Fidor Bank

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  Fidor Bank AG
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Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz München
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2009
Website www.fidor.de
Geschäftsdaten 2017[1]
Bilanzsumme 1.465,48 Mio. Euro
Leitung
Vorstand Boris Joseph (CEO)
Pascal Cirelli (CFO/CRO)
Stefan Spannagl (COO/CIO)[2]
Aufsichtsrat Jean-Yves Forel[2]

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Die Fidor Bank AG ist eine Direktbank mit Sitz in München (Deutschland). Zu den Geschäftsfeldern gehört das klassische Bankgeschäft mit Endkunden (B2C) und das Geschäft mit Unternehmenskunden (B2B), denen im Rahmen des „Banking-as-a-Service“-Konzepts die Nutzung der Fidor Plattform, diverse Prozesse und eine Banklizenz angeboten werden. Die Fidor Bank AG gehört zur französischen Bankengruppe BPCE.[3]

Geschichte

2003 gründete der ehemalige Vorstandschef der Direkt Anlage Bank (DAB) Matthias Kröner zusammen mit dem ehemaligen Privatkundenvorstand der Hypo-Bank Martin Kölsch die Kölsch Kröner & Co. AG.[4]

Im Jahr 2006 erfolgte zunächst die Umfirmierung in den Namen Fidor AG und 2009 dann in den heutigen Namen Fidor Bank AG.[5] Der Name Fidor leitet sich dabei aus dem Lateinischen ab und kann mit "mir wird vertraut" übersetzt werden.[4] Entstanden im Kontext der Finanzkrise, wollte die Fidor Bank der etablierten Bankenbranche das neue Konzept einer digitalen Community-Bank, die über die sozialen Medien stark mit ihrer Klientel interagiert und deren Anregungen aufnimmt und umsetzt, entgegenstellen.[6]

Im Mai 2009 wurde der Fidor Bank AG durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Vollbanklizenz gemäß § 32 KWG (Gesetz über das Kreditwesen) erteilt.[7]

Im Jahr 2016 übernahm die französische Bankengruppe BPCE die Fidor Bank AG für rund 100 Mio. Euro.[8][9] Mit dem Kauf der Fidor Bank AG verfolgte die BPCE das Ziel, ihre digitale Transformation voranzutreiben und mit ihrem Privatkundengeschäft in Europa zu expandieren.[10] Mit dem gewonnenen Kapital wollte die Fidor Bank AG weiter wachsen, insbesondere durch die Expansion ins Ausland.[11]

Im Herbst 2018 wurde bekannt, dass die Bankengruppe BPCE den Verkauf der Fidor Bank AG erwägt.[12] Nachdem sich der Verkaufsprozess ergebnislos über mehrere Monate erstreckte, gab die Fidor Bank AG am 1. April 2019 bekannt, dass der bisherige Vorstandschef Matthias Kröner das Unternehmen in beiderseitigem Einvernehmen verlässt.[8] Nachfolger als CEO ist Boris Joseph.[13]

Für ihre Aktivitäten ist die Fidor Bank in den letzten Jahren mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt als Innovator des Jahres 2019 durch das Wirtschaftsmagazin brand eins.[14][15]

Fidor Group

Die Fidor Bank AG ist Teil der Fidor Group, die derzeit aus vier Töchtergesellschaften besteht:[16]

  • Fidor Bank AG – in Deutschland lizenzierte, internetbasierte Direktbank mit Hauptsitz in München.[16]
  • Fidor Factory GmbH – steuert und betreibt den Kundenservice für die Fidor Group.[16]
  • Fidor Solutions AG – globaler Dienstleister, der kundenzentrierte und strategische Infrastruktur des Banking bietet.[16]
  • Efficient Scale GmbH – datengetriebener E-Commerce-Marktplatz.[17]

Produkte und Dienstleistungen

Im März des Jahres 2010 begann die Bank ihr Kontoangebot für Privat- und Geschäftskunden. Das Smart-Girokonto ergänzt das klassische Kontoangebot mit Internet-Payment und weiteren Banking-Angeboten: Neben Festgeldkonto, Sparbrief, Kreditkarte und Anlagen in Fremdwährungen oder Edelmetallen sind auch Twitter-Überweisungen, Social Lending, Social Trading und der Handel mit virtuellen Währungen möglich. Über die eigene Fidor-Online-Community ist die Kommunikation der Kunden untereinander und mit Bankmitarbeitern möglich.

Im letzten Quartal 2015 brachte die Bank eine PayPass-fähige Debitkarte von MasterCard auf den Markt sowie eine hochgeprägte Kombikarte, die MasterCard, Maestro-Card und PayPass in einer Karte vereint.

Das Angebot an Geschäftskunden umfasst ein Geschäftskonto, eine PrePaid-Kreditkarte sowie Finanzierungsprodukte. Auf Wunsch können Kontonutzer aus verschiedenen Crowdfinanzierungsangeboten für Unternehmen oder einzelne Projekte wählen. Die insbesondere für Geschäftskunden oftmals wichtige HBCI-Funktionalität wird nicht angeboten.

