Föderierte Staaten von Mikronesien

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Federated States of Micronesia

Föderierte Staaten von Mikronesien

Flagge Mikronesiens
Wappen Mikronesiens
Flagge Wappen
Wahlspruch: Peace, Unity, Liberty

„Friede, Einheit, Unabhängigkeit“

Amtssprache Kosraeanisch, Pohnpeanisch, Yapesisch, Chuukesisch, Ulithisch, Woleaianisch und Englisch
Hauptstadt Palikir
Staatsform Bundesrepublik
Regierungssystem Parlamentsgebundene Exekutivgewalt
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Manny Mori
Fläche 702[1] km²
Einwohnerzahl 112.000 (UN, 2011)[1]
Bevölkerungsdichte 146 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2010) 297 Mio. US$[1]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2.678 US-Dollar (2010)[1]
Human Development Index 0,630 (124.)[2]
Währung US-Dollar (USD)
Unabhängigkeit 3. November 1986
(freie Assoziation)
22. November 1990
endgültig (von den USA)
Nationalhymne Patriots of Micronesia
Zeitzone UTC+10 (Chuuk und Yap)
UTC+11 (Kosrae und Pohnpei)
Kfz-Kennzeichen FSM
Internet-TLD .fm
Telefonvorwahl + 691
Japan Guam Osttimor Vanuatu Indonesien Hawaii Papua-Neuguinea Salomonen Norfolkinseln Neuseeland Australien Fidschi Neukaledonien Antarktika Frankreich (Kergulen) Philippinen Volksrepublik China Singapur Malaysia Brunei Vietnam Nepal Bhutan Laos Thailand Kambodscha Myanmar Bangladesch Mongolei Nordkorea Südkorea Indien Pakistan Sri Lanka Russland Republik China Malediven Kasachstan Afghanistan Iran Oman Jemen Saudi-Arabien Vereinigte Arabische Emirate Katar Kuwait Irak Georgien Armenien Aserbaidschan Türkei Eritrea Dschibuti Somalia Äthiopien Kenien Sudan Madagskar Komoren Mayotte Réunion Mauritius Tansania Mosambik Turkmenistan Usbekistan Tadschikistan Kirgistan Japan Vereinigte Staaten (Nördliche Mariannen) Föderierte Staaten von Mikronesien Palau Japan Vereinigte Staaten (Wake) Marshallinseln KiribiatiMicronesia on the globe (Southeast Asia centered) (small islands magnified).svg
Über dieses Bild
Karte von Mikronesien.png

Die Föderierten Staaten von Mikronesien (englisch Federated States of Micronesia) sind ein Inselstaat im westlichen Teil des Pazifischen Ozeans.

Geographie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mikronesien (Inselgruppe)

Der Staat nimmt den größten Teil der Karolinen ein, die eine Inselgruppe Mikronesiens sind. Die Föderation besteht aus den Staaten Chuuk, Kosrae und Pohnpei, welche die Ostkarolinen bilden, und dem Staat Yap, der zusammen mit der unabhängigen Nation Palau die Westkarolinen bildet. Die größte Stadt des Landes ist Weno mit etwa 17.624 Einwohnern auf der Insel Moen im Osten des Chuuk-Atolls; Hauptstadt ist Palikir auf der Insel Pohnpei.

Folgende Eilande stellen die Hauptinseln und -atolle Mikronesiens dar: (von West nach Ost)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Inseln sind mindestens seit dem Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. menschlich besiedelt. Es wird angenommen, dass sich in vorkolonialer Zeit von der Insel Yap aus ein größeres Staatswesen in der Region entwickelt hat.

Katholische Kirche von Kolonia auf der Insel Pohnpei, 1973

Als erste Europäer kamen Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Mikronesien. Im Jahre 1696 wurden die Inseln von Spanien in Besitz genommen. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg verkaufte Spanien die Inseln 1899 an Deutschland. Das damalige Deutsche Reich machte die Inseln zum Bestandteil seiner Kolonie Deutsch-Neuguinea. Ein Aufstand der Sokehs wurde 1911 von Deutschland gewaltsam niedergeschlagen. Am Anfang des Ersten Weltkrieges wurden die Inseln 1914 ohne Widerstand von der japanischen Armee besetzt. 1920 kamen sie als Völkerbundsmandat an Japan.

Im Zweiten Weltkrieg diente vor allem Truk als Stützpunkt für die japanischen Angriffe auf Neuguinea, den Bismarck-Archipel und die Salomonen. Am 16. und 17. Februar 1944 wurde dieser im Rahmen der Operation Hailstone von Flugzeugen der US-Marine massiv bombardiert und ein großer Teil der dort stationierten japanischen Streitkräfte vernichtet. Beim sogenannten „Island Hopping“ der Amerikaner wurden allerdings viele andere japanische Stützpunkte umgangen und erst nach der Kapitulation Japans übergeben.

