Hirschland

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hirschland (Begriffsklärung) aufgeführt.
Hirschland
Wappen von Hirschland
Hirschland (Frankreich)
Hirschland
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Drulingen
Gemeindeverband Alsace Bossue.
Koordinaten 48° 50′ N, 7° 7′ O48.8369444444447.1119444444444260Koordinaten: 48° 50′ N, 7° 7′ O
Höhe 244–332 m
Fläche 10,73 km²
Einwohner 333 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 31 Einw./km²
Postleitzahl 67320
INSEE-Code
Website http://www.hirschland.net/

Schule und Rathaus

Hirschland ist eine französische Gemeinde mit 333 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Kanton Drulingen und zum Kommunalverband Alsace Bossue.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Hirschland liegt im Krummen Elsass, 54 Kilometer nordwestlich von Straßburg, 12 Kilometer nordöstlich von Sarrebourg und 7 Kilometer südwestlich des Kantonshauptorts Drulingen, zwischen den Nachbargemeinden Baerendorf im Westen, Eschwiller im Nordosten und Rauwiller im Süden. Die Isch fließt durch das Gemeindegebiet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Hirschland war schon in gallo-römischer Zeit (52 v. Chr. bis 5. Jahrhundert) besiedelt. 1897 wurde eine Villa rustica und ein Basrelief entdeckt. Das Relief ist 1,57 Zentimeter hoch, 52 Zentimeter breit und 37 Zentimeter tief, es wird „Herkules von Drulingen“ (Hercule de Drulingen) genannt und steht im archäologischen Museum von Straßburg (Musée archéologique).[3]

Die Ortschaft wurde im 9. Jahrhundert als Hirselanden erstmals urkundlich erwähnt. Es wird angenommen, dass damals bevorzugt Hirse angebaut wurde. Warum der Name ab 1448 zu Hirschland wurde ist nicht geklärt. Heute zeigt das Gemeindewappen allerdings einen Hirsch. Im Mittelalter bis zur Reformation (1557) war Hirschland ein Wallfahrtsort zur Verehrung des Heiligen Adelphus (4. bis 5. Jh.). Der Ort gehörte zur Grafschaft Saarwerden. Im Dreißigjährigen Krieg vor allem von 1629 bis 1648 wurde die Ortschaft verwüstet. Viele Familien flohen vorübergehend nach Straßburg.

Nach dem Frieden von Rijswijk im Jahr 1697 wurden viele Schweizer Siedler, vor allem aus dem Kanton Bern, in Hirschland angesiedelt. Durch den Friedensschluss fiel die Ortschaft an dieGrafschaft Saarbrücken. Um 1730 beginnt eine Auswanderungswelle, viele Hirschlandais wandern in die Vereinigten Staaten, besonders nach Pennsylvania, oder nach Osteuropa aus. 1745 wurde Hirschland dem Vogt von Harskirchen unterstellt. 1793 fiel die Ortschaft an Frankreich. Im Zuge der Französischen Revolution erhielt sie den Status einer Gemeinde (als Herschland) und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung (unter dem heutigen Ortsnamen).[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 291 332 329 284 286 340 319

291 332 329 284 286 340

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Kirche

Das Kirchenschiff der evangelisch-lutherischen Kirche in Hirschland wurde 1755 nach den Plänen des Architekten Friedrich Joachim Stengel erbaut (1694–1787). Der Glockenturm der Kirche stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Die Ober- und Untermühle sind zwei ehemalige Getreidemühlen. Die Untermühle wurde 1860 gebaut und war bis 1945 in Betrieb. Die Obermühle wurde 1823 gebaut und war bis 1897 als Mühle in Betrieb, danach wurde sie in ein Sägewerk und eine Anlage zur Anlagen zur Steinzerkleinerung umfunktioniert. Sie war bis 1965 in Betrieb.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige der Hirschlandais sind Ackerbau und die Zucht von Hausrindern, Hausschweinen und Hauspferden. Es gibt eine Molkereigenossenschaft vor Ort.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hirschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hirschland auf der offiziellen Webpräsenz der CC Alsace Bossue (französisch) Abgerufen am 18. Januar 2010
  2. Hirschland auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 18. Januar 2010
  3.  Émile Espérandieu, Raymond Lantier: Recueil général des bas-reliefs de la Gaule romaine. 5, Imprimerie Nationale, Paris 1907, S. 489 (in archive.org, abgerufen am 18. Januar 2010). (französisch)
  4. Hirschland auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 25. Januar 2010
  5. Hirschland in der Base Mérimée des Ministère de la culture (französisch) Abgerufen am 25. Januar 2010
  6. http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=185&req=Hirschland&style=fiche Hirschland auf quid.fr (französisch) Abgerufen am 18. Januar 2010, seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.