstätigkeit des Instituts verstärkt für Fragen zu gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen in postsozialistischen Gesellschaften geöffnet. Ferner fand im März 2019 eine Evaluation durch ein vom Wissenschaftsrat bestelltes Expertengremium unter Leitung von Caspar Hirschi statt, welches dem Institut attestierte, ein „wichtiger Impulsgeber für die zeitgeschichtliche und politikwissenschaftliche Forschung“ zu sein sowie „wertvolle und unverzichtbare Beiträge sowohl für die wissenschaftliche Begleitung des Andenkens an die Opfer der NS-Diktatur und des SED-Regimes als auch im Hinblick auf die politische Bildung in Sachsen generell“ zu leisten.[34][35]

Forschungsprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungstätigkeit[36] des HAIT konzentriert sich – anknüpfend an das Gesamtwerk seiner Namenspatronin – auf die vergleichende Analyse von Diktaturen sowie die Reflexion der historisch-politischen Bedingungen für freiheitlich-demokratische Ordnungen. Gemäß dem Satzungsauftrag steht die systematische Untersuchung der politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen während der NS- und der SED-Diktatur im Zentrum der Arbeit. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse von Opposition und Widerstand gegen jene beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus gehören international bzw. intertemporal vergleichende Perspektiven auf andere faschistische und staatssozialistische Regime ebenso zum Forschungsprogramm wie die Auseinandersetzung mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Transformation in den postkommunistischen Ländern nach 1989. Ferner widmet sich das Institut auch der Erforschung aktueller Herausforderungen und Gefährdungen der Demokratie, insbesondere durch autokratische und fundamentalistische Regime sowie durch extremistische, rassistische und antisemitische Einstellungen und Bewegungen.

Unter diesen Gesichtspunkten gliedert sich die Arbeit am HAIT aktuell in fünf Forschungsfelder:

  • Forschungen zur NS-Diktatur,
  • Forschungen zur Geschichte kommunistischer Diktaturen, insbesondere der SED-Diktatur,
  • Transformationsforschung in international vergleichender Perspektive,
  • Theoretische und wissenschaftsgeschichtliche Grundlagen der Diktaturforschung,
  • Forschungen zum politischen Extremismus.

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Inland kooperiert[37] das HAIT auf der Basis einer Vereinbarung über die Zusammenarbeit als An-Institut mit der TU Dresden, insbesondere mit dem dortigen Institut für Geschichte, dem Institut für Politikwissenschaft sowie dem Zentrum für Integrationsstudien. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit zwölf Hochschulen sowie elf außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Forschungsmuseen und anderen Einrichtungen. Außerdem bestehen Kooperationen mit zehn Universitäten bzw. außeruniversitären Forschungsinstituten im Ausland, vorwiegend in Nordamerika sowie den verschiedenen Regionen Europas.

Unter den Einrichtungen außerhalb der TU Dresden sind unter anderem die Abteilung für Politikwissenschaft der Universität Aarhus, die Abteilung für Kulturanthropologie der Universität Belgrad, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), das Institut für Politikwissenschaft der Masaryk-Universität Brno, das Institute of Advanced Studies (IAS) an der Central European University Budapest, das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV), Dresden, das Varieties of Democracy Institute (V-Dem) an der Universität Göteborg, die Forschungsgruppe Autoritäre Politik am German Institute of Global and Area Studies (GIGA), Hamburg, das Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung (KReDo) an der Universität Leipzig, das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO), Leipzig, die Slowenische Akademie der Wissenschaften und Künste (SASA), Ljubljana, die Abteilung für Zeitgeschichte der Universität Complutense Madrid, das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung (HI), Marburg, die Hochschule für Politik (HfP), München, die École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS), Paris, das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF), Potsdam, das Institut für Internationale Studien der Karls-Universität Prag, das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS), Regensburg, das Institut für Politikwissenschaft der Universität Ottawa, das Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien sowie die Forschungs- und Beratungsstelle Terrorismus/Extremismus (BTE) beim Bundeskriminalamt, Wiesbaden, wichtige Kooperationspartner.

Wissenstransfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen zentralen Bestandteil der Tätigkeit des HAIT bildet die satzungsmäßig gebotene Vermittlung der eigenen Forschungsergebnisse an eine breite Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit diversen Gedenkstätten, Trägern der historisch-politischen Bildungsarbeit, Lehrerbildungsinstitutionen, Schulen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, die regelmäßig auf die seitens des Instituts bereitgestellten Beratungs-, Fortbildungs- und Vortragsangebote zurückgreifen. Das betrifft unter anderem die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Stadtmuseum Dresden oder die sächsischen Landesbüros von parteinahen Stiftungen wie der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Wilhelm-Külz-Stiftung.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Publikationsprofil des HAIT umfasst im Segment der klassischen Printmedien eine Fachzeitschrift[38] sowie vier, zum Teil mit Kooperationspartnern herausgegebene, wissenschaftliche Buchreihen[39] Daneben stellt das Institut der interessierten Forschungsöffentlichkeit mehrere zeitgeschichtlich fokussierte Datenbanken zur Verfügung.

Zeitschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftenreihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften des HAIT.

Datenbanken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothek des HAIT.

Das HAIT unterhält eine hauseigene Spezialbibliothek[49], deren gegenwärtig rund 52.000 Bände (Stand: Januar 2020) der wissenschaftlichen wie allgemeinen Öffentlichkeit zur Präsenznutzung offenstehen. Die Sammelgebiete orientieren sich dabei weitgehend an den Forschungsschwerpunkten des Instituts. So findet sich vorrangig Literatur zur Geschichte des Nationalsozialismus, der SBZ/DDR und der Transformation nach 1989 sowie zu Diktaturen und zum politischen Extremismus in Europa. Ferner kann auf ein umfangreiches Angebot von ca. 550 einschlägigen Fachzeitschriften und Tageszeitungen zugegriffen werden.

Gremien und Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das HAIT trägt die Rechtsform eines eingetragenen Vereins, dem juristische Personen des Privatrechts und des öffentlichen Rechts – unter anderem der Freistaat Sachsen, vertreten durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus – als stimmberechtigte Mitglieder angehören. Gemäß seiner Satzung[50] obliegt die Leitung des Vereins einem Vorstand mit der Amtsbezeichnung Direktor, der – unterstützt durch seine zwei Stellvertreter – die laufenden Geschäfte führt. Der Direktor wird vom Kuratorium im Benehmen mit dem Wissenschaftlichen Beirat jeweils für eine Amtszeit von fünf Jahren befristet bestellt. Das Kuratorium wacht über die Erfüllung der satzungsmäßigen Aufgaben des Vereins. Es besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern, die als Vertreter verschiedener, in der Satzung ausgewiesener Institutionen jeweils für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt bzw. bestellt werden. Der Wissenschaftliche Beirat berät das Kuratorium und den Vorstand in allen wissenschaftlichen Fragen von Gewicht. Ihm gehören zwischen fünf und neun stimmberechtigte Mitglieder an, die von der Technischen Universität Dresden, der Universität Leipzig bzw. vom Kuratorium im Benehmen mit dem Vorstand jeweils für eine Amtszeit von fünf Jahren bestellt werden.

Direktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemalig

Wissenschaftliches Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senior Researcher

Postdocs

ehemalig

Trägerverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Kenkmann, Vertreter des Wissenschaftlichen Beirats (seit 2017)
  • Karl Lenz – stellv. Vorsitzender, Vertreter der Technischen Universität Dresden (seit 2010)
  • Thomas Lindenberger – mit beratender Stimme, Direktor des HAIT (seit 2017)
  • Martin Modschiedler, Vertreter des Sächsischen Landtags
  • Martin Schulze Wessel, Vertreter der Mitgliederversammlung des Trägervereins (seit 2018)
  • Hans Vorländer, Vertreter des Wissenschaftlichen Beirats (seit 2016)
  • Caroline Wagner – Vorsitzende, Vertreterin des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (seit 2009)
  • Hans Wiesmeth, Vertreter der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (seit 2015)