1947 wurde Mikronesien UN-Treuhandgebiet. Unter der Bezeichnung Trust Territory of the Pacific Islands (TTPI) wurde es zunächst von der US-Marine verwaltet, ab 1961 vom US-Innenministerium. Das TTPI ermöglichte den USA, abseits der Insel Guam weitere Militärstützpunkte zu errichten und zudem Kernwaffentests auf den Inselgruppen durchzuführen. Bereits 1946 wurden Atombomben getestet. 1954 wurde ihre stärkere Nachfolgerin, die Wasserstoffbombe, auf dem Bikini-Atoll der Marshallinseln erstmals gezündet. Neben militärischen Vorsätzen gab es auch zivile: Die UN verlangte von der US-Verwaltung, nationales Bewusstsein in der in Stämmen lebenden Bevölkerung zu erwecken sowie die Wirtschaftsentwicklung zu fördern. 1967 begannen Beratungen über die Zukunft der Inseln und 1970 schließlich erhielten die Mikronesier das Recht auf Souveränität.[3]

Am 10. Mai 1979 ratifizierten die vier späteren Bundesstaaten die Verfassung der so gegründeten Föderierten Staaten von Mikronesien und unterzeichneten einen Vertrag über die freie Assoziation mit den USA, den Compact of Free Association (COFA), der die Zuständigkeit dieser für die Verteidigung sowie finanzielle Unterstützungen festschreibt. Der Vertrag trat am 3. November 1986 in Kraft. 1991 wurden die Föderierten Staaten von Mikronesien endgültig unabhängig.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Völker[Bearbeiten]

Die größte und politisch dominante Volksgruppe mit etwa 48,8 % Bevölkerungsanteil sind die Chuukesen. Daneben sind auch die Pohnpeianer mit 24,2 % Einwohneranteil eine einflussreiche Volksgruppe. Weitere mikronesische Volksgruppen sind die Kosraeaner mit 6,2 %, die Yapesen mit 5,2 % und die Yap-Außeninselbewohner mit 4,5 % Gesamtbevölkerungsanteil. 1,8 % der Bevölkerung werden als Asiaten betrachtet; 1,5 % als Polynesier. Andere Volksgruppen machen 6,4 % der Gesamtbevölkerung aus.[4]

Sprachen[Bearbeiten]

Das Land hat sieben offizielle Sprachen: Englisch, Yapesisch, Pohnpeanisch, Kosraeanisch, Chuukesisch, Ulithisch und Woleaianisch.

Weitere Sprachen sind unter anderem Mokilesisch, Mortlockesisch, Pingelapisch, Puluwatesisch, Satawalesisch, Namonuito, Pááfang, Nukuoro, Kapingamarangisch und das Ngatik Men’s Creole.

Die meisten Einwohner beherrschen Englisch zumindest in Grundzügen. Viele alte Einwohner sprechen fließend Japanisch. Viele sprechen eine oder mehrere der einheimischen Sprachen. Einige dieser Sprachen wurden während der Geschichte zunächst von Spanisch und Deutsch, dann von Japanisch und in letzter Zeit vor allem von Englisch beeinflusst.[4]

Religion[Bearbeiten]

Im Großen und Ganzen ist Mikronesien aufgrund der deutschen und spanischen Kolonialgeschichte christlich geprägt. Die spanische Herrschaft führte dazu, dass heute noch ein Großteil der Bevölkerung katholisch ist. Während der deutschen Kolonialzeit bis 1914 kamen dann auch protestantische Missionare aus dem Kaiserreich zum Einsatz.

Gemäß der Volkszählung von 2000 sind 52,7 % der Bevölkerung römisch-katholisch und 40,1 % Kongregationalisten. Minderheiten sind die Baptisten und die Sieben-Tags-Adventisten, zu denen sich 0,9 % respektive 0,7 % der Gesamtbevölkerung bekennen. Andere Glaubensgemeinschaften machen 3,8 % der Einwohner aus.[4]

Gesundheit[Bearbeiten]

Statistisch gesehen leben in der Föderation von Mikronesien und auf Nauru die dicksten Menschen der Welt. Über 3/4 der Bevölkerung hat starkes Übergewicht, was auf eine landestypische und ortsbedingte Ernährung zurückzuführen ist.

Sport[Bearbeiten]

Die Mikronesische Fußballnationalmannschaft ist weder Mitglied der FIFA noch des OFC.

Politik[Bearbeiten]

Die Föderierten Staaten von Mikronesien sind ein demokratischer Bundesstaat mit einer Parlamentsgebundenen Exekutivgewalt als Regierungssystem. Als Legislative dient der Kongress der Föderierten Staaten von Mikronesien mit 14 vom Volk gewählten Mitgliedern. Jeder der vier Bundesstaaten entsendet je ein auf vier Jahre gewähltes Mitglied, die anderen zehn Kongress-Mitglieder repräsentieren je einen der nach Bevölkerungszahlen bestimmten Wahlkreise für eine Legislaturperiode von zwei Jahren.

Staatsoberhaupt ist der Präsident, welchem ein Vizepräsident zur Seite steht. Beide werden für eine Amtsperiode von vier Jahren vom Kongress aus der Mitte der von den Bundesstaaten entsandten Mitgliedern gewählt. Deren Sitze im Kongress werden dann durch eine spezielle Wahl neu besetzt. Der Präsident ernennt zur Wahrnehmung der Regierungsgeschäfte ein Kabinett. In den Föderierten Staaten von Mikronesien gibt es keine formellen politischen Parteien.

