Gœrlingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gœrlingen
Wappen von Gœrlingen
Gœrlingen (Frankreich)
Gœrlingen
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Drulingen
Koordinaten 48° 48′ N, 7° 5′ O48.7961111111117.0825260Koordinaten: 48° 48′ N, 7° 5′ O
Höhe 252–332 m
Fläche 3,77 km²
Einwohner 252 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 67 Einw./km²
Postleitzahl 67320
INSEE-Code

Gœrlingen ist eine französische Gemeinde mit 252 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Krummen Elsass, einer Landschaft im Département Bas-Rhin. Sie ist Mitglied des Gemeindeverbandes Alsace Bossue.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 156 162 152 145 154 206 244

Geschichte[Bearbeiten]

661 und 763 ist der Ort unter den Namen Villa Gairoaldo bzw. Villa Gerboldinga erstmals als Landsitz gallo-romanischer Adliger bezeugt. Im 13. Jahrhundert gehört Gerdlingen als Pfarrei zur Gemeinde Bockenheim und war Im Besitz der Grafschaft Saarwerden, die hier auch den Zehnten erhob. 1314 wird auch das Benediktinerkloster Lixheim als Grundbesitzer in Geroldingen aufgeführt. Während das Dorf im 15. Jahrhundert noch erwähnt wird, wird es anlässlich der Türkenschatzung (1542) nicht mehr genannt.

1557 überließ Graf Adolf von Nassau-Saarbrücken Hugenotten, die aus dem Herzogtum Lothringen sowie aus der Normandie und anderen Regionen des Königreichs Frankreich geflohen waren, Gerling und 6 andere verlassene Ortschaften seines Herrschaftsgebietes. Vor den kriegerischen Auseinandersetzungen des 17. Jahrhunderts (Dreißigjähriger Krieg 1618-1648, Reunionskrieg 1683-1684) flohen die Einwohner des Ortes schließlich in die Pfalz bzw. in die Gegend von Bischwiller. Die Kirche des Ortes wurde 1685 zerstört. Im 18. Jahrhundert wird Gerling von Schweizer Protestanten neu besiedelt, die vor dem strengen Regiment des Kalvinismus aus ihrer Heimat geflohen waren. 1793 wird die gesamte Grafschaft an die neu entstandene französische Republik angegliedert. Anlässlich des (1871/72), des Ersten Weltkrieges (1914-1918) und des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wechselte der Ort, wie Elsaß-Lothringen insgesamt, noch mehrmals seine nationale Zugehörigkeit zwischen Frankreich und Deutschland.

Literatur[Bearbeiten]

Albert Girardin: Görlingen in der ehemaligen Grafschaft Saarwerden. Geschichte eines Hugenottendorfes im Krummen Elsass (Schriften der Erwin-von-Steinbach-Stiftung, Bd. 11). Pfaehler, Bad Neustadt a.d. Saale 1988. ISBN 3-922923-74-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gœrlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gœrlingen bei der Communauté de communes d'Alsace Bossue