Wissenschaftlicher Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ansprachen zur Eröffnung des Hannah-Arendt-Institutes am 17. Juni 1993. Eigenverlag, Dresden 1993, DNB 941395464.
  • Michael Richter: Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. Ein Kind der „Wende“. In: Heiner Timmermann (Hrsg.): Diktaturen in Europa im 20. Jahrhundert – der Fall DDR. Duncker & Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08957-X, S. 721–730.
  • Gerhard Barkleit, Michael Richter: Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. In: Heiner Timmermann (Hrsg.): Die DDR – Politik und Ideologie als Instrument. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09553-7, S. 37–48.
  • Zehn Jahre Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der Technischen Universität Dresden. Eigenverlag, Dresden 2003, ISBN 3-931648-44-3.
  • Horst Schneider: Das Hannah-Arendt-Institut im Widerstreit politischer Interessen. Spotless, Berlin 2004, ISBN 3-933544-96-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2018. (PDF; 9,1 MB) In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  2. Lars Rensmann: Hannah Arendt, The Origins of Totalitarianism… In: Samuel Salzborn (Hrsg.): Klassiker der Sozialwissenschaften. 100 Schlüsselwerke im Portrait. 2. Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 3-658-13212-4, S. 187–192.
  3. Uwe Backes: Hannah Arendt, The Origins of Totalitarianism… In: Steffen Kailitz (Hrsg.): Schlüsselwerke der Politikwissenschaft. VS Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 3-531-14005-1, S. 8–12.
  4. a b Klaus-Dietmar Henke: Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden. In: Ulrich Mählert (Hrsg.): Vademekum DDR-Forschung. Ein Leitfaden zu Archiven, Forschungseinrichtungen, Bibliotheken, Einrichtungen der politischen Bildung, Vereinen, Museen und Gedenkstätten. 2. Auflage. Leske + Budrich, Opladen 1999, ISBN 3-8100-2326-4, S. 359 f.
  5. CDU-Fraktion: Antrag betreffs Gründung eines Instituts zur Erforschung totalitärer Strukturen (Arbeitstitel). (PDF; 218 kB) Drucksache 1/961 des Sächsischen Landtags. In: landtag.sachsen.de. 21. November 1991, abgerufen am 27. Januar 2020.
  6. Albert Funk: Jenseits des politischen Kampfworts. Dresdner Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung eingeweiht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Juni 1993, S. 31.
  7. Rainer Hoffmann: Erscheinungsformen des Totalitarismus. Ein Hannah-Arendt-Institut in Dresden. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. Juni 1993, S. 22.
  8. Gerhard Barkleit, Michael Richter: Das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. In: Heiner Timmermann (Hrsg.): Die DDR – Politik und Ideologie als Instrument. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09553-7, S. 37–48, hier S. 43.
  9. Patricia Glöß: Neuer Chef des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung will Aufklärungsauftrag erfüllen. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 18. März 1997, S. 4.
  10. Albert Funk: Aufklärung wissenschaftlich nüchtern. Hannah-Arendt-Institut in Dresden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. April 1997, S. 4.
  11. Lothar Fritze: Die Bombe im Bürgerbräukeller. Der Anschlag auf Hitler vom 8. November 1939. Versuch einer moralischen Bewertung des Attentäters Johann Georg Elser. In: Frankfurter Rundschau. 8. November 1999, S. 9.
  12. Richard Herzinger: Die Maßnahme. Der Direktor des Hannah-Arendt-Instituts muss gehen. In: Die Zeit. 21. September 2000, S. 49, abgerufen am 27. Januar 2020.
  13. Joachim Käppner: Geschichtsstunden im Geisterhaus. Wie eines der angesehensten historischen Institute Deutschlands zwischen Parteipolitik und Historikerstreitigkeiten zerrieben wird. In: Süddeutsche Zeitung. 10. November 2000, S. 13.
  14. Aus Sicht von Klaus-Dietmar Henke: Interesse und Erkenntnis. Ein Lehrstück konzertierter Krisenregelierung in den Geisteswissenschaften am Beispiel des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts 1999–2002. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Band 51, Nr. 3, 2003, ISSN 0044-2828, S. 205–236.
  15. Aus Sicht des damaligen Beiratsmitglieds Ulrich von Hehl: „Eine deutsche Affäre“? Beobachtungen zum Verlauf des Konflikts am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. In: Manfred Hettling, Uwe Schirmer, Susanne Schötz (Hrsg.): Figuren und Strukturen. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11585-7, S. 120–139.
  16. Bericht über die Evaluierung des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. In: hait.tu-dresden.de. 11. Mai 2002, archiviert vom Original am 9. November 2002; abgerufen am 27. Januar 2020.
  17. Ingolf Pleil: Hannah-Arendt-Institut. Neuer Chef will keine Fixierung auf DDR-Zeit. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 8. Februar 2003, S. 4.
  18. Sven Felix Kellerhoff: Vergleichende Untersuchungen zu Demokratie und Diktatur. In: Die Welt. 14. April 2003, S. 29, abgerufen am 27. Januar 2020.
  19. Andreas Platthaus: Sympathie für Scientology gehört nicht zu den Aufgaben eines Direktors. Das Hannah-Arendt-Institut trennt sich von Gerhard Besier. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. April 2007, S. 46.