Das höchste Organ der Rechtsprechung ist der Supreme Court, welcher in eine Verfahrens- und eine Berufungsinstanz unterteilt ist. Die Richter werden auf Vorschlag und mit Zustimmung des Kongresses vom Präsidenten ernannt.

Präsidenten[Bearbeiten]

Die bisherigen Präsidenten des Landes waren

  1. Tosiwo Nakayama (1979–1987)
  2. John Haglelgam (1987–1991)
  3. Bailey Olter (1991–1997)
  4. Jacob Nena (1997–1999, vertrat Olter seit dem 8. November 1996)
  5. Leo Falcam (1999–2003)
  6. Joseph J. Urusemal (2003–2007)
  7. Manny Mori (seit 2007)

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Karte mit den Bundesstaaten

Die Föderierten Staaten von Mikronesien bestehen aus vier Bundesstaaten. Jeder dieser Staaten hat eine eigene Verfassung, seine eigene gewählte Legislative und seine eigene Regierung. Die einzelnen Staatsregierungen haben erhebliche Rechte und unterhalten eigene Haushalte.

Karte Bundesstaat Inseln Fläche Einwohner
Map Chuuk Islands1.png Flag of Chuuk.svg
Chuuk
294 127 km² 48.651
Kosrae.png Flag of Kosrae.png
Kosrae
5 110 km² 6.616
Pohnpei Island.png Pohnpei (Staatsflagge).png
Pohnpei
163 346 km² 35.981
Yap Islands.png Flag of Yap.svg
Yap
145 118 km² 11.376

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2007 Ausgaben von umgerechnet 152 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 166 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 2,2 % des BIP. Das Land erhält jährlich Dollarzahlungen aus den USA in Millionenhöhe.[5]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen[Bearbeiten]

Mikronesien ist Mitglied der folgenden Organisationen:[4]

ADB, AKP, AOSIS, ESCAP, FAO, G 77, IBRD, ICAO, IDA, IFC, IFRCS, IOC, IOM, IPU, ITSO, ITU, IWF, MIGA, OPCW, PIF, Sparteca, SPC, UNCTAD, UNO, UNESCO, WHO, WMO.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Föderierten Staaten von Mikronesien sind ökonomisch als Entwicklungsland von subsistenzieller Landwirtschaft und Fischfang geprägt. Der Verkauf von Lizenzen zum kommerziellen Fischfang in Hoheitsgewässern an ausländische Fischereiflotten ist der größte eigenständige Einnahmeposten. Die größte Einnahmequelle sind finanzielle Zuwendungen der USA, welche aufgrund des Assoziationsabkommens gezahlt werden. Ebenso unterstützt Israel die Föderation in den Bereichen des Bildungswesens, der Landwirtschaft und der medizinischen Versorgung.

Der Abbau von hochwertigem Phosphat-Erz bildet ein weiteres wirtschaftliches Standbein. Größere Industrien gibt es bisher nicht, kleinere Betriebe erzeugen überwiegend Produkte für den heimischen Markt. Einzig kleinindustriell gefertigte Textilien sowie Souvenirs haben eine geringfügige exportwirtschaftliche Bedeutung.

Es besteht ein touristisches Potenzial, das allerdings aufgrund der Abgeschiedenheit der Inseln sowie fehlender Infrastruktur unterentwickelt ist.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ellen Boneparth, M. James Wilkinson: Terminating Trusteeship for the Federated States of Micronesia and the Republic of the Marshall Islands. Independence and Self-Sufficiency in the Post-Cold War Pacific. In: Pacific Studies. 18, Nr. 2, 1995, ISSN 0275-3596, S. 61–78.
  •  Hermann Mückler: Traditionelle und moderne Mobilität auf Atollinseln. Zur räumlichen Orientierung, Navigation, Bootsbau und Migration in Mikronesien. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft Wien. 133, Wien 2003, ISSN 0373-5656, S. 125–137.
  • Glenn Petersen: Lessons Learned: The Micronesian Quest for Independence in the Context of American Imperial History. In: Micronesian Journal of the Humanities and Social Sciences. 3, 2004, ISSN 1449-7336, S. 45–63, online (PDF; 275 kB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mikronesien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Föderierte Staaten von Mikronesien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Föderierte Staaten von Mikronesien – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d World Statistics Pocketbook 2011, Department of Economic and Social Affairs, Statistics Division, United Nations, New York, 2012, ISBN 978-92-1-161558-6, S. 128
  2. Human Development Report Office: Micronesia (Federated States of) – Country Profile: Human Development Indicators, abgerufen am 24. Oktober 2014
  3. Harenberg Staatenlexikon, Dortmund 2000.
  4. a b c d CIA World Fact Book Mikronesien. Abgerufen am 10. Mai 2014.
  5. a b c The World Factbook
  6. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4

7.4166666666667151.88333333333Koordinaten: 7° N, 152° O