Fidor arbeitet mit diversen Handelsplattformen für Kryptowährungen zusammen, wie zum Beispiel mit bitcoin.de oder kraken.com.[18]

Am 12. Mai 2016 gab das Telekommunikationsunternehmen Telefónica bekannt, dass es seinen Kunden zukünftig kostenlos das erste komplett mobile Bankkonto über die Fidor Bank anbieten werde. Das Angebot namens „O2 Banking“ kann per Videochat eröffnet werden.[19] Die mobile App ist seit Juli 2016 für Android und iOS abrufbar.[20] Mit Hilfe der O2 Banking-App können Nutzer einfach, sicher und gebührenfrei auf ihr Girokonto zugreifen. Es unterstützt zum Beispiel Apple Pay und bietet umfangreiche Sicherheitsfeatures wie Push-Benachrichtigungen in Echtzeit für jede Transaktion. Für die Nutzung der kostenlosen Mastercard erhalten O2 Kunden zudem Highspeed-Datenvolumen als Bonus. Das Bankkonto inklusive einer Debit Mastercard ist kostenlos und offen für alle.[21] Ab dem 1. November 2019 erhebt die Fidor Bank ein monatliches Kontoführungsentgelt. Kunden, die allerdings ihr Fidor Smart Girokonto oder Fidor Smart Geschäftskonto aktiv nutzen (das heißt mehr als zehn Transaktionen pro Kalendermonat ausführen), erhalten einen Aktivitätsbonus in gleicher Höhe wieder gutgeschrieben.[22]

Als eine voll-digitalisierte Bank wickelt die Fidor Bank all ihre operativen Tätigkeiten durch ihre Zentralverwaltung in München ab. Darüber hinaus ist keine weitere „physische“ Filiale erforderlich, denn der Kunde steht mit der Bank ausschließlich per Website, E-Mail oder Telefon in Kontakt.[23]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2017. Fidor Bank AG, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  2. a b Impressum der Fidor Bank. In: fidor.de. Abgerufen am 29. Oktober 2019.
  3. Fidor Bank AG: Presseinformation der Fidor Bank AG. 4. März 2019, abgerufen am 4. März 2019.
  4. a b Fidor Bank AG: "Das traut sich keiner". Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  5. Marina Vogt: Fidor Bank – Die Bank der Zukunft? Management Circle, 28. Juni 2016, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  6. Fidor Bank AG: Fidor Gruppe zieht Bilanz: 10 Jahre Banklizenz – 10 Jahre Innovationsführerschaft und Wachstum. Fidor Bank AG, 4. März 2019, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  7. Fidor Bank AG: Fidor AG erhält Vollbanklizenz. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  8. a b Meike Schreiber: Kröner verlässt die Fidor-Bank. Süddeutsche Zeitung, 1. April 2019, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  9. Elisabeth Atzler und Katharina Schneider: Ritterschlag für deutsches Fintech. (kostenpflichtig). Handelsblatt, 28. Juli 2016, abgerufen am 8. August 2019.
  10. Bundesanzeiger. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  11. Anne-Katrin Schade: Französische Großbank schluckt Fintech-Pionier. Gründerszene, 29. Juli 2016, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  12. Ann-Sophie Crecelius: Französische Bank BPCE erwägt Verkauf der Internetbank Fidor. FINANCE Magazin, 1. Oktober 2018, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  13. Fidor Bank AG: Impressum. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  14. Fidor Bank mehrfach ausgezeichnet. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  15. Die innovativsten Unternehmen Deutschlands | 2019. Abgerufen am 30. Oktober 2019.
  16. a b c d Fidor Group: Company. Abgerufen am 30. Oktober 2019 (englisch).
  17. Efficient Scale GmbH: Fidor Bank gründet mit Tochterfirma "Efficient Scale" neuartigen datengetriebenen E-Commerce-Marktplatz. Efficient Scale GmbH, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  18. Axel Kannenberg: „Express-Handel“: Bitcoin.de kooperiert mit Onlinebank Fidor. In: heise.de. 23. Februar 2015, abgerufen am 8. Januar 2018.
  19. Megabyte statt Zinsen: Telefónica startet mobiles Bankkonto für O2. In: ariva.de. 12. Mai 2016, abgerufen am 5. April 2019.
  20. Stefanie Seidlitz: Komplett mobiles Bankkonto in Kooperation mit Fidor Bank AG: Telefónica Deutschland startet O2 Banking. In: blog.telefonica.de. 25. Juni 2016, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  21. Fidor Bank AG: Pressemitteilung Telefónica Deutschland und Fidor Bank AG. 11. Juli 2019, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  22. Fidor Bank AG: Fidor Bank AG passt ihr Gebührenmodell an. 28. August 2019, abgerufen am 30. Oktober 2019.
  23. Bundesanzeiger. Abgerufen am 30. Oktober 2019.

Koordinaten: 48° 8′ 58,5″ N, 11° 33′ 23,5″ O