  20. Klaus Wiegrefe, Steffen Winter: Der Professor und die Sekte. In: Der Spiegel. 7. Mai 2007, S. 48, abgerufen am 27. Januar 2020.
  21. Aus Sicht von Gerhard Besier: Unangepasstes Verhalten und soziale Kontrolle. Erlebnisbericht über eine erfolgreiche Skandalisierung. In: Religion – Staat – Gesellschaft. Band 9, Nr. 1, 2008, ISSN 1438-955X, S. 93–107.
  22. Jahresbericht 2009. (PDF; 2,6 MB) In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  23. Oliver Reinhard: Keine Experimente. Die Berufung von Günther Heydemann zum Direktor soll dem Dresdner Hannah-Arendt-Institut endlich Frieden bringen. In: Sächsische Zeitung. 8. Juli 2009, S. 8.
  24. Sven Felix Kellerhoff: Den Schutt beseitigen. In: Die Welt. 5. Oktober 2009, S. 23, abgerufen am 27. Januar 2020.
  25. Thilo Alexe: „Es geht um sehr viel mehr als um Stasi“. Die DDR muss weiter wissenschaftlich erforscht werden, sagt Arnold Vaatz; den Kurswechsel des Arendt-Instituts lehnt er ab. In: Sächsische Zeitung. 1. Juni 2011, S. 8.
  26. Jürgen Kochinke: Direktor Heydemann will Schwerpunkt am Hannah-Arendt-Institut verlagern – Kritik aus der CDU. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 8. Juni 2011, S. 4.
  27. Dirk Banse, Uwe Müller: Das Geheimnis des CDU-Chronisten. Der Historiker Michael Richter diente der Stasi einst als Spitzel. In: Die Welt. 17. November 2010, S. 4, abgerufen am 27. Januar 2020.
  28. Thomas Mayer: Dresdner Hannah-Arendt-Institut zieht Konsequenzen im Fall Michael Richter, der als IM tätig war. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 24. November 2010, S. 4.
  29. Philip Oltermann: Human-animal studies academics dogged by German hoaxers. Editors of Dresden-based journal apologise after being fooled by fake PhD student’s paper on role of alsatians in totalitarianism. In: The Guardian. 1. März 2016, abgerufen am 27. Januar 2020 (englisch).
  30. Martin Machowecz: Das Hunde-Elend. Wie der deutsch-deutsche Schäferhund einen akademischen Eklat an der Dresdner TU auslöste. In: Die Zeit. 14. April 2016, S. 11, abgerufen am 27. Januar 2020.
  31. Oliver Reinhard: Es geht nicht mehr nur um deutsche Diktaturen. Vor 20 Jahren wurde in Dresden das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung gegründet. In: Sächsische Zeitung. 27. Juni 2013, S. 9.
  32. Rainer Blasius: Der Name verpflichtet. Seit zwanzig Jahren besteht das Dresdener Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. August 2013, S. 8.
  33. Neuer Direktor für das Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden berufen. Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei. In: medienservice.sachsen.de. 20. September 2017, abgerufen am 27. Januar 2020.
  34. Stellungnahme zum Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. (HAIT), Dresden. (PDF; 424 kB) Drucksache 8265-20 des Wissenschaftsrats. In: wissenschaftsrat.de. 31. Januar 2020, S. 8, abgerufen am 3. Februar 2020.
  35. Wissenschaftsrat nimmt Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung unter die Lupe. Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei. In: medienservice.sachsen.de. 3. Februar 2020, abgerufen am 3. Februar 2020.
  36. Forschung – Übersicht. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  37. Regionale, nationale und internationale Kooperationen. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  38. Zeitschrift „Totalitarismus und Demokratie“. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  39. Schriftenreihen – Übersicht. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  40. Datenbank „Der Freiheitskampf“. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 1. April 2020.
  41. Projekt „Virtuelle Archive für die geisteswissenschaftliche Forschung“. In: saw-leipzig.de. Abgerufen am 1. April 2020.
  42. Datenbank „Filmzensur Ost-West“. In: filmzensur-ostwest.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  43. Andreas Hilger, Ute Schmidt, Günther Wagenlehner (Hrsg.): Sowjetische Militärtribunale. Band 1: Die Verurteilung deutscher Kriegsgefangener 1941–1953. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2001, ISBN 3-412-06701-6.
  44. Andreas Hilger, Mike Schmeitzner, Ute Schmidt (Hrsg.): Sowjetische Militärtribunale. Band 2: Die Verurteilung deutscher Zivilisten 1945–1955. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2003, ISBN 3-412-06801-2.
  45. Michael Richter, Erich Sobeslavsky: Die Gruppe der 20. Gesellschaftlicher Aufbruch und politische Opposition in Dresden 1989/90. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1999, ISBN 3-412-06499-8.
  46. Karin Urich: Die Bürgerbewegung in Dresden 1989/90. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2001, ISBN 3-412-06801-2.
  47. Michael Richter: Die Bildung des Freistaates Sachsen. Friedliche Revolution, Föderalisierung, deutsche Einheit 1989/90. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-36900-X.
  48. Michael Richter: Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90. 2 Bände. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 3-525-36914-X.
  49. Über die Bibliothek. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.
  50. Satzung. In: hait.tu-dresden.de. Abgerufen am 27. Januar 2020.

Koordinaten: 51° 1′ 46,4″ N, 13° 43′ 27,5